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Full text of "Kurze Geschichte der Holzschneidekunst mit vielen Abbildungen der Signaturen der berühmtesten älteren Meister nebst einer gründlichen, durch viele Abbildungen erläuterten Anweisung zur Erlernung der Holzschneidekunst und der Modelstecherei und einer Anleitung zum Zeichnen"

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KURZE 
GESCHICHTE 

DER 




HOLZSCHNEIDE 
KUNST MIT... 


J. M. Rouget 





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tifllirr JUtftttftij 

J"i)loppl)if ok r iioWäiitf ilr kiiff, 

forme nur * 

- • 

äiHDctfmtfl jur Srlcrnung t>ce 3cid)tien3, 




notyroenbifleö .£wlfsbudr 

Sitoftler, ItfonroMcu, Wobclftcdjcr, ÖuAbrurfer 
unb grcitnbc bicirr ÄhinfK 

§erau$ge$eben 



28M Birten A&6irbungen. 



Stuttgart unb Reutlingen, 

Skrfafl ,oou (Sbuarb i f ^ aber. 



mit 

Diflen AbbtUutiürtt brr SigRitnrfi 

ber 

krüljmteftea Ältere« Heißer. 



s Jiebft einer 

grüublic^en, bimf) uiele Mbilbiuu]en erläuterten N 2lmocifutT 

jwr (Srlcrninifl \ 

bei 

^of}fdwetbcftunft unb ber pobefflc^cm 

unb 

einer Anleitung &um S^nen. 

■ 

% m. »ouget. 



«tuttnart unb Weutlittßeit , 

»erlag oon (S b u a r b *? t f cf> Q a b e r. 

1878. 



rJB 



I UN FOUNgA 



BRAKY! 




Jr«H.M LEI 
MAY 16 Ob 



t 



S& Ott ehe. 

■ 



^Pie Waffe t>on £ol$fd)nitten, treibe eine grofjc 3^1 unfcvcv 
3citfd)riften , fofcic tedjnifdje unb anbere SBerf e illuftriren, 
unb ttyetltteife gu beren 93erfd)5nerung, sorjuglid) aber ju beten 
©emeinfafjlidtfcit »efentlid) beitragen, »erben e$ felbfl Jebem 
ßat)en erfcünfdjt ma^cn, ein 2Jud> fenneu ju fernen, au$ 
»eifern man fid) barüber gu belehren &ermag, tofe biefe Silber 
fyergejleüt »^ben, »eldje fo f^nett eine fafl unglaubliche 
SBoflfemmenfjeit erlangten, tvic nnb t>on freieren ÄunfHern fie 
früher gefertigt »urben, unb »ie unb fcon »em fle in unfern 
Sagen geliefert »erben. 3f* btejj nun fdjon für ben 8at)en 
eine ©adjc *on SOBicfctigfeit, fo ifr fie für ben Äünfllcr, »eldjem 
Äunftjtreig er aud) angebore, für ©e$cr, 33ud)brutfer k. un= 
entbeljrlid), inbem biefe Äenntnifc »cfentlidj jur 9Sers?oflfomm- 
nung eine* {eben einzelnen gad)e$ beitragen »irb. Ueberbicfc 
gibt ed nod) ga^lreidjc Sieb^aber ber ©ra&ir* unb £)olafd)neibe= 
fünft, treibe bicfclbe gerne üben mochten, ofyne baju einen 
?ettfaben ju baben ober eine fdjviftlMje Anleitung erlangen 
ju fonnen; toeffaft trir ba$ (Srföeinen biefe* 93ud)lein$ nid>t 
»erben rechtfertigen bürfen, im ©egentfyeü, »ir hoffen und 
burd) biefe ärbeit ben befonbern £anf be$ ^ublifumä $u enverben. 

$>a e$ und ju biefer practifdjen Anleitung für bie$>ol$- 
fdjneibefunf! an Vorgängen gänjlicfy fehlte, feben nur mit gan$ 
unb gar auf unferc eigenen, geringen Ärafte befdjränft, »efcbalb 
»ir bie 9to$fid)t unferer fiffer vielfach in ?(nfyrud) »erben 
nehmen muffen. SEBtr hoffen übrigen« um fo me$r barauf, aU nidjt 



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IV 

unbefannt fein burfte, nie fdrtvicrig bie ?efung einer foldjen 
Aufgabe ify unb rieten Memit an fammtlidje ünftter 2)eutfd)= 
lanbä bic bringenbe Sitte^ und (Srganjungen unb Seridjtigungcn 
burd) bie 93erlag$bud$anblung gefätligfl jugefjcn gu laffen, 
um bitfeä 33ud) red)t balb in einer neuen unb »oflfommencrcn 
©eftalt trieber in bie 2Pclt fenben ju fonnen. 9?ad) Um 
ftänbctt ftnb tvir fold)e (Ergänzungen gu fyenoriren unb bt< 
Kamen ber (Sinfenbcr bem SPeitoen wanjubrutfen bereit 

3n ber Hoffnung , bafe ^)olif Anciber , J^logra^en 
unb Sudjbrutfer, ja fclbfl aud) AiinfMer, einigen Stufen 
au$ biefem 3?üd)lein »erben jiefien tonnen, empfehlen nur 
baffelbe einer nadjfldjttooücn Aufnahme unb einer freunbUdjen 
. Seuribcilung ber barin wfommenben geiler unb 3Wängel! 

Per Verfiißer. 



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Weitete ©efcfricfcte. 



inftd^ttich ber tyotyen ©ntwitflung , weldje bie 
$ol&fd)neibefunft in unfern Sagen erlangt 
tyat; unb bei bem madjtigen (£injlufj , welken 
fie ausübt auf bie mobemc Silbung, inbem 
ftc bie auägebefmtefte bifbliäje SDarftellung 
oon <§eenen unb ©egenjtanben aud allen 
ßeben$oer#iltmffen, ©egenben unb *ßerfön* 
lidjfeiten geftattet, wirb eine furje ®efa)id)tc 
berfelben mdjt obne Sntereffe fein, wenn man 
%^ jumal nod) bebenft, bafj biefe ßunft ein 
fetyr einflußrei^e« «Jmlfamtttel jur fernem 
»lütbe unfere* ©ewerb** unb Sabrtfberrieba , fowie be6 2t(f er- 
baue« bilbet. (Sie gemattet namlid} eine unglaubltd) billige 5öer* 
breitung t>on iüujrrirten 3eitfd>riften unb SBüdjern, worin fowo^t 
ganjc @eratbfa>ften unb 2Rafä)inen nidjt allein befdjrieben, fonbern 
aua> abgebilbet jtnb, unb worin man ä*er «öerbejferungen, weldje 
baran angebraAt würben, fowie über neue (Srftnbungen augenbltdtid} 
unterrichtet wirb. 2Bcnn alfo ®eratbfa>ften unb 3flafdunen in 
irgenb einem $beile ber 2öelt oerbejfert ober gar neu erfunben 
werben, fo erhalten wir baoon in furjer 3ctt getreue Slbbilbungen, 
nad) weisen wir und biefelben ebenfo oortlieilbaft unb braua)bar 
anfertigen tonnen, was naa) einer 33efd>reibung ofme 5lbbilbungen 
hut in bodjjt feltenen Sailen ber Satt fein bürfte. 

Ueberbiejj finben neue gormen ber @r$engniffe oon Äunft unb 
(bewerben bura) entfvrca^enbe 3lbbilbungen fdjneU bie größte 10er» 
breitung, bie ©ewerbäleute lernen ba$ SReue unb ea)6ne fdmett 
unb mit geringen itoften fo beutlid) fennen, bajj fie e$ nadtjua^men 
»ermogen, wa* wobl für jebeä ©efdjaft oon unberechenbarem SRufcen 
ifl; benn wer tyeut &u$age nicht mit ber3«t fortfahrettet unb fia> 
auf bem ßaufenben ju galten fufy, wirb rücfwart* f freiten unb 
barüber ju (^runbe getyen. 




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£>ie Sßottfyeilc, weld^e btlblidic SJatftellungcn bcr (Fntwicflung 
bcd guten (5kfd)ma(f$ unb bet 3ntelligcn$ gcwabren, finb fo all- 
gemein anctfannt, baß wir und betrübet nidjt weitet auSjulaffen 
nötbig tyaben wetben. 

$5ic auflgebebnte Slnwenbung unb SOetbteitung bet btlblicben 
2>atfhllung gewagt allein bic #ol$fdmeibcf unft ; benn alle auf 
anbete 2ltt etjeugten 9lbbilbungen finb entwebet mangclbaft, obet 
cd tritt ein bobet $tei$ ibtet gtofjcn Verbreitung entgegen. 2lud 
biefen (ttrünben fonnen wit und nut freuen, wenn wit feben, bag 
fidj bicfclbe mit jebem Sage mebt oeroollfommnet , unb bei bem 
grofen *jhibltfum beliebtet madjt. — ic 3u fünft bet £ol^ 
fdjncibcf unffc oerfpridjt grofj &u wetben! 



51 cl teile (Sefcfotcbte bet $ol jf ebnet befunfi. 




uoertaftige 3purcn oon ber #ot$fdjneibe- 
fünft laffen fid) erft einige 3abrjebntc tot 
bet (Frfinbung bet 33ud)brucfcrfunft aufftnben ; 
waö man übet biefe 3e(t binauft fcfct, fann 
bei gcwtffcnbafter Prüfung nid}t mit Qdt- 
nauigfeit benimmt wetben. £tc (Sbinefcn 
wanbten allerbtngö ben £afelbrucf »or ben 
(Europäern an; allein baä fann biet ntebt 
in ÜBctradjt fommen. benn ein 2)ial etbielten 
bic 3lbcnblänber erft fpater «Runbe bicoon, 
unb bann lagt fid) eine <£inwitfung baoon 
auf bie ^eljfcbneibefunft in (Suropa nirgenbS wabrnclraien, noa> 
oiel weniget nadjwetfen. 

3m3übr 1402 finben wit ßartenmadjer in Ulm, wcla> 
fid) nad) Mcm jut &u$übung ibred bewerbe* bc* 2>ru(fe8 mit 
#ol$plattcn bebienten. daneben wanbten ftc jut Anfertigung oon 
Äatten aud> (Schablonen an, unb cd iffc niebt erwiefen, ob bie etftent 
obet bie lefctern bie Bauftgftc 2lnwcnbung fanben. $Mt größerer 
3uoctlafftgfeit finben wit im 3al)r 1428 »tief bruef et in 9c 6t b- 
Ii n gen. Leiter binaud lagt ftd> ba« S)ruÄcn mit £ol$platten 
niefy nacfywcifen: fo öiel abet fle^t feft, bag ftd) »on biefet 3eit 
an bie grögten Mnftler S)eutf^lanbS bet «&ol$fd)ncibcfunfi wib* 
meten, wie eine Slufjablung betfelben weitet unten jeigen wirb; 
unb bag bie ru d e 1, printers genannt, mit anbetn oetwanbten ©e- 
wctbdgcnojfen eine (Scrperation bilbeten, wetaV fieb oen ben nadjbctigen 
JBucbbrucfcrn, bie wiebet printers biegen, lange abgefonbett etbielten» 



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€o angcfcbcn nun aud) bte ^otjf^ncibcfunjl oon biefcr Seit 
an t>i6 ju <£nbe bcd fed^jehntcn 3ah**)unbertS war, fo fdjnett oer* 
fanf ftc im ftfbjetmten 3ahrbunbcrte, unb hierin iftbcr ®runb ju 
fudjcn, baf bic frühere ©efc^t^tc in $untof)ctt unb *8ergejfenhcit 
begraben liegt 2)er #oljfdmttt würbe als eine untergeorbnete 
gertigfeit betrautet, bei welker es *>or$ügltd) barauf auf am, bie 
»on .ftünfttern auf bie ^>o(jp(atte aufgeführten 3eidmungen genau 
fo, wie jie waren, aus bem #ol$ ju graben. $Dicfcö Verfahren 
lief bem «ftünftler feinerlei Sreiheit ju eigener fünftterifdjer $^atig* 
feit, eS erfdnen ba^er bie £oljf<hnetbefunft in ber Siegel mehr als £5ie* 
nertn ber Sonographie, unb ^atte mehr iBelcbrung unb Untergattung 
als Jtunftjwed jum 3ieU 3Mef mattet eS crflarlid), baf bic ©nt= 
ftehung unb Verbreitung ber £ol$fd)nctbchmft im 35unfeln liegt. 
SDer 9leu$eit, wo ftd) bie $unft wteber empor arbeitete, ift eS faum 
IM »erjeiben, baf fe biefen ©egenftanb mit oornchmer (Oering* 
fdjafcung behanbette unb nur gclegentlid) bei Unterfudjungen über 
Jltupferjtid)funbc, <£rfinbungS= unb ®ewerbSgefd)td)tc barauf einging. 

$)cr ^oljfdjnitt, jefct bic Xylographie, ber 33ud)bru(f 
ober bie$i)V°Ö* Ä P!M c unb ber jtupf erftidj ober btedhalco* 
grapfuc finb enge oerfchwifttrt, inbem fic 3weige ber S)ru<ffunft 
btlben unb fammüidj oon bem ©runbgebanfen ausgeben, £ilb ober 
Sd)rift burd) Sarbcnbrucf ju oeroiclf altigen. (Sie unterfdjeiben fid) in 
ber £auptfaa> nur burd) bie öerfdjiebene S3cfc^affcnl)eit unb @in= 
riditung ber £)nt(fform. 3Öenn man nad) bem ©runbe ber $)inge 
forfaM, fo muf man unwttlführlidj bic fragen aufwerfen: Sann 
unb wo tft biefer ©ebanfe entftanben unb jur Ausführung gebraut 
worben? 2Öann unb wie fyabm ftd) biefe fünfte au* einem unb 
bcmfelben ©runbgebanfen entwtdett? 

2Bcnn man mit bem Ausräumen ber Strdnoe forgfaltigcr ju 
SBcrf gegangen wäre, fo wüßten wir 3eit unb Ort fonber 3weifct 
genau, wann unb wo bie #ol$ffyteibefunft erfunben würbe, unb 
wo unb wie man juerft mit ^ofjplatten brueftc. SDte erjtcn fldjern 
Spuren baben wir fdjon oben angegeben, unb eS wirb fxd) uns 
nun junadjft bie grage aufwerfen, auf wcldje ©egenftänbe bic £)ru<f * 
fünft juerft angewenbet würbe? §ür SBilb*) unb Sdjrift waltete 
baffelbe ©ebfirfnif ob; b^balb ijt anzunehmen, baf bie SDrudfunfl 
auf beibc ju gletdjer 3«t ausgeübt würbe; wenn man aber 93er* 
muthungen SRaum geben barf, fo wirb ber £ol$brucf wobt juerft 
auf Spiclfarten angewenbet worben fein, benn einmal würben fte 
fdjon frühzeitig unb fehr häujtg gebraust, unb bann nü^ten fie fic^ 
fa^neü ab. Uebcrbicf fommen Äartenmadjcr am früheren in ben 
ftabtifdjen Sftcgijtern oor. 3)cr 3)ru<f würbe »ielleidjt »etanlaft 
bur<^ einen ©tempet, weiter oon SRaua) ober auf irgenb eine 

*) Sptelfartcn, ^eiltgenbilber, Äalenbf r k. 1 * 



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anbere $rt gefduvarjt unb bann auf feufyc ßeinwanb ober feuchte« 
Rapier gebrueft würbe. 

£ie iörtefbruefer febnitten einen £d>rifttert unb legten 
tabureto ben Wrunb jur $ud>bru<ferfunfl 9Bir ftnben (schrifttert 
«crfl aU ÜBeigabe ju $etligenbilbern, worauf er auch für fia) an* 
gewenbet würbe. <Diefe Arbeiter haben im Anfang wabrfcbetnlicfi 
blo* ein einzelne« S3latt getrueft, unb gingen erjt foater barauf 
über, mehrere ©latter s^uglei* unb enblid) ganje Söüdjer ju bruefen. 
(v(J gibt jroei Birten »on rolograpbifdjen ©üdjern, ncmlicfy 
folay mit $ert allein unb folaV mit £crt unb »ilbern. Ulrich 
3ell, ©uebbruefer in Göln, fagt, bafj bie mit Sert bie erjten ge* 
wefen unb oon $oüanb ausgegangen fein follen, unb jwar ber 
£onat, ein ftud&ug au« bem alten ©rammatifer in grage uno 
Antwort. SDiefed 5öerfa)en eignete fid} bei feinem geringen Umfange, 
unb weil e* al$ Unterrid)tt>bucb feljr beliebt war unb häufig gc* 
fauft würbe, oorjügltdj &um Safelbrucf. ©leidjwobl müffen wir 
bie SKicbttgfeit biefer Behauptung in 3»tif^ jicben, benn ed ift 
faum anjunelsmcn, bajj ber $afelbrucf juerft bei einem 93üd)lein 
IJlnwenbung fanb, weldied allen unb jeben söUberfcbmucf* entbehrte. 
(Sin foldjer gortfdjrttt wäre »iel ju gewaltfam unb unnatürlich, 
unb werben wir befjbalb mit irett mehr 3id)erheit annehmen bürfen, 
baji er $uerft bei einem 2Öerfe angewenbet würbe, welche« mit bem 
3dmfttert einen reiben Jöilberfcfymucf oereinigte. Öegen biefc 9ln* 
nabine ftetyt freilich ba$ 3eugnip eine« ausgezeichneten alten 33ud}- 
brueferä, welcher Mitarbeiter ber SWainjer Dfpein gewefen war, 
allein fein 3*ugnijj fann audj auf einem 3^rtbum beruhen unb 
befjbalb nid)t fo fdjwer in bie Sßagfcbale fallen, wie wir weiter 
unten bartbun werben. 

<Die jweite klaffe &on alten £afelbrucf en, wobei 
£ert unb Silber miteinanber oerbunben finb, umfaßt 
mebr alö $wanjig 2öerfe.*) <Den erften föang baoon nehmen 
folgenbe Sökrfe ein: 

Biblia Pauperum ober bie Slrmenbtbet, 
welche man nötiger bie SHbcl für unbemittelte ® ei jtli^e 
hatte nennen fotten, unb 

ber $eüfpicgel. 
fccfcterer Wtbctc eigentlich blo$ eine Erweiterung ber Slrmenbibel. 

£a$ ^uchorucfer^ournal fagt barüber: Söeibe SBcrfc enthalten 
Sarftellungen aud bem neuen Seftament, oon ber ©eburt ber bei* 
ligen Jungfrau an bureb bad Sehen unb Öeiben 3efu bid jum 
jüngften ßJeridjte, weldje ©orfrellungen im £eilft>iegel noefy babin 



*) <5rf»on btefe gro§e 3a$T fyriebt bem einen 2Berfe$en gegenüber 
gegen &a$ 3e"gnt|} Kölner Sua)trucferö. 



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. - 5 - 

erweitert finb, ba£ im Anfange unb am 3d»lujic bie (Errettung 
ber ÜRenfaVn »on bcm Sünbenfalle burd» Gbrijmm ^tnjitgefüßt 
ift. 3cbe biefer #auptoorftellungen wirb in bcr fogenanntcn 9lr* 
mertbtbel Nircb jwet, im $eilfpiegel Mird) brci mcift au$ bem alten 
$eftamente hergenommene t>orbi(b(ic^e Segebenbeiten wnb in jener 
nc6 burd} ^rophctenfprüdjc erläutert, £ie Biblis Pauperum 
war ein homiletifdje* #ülfdmlttet für minber gelehrte ©eifttia^e unb 
$rcbigcr, um bie ©efdn'oMen unb 9tu$fprücbe beS alten £Bunbe$ 
auf bie bed neuen \u belieben unb burd» bie fttmbolifcbe Deutung 
bcr erfteren auf bie (enteren biefe ju bekräftigen unb in 1 * ßidjt ju 
fefcen; — ein Sweet, benber alte ©orrebner bc$#etlfpiegeldfelbft angibt. 

$>ie fogenanntc Slrmenbibel befielt in ben meiften <£remplarcn 
au$ oierjig Soltoblattern , welche nur auf einer (Seite bebrueft 
furt, unb jwar mit bem Leiber. $te Sarbe ifl fetyr bla§ unb 
nabert fia) bem ©raubraun. 2öir wollen bier ba$ ©erfahren biefer 
£ruder angeben. — «DM bem 9t et ber, einem mit Sfidjern, 
paaren k. fcjtgeftopften , ballenartigen ©erzeuge fubren fie über 
bad auf ben gefdjwarjten $ol&ftod gelegte Rapier fraftig.bin unb 
her, beim nur fo würbe ein guter 2lbbruef megliaV Saburdj aber 
brüefte fta? ba* Rapier fo in bie Vertiefungen be* $ot$fdmttt« ein, 
unb würbe auf ber ftüdfeite fo glatt, baj; ed nid>t möglich würbe, 
biefe Diüdfeite wieber ju einem abermaligen ftbbrucfe ju benüfcen. 
9lud> würbe, wenn man bie SRüdfeitc battc benüfccn tonnen, ba* 
©üb auf ber Stirnfeltc burch bie Äraftanwenbung bei bem $in* 
unb ^erfahren mit bem SRciber fdjwerlith unbefebabigt geblieben 
fein. $arau$ erflart fid», warum jebed Statt nur auf einer Seite 
bebrudt ift, unb baf , um ein SBlatt, weld>e$ auf jwei Seiten bc= 
brueft war, ju bilben, jwei SBlatter mit ihren 9hleffeiten aufeinanber 
gefleht werben mußten. 

3n allen SluSgaben biefe« ©erfeS ftnbet per) feine (Spur eine« 
SDatumS. SWan bält bafür, baf bie oon # eine den *) befdjriebenc 
jweite %u6gabe bad Original fei, bem bie übrigen in Silbern unb 
Sfcert nadjgefdmitten feien. <Dtefe$ Original fei, ber Sebrift nadj, 
ber fogenannten M. o ft c r 'fdjen O f f i c i n , wenn ntdrt angebörenb, bo^f 
oerwanbt, alfo jebenfatU meberlanbifayn (boüanbifd)en) Urfprung*, 
wa^renb bie 9iad}bttbungen ben nieberlanbifa^en (^egenben angehörten. 

2lu$ ber 3(ebnltd)feit be* Stnle* , bed üBilberfdmitt* unb ber 
Stypen barf man fdjliejjen, baf bie fogenannte Slrmenbibel unb bet 
$eilfpiegel ber 3«t nadj nidjt weit ooneinanber abliegen, 39emer* 
fendwerth aber ift, baf man $ol$ode, wela^e jur ftrmcnbibel ge* 
hören, in Sutern wieber pnbet, weldje $etcr oan 0 6 in 3»olt 
um bie3ahre 1488 bie 1491 brudte; ja in einem oon 33 el ben er 



*} ld<fe generale. 



> 



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in ©Ulenburg 1485 gebrucften $eilfpiegel finben fld> fämmtlidje 
$o($fto'(fe bcd frühem #eilfpicgel$ wieber. 3. 2). 8- Sämann, 
Skrfaffer ber „alteften ©efchtdjte bcr Xnlograpbte :c." in 
gr. oon 3Ra unter« biftorifchem £afd)enbuche , achter 3ahtgang, 
nimmt nun an, bajj bie $ol$ftöcfe fchwerlia) lange unbenüfct gelegen 
haben würben. (Bin 3citraum oon 30 bi« 35 3aBren fei eine 
geraume 3eit, folglich feien bie Slrmenbtbel unb ber £etlfpiegcl 
ntd)t oor 1450 erfchienen. 

2Öenn man bem 53erfaffcr ben Söorberfafc einräumt, wirb fidj 
gegen bie Solgcrungen mä)t« einwenben (äffen. (£« ift inbefj fdjon 
fehr fdmnerig, ba« Slltcr eine« alten SDrucf« genau unb auf « 3<*h* 
$u beftimmen. Um wie t>ie( fdjwieriger aber ift foldje« bei Töle* 
grapljifchen Sßcrfen, welche, wenn fte geringen Umfange« waren, 
fctbfl an Drtcn, wo bie Topographie langft eingeführt war, neben 
ben tttpograpfnfc&en Sßrobuftionen ^ergingen. SWan barf audf bef= 
wegen nid)t gleich jebe« in $ol$ gefa^nittene Serf für einen 93or= 
laufer ber Topographie galten. 2luch bie JRo^eit unb UnootU 
fommenbeit be« $>rucfe« ift fein genügenber 99ewei«, benn man 
ftnbet lange nadj ©rfinbung ber 33u<fybruiferfunjt unb fclbjt in unfern 
3eiten SSkrfe, welche ben ©rftlingen berfelben auch nid)t im (fett* 
fernteften gleidigefefct werben tonnen. 

©letdje 33ewanbtniß, hinfichtlich ber 3«t, babe c* mit ben 
übrigen rolographifdjenjBtlberbüdjcrn ©fe feien fammtlty jünger, 
al« bie Donate, Urtivit ber «erf affer, unb nid)t alter, al« bie 
3neonabeln ber Topographie, — etwa 1460, ober etwa« 
früher anfangenb. — $iefc feine 2lnfid)t fxnbet bcr 23crfaffer bc- 
fiarigt baburd), baf* bie rolograpbifchen fcüchcr, fogar bie altcftc 
2lu«gabe ber Biblia Pauper um, mit Signaturen oerfeben fei, 
ba bodj ledere erft im 3<U)« 1472 oon Ärelhof in & b in ein* 
geführt würbe. 

2lu« allem tiefem folgert ber 93erfaffer, „baf? in £eutfd)lanb 
unb ben 9lieberlanben ber £ol$brucf, wenngleich er fcfyon im britten 
IDecennium bei ben ßartenmad)cm unb SBriefmalern feinen Anfang 
genommen hatte, bod) erft im oierten gewerblich unb allgemein »et* 
breitet würbe, baß im fünften, unb jwar juerfl in £ollanb, Mo- 
nate unb Schulbücher mit blofem Terte, im fed^ten, waljrenb bie 
Topographie in SÄainj ju ihrer ooüigen 2lu«bilbung gelangte, 
auch mehrere S3ilberbüd)er in #ol& gebrueft, beibc im fiebcnten unb 
a^ten, neben ber fajon weit oerbreiteten Topographie , in JDeutfdj* 
lanb naehgebrueft unb burd}*neue oermehrt würben, bt« enblid} im 
neunten ber £ol$fdmitt felbft bei ben SBriefbrucfern in ber Slnwen* 
bung auf Schrift unb ganje SBücher bureb bie Topographie »eilig 
oerbr&ngt würbe unb er fid> nunmehr bem Jötlbbrucfe au«fä)lie$liify 
wibmete." 



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- 7 - 



teuere Gcfcbtcfttc der ^oljfdmetfccfunfl. 






Sbrenb bem Sa^rc 1436 errichtete 3otyan= 
ncä ©utenberg in 3)cain& bic erfte 
treffe jum Slbbrucfen oon £oi$tafcln. 
Später oerbanb ftcb biefer talentvolle SKann 
mit Sobanncä guft unb jerfdmitt btc 
JT XmI ^p^tafÄi, tnbem et ftc in bic einzelnen 
f I \ r $3ua)ftabcn ^erlegte unb baburd) Jjpoijbucb* 
ftaben juwege braute, wclcbc auf bic ocr= 
fdiicbenartigfte SSeifc aneinanber gefegt uno 
junt £rucfe ganzer unb oerfdn'ebcner 2Berfc 
bcnüfct »erben tonnten. 
Um 1 * ?al)r 1450 MJbcte btc ^oljfdmeibetunlt immer uoety bie 
$aftö bev 8u^bttt<ferfunft. Sünfjig 3al)re fpäter fdjelnt man 
juerft btc Äunjt angewenbet ju tyabcn, ©cmalbe in 

Clair-obscur 
burd) Slbbrücfe mehrerer $ot}ptattcn bar^uftetten. (Sin £ol&fd)nitt 
mit ber 3abrc^aM 1509 „ein «Jiacbtiagcr in (Sagten" ift 
du ®enre »on ßuca$ ®ranad| in ber angcbcutctcn %xt gemalt ; 
jwei anbere abnti^c oon £an$ Salbung (Mrün tragen bic 
3a^tcn 1509 unb 1510. — $icrauö getyt beroor, bafl ber 3ta= 
liener Ugo baßarpi biefe ßunft ntebt erfanb, wie man in 3ta= 
lien behauptet, inbem fein altefter Clair-obscur^ttcfy erfl bic 
3abre3jabl 1510 tragt. 

Stjre Ijb^fte Sölütbejeit erreichte bie £oläfdmetbetunft im 16. 
3afjrbunbert, unb bic berübmtcften Äfinftfcr, wcldje wir unten 
namentlich aufführen werben, übten bicfelbe. 

93om 3<*h* 1550 an verbreitete fid) bic 2lcfcfunjt unb ber 
Jhtpferjrtd) immer mebr unb mct)r, weil fte leichter $u erlernen 
war unb befbalb aud} mc^r 8cbüler fanb, wa« ben ®runb »on 
bem Verfall ber £oljfct)neibcfun|t bilbet 

2lm meiften Clair-obscur Stiche lieferte 2lnbtea$ &n= 
ber am, geboren 1540 juüJtontua, geftorben um 1623. — 2üt<$ 
$ einriß ©oltjtud lieferte atytlidjc platten naety eigenen 
äcidjnungcu. 



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Um'« 3a4t 1610 jcigt ftc$ bic $oljfc$netbcfunjt aU unter* 
georbneted $ülf$mittel ber ©ucfybrucfcrei. 

Söom 3aljr 172 1 an arbeiteten bie Ghiglanber, namentlich @ b u ar b 
JUrf all, eifrig an ber ©croollfommnung bed Clair-obscur=6tich*, 
unb arbeitete berfelbe nad) ben 3cid)nungcn ber renommirlcften 
italienifcben SWetfter. <£r benüfcte baju aber it)cilweifc aud) ben 
Jtupfcrbrucf , unb ift namentlich feine fcollection oon See* 
fUbten, welche er um'$ 3a^r 1724 nad> 3eid)nungen oon 28. 
»an ber $elbe herausgab, in Tupfer geftodjen, obfctyon er jxe auefy 
Slbbrücfe in Clair-obscur nannte, unb fte manchmal mit feinen 
wlrflidjen ^Blattern in Chiara oscuro oerwcdjfclt würben. 53et 
(enteren ijr ber ®runb fammt ben einzelnen hinten oon Holzplatten 
abgebrueft. 

2öeit beffere Sölatter al$ biefer lieferte fein SanbSmann So- 
jann 93aptift 3atffon, ber jwifdjen 1738 unb 1745 ju 
nebtg naä) 3ctcl}nungen oon Titian, Sfcintoretto unb $aul 23croncfe 
arbeitete. 

S3on biefer 3cit an f ommt e$ häufig oor baf ber ®runb, 
bie Draperien unb anbere £t)etle ber äcictynung oon |>oljft<>cfcn 
über bic Sonturen beä ^upferplattenabbrucfS abgezogen würben, 
unb arbeiteten in biefer Spanier namentlich Slrtbur *ßonb unb 
©eorg&napton in ben 3^ren jwifä)en 1730 unb 1740 naa) 
©fijjen ber berühmteren Später. 

lieber bie neucjte ©efduchte ber Xolograpbie bcmcrft2l. $cn je: 
Die 3fylograpl)ie erreichte oorjugdweife in Gnglanb einen boben 
®rab ber 93oltcnbung. 2Bir nennen bier nur bie tarnen gear*, 
Slnbrew, Srown, X^ompfon, 2öatt6, Örcen, harter, 
SBhimper unb 3acffon. ©ei und Ijaben ft* ®ubt$ unb 
£ofel, $fnor unb ftitfchl oon Gartenbau) b. 3. unb 
oiele Slnbere einen wohfoerbienten SRuf erworben. 

(Sine 3cit lang fajien ©ngfanb ein SWonopol barauf %u be* 
ftfccn, #oljfchnitte ya fertigen. gab faum anberSwo, aU in 
Sonbon, getiefte ^otjfajneiber, unb bort allein wujjte man bie mit 
Ztxt oon mtyxn oereinigte £ot$fchnitte auf befriebigenbe 2Öei{e 
ju bruefen. (sie würben meijt ju ßinberfchriften , juweilen auch 
ju (SrbauungSbüchern benüfct. SSat)renb ber Dauer biefeä Monopol« 
matten bie Cfnglanber nur geringe gor tf abritte , benn bie 3«^ner 
fehlten jür (Fntwicflung ber Jhmft, inbem biefer Äunfowrig ben 
jjeichnern britter JUaffe überlaffen blieb. 

33iS jum Anfange biefed 3Ät)r^unbertd übten bie (Snglanbcr 
fafr allein bie £ol&fchneibefunjt; alle anbern Nationen liegen jle 
naftcju ganj unbeachtet. 

Wlit bem Abgänge beS franjöjifc^en JUiferreich$, wo ber 
wiebcrt)ergejtellte grieben ba$ 2lufblüt)en oon fünften unb SBfjfcn* 



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- 9 — 

fdjaften bcgünjtigtc, fd)cnftcn aud) in bicfem ßanbc geniale Äc^fc 
ber #oljfdmcifccfunft ilirc Slufmerffamfcit, unb eö ftnb namentlich 
franjofif^e töünftlcr, treibe wefcntltdjc gortfebritte bewirften. 
crfd)icnen aber erft fvatcr untfangreidjere illuftrirtc 2Sertc, j. 
ber „©tlblad" »on 3can ®igour im3ah r tS35, unb Mtbct 
biejj eigentlich bie erjte ittuftrirtc 9lu$gabe, welche in Jranfreid) 
erfducn. Untcrbejfcn ftnb fafl alle Älaffifer mit £ol$ftichcn nad} 
Betonungen oon ben erften Jtünjtlcrn herausgegeben worben. 

<Dtc franjofifchen £oljfd)nciber Baben übrigen« bie auf ben 
heutigen Sag in Ausübung ber medtanifdjen ßunft nod) ni^t bic 
^otltommenbett erlangt, welche bie engltfa^en «fcoljfchnciber au*= 
jeidjnet ©rjtere geben jwar fowo^l bic einzelnen giguron als ba$ 
ganjc ©ilb getreu wieber, allein ftc »ermogen ben ©cfammteinbrutf 
nicht lictöor jubringen , welchen man an ben £cnboncr ^oljfcbnitten 
bewunbert. SDie 3cidmungcn, wty* °° n Icftern gefebnttten ftnb, 
jcidjncn ftd} burdj grejjcrc £djarfc unb (Sauberfeit au«, unb nähern 
jtdj me^r bem (stablftiche. 5luch bruefen fte ftd) &M beffer. £ic 
fd)6nftcn bureb <f)o(jfa)nittc iUuftrirtcn 2Derfe crHcltcn wir burefy 
gemeinfame* ©irfen, inbem Monboncr #ol$fdmcibcr nad) ^artfer 
3eidmungen arbeiteten, würben j. bic 3"dmungen ju 

einem ber beften 2Scrfc, welche* bie ^oljfdmcibcfunft aufjuweifen 
hat, „$au|l unb 93irginte", fajt burdiauö in jjtanfrcich ent= 
worfen unb bann in ©nglanb in £ol$ gcftoa)cn. 

<Dcr Clair-obscur=8tich würbe febr öcmllfommnet »on ®. 
harter in ßonbon, wtwon folgenbed SEScrf bad befte 3fwgni§ 
gibt: „The pictorial album; or cabinet of paintings, for 
the year 1837. Coutaining 11 designs, executed in oü 
colours by G. Baxter. London, Chapman et Hall 4. u 

3n allen cimliftrtcn ßanbern ber 28clt finben wir bic 3fylo* 
graphit in unfern Sagen auf würbige SSeife vertreten, unb bürfen 
wir bei ben ausgezeichneten tfünfUern, wela^c ftch biefem Jfcunftjwcig 
^ugcwanbt baben, boffen , bap ftch ber £inn beä ^ublifümö für 
$ol$fdmitte ftets in gleicher Srifchc erbaltcn werbe, jumal ber 
stuften baoon ein fc^r wefcntlidjer ift. 



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ür biejcnigcn ßcfer, mlty fidj mit fr fit 
tfünftlern, bie ber $oljfa)ncibefunft 
wenigften« tbciüvcifc, wtbmcten , befannt &u 
maä)cn, laffen wir nun hin rine v Jltt fjablu 119 
bcr alten SWeijter, nebft Angabe ihrer wity 
tigfien «Runfiwerte in biefem 3weige' folgen. 
60 weit un« bief möglia) fein wirb, fügen 
wir biograpfn'fdje 9loti$en bei, unb lajfen 
barnad) eine Äufjafjlung ber neuen JtünfUer 
folgen. — 3uglri$ müjfen wir aber auf 
ben Untertrieb bcr alten 

unb ber neuern 

aufmerffam madjen, ba er nidjt blo« barin befielt, baj* man nad> 
einem neuen, fremben 9lu«brucf faffye, fonbern in einem ganj 
anbern betrieb biefer äunft ju fua>n ift. 

<Da« SEÖort £ol$fdjneibcr namlidj fann in neuerer 3eit 
au« bem ©runbe nicht mcfjr genügen, weil man ba« ©üb niä)t 
me^r in ba« «ßolj fcfyneibet, fonbern c« graoirt. £ic 
^Benennung #ol$fä)ncibcr rü^rt batycr, bajj man ba« 93ilb früher 
mit bem Keffer au« bem $ol$ fdmitt, wa^renb e« jefct mit bem 
Stichel graoirt wirb. £te Benennung $ol$fd)nitt ift alfo fÜT 
imfere3cit eben fo unpaffenb al«$ol$fd)neiber, wir müffen fie 
»iclmcbr, wenn wir un« richtig au«brücfen wollen, $ol$gra= 
ȟre, unb Diejenigen, weldje fic anfertigen, #ol$gra*>eure 
nennen. SEiefe ^Benennung bürfte aber gar häufig 2krwecb«lungcn 
mit unfern gewöhnlichen ©raseuren herbeiführen, be^r)atb 
wollen wir un« ber ebenfo paffenben al« bejctdjncnbcn gried)ifd)en 
^Benennung Xölograph/ b. $ol$ftedjer, unb Xylographie, 
b. i> 0 1 1 f ä) n e i b e (ft e d> ») f u n ft bebienen. <Die $oljblatte felbft, 
au« welcher ba« S3ilb geftodjen tft, fowie bie 9lbbrücfc bawn, 
nennen wir füglic^er $oljftidj al« — $ol$fdjnttt. 



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» 

- 11 - 



te S^vograpfrfe ober 33udjbrucferfunjt ifl 
jwar nur eine Softer ber afylograp#e, 
tat fty aber babura), baj? fte jur 93er- 
»ielfaltigung ganzer SBerfe unb jur 93e* 
lebrung, Erbauung unb Söifrung aller 
Staute bient, fo mächtig gemadjt, bafj 
erflere nur i noa) ald eine Wienerin ber . 
lefctern erfebeint, unb jwar ald oeryerenbe 
Wienerin. £>cr ^ol^ftid) wirb r*on ber 
58ucf)bru<ferfunffc bejjbafb fo bodj gefebafct, 
weil man ibn bequem in ben <Safc einfefcen 
unb mit bemfelben abbrutfen fann. 2>er 
$oljfd)nitt ifk oor ben grapbifefycn fünften burd} eine tiefe ßraft 
auägejeidjnet unb ift namentlia) baju geeignet, ben grellften ßon* 
traft ya bilben. (£r wirb nie bie bobe SMenbung unb «&ar* 
monie beä ©tafelfhd^ erreichen, bie ßimen werben nie fo tJoUfornmen 
fein unb bie 3üge cineä Portrait« nie fo treu geben: wogegen er 
aber anbere nidjt weniger l^od} anjufdtlagenbe QJortfyeile bietet, weldje 
barin befielen, baf er burdj (tariere Äontrafte fdwrfere Effecte 
beroorbringt unb babura) mebrßeben jeigt; bann »erjtattet er eine 
faft unbegranjtc SÄenge wn &bbrü<fen, wobureb er febr billig wirb, 
unb fieb namentlich &um 3Uujftircn »on Sßoltebüdjern , tedjnifdjen 
Triften u. bgl. eignet. 



9lu$ biefer ©efdnebte ber SBuebbrueferfunft wirb ber geneigte 
ßefer entnehmen, bajj bie $ol$fdmeibefunfi eine practifdje «ftunft i(t 
unb bem Jöudibrucf in immer größerer SSidrtigfeit bienen wirb. 
$)ie neuem Slnforberungen, namentlich bie illuftrirten SBlatter, tyabcn 
eine große 5lnjabl oon Jölograpfjen gefdjaffen, ober mit anbern 
©orten, oiele junge fieute jinb für bie Jnlograpbie benimmt wer- 
ben, weil biefe Äunft ibren Jüngern ein anftanbigeä Sluefommcn 
fieberte, wa$ im anbern Sali nidjt gefe^eben wäre. Äu6 eben biefem 
Örunbe aber werben bie greife für rfrlogra^ifaje Arbeiten immer 




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met)r ftnfcn, wogegen bte Äunft in tcd)nifrf>cr SBcycfcuitvj eine immer 
gr&fjcrc SÖollfommcnbeit erlangen wirb. £ic £tattfpnunenbeit wirb 
aber in furjer 3cit ba&u führen, bajj man ju oielcn Arbeiten 
$oljfa)nitt in 2lnwcnbung bringen wirb, §u benen feitber £tablfHä> 
ober iMttwgrapbic biente, wcjjfyalb 3fylograpfyen öorau$fid)tliä) nidjt 
»erlegen um tfyr 2lu$fommcn fein bürfen. 

2lu$ biefem ©runbe tyabcn ftefj aua) oiele tfünftlcr anberer 
3»eige oeranlajjt gefeben, oon ifyrer erlernten ßunft abjufteben unb 
jur $>ol$fdmeibefunft überzugeben, für wclcbc wir nia>t umbin 
lernten, f)ter einige SEBinfe t>oran &u fenben. — tiefer ^dprttt ift 
nur bann gerechtfertigt, wenn einige £iebe jur #ol$fdmcibefunffc 
»orljanbcn ift, weil er bann oon guten Solgen fein wirb. Um 
ein #oljfdmeiber werben &u tonnen, muf? man fid} juerft einige 
gertigfeit im©raoiren aneignen, unb wirb ber £ol$fdmitt baber 
bem ßupferftedjer weit leichter als bem Jtupferafcer; ber ßttbograpty 
lernt ftc fdmeller, welcher bie ©raotrmanier übte, als ber, welker 
Wo« auf ben (Stein fcfyrieb ober jeidjnete; ber §tat)lfied)er tyat 
gar feine Vorbereitung baju, weil er blod afct, wogegen ber (Etenv 
pelfcfyneiber einfad) feine gewohnte Spanier fortjufefcen braucht. 
9lUe, welche fid) nur auf bad 3eiä^neh ober Sftabiren oerfteben, 
inüffen oom Anfang an lernen, wie jeber Slnfanger, bodj wirb ein 
tüchtiger 3«<^ncr weit fd)nellcr jum 3tele fommen, als teilte, welche 
nur mangelhaft jeidmen. @d i(l baju eine leiste unb bod) fefte 
$anb erf orberltdj ; wer fte ntdjt hat, fommt fajwer jum 3\tl 3n 
Metall tft beffer graoiren, ba ed f efter ift, unb man im $ol$ 
leidster ausführt, e$ ftnb befbalb mancherlei <8ortt)eile nötbig, 
welche nur buret) Uebung erlangt werben fönnen, bie man bie 
üidjter orbentlidj ^eraudfe^neiben fann. 

©enaue Äcnntnifj beä *ßreffenbrucfS ift bem ^nlogra^en un= 
erlaßlia) nötyig, fonft wirb er nie am rechten Drte 2ßeid$eit unb 
&raft anzubringen wiffen, wie wir ed bei unfern größten Äirnfi- 
lem, wiejtrctfd)mer*) u. 9t. ju fetyen gewolmt ftnb. 4>ie$u geböTt 
allerbingfl eine befonbere Neigung, allein ftc ift unerlafjlid) nervig, 
wenn man ein tüchtiger Xologra^t) werben will. 

$)ic folgenbe Ueberftcbt ber alten unb neuen ÄünfUcr fammt 
ben wiä)tigften ibrer rologra^if^en ©rjeugniffe foll bem fiefer 
einen Xlcberblicf über bie gefeierten SHamen gefahren, welche 
in früherer 3eit ber £ol&fchneibefunft wibmeten, unb welche ftd» in 
unfern Sagen berfelben Eingeben. 

*) <£tne fetner gclungenften Arbeiten tfl wofcl ein 3cfu*~ mib 3J?a- 
bonnafopf in ar. 4° tn bem SBerfe „Scrfer, grof e tUufrr. ^eiligen - Vc« 
genbe" mit 1000 $>olif$mttcn. 1851 



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— 13 — 



»crüljmtc alte SÄetfler in bet ^oljfcftnetbef unfl 

uut> tfcre ätterfe. 

fjane ßurflhmatr. 

£)iefer äünftler arbeitete noa) ganj frei oon bem itatienifc^en 
(Sinfluffe unb lieferte fet)r mete Silber ju iUuftrtrtcn Startet!, oon 
wcld)cn er aber einen großen Ztyii blo$ auf £olj jeidmetc unb 
oft burd) minber geübte £anbe auöfübren lief. $ro| bem geboren 
biefe Arbeiten immer nod) ju ben guten ; waä er aber fclbft fd)nitt, 
fann ju ben i>or$ügtid)ften ßetftungen in ber £ol$fdmcibefunjt ge- 
jablt werben, benn bie 3fi^nung ijt rtdjttg, ber ©djnitt jtraftig 
unb fd^arf unb oerbient SJkdjafymung. 

SBurgfmair würbe geboren $u 3lugöburg im 3a$r 1473, 
geftorben ebenbajelbft im 3afyr 1529. 

Sftarimiltan I. unb SKaria oon S3urgunb gebort ju 
feinen fdjönjten Sölattern. ©eine üftabonna mit bem ätnbe 
ift ein ^errlidje* JBlatt ooll italienifa^er Slnttünge. 

furu0 Cranadj fcer Äelterr. 

Diefer aua> aU OMer fjodjbcrübmtc üfteifter lieferte Blatter 
im ^oljfa^nttt, auf weläe bie äuujt mit Dtedit ftolj fein barf, benn 
fic finb fowotjl nad) ber 3«d)mmg, ald in ber 2lu$fübrung aU 
ungemein gelungen ju bejeidmen, unb maa^en bie Aufgabe ber 
$oljfdmeibefunjt flar. 

£uea$ Granad) warb geboren $u Äronad} im SB amber giften 
im 3a^r 1472, unb ftarb in SBeimar im 3abr 1553. 

©eine befannten bejten SÖlatter ftnb: (Sfyrifhid unb bie 3a- 
mariterin am ©runnen ((£»ang. 3obanne$ 4. ,Rap. 13. unb 14. 
Söerd); — bie 3Uuftrationen jum 20 ittenberger £e*iltfl= 
tbumabudje (1509). — 9tta)t minber bead)ten6wertb ijt ba4 
SÖlatt: „;Ruf>e ber fyeil. Samiltc", weldjeS ju ben fa>6nften 
beutfdjen Glairobd euren gehört. 

Tu bvUäi\t>ifd)e&d)iilc fca^lt fyutptßtytty folgenbe SKetfter: 

®l)ealK0r t>e 8rat) f 
geboren ju <>arlem; geftorben in Trabant 1680. 

tlembranM nun ßtjn, 
geboren in ßeöben 1606, geftorben in 9lmfterbam 1665. 

£)ent>rtk ^oÜhuö, 
geboren 1558, geftorben in $arlem 1617. 



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- 14 - 

f ucaö oan jfrt)tim f 

geboren in Serben 1494, geftorben ebenbafelbft 1533. ßteferte 
t>or$üglidy £ol&fd)nitte, oon benen „Sltyab unb 3fcbcT befonber* 
berubmt ift. 

^braljam ßlömärt 

lieferte namentliä) eine pradjtwtte „Wl a b o n n a m i t b e m St i n b e*, 
unb war geboren &u©orcum 1567, geftorben juUtredjt im3a$r 1647. 

Johann ftoens, 

geboren ju Serben im 3^r 1607, geftorben $u Antwerpen 1663. 
iöon biefem «RünjUer, welker jur boüanbifdjen Sä)ule geborte, jinb 
fünf £oljfd)nitte befannt, unb jwar: Sföannlidjed 33ruftbttb, eine 
Kanbföaft, Coto'« iörubermorb (bcdjjt feiten); ein weitered S3t(b ift 
nadj $i$ian, unb ba* noa) weitere, gtetd) ber ßanbfc^aft, Cam'* 
U?rubermorb k. nadj ^embranbt. 

2lu$ ber t ta Ii entf $ cn Sattle tyaben wir junaa^ft 

©tonanni ßattifla Cortolano 

aufjufübren. (5r warb geboren $u Bologna im 3abr 1589 unb 
ftarb ebenbafelbft im 3a$t 1649. — Sir fyaben oon tym ein 
Portrait b e $ 9tt e b t f u 3 gortuniud i c e t u $ aus ©enua, 
baß fict) burdj tyerrltd)cn, fraftigen ^ct)nitt auäjeidjnet. 

Kirolo öalbrini 

warb geboren um ba$ 3a^t 1525 in $icen$a, unb fennen wir 
* »on ümt namentlich : SRufye ber Ij eil. Samtlie auf ber&Judjt 
nai| 21 eggten, nac$ einer 3«tfjnung *>on $i$ian. 

ironrfßfo JHa33ölt 1 genannt Jl. JDarmrgfjtano ober 

jfarmtf Untnir, 

geboren im 3ä^ 1503 in *ßarma, geftorben 1540 in (Saflal* 
maegiore, gehört ju ben auSgejeidjnetftcn ttatiemfdjen «fcoljfdmeibern. 

£xa £ rnnef sco Caionna 

lebte am ©nbe be* 15. 3abrbunbcrt$ , unb ift befannt bura) fol= , 
genbe* berühmte £oljfd)nÜtbud} : „Der Slnonömu* ber 
nerotomadjia ober ber Sraume br$ *Po lip^ilu«." 

ttncb bie flämlättbtf4>e ®cf)it(e oerbient aUe ©eafyung, 
unb Ijat $ol$fd)neiber erjten JRangeS aufjuweifen, wie: 

ttl)rt|t0|>l) Sfflljer, 

in 2>eutfd}lanb geboren, lebte »on 1620—1660 in Antwerpen. 



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9lu« bcr frattjafffd^en <2d>ulc oerbtencn namentlich <5r* 
»at)nung: 

JRaria Irr Iftelitn, fiäntfltn nan frankreid), 

geboren in glorenj 1574, gejtorben ju (Soln 1642. £iefegürjtm 
liebte bie &unft febr unb übte fie auf geniale Seife. Str haben 
*>on ihr hauptfachlich : „Samcnbü ftt", ein prange* SHatt. 

•ernarfc SaUntün, 

. genannt 

Le petit Bernard, 

gab eine mufterbafte SMlberbibcl berauß, unb erblicfte ba« Steht 
ber 5öelt &u &;on im 3aht 1520; ftarb cbcnbafelbjt um*3ahr 1570. 

£>er beutfötn <2rf)ulc geboren außer ben im Eingang 
Slufgcjablten oorjügliä) an: 

fjano §olbcin fcer Jünger*. 

tiefer große üflann beutfdjer Jtunjt warb geboren ju 2lug$* 
lutrg im 3ahr 1498 unb ftarb ju Sonbon 1554. Ctranmer*« 
&ated)t$mu$ (ßonbon 1548) ijt oon ibm burd) 5 Silber auf eine 
unoergleichlid) fd)öne 2lrt illuftrirt. (Sö ijt in neuerer 3eit ein 
SBieberabbrucf baoon in (Snglanb erfc^ienen aud) oerbient nament* 
lieh noch folgenbeä 39ilb (Srwa^nung: (S^riftud treibt ben 
Teufel aus, nach ber Sibclftclle ©oang. et. Sföarci 5. Jtap. 7 
unb 8 33er«. 

$olbein betrat früh baS ßanb ber ^Portrait* unb fünfte, unb 
liebte ben ©rabfticfyel nicht, »ogegen ihm ba3 ©c^neibemeffer fet)r 
treuer »ar, wa$ ilm jum ooüenbeten plaftifchen Jtünftler machte. 

(Seine bibltfchen SBiloer geboren gleichfalls ju ben au$gejei<h s 
netften Arbeiten, unb i|t baoon ber ©ünbenfatt außerft feiten. 

3u bem größeren lobten tan $ lieferte er gleichfalls auel* 
gejeiebnete Arbeiten, oon welken nrir bier nod) befonberä bad 93tlb 
„$)er Gramer" anführen, welches fchwcrlich fehöncr unb fdjarfer 
gemacht »erben tonnte. 

gerner lieferte er ba& berühmte fcobtcntan^SUpbabet, 
ba* 23auern*$llpbabet • unb ba* Äinber^lph^bet, 
nämlich : 

1) 2)te (Spieler, an« bem Sobtentan^&lpbabete; 

2) Ungejogene dauern, au« bem Sauern=2llpbabete; 

3) SWuftcirenbe Säuern, aud bem ßtnber*2llpbabete. 
SDtc beiben ledern rühren vielleicht oon ßüfcelburger ber, 

inbem fte auf tfunftblattern be<5 Ä. tfunjt *£abinet* in 2>re«be* 



beffen tarnen tragen. — (Bin unoergleichlich fdjone* fctatt oen 
ihm ift: „ßraömu* mit bem Senninu*." 

fRtdfarl tDoJ)lßcmuilj. 

£iefer »erbienftootle #ol$fdmeiber war ber ßebrer oon 511= 
bredjt $)ürcr, unb lieferte fowobl in S3e$ug auf reiche (Soro- 
^Optionen al$ geiftooller Schnitte ausgezeichnete Arbeiten, welche 
ju finben finbim „Sdjatjfcebalter ober Schrein berwafiren 
sReicfyttyümer be$ $eiU unb ber ewigen Seligfeit/ 
Nürnberg, 2lnt. Jfcoberger, 1491, in golio, fowie in ber 
ScftebeTfchen ober Nürnberger (Sbronif oon 9W. 2Bot)l* 
gemutlj unb 28. ^ßleoben wurf. — ©r erblicfte ba$ 2id)t ber 
Seit im3abr 1434 ju Nürnberg unb ftarb l>oa)betagt ebcnbafelbft 
im 3a^r 1519. 

Uro ©raf, genannt CSamperlfin. 

tiefer ükbrer oon <£>olbein gebort ju ben auSgejeidjnetftrn 
gorm= unb «&ol&fchneibern , unb lieferte er bie fünftlid) feinften 
£ol$fchnitte, tbeilweife mit fcfcwar&em (9runb unb lichter 3eidmung. 
Sein ^Styramuä unb 5£bi$bc fteben SBurgfmatr unb &ürer taura 
and}. SLUele oon feinen 3etdjnungen würben oon anbern #ol$fd)netbern 
nacbgefd)nitten , unb tbeilweife oon febr ungefdjicf ten Rauben , wa$ 
febr &u bebauern ift. (5r warb geboren um'ä 3at)r 1470 unb 
ftarb 1530 in Jöafel. 

fjeinrid) %lt)t%Tti>tT. 

Geboren in *ßaberborn im 3abr 1502, geftorben ju Soeft 
1562. — finb oon biefem SHeifter nur wenige ^Blatter auf 
und gefommen, biefelben finb aber ausgezeichnet fcfoön, unb oerbient 
namentlich $PnramuS unb £fyiäbe, jejjt in ber St. St. £of= 
bibliotbef ju 2Bicn, (S*rwat)nung. — tiefer ^ünftler ift zugleich 
Verleger mehrerer Sdjriften. St. Barbara ift gleidtfallä ein fc^r 
beaebtenöwertbeö 9?latt biefed «ftünftlctä ; flc ift bargcftellt, wie fie 
fid) von ibrem $atcr oerurthcilt, im Werfer bejinbet 

fjano HDad)tItn, genannt JHlgrim. 

2>iefer faft unbefanute Jtünftler ift ein Sd)ülcr be* altern 
$olbein, unb oerbient namentlich fein 93latt „«Ittaria öerfün* 
bigung" unfere SBcwunberung. (Sr lebte um'd 3cfyx 1510 in 
Straßburg. 

£)ans frantyarb Sdjäufflctn ober Sdjtnftixn. 

$>em Nange nach ber britte oon ben SDiciftern, welche ßaifer 
3Har mit bem ^oljfdmitte befestigte, $r erblicfte bad ßi^t ber 



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. - 17 - 

©ctt im 3abr 1490 &u Dürnberg, unb ftarb 1540 ju Erblingen. 
— ©in fc^onc* SBtatt ift: „et. Serontfa", welche* fuj> in fol* 
genbem SBüctjlcin pnbet: „ßbrtftlidje Sermanungen wie bic oor 
ber Seicfyt, Kommunion unb ^rebigt ju SRegenäpurg in berSRcwen 
$farr ber (fernem bffentltd) t)erjulefen wirben. 
9(egen$purg burdj 3ofyann Jöurgcr 1573 in 8. 

Ijans 6aiiJung t genannt ©rein ober (Srurn. 

tiefer Jtünftler gefrört ju ben erjtcn $oljfd)netbern £eutfä> 
lanb*, unb jeugen alle feine 2Berfe »on ber großen (Sidjerbeit in 
3eidmung unb t>on einem fo fcfyarfen, $armonlfct)cn Schnitt, bafc 
er in feiner 2lrt nicf)t leicht ubertroffen werben fann. (Fr warb 
um*« 3abr 1475 ju ©0)wabift^ ©münb geboren unb ftarb im 
3abr 1552 ju (Strasburg. (5in fct>r bcadjtendwertbc« 93latt oon 
ibm ift: St. (Slifabetlj, ßanbgrafin »on Düringen; cd 
befinbet fidj in ©ailer oon ßaiferöperg'« ©eiftlicfyc spinne* 
rin. 2lug«burg, 1510. golto. 

(Sin nidjt mtnbcr feböned Sßtatt ift: $)ie SWutter ober bie 
Äinbcraue, weld)e$ S3iib beffen Stiftungen am beften oeran* 
fa)aultdjt. 

, *)an* Sebald 0e!)am. 

tiefer Jtünftler gebort ju ben beften £ol$fcbnetbern , wenn 
gletcb feine bibltfcben Silber tfyettweifc nur 9tacbabmungen ber be* 
rübmten £olbctmfd)cn Söibct finb. 2Dir machen oon feinen Schnitten 
namentlich auf fofgenbcd Silb aufmerffam: 8t. fföattbauS ber 
(Söangcltft, weldjeä bie Äunftfcrttgfeit bfefeä SföcifterS am beften 
bartlmn wirb. — (5? warb geboren ju Dürnberg im 3^r 1500 
unb ftarb 1550 ju granffurt a. SK. 

ütrßütuö S0U0. 

2lu* ben biblifdjen Silbern f>eben wir namentlich ein berr* 
ItyeS Statt biefe* 3>cetfter«: „®ott f Raffet bie er e" $er* 
»or. <$r erblicfte ba* fciebt ber Seit im3abr 1514 &u Dürnberg, 
unb ftarb im 3af>r 1562 ebenbafelbft. — 2Jc\ Ouab oonJUn* 
cf elbaeb fcfyon fprtdjt ftdj in feiner „SDeutfcfyer Nation «& cr- 
ligfett" wie folgt über biefen Äünftler aud: „(£r war cinSRann 
etned fo öotligen unb fiberflüffigen öerftanbd ba$ ju oerwunbern 
ifl wie ibm mog(ia) gewefen in fo furjer lebjeit ein folet)' un= 
glaubliche jall fünft ftücfer allein ju ftguriren. 3d) gefc^weig au$= 
juftecfyen, fonberltd) weil ict) ocrftet)c ba$ er ein guter £eutfcbcr 
3cd?brubcr mit gewefen fei. 3n ber (Sil ju inoentiren, (teilen unb 



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- 18 - 

jeidmen, ift fein« gletc&en ntt gewefen, im (ifcen Ift er aber xtim 
unb fertiij geweGt, bic Seintgfett in £olfr hat ibm feiner »orge- 
getban, aua) naa) ihm btd noch ju feiner fommen, ber« ihm $ici<b 
gethan habe." 

Sobft Amman. 

warb biefer Äünjtter im 3ah r 1539 ju 3üri<h geboren, 
er ftarb 1591 ju Dürnberg. (Sr gehört ju p ben befannteften 
gormfehneibern, unb fagt ÜÄ. Ouab oon tfincfelbach über tbn, 
ba§ er bem tteben mehr ate alle feine 3«t0cnoffen gefolgt fei 
«Bon feinen oielcn befannten ©tattern fübren wir aU $robe an: 
ßbrifti $ropt)e&eihung ber 3erft6rung 3< rufalem«, 
welche* fid) unter ben „ftiguren ber (Soangelicn" finbet. 
Um biefelbe 3eit lebte auch • 

£obtao Stimmer, 

ein bod>gead>teter $ol$f<hneiber, geboren ju 3d>afbaufcn 1534, ge* 
ftorben in Strasburg um baä 3at)r 1585. ör lieferte gelungene 
MMiftyc Silber. 

SLlbredjt öürcr. 

£iefer grofje üBeifter, oon bem wir eine umfajfenbere 5Mo* 
grapbie geben wollen, benähte $u feinen feclmoollen Jiunftwerfen 
faft jebe* Material, oon weldjen ba$ $ot$ nicht ba$ unbanfbarfte 
war. 3n feinem großen $ol$fdmittwerte ftnb nur wenige glatter 
oon ihm fclbjt gefdmttten, oon benen er fclbft bie Titelblätter feiner 
„brei großen Bücher" beoorjugt. 28ir fübren namentlich 
oon it)m auf: „St. 3ot)anneö fajrctbenb unb bie 3ung= 
frau mit bem göttlichen Jtinbe", Titelblatt jur Cjfenbarung 
3obannt$; w 2Me3ungfrau mit bemäinbe an ber ©ruft*, 
Titelblatt $u bem ßeben ber 3ungfrau 9Karia; „$ie 93er fpot* 
tung 3cfu <Sh*tfH", Titelblatt ju ber großen $affton; „Der 
lciben*oolle <$httf*ud", Titelblatt jur «einen ^affion , wo* 
oon man bin unb wieber Kopien fef»en fann, welche freilieft ba$ 
oollenbetc SRufier nicht erreichen. 

gerner oerbienen oon biefem SWeifter ©rwabnung: „St. 
®corg", „$ad Äinber *2Hphabet" , mit ben fmnrcidiften 
©enterten Shicbjtaben. 

Sllbrec^t SDürer warb in Dürnberg ben 20. 3M 1471 ge* 
boren, wo fein 93ater ein angefehener ©olbfchmib war unb feinen 
Sobn in ber gleiten Äunffc unterrichtete. 3m 15. 3<*h* c ^attr 
er in biefer Äunft feinen Sßater fd)on überbolt, wejjbalb er jia> 
ganj ber Malerei wibmete unb 1486 ju ÜÄaler 2Bot)lgemutb in 
Dürnberg in bie ttebre fam. 93ri bemfelben lernte er ba$ 3eidmen, 
flÄalen, tfupferjtechen unb £oljfchneiben. SÖon 1490—92 machte 



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- 19 - 

• 

ct dnc fteife burd) SDeutfoManb, bie mieberlanbe, bir <5d>weij, uno 
febrte über «Benebig nad) Dürnberg &urü(f. 3e$t t>ere$clid)te er 
jio) mit einer $od)ter be$ gjeed)anifer* |>an$ grifc, fattc babet 
aber ba* Unglücf, eine janftfay, geizige grau &u befommen, wetdje 
tym ba* ßeben oielfad) »erbitterte unb wohl wefentltd) ju feinem 
frühen $obe beitrug. 1505 ging er abermalö nad) flßenebig, erntete 
bort grofjen 9iubm, unb fetyrte erft nad) einem 3abr wieber nad) 
Dürnberg jurücf. S9a(b war fein Sßame in allen cioilifuten £an- 
bem befannt unb gefeiert, fo baj; feine 3Reife in bie SRieberlanbe 
1520 einem £riumpbjuge glid). Qtv war Hofmaler ßatferd 2Jca= 
rimilian I. unb Äaifer* Jtarl V., unb erhielt oon bieten ©rojjcn 
unb 2Rad)tigen ber (*rbe $ewcife ibrer ©nabe unb ibrer &d)tung. 
(Sr ftarb 1528 allgemein betrauert in feinem 57. 3abre. 

£ürer*6 93erbicnfte um bie Jtunfl fmb unfd)afcbar, unb ift er 
c* namentlid), wetd)er in <Eeutfd>lanb juerft bie Regeln ber $er~ 
fpectioc unb Proportion nad) matbematifd)en @runbfafcen lebrtcf 
er afcte juerft mit 8d)eibewaffer aufßifen unb SÄefftng; er bruefte 
juerft bie #ol$fd)nitte mit jweterfet garben ; er erfanb eine glaferne 
Äopirmafdnne, unb brad)te bie 3ridmcn- unb 2Ra(erfunft »ermöge 
feiner großen tfenntniffe in ber Sföatbematif in ein fcrmlid)e$ 
<£i>jtem. 31U Portraitmater war er un»ergleid)lid) , unb aud) aU 
£dmftjteUer tyat er fid) namentlid) burd) feine matbemarifd)en 
Arbeiten einen blcibenben SRubm erworben. (Seine Jtupfcrftid)e 
ftnb md)t weniger gefd)afct, a(* feine ©emalbe. 

Unb tiefer üftann mit feinen oietfeitigen Jtenntniffcn unb 
Talenten, biefer üHann mit feinem «HMtrufwt bat eö niebt oer* 
fdnnabt, fid) ber $oljf (ftnetbefunft ju wibmen, ja fie 
mit Vorliebe ju treiben. (*r bat barin aber aud>, wienidjt 
anbere* &u erwarten war, au$gc$eidmete$ gelctftct, unc fteben feine 
Arbeiten in ber £ol$fdjnetbefunjt beute nod) unerreid)t ba, 
obgleid) bie Xslograpbic unferer$age ganj Stnbere* unb <0oü* 
fommencre* leiftete. (seine $ol&fd)nitte fmb ungemein frafttg 
unb in ber 3«^nung oollig eorreet. 

Äaum minber berübmt ift 

fjane $olbrtn f 

ber 3Äaler unb gormf (^neiber, oon beffen Arbeiten wir bic 
wid)tigjten fdwn oben angeführt fyabtn. Qtx war geboren 1495 
in Sluge'burg, unb ift ber Sdjüler fctneG JOater* 3»banned #o(betn. 
£dwn in feinen Änabenjabren erwarb fid) «&an$ burdj feine Äunft^ 
arbeiten Wubm. Um biefe 3«* jog fein $ater nacb JBafel, wo 
er bie S3efanntfd)aft oon (Sra$|mu* mad)te, ber eben fein „Üob 
ber Warrbett 1 ' bruefen Uejj, woju $an& bie berübmten $oty"Anitte 
fertigte. $cibc fdjlojfcn einen greunbf^aftöbuno, ber fpater für 



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- 20 - 

Jfwlbein eine 59rü(fe na<$ <£nglanb würbe, aU er ftcb seit fetner 
befen grau febr gequält fab. Der Äanjler fRoru* (teilte tbn 
bem äonige Heinrich VIII. t>on fcnglanb wr, wetyer in 
feine X ienfte mbm unb ungemein boebfebafcte. 

Gr bat atfl TO a U r , wie aU Sormfdjneiber ©eltrubm , unb 
gab er fdjon oor feiner 2lbretfe nadj (£ngtanb eine grofje 2 a mm 
lung ((einer #ol$fd}rritte heraus, bie ibm einen fe leben 9lamen mad)tc, 
bafj er eine 2Raffe Auftrage auf «fcol&fdmitte erhielt, lötete feiner 
©emalbe jeidmete er im Jtleinen unb fdmitt fie in #ol$, namentlich 
feine ®ematbe $ü bem berübmten Sobtentanje,*) welche 4>o(^ 
fdjnitte \u ben größten Sföeiftcrftüden biefer Jlunft geboren. 5lucb 
»on feinem in Söafel gemalten SBaucrntanj lieferte er £o(j 
fdmittc , o$n benen jebceb Äbbrüde febr feiten geworben jtnb. 90 
Heinere SBlatter r>on ibm fteflen biftorifcbe,Scencn au* bem alten 
Seftamentc bar, bodj ftnb biefelben weniger ooüfommen auflgefübrt 
aU ber £obtentanj, inbem bie giguren ^aupg falfcfy gejeidmet fuib 
unb eine gezwungene Stellung ^aben. $olbein jtarb 1554 an 
ber $eft in Bonbon. 

$em betitfa^en Stamme niebt angeborenb, jebodj al« einer ber 
großen SNcifter ber beutfdjen ^unftf^ule baftc^enb, mujj 

furttö uon jfrnben \ 

naber r>on un« betrachtet werben. <§hr erblicfte ba$ 2ia)t ber SSM 1 
im 3afyr 1494 ju i'cöben, erlernte bie SKalerei juerjt bei 
feinem Söater $ugo 3^!obd, bann bei Gorneliu* Angei- 
fere dj t , unb lieferte r>on feinem neunten 3<tbre an 3«dmungrn 
unb Silber, wcld} Kenner mit S3ewunberung erfüllten. @r ift 
übrigen* mefyr al$9Jcalcr unb $upfcr|techer, benn aU #oUfdmeiber 
befannt, ba er fid) jenen Sägern mebr wtbmete, obgleich wir auch 
#ol$fdmitte t>on ifmr baben, bie billig unfere S3ewunberung er* 
regen unb mit $u ben beften geboren. ©rfchtofj mit ben berübm- 
teften Äünftlern feiner 3«t, namentlich mit i)urer unb ftnbern, 
innige Jreunbfd^aft , unb jtarb 1533 wafyrfdjcinlid} in Solgc r>on 
©ift, wel^cd ihm eifcrfüd>ttgc Jtünftler auf einer Jfcun|tretfe, bie 
et burd} glanbern machte, beibrachten. 

*) Qir Dnginaläeicjnungen baju befmben. ff* auf ber ©tabtbibliot&e* 
ju Bafel. 



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- 21 




in jebertfünfHer muf? e$ jur Aufgabe 
machen, bic 2Bcrfe alteret unb neuerer 
Äünfller genau fennen ju lernen unb fic 
$u biefem 3mdt ju ftubiren. Um bief 
tbun ju fennen, fübren wir biefclbcn Her 
in atyl»abetifcber Drbnung auf unb fügen 
jebcSmat ba* 3«*en bei, beffen ftd) altere 
Sföeifter auf ibren 2Bcrfen bebienten , ba* 
mit äunftler unferer 3eit biefelben ju 
würbigen vermögen, wa$ woU obne SBKt* 
tbeilung berfetben nur in fcltenen fallen ber gaü fein fönnte. 




Ä>oljfei)netbrr nebfl $ln$(ibt t&rcr <Zt(|naturett. 

31 man 3 oft, lebte im feajSjebnten 3a^unbert unb 
lieferte siele 3eia)nungen , beren fta) auch fpatcre üfteiftcr 
bebienten; befonber* fertigte er $oljfä)nitte ju ÜJcünfter* 
&o*mograpbic, gab Kopien »on 2llbrea)t SDürer berau* unb 
arbeitete nad> Virgil eoli*. 

Iipil 9lbr ab am be 33rüöc, würbe ju Antwerpen um 1530 
WmM geboren unb war ein ©dffiler bed berübmten Sranj 
m^glorid; er batte ein oorjügltaVö ®enie unb war Hub* 
$aber oon naeften ®cgenftanben , bie er fefyr gelungen jcidjnctc 
unb malte. 

BSD Stntonbc £rento war ein Xricntiner, geboren 1508, 
■SHcin 2rimlcr oon $armefano, er gieng fpatet naaj 
EKsS Sranfreia) , wo er unter bem 9kmcn ftantujji befannt 
ift. 3u Bologna ftabl er feinem ßeljrer ^armefano bic meiften 
3etdmungcn unb fluttete fu$ nad) granfreidV 

fllborfcr, 9llbrefy, würbe 1488 ju 2lltborf in Samern 
geboren unb wählte Diegeneburg &u feinem ftufenthatteort, 
wo er jugleid) Bürger unb 9lathSberr unb (stabtbaumcificr 
gewefen ift. ßr arbeitete weniger nach alteren SRciftrnt, fonbern 




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- 22 — 




bilbete ftd> eigene ffierfe. ©eine .fcotyfdjmtte fmb faft unnatf^abm» 
bar. (5r ftarb 1538 in 9tegen$burg. 

3lnbreani, &nbrea$, würbe ju SRantua 1541 geboren, 
bilbete ficfynacfy#ugo be ßarpi unb&nton beSrcnta, 
biclt fty gre&tentbeiU intern auf, wo er 1623 aud) ftarb. 
©eine SGBcrfe ftnb nidjt febr jablreidj unb belaufen ftd) ungefabr 
auf 30 ©tftef. 

SMoemaert, 51 br ab am, würbe $u(9orgum 1564 ge^ 
boren unb ctluctt feinen erften Unterrtdjt oon feinem ©atet. 
Öcr begab fia) febon in feinem fecbfljebntcn Jabre nad) Harte, 
um fidj bei 3o bann 93afft>l auäjubilben. 9)on ba febrte er 
in fein Skterlanb jurücf, arbeitete ju Utredit unb 9ln;ftrrbam, in 
weld> lefcter ©tabt er fein geben enbetc. (Sr l;tnter(ic^ eine 
wertvolle (Sammlung *>on ^oljfa^nitten. 

SBretfdjnciber, &nbrea$, fam 1578 in ßeipjig jur 
Sßclt unb arbeitete um 1640 bafelbft fefyr eifrig in £olj. 

93ofdi, #ierontmu«, lebte ju $rag im fedtejebnten 
Sabrbunbcrt unb gab fid) Ijauptfadjlidj mit öormfdmcioen ab. 

$)ürcr, 9tlbred)t, würbe ben 20. Sftai 1471 $u 
Dürnberg geboren, ©einen erften fünftlerifdien Unterricht 
erbielt er oon feinem 93ater, ber ein gef du' efter ®olbfcbmib 
*ar. 3m 34r 1486 fam er auf brei 3abre ya Wlifyatt 
©oblgemutb in bie Sebre, um bie Malerei unb gormfdjneibc* 
fünft ju erlernen. 3u feiner 9luöbilbung burebreiste icr 1490 
bt$ 1494 »erfduebene Zauber, öerebelicfyte ftcb nacb ben SBünföcn 
feines Sßaterd mit 2lgneS greö, weldje bie Cual feines Gebens 
war. <£r befa^log fein geben 1528 in feiner «aterftabt. (9ca!?erc« 
gefe Seite 18.) 

mt ncbenftef>enbem 3etdien finben fid> üielc £ol$fdmtttf, 
welcbc in ba« fünfjebnte Sa^r^unbert gcl)6rcn unb au« ber 
|©cfyule *>on £anä *>on ßüttid) ftammen. 

£iob Sflagbeburg würbe 1518 ju Unnenberg ge* 
boren, er befcfyafrigte fidj ttiel mit ©eometrie unb Sonett 
*>on ganbfarten, weldjc in #olj geftoa^cn würben. 

| 3o^ann Ovaria bc SBrcSjia würbe ju SreSjia 
lanno 1460 geboren unb gieng in ben ^armelitenorbcn ; 
tym »erbanft man »iele altere Sffierf e ber Sormfa^neibef unft. 

2llcriu$ Birnbaum war ein©d)filer 2llbred)t £>ü* 
terd, arbeitete ju JBafcl 1545 unb ftarb 1546 $u Dürnberg. 





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— 23 — 



SlugufHn SBenetud, würbe tm SSenetianifdjen 1490 
geboren, arbeitete ju glorenj unb ging 1516 nadj 3Rom, 
|wo er fid) biö 1536 auffielt unb' metyr alö 200 Äupfer* 
Ittdje fertigte. 




B 



SBaltbafar Senidjen arbeitete ju Dürnberg 1516. 
©eine ßupferfttdje fwb fetyr jablrcta) unb follen fid) auf 
300 belaufen 






3 ob. $apift granf, ber burd) feine fdwn geajten 
glatter befannt ift, würbe ju Ubine 1498 geboren. (Bx 

ging na<b dlom unb flubirte bicSerfe oon SDHAcf 21 n= 

gelo unb ftarb bafctbft 1580. 

*8ernbarb SDialpijji würbe 1547 ju üttantua ge* 
boren unb fott oerfdjiebenc #oläfd)nittc geliefert unb befon* 
ber« gotbif4e Lanier gehabt tyaben. 

£)tctrid) bc Söra^ würbe 1615 ju Antwerpen geboren, 
arbeitete bt* 1675 in $olj; fein «ßater war fclbfi WlaUx 
|unb Söürgermcifter. 

Söernbarb 3alomon, geboren 152Ü$ufit>on, berannt 
wegen bem fleinen gormat feiner Blatter unb 3ei dmungen ; 
jleiftetc entfdjieben 93or$ügltd)c$ in ber Xttlograpbie unb bc^ 
lonoerS ftnb feine 33ibel unb bie Doib'fdjen SSerwanblungen oon 
*8cbeutung. 

Steneaä 2Hcu0, aud) S3tjuö 3ßigbi genannt, war ein 
bcrübmtcr dlupferfiedjer unb würbe ju ^arma 1520 ge- 
boren, unb hinterließ eine (Sammlung oon mebr ald 500 
«?)oljfa>nitten. 

GbtifHan (Sgenolff, S3ud|bru(fer ju granffurt a. 
welker »crfdn'ebene Serfe mit £ol$fcfynitten berautfgab, 

fott felbft £oljfa^neiber gewefen unb im fcd)$$ebntcn 3<*br* 

bunbert gelebt baben. 

3afob granco würbe ju SOenebtg im 3abr 1566 
geboren; er arbeitete üict als itupferfredjcr unb finb feine 
|2ßerfe genügenb befannt. 

• 

ßonrab ©rablein lebte 1620 ju fietyjig unb »er- 
banft man iljm manage« gelungene *fi>erf in ber $olj s 
ftfneibcfunft. 

§icronimu$ Oflocetu* würbe &u Verona 1454 ge* 
in boren, war ein debitier son 3ebann 23cllino unb übte 
lUSfi^ befonber« in $oljfd)nitten in £ettbunfel. 




'15 





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CP 



(S^rt flopb Maurer, geboren ju 3ürieb 1558, war 
ber&ebülcr ferne* itoterd 3 oft ad, weiter ©(atonaler unb 
©elebrter war unb fta) bei Stimmer auSbitbete. ©r flarb 

&u Stntertbur 1614. . 

*Dcelebtor fiortdj ober ßorcfy genannt, geboren ju 
glen&burg 1527, erMelt ben erften Unterridjt in ber^unft 
ju ßübeef, ging fpater na* [Rom unb ßonjiantinopet, wo 
er fem s i)ictftcrwerf „bie Sünbjlutb" ausführte. 

$aul Kreuzberger (?) fott ju Dürnberg ju Anfang 
bed fiebjebntcn 3abrbunbert$ geboren fein unb ift burety 
feine Arbeit im 33ucbftabcnfä)neiben fefyr berühmt geworben. 

3afob $eriffin fott 1530 in granfreieb geboren 
worben fein unb gab ©cenen aud bem £ugenotten-.Rriege 

beraub. 

tfar ( 9Reoerbinu$, geboren ju $abua 1510, fott oiete 
£o($fdmitte geliefert unb in ^otyem Hilter nod) fxd^ biefer 
•Knnft gewtbmet baben. 

£ugo ba Garpi, geboren ju darpi 1486, wirb in 
falten für ben ßrfinber be$ £cUbunfel$ gebalten, wenig* 
ftenö war er ber erfte, welker biefe 2lrt in Statten auö= 
(seine beften SBerfe fmb ber JUnbermorb unb bie 2t b= 
mc oom Jireuj. 

ßbriftojpt) öan©td)em fott ju Stmfterbam 1550 
gewirft baben ; er war ein gebüler oon ©oljiud unb 
übertreffen feine £oljfd)nitte feine Jlupferfttcfye beiweitem. 

GbrtfHan SSHlljetm ©rnft £) ictrid) würbe 1712 
$u Seimar geboren unb war ber Sdjüler feineö $aterö 
unb 21. ^biele^; er arbeitete in£ot$ unb £ellbuntelmanicr. 

ßinbenmaöer war oon (sdjapaufen gebürtig unb 
tebte 1560—80 bafelbft, wo er ftd) meijten* mit SWalerct 
unb ^)otjfd)nciben befestigte. 



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(Sliaö ^orjctiiU würbe ben 3. September 1662 
&u 3jW in (Schwaben geboren, erlernte feine $unjt bei 
3afob (Snberlein unb ging nad) ber Schwei $ unb 3ta- 
lien. Sftad) feiner Oiücffc^r erlernte er bie SBucbbruefcrfunJl, bie 
it)m jebod) nict>t jufagte, wefjbalb er wieber jum gormfebneiben fidj 
»anbte unb aU tüd^tiger Sfletftcr 1722 ju Dürnberg geftorben ift. 

Sodann griebriety ®reutf>er, geboren ju Straf** 
bürg 1564, erlernte bie £ot$id)neibefunft ju ßuon, erwarb 
fid) einen großen [Ruf in granfrei <fj unb ftarb ju 9iom 1Ö38. 



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— 25 - 

griebrid) Sßeöpu« war ein gelehrter S8udibru(f er unb 
SJormenfdmeiber, er würbe 1485 ju^ermftabt in ©Rieften 
geboren unb ftarb ju Dürnberg 1535. 

Sodann ©rüntnger, $3ud)bruefer ju (Strasburg, 
lebte ju Anfang be* fed^jebnten 3^rbunbert« unb fott 
*>iele *o(jfd)nitte mit nebigem 3etd>en gefertigt $aben. 

©corg ©lotfcnton (?) war rin »orjüglidjer 3ttu* 
minifr unb lebte t>on 1492 bU 1553. 

©eorg ßang war gormenfdjneibcr unb SBrief maier; 
er lebte ju Anfang beS 17. 3<^rl}unbert$ unb iji fein 
Sftünjbud), welche* er fertigte, berühmt. 

©eorgßallcmanb, audj SWemanb genannt, fott 1641 
ju Ddnabrücf geboren unb ©emälbe für bie ßir$e &u 
SRanc^ gefertigt baben. (£x arbeitete aud) in £ol$ ju *Pari* 
unb leitete ntdjt Unbebeutcnbe« in ber gormfdmeibefunf*. 

®. SReni würbe $u Bologna 1557 geboren, war ein 
(Edjülcr be$ Dionöfiud (Saloart, er fhibirte ju 9Rom 
unb belaufen ftd) feine gefdmittenen Blatter auf 60<5tü(f. 

$ulbretd> 8rrblt<$ würbe §u flauen in ber2JHtte be« 
16. 3a Wunbert« geboren unb gab ju^öafel feinen $obtentanj 
mit $oljf(bmtten $erau«, bie er felbjt gefertigt $aben fott. 

©eorg ©<$arffenberg fd^nitt Diele Störte in aftro* 
nomtfa)e SCBerfc unb Äalenberjetdjen , er warb geboren ju 
©örlifc 1542 unb $ielt bi* 1574 &u granffurt auf. 

$an* 9t f per würbe 1499 ju 3ürid> geboren, bilbete 
ftdj naä) £an« $olbein unb ftarb 1571 ebenbafelbji. 

$artmann <§ä)ebel, Dr., würbe ju Dürnberg am 
13. Sebruar 1440 geboren unb (tarb bafclbfl 1514 aU 
eifriger SBeforberer ber itünjie unb Stjfenfdjaften. 

3af o b 2t nt war in (S8ln geboren 1504 unb rennet 
man Um niajt otme ©runb unter bie ©filier Sllbrecfyt 
£ürer$. 

$an* Salbung ©rün würbe &u ©münb 1476 
geboren unb fyelt fidj meiftcnS in ©trafburg auf. (Sr 
war ein tüchtiger $oljfdmeiber unb 3eitgenojfe »on IL 
25ürer, oon bem er eine $aarlo<fe befaf. 

$and granf lebte $u Dürnberg unb richtete 91 lb recht 
Dürer bie $oljftocfe jum ©a^neiben ju, worin er felbft 
eine jtemüdje ©ewanbtijeit erlangte. 

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S#anc3 ©ulbenmunb war Sormenfcfyneiber unb 93uc$* 
brucfcr $u Dürnberg um 1420—40. (seine grofjtentfyeite 
a mittclmafjigen .froljfdjnitte belaufen ftd) über 200. £an8 
(&ad)£ oerfafy mehrere feiner ^oljfa^nitte mit ®ebid)ten. 

^petnria) ©oljtuä, geboren ju 3ttüblbred)t 1558, 
war ber <sdmlcr feined 93atcr$ unb beö SERalerä 3afob 
it'eonbarb ju hartem. 6t erwarb fta) als &upferftcd}er 
unb £>ol$fd)neiber große Qkrbtenfte unb Sftulnn unb ftarb 1617 ju 
hartem. 

#anS £olbetn, ber große Jtünftlcr, beffen SBtograptit* 
wir ootljtanbig in biefem Sßkrfdjcn geben, war ein tüchtiger 
(Sjclebrtcr unb unübertrefflicher §ormenfdmetber. (£r bcfdjdf- 
tigte ftet) ju SBafet unb fpätcr ju Bonbon, unb bradjtc e$ ju einem 
Ijotjen ®rab in biefer ßunft. 9Bic oortreffltd) ift ntdjt fein lobten* 
tanj unb fein großes Jllpbabct gefd)nittcn unb e$ ift unglaublict), 
baß man nur fo etwas in £ol$ fdmeiben fann. (S*r ftarb ju 
ßonbon an ber 5$c)t im 3al)rc 1554. 

S9R §an$ Sdjettfelin (ober ©djauflem), ber 9J?aIor, 
|5;t;| würbe ju Dürnberg 1492 geboren; fein 33ater war &ranj 
IHJ (sdjeöfelin, ber oon SRörbltngen nadj Dürnberg jog unb 
ftdj mtt 5öollenf)anbel abgab. £)er <2obn #an£ Sdtfttfcttn wib* 
mete ftd) ber 3Äalerfunft, erwarb ftd) in SRörblingen baä Bürgerrecht 
unb erhielt oon bem Sftagiftrat ben Auftrag, oerfd}icbene Arbeiten 
in $ol& ju fertigen. @r oeretjeltcfyte ftd) 1516 mit Slfra Sturer 
»on Dürnberg unb ftarb 1540 im SDtonat $tar& ju Erblingen. 

I £an$ Älein lebte ju (Snbe bed 16. 3>abrbunbert$ 
in 3ena unb erwarb ftd) jtcmltdjen 9ftuf als gormen= 
fdjnctDer. 

£anö ßautenfact (?) $an$ ßenferer (?) £an3 
ßeberer, lebte (?) in ber TOittc beö 16. 3abrljunberta ju 
Samberg unb Dürnberg unb gab 3^djcnbücfycr mit £ol& s 
fdmttten IjerauS. fiautenfaef würbe geboren 1522 ju 23am= 
berg unb ftarb ju Dürnberg 1590. ßenferer geboren ju 
Dürnberg 1520, ftarb ebenbafelbft 1585. ßeberer ein gebo* 
rener Nürnberger, ftarb ju ®enua 1615*). 

£anS Üfteubörffer, geboren 1497 ju Dürnberg, ^at 
»iel £oljfd)nitte geliefert unb ftarb 1563 in fetner S3ater= 
ftabt. 





*) £tefe bret ^erfonen mit einem unb bemfelben 3et$en waren wa&v 
fcbetnli$ nur eine ^erfott, welche turd> falfcpe Angaben in bret geseilt 
würbe, ober ahmten jwet bte 3ettfcen oon bem erften na<$. 



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— 27 - 

£an$ SRubolpb ©manuel <Deutfd) erlernte He 
$ol$fdmeibc= unb SMerfunft ju SBafel bei 9fö a r i m i n, würbe 
fianböogt Dorfen in ber SSaabt, unb ftarb in feinem 
46. ßebenä jatyre. ©eboren würbe er 1558 ju 33ern. 

| «J> einriß Jßogtljer foll ju ©traf bürg 1490 geboren 
fein, gab bafelbft oiele Äunftbüc^cr mit «£>oljf<f}mtten $eraud, 
jauf beren £itel er fein 93ilbnif mit nebigem 3etcben fefete 
@t ftarb ju Augsburg 1562. 

Sodann ©aptift ÜÄi^aet «Paptllon würbe ju 
$art* 1698 geboren, trieb bie Sormfdmcibefunft mit vielem 
©cfdu'cf unb ftarb bafelbft 1776. 

3of}ann $)anet ober $)unet würbe 1485 geboren 
unb ftarb 1555. (£r arbeitete oiel in £cllbunfcl unb lebte 
lange unbefannt in ber SSMt. 

I 3 a! ob ßeberlein, geboren ju Bübingen 1540, fdjnttt 
fe^r oiel in'4>olj unb gab »ergebene SMlbniffe mit neben* 
ftebenbem 3«*en ^etauö. 2)ie erfte ßanbfarte oon SCÖürt* 
temberg, weldje ju Bübingen 1559 erfdn'en, ift mit ben ittuäftaben 
H. H. L F. unb mit ineinanber *>erfd)lungenem I. S. bejeidmet. 
©in anberc* {(eine« in £olj gefdmitteneö äartletn, weldjeS ba* 
württembergifaV &mt üBatfnang oorftettt, ift mit feinem äätyn 
»erfcf>en. £«in $ob ift niä)t befannt. 




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Sranj gtoris würbe 1520 ju Antwerpen geboren, 
war ein ©d)üler &on fiombarb, arbeitete längere 3eit in 
Wem unb ftarb ju Antwerpen 1570. 



$aul Sfloreetfen würbe 1571 ju Utred)t geboren, 
war ein <£d)üler »on SBidjael 33?ircoelt, lebte einige 
3"* ju $cm unb wibmetc fid} bafelbft ber SUdu'teftur unb 
Sormfdjneibefunft, febrte in feine Sßaterftabt jurücf, wo er alä Sur' 
germeifter 1638 ftarb. 




I «Martin oon «Oeen, genannt $em«ferf, würbe 
1498 ju $em$ferf geboren, ©ein oorjüglicbfter ge^rer 
I war 3obann ©coreel. ©r bielt fid) brei 3a$re in 
öiom auf, worauf er ftdj in £arlem nicberltejj unb ben SRuf eine« 
au«gejei<ineten 2ftaler$ unb $oljfd>neiber$ erwarb. (Sr ftarb ba= 
felbft 1574. 

3a lob ßäbcl würbe ju $ribelberg geboren unb gab 
unter anberem ba$ ©appenbud) bed tyeil. röm. !Rctc^d nebft 
14 anbem Sffierfen $eraud; er ftarb ju Cppei^eim 1533. 

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Sobann Teufel, geboren ju Wittenberg 1510 unb 
ftarb 1564. <Sr arbeitete an oerfebiebrnen Bibeln, wcju 
er t>ol$fdmttte madite. 

I 3obann SBaltber oan Hffen fcü 1490 in $ oflanb 
geboren fein unb jwar in 9lmfterbam, wo er ungefaor 30 
IlMatter berauflgab, unter welaVn bie VcibenflgefaMdite (Jbrifri 
bie befren finb, bie er tnciftcnä mit* obigem 3cid>en oerfab. 

3afob 3 »b er (ein, ein £anb£mann oon 3^fob 2eber= 
lein unb 3eitgenoffe beffelben, er arbeitete mit bem (entern 
|^cmeinf(baftli(b unb fertigte mebrerc fd>cne ^otjfdutitte. 

I 8uta*9oit8e»beii würbe 1494 ju Senben geboren, 
r leiftetc fd>on ale .Knabe S)or$üglid)ef}. £en fronen 
| *Uoferftid) 2)faromeb lieferte er in feinem 14. 3abre unb 
es i|t aftaunlid),' was er in feiner furjen 8ebeu«jeit leiftete; benn 
man rennt oon ibm 177 ÄupfcrfHdje, 20 $ol$fd)nitte unb mebreTt 
fdjene C^emalbe. 9Jhn glaubt, baj? er oergiftet werben fei, wa$ 
jecoeb nicfyt wabr ift. 2krmutMid> jog ibm fein fhenge* Arbeiten 
ben frühen $ob ju. Gr frarb 1533. 

BQ 8ufa« Sranad), aud) ßufa« Kuller ober Sunber 
■ genannt, würbe ;u ßronad) im SJambergifdjeh 1472 fjc* 
B boren. (St tarn balb in Sienfte beö Surften unb ging 
1493 mit Sriebri« bem 2Beifen nac^ «Palaftina. 9caa> fetner 
JKurffebr lieg er fia> in Wittenberg nieber unb würbe jum Stoib«* 
berrn unb Bürgerin elfter erwablt. 9iad) ber ©efangennebmung 
feine* *!anbe*berrn 1547 in ber 2eblad>t oon Otfüblberg begleitete 
er ibn in bie ©efangenfebaft unb febrte 1552 nad) feiner Befreiung 
nad) Weimar jurücf, wo er 1553 fein rubmoolle* Scben befdjtofc. 
£einc Arbeiten in $eflbunfel finb fef>r gefduift, unter welken fia> 
bejonber* 3(bam unb l>oa, ftc beilige gaimlic unb bie harter 
ber jwolf 2tpoftel aufdornen. 

ßorenj 2tör, ein ftrcunb ber £ol$febneibefunjt, gab 
ein gcfdmiacfüolleä 3cicbenbudt tierauä, welcbeS gut ge= 
fdmirten unb ber £itet fogar in £e(lbunfcl ijt. <£r fott 
nod) 1621 gelebt baben, waö wir jebodt febr bezweifeln. 

3o^ann 2)cani fott bie biblifeben Sigurcn bc* le 
petit Bernard fopirt ^aben, 1540 $u ttoon geboren unb 
noa) 1587 bafelbft gearbeitet tyabcn. 

SKarfuS 3lnton £anna« in 2tugeburg, fertigte ju 
(Snbe be$ 16. ^abrfjunbcrta einige erträgliche £ol$fdjnitte, 
weldje immer oerbienen, in ber £ol$fdmeibefunft aufge- 
Segnet $u werben unbgrofctentbeil* nebigeö Sonogramm tragen. 





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ÜT2 i a c ( Dftenborfcr würbe ju Bernau geboren 
unb lebte ju SRegenSburg 1580, er fott ein guter 8*or= 
menfdmciber gewefen fein unb tragen atte feine Arbeiten 
'nebigeS 3ettben. 

«Birgit ©olU würbe JU Dürnberg 1514 geboren 
unb ftarb ben 1, Sluguft 1562. (§r befajj einige afrro- 
nomine Jlenntniffe unb fertigte 600 jtupferftidje unb über 
1000 £ol&fd)nttte. Unter feine bc(ten 2öer(e fann man mit Dtedjt 
bie 93ibel rechnen, weldje 1560 ju Sranffurt berauSJam. 

*ßcter #ille ftanb als gefduefter 93ud)brucfcr inJDicn^ 
ften ©tntyornä, ba er aber fe|r unruhig war, fo gieng er 
1571 fcu Sburniffer fefyiette gefefymttcnc etüefc naeb ©erlin 
unb oerfe^te öfter« bie Arbeiten. llebrigenS war er ein genialer 
gormenfdjnetber unb lieferte ganj fajonc Arbeit. 

$aul ÜJcatr oberSJta^r, geboren juSlugSburg 1559, 
IffUarbcitete bafelfcft noeb gegen ba$ (Snbc beß 16. unb $u 
' fc ^ Slnfang be$ 17. 3abvtuinbertd. Gr ift fowobl burd) feine 
ßupfetftidjc al$ £ol$fd)nitte befannt. 

93 oer tot $ctcr lohe ;u £w>n, würbe &u ©ar*lc*buc 
geboren unb leiftete in ber #o($fdmeibefunft fcljr 39raoe$/ 

9R a p l; a e 1 8 e i a m i n o f i, geboren ju SBorgo ©t. (sepolcro 
1570, war ein Stüter oon [Raphael bei (Solle, lebte ju 
Seena unb ftarb 1615 ebcnbafelbft. 

3 oft Sporl, geboren 1583 &u Dürnberg, ein SfKeifier 
in ber £oljfd)nctbehinft, ftarb 1665 ebcnbafelbft. 

(Gabriel ©djnetlbolj, geboren $u2ftcrfcburg 1536, 
gab febr oiele £ol$fd)nitte oon fachftfdjen Üftciftcrn tyerau« 
unb übte biefe ßunft felbft, aud) foll er ein guter 3llu« 
minift gewefen fein. (Sr ftarb ju Wittenberg 1594. 

Sigmunb 4jotbetn, geboren 1456 ju 9tugdburg, 
foll ein SBruber be$ ältcnn £an$ $olbcin fein unb 

einige recfyt braoe &upfcrftid)c unb £ol$fdmitte geliefert 

Ijaben. (£r lebte ju SBafet unb finben ftd) in ber bortigen ©tabt- 
fcibliotljef mehrere 3cia)nungen oon if>m oor. 

SobiaS ©timmer würbe ju (Strasburg 1534 gc= 
boren unb jet^nete fidj oorjüglid) atd greäfomalet au$. 
©r lieferte fcfjr fdjöne $oljfdjnitte ju ber iBibet unb fein 
SiotuS unb Dieujjner* (Sontrafrafturbuä) fmo gefaxte 28erte. ßr 
ftarb 1590. 








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&nton $empejta würbe 1555 $u glorenj geboren, 
Santo %iti unb 3obann ©traban waren feine 
\iebrer; feine geafcten jluoferjridje werben mit $ed)t ge= 
fdjafct. ©r fhrb 1630. 

Slnton oon 2Borm3 lebte ju Jtoln 1529—40, er 
fertigte fe^r fd)ime ^oljf^ntttc unb ijt feine befte Arbeit 
bie 2lnf«f)t ber £tabt äöln. 

Sranj (Sbauoeau würbe 1620 $u $artS geboren 
unb fott einiget in «£>ot$ gefd)ntttcn tyaben. (£r war ein 
Wepler oon ßaurenj be (a #i)re. ©ein SBert aü 
^upferftedjer tft fe^r betrafyltd) unb fott über 3000 Stattet bei- 
tragen. 

®corg ßrtinger bruefte 1516 ju 2Iug$burg unb 
fam 1519 mit fetner S>ru<fevci nad) Bamberg, wo er fid) 
bU 1524 auffielt unb wegen feinen 9Wigton$meinungen 
nad> SDcrtbcim ging, (Sr leifkte nid)t ungcwö^nlidjeä als gor* 

mciifdjuciDcr. 





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ic #ol$fc$netbefunfi if* öicl fcbwerer, ati 
jebe anbere graoln'fdK Alraft, inbcm alle 
Stbeilc, weldje im £rud fonvmen foüen, 
jart unb rein, ober nad) Umftänben fraf= 
tig unb ftarf, in allen Satten aber fd)arf 
ftefjen bleiben muffen. £a^u ifl große 
•Kenntnijj beS £ol5fttd)3 überhaupt, fowie 
große gertigfeit in #anbfyabung be$ <sti= 
c^cld nötlng. £iefe laßt fid) nur burd) 
an^altenbe Ucbung erlangen, weld)e neben 
einer guten Sdmle unb genauer ßenntniß 
ber S5ud)brucfcrvreffe burdjaud notl)ig ift, 
fonft wirb man auf biefem Selbe nie ctwa.ö $üd)tige$ ju leiften 
oermögen. — £ie &or$üge, weldje bie dfylograolrie unferer Sage 
oor ben anbern graptyifdjen fünften barbictet, fmb fo überwiegenb, 
baß fte felbft bem ßaien in bie 3lugcn fpringen müjfen unb in 
golgenbem befteben: 

£er £o($fdmitt fann jwifdjen ben £ert, alfo gleid) ju ber= 
jentgen Stelle, ju welker baS SBilb gehört, gefegt werben, waö 
für ben ßefer in ben metften galten fefyr angenetun ift. gür ben 
Verleger gewabrt bieß in fofem SRufcen, alö man ben «6>oläfdmitt 
auf ber 93 udtbruef »reffe gleid) mit bem Snrt bruefen fann, wo= 
burd) namhaft an Soften erfoart wirb. Uebcrtteß finb bie 5lb= 
brüde guter 4)oljfd)nitte febr gut unb oollfommcn gefättigt, unb 
fann man oon ein unb bcmfelbcn £tod wty 100,000 Slbbrücfc 
mad)cn. Bubem fann man »on bem Originale leidjt mit ge= 
ringen Soften ganj almlidjc Slbgüffe ((Sltd)c'e) matten, wa$ ben 
£ol$fd)nitt für jtarfe Auflagen ungemein billig mad)t, jumal einem 
folgen nidjt leidjt ein Unfall begegnen fann, nod) fann er bura) 
einen 3ufall mißlingen, wie eS beim 2itbogravf)iefteinc, beim Siefen 
ber Jvupfer« U nb Stablplaitcn :c. ber galt ift 

Ucbrigenß tyat audj ber ^oljfdjititt, wie SltleS, feine <3renjen, 




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imb fmb wir, ungearttet wit benfelben fe^r $od) fd>afcen, weit ent= 
fcrnt baoon, tyn o^ne alle« SScttcrc bcr gttyograptyie, bem£upfer= 
unb 3ta^lftic^c oorjujtefyen , ba e« <3ad>n gibt , ju bcncn ßitf>o= 
grapbte, unb wteber anbete, ju benen <Stal)lfHd) geeigneter ift, aU 

3ln Seinbcit wirb ber #otifd)nirt &on bem 8taljl- unb «Rupfet- 
ftid) weit übertroffen, weil ftd) in bcm SD^etatt bie ßinien weit 
feinet au«fübren unb (eistet abbrutfen laffen. 3n ©e$ug auf 
.kraft unb Starfe aber übertrifft bet ^o(jftia) bie ßitbograpljte, 
ben (stafyl- unb ben äupferftid) febr. 

3n 23ejug auf bie Soften müff'en wir bemerfen, bajj bieget* 
ftettung eine« guten #oljfd)nitte« wollt ^iemtict) fo tyod) fommen 
wirb, aH bie eine« guten tupfet* ober Stafytftid)«. 25er #ol^ 
febnttt wirb aber baburd) ungletdj bittiger, bafj er, in ben Stert 
gefefct, feine befonbern SDrutffoften metyr madjt (jebenfatt« fmb biefe 
nur f>öd)ft unbebeutenb), unb bafj er unenblid) mebr Äbbrütfe auä- 
balt unb leid)t oeroiclfältigt werben fann, fo bafj ftd) ber 2lufwanb 
bauftg auf »erfdn'ebene Sßerleger »erteilt, wetdje ein unb baffelbe 
S3ilb benufcen fönnen* 

* 

@t$ettfcf»tftett ettted guten $of)fdmttte*. 

2>afj bie 3etdmung eine« #otäfdmitte« , wie überbauet eine« 
jeben SMlbc«, correct fein fott, wirb faum bemerft werben bürfen; 
benn aud) bcr befte unb forgfaltigft ausgeführte Jpotjfdjnitt fann 
burd) fd)led)te 3etdjnung atten unb jeben S&erty verlieren, unb 
»on bem SBeftettcr mit Dtedjt al« nid)t entfpredjenb jurüefgewiefen 
werben. 2)ürer unb nad) tym nod) einige ifcünjtlcr baben ben 
£ot&fd)nitt aufgefaßt, wie er fein fott, unb webet in bet 3eid)nung, 
nod) in bet 2lu«fül>rung etwa« oemaä^laf igt. 2lu« biefem ©runbe 
ift ein gefdn'rfter £t)lograpf> , ber nidjt jeidmen fann, gar md)t 
benfbar; er ftnft bann jum ntedjantfdjen Jpanbarbeiter Ijerab unb 
ift ntd)t metjr Jtünftter. ©r fott oom 3cid)nen wenigften« fo öiel 
»erflehen, baß er attenfatt« in ber 3eidmung obrtyanbene Mängel 
fof ort erfennt, alfo fte nict)t nad)ftid)t. DIme biefe Äenntnif} fann et 
leidjt aud) bie befte 3eid)nung im <8tid) oerberben unb babutdj 
feinen eigenen unb be« 3eiamet« 9cuf gefabtben. 

£)ie §otjfd)nctbefunft ift beutfa^en Urfprung«, batyet ift fte 
oon £au« au« aud) fo einfad) unb frafttg, wie wir fte jefct nid)t metyt 
obet nut Ijödjft feiten fefyen, ba fte etft au« (Sngtanb unb gtanfteid) 
wiebet ju un« fam, in wetzen ßanbetn fte nad) langer Verbannung 
juerft wieber ein 5lföl fanb. 3n 2)eutfd)lanb ift e« oorjügltd) 
£ett ^rofeffor (ftubtfc in, Berlin, ber fte juerft wieber jur ®el c 
tung braute, unb ^at er in bieferÄunft, ba« müffen wir gefielen, 



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— 33 - 

faft Unglaubliche« geletftet, unb bod) ift e« ntd)t ber eigentliche 
^otjf^mtt, ben er un« in feinen Arbeiten liefert; fic ftnb »tel* 
metjr eine *Rad)af)mung ber Jlupf erftidje, benen fte an gein* 
Ijctt unb forgfältiger 3lu«füf)rung niä)t feiten gleidifommen , unb 
bie fte antraft unb richtiger 3etd)nung nur ju baufig übertreffen, 
©ubifc ifl ein ßünftler erften «Hange«, er ift ber ÜRann, $olj* 
fänitte in oollenbeter 2Beife in ber äupferftidjmanier ju liefern: 
werben ba« aber auch alle feine Wepler ju t^un im 6tanbe fein? 
2ßir bezweifeln e« billig. 2lu« ben fe§r fabigen wirb er allcrbing« 
Äünftler madjen, minberfafjige aber werben Stümper bleiben. 
Ueberbief ift bie SluSfüfprung oon £oljfttdjen biefer Slrt ungemein 
mübfam, bat)er fönnen gewöhnliche (Sadjen faft nid;t fo billig gc= 
liefert werben, al$ e« für manage 93olf«fa)riften , bie ju 6pott- 
preifen oerfauft werben muffen, wünfchenSwertb wäre, unb wie e« 
bei ber eigentlichen «S>ol$fchnittmamer möglich ift. 

93fonr in $)armftabt, bem bie £ol$fdmetbefunft faum weniger 
»erbanft, als ©ubifc, lieferte MS jefct ftahlfti<hartige «£>ol$fchnttte, 
oon benen bajfelbe gilt, wa« wir fo eben in SBejug auf bie ©u- 
bi^*fa)en Arbeiten fagten. — ©eit bem Auftauchen biefer beiben 
©regen haben ftd) nod) oiele entfehtebene Talente ber ^oljfa^neibe- 
fünft jugewanbt, unb haben felbfi nod) größere« geleiftct, als biefe 
beiben, jinb aber größtenteils aud» in btcfelbcn Segler »erfallen, 
woran fie freilich weniger ^ä^ulb fein mögen, als baS Sßublifum, 
wenigftenS ein ibeil beffelben , welcbeS nur feine , ftafylftidjartige 
<>ol$fchnitte will. SMefe in einer Ausführung $u liefern, bie man 
in 93e$ug auf <Ed)önbeit unb Jetnbeit nicht für möglich in bem 
wetzen $ol$ halten follte, ift bis jefct Jtretfcbmar in l'eipjig am 
beften gelungen. £ieoon liefert bie illuftrirtc 3 ei tun g, ber 
illuftrirte Äalenoer unb anbere «Prachtausgaben ron 3. 3. 
Söeber'S- Verlag in Seidig unwiberleglid)e ÜBeweife. SBon fei* 
nen jablreid)en SRaa^abmern ift er bis jefct niä^t erreicht worben, 
im ©egentbeil, oiele berfelben, welche in ber eigentlidjcn £ol$fd)nttt= 
manier wenigftenS SföittelmafjigeS geleiftet batten, liefern bloS 3crr* 
Mlber*). 

Sic foll benn aber ein guter, reiner eigentüdjer ^oljfä^nitt 
befäSaffen fein ? 



•) SBfr ftnb weit entfernt, eS \n betauern, ba| .firetfebmar, ©ubtfc 
u. X ifrren Arbeiten eine fo gro&e teebnifefce SMenbung «eben, im ®e- 
gratWlf eS gereicht gu unferer innigen greube, wenn wir feiert/ wa« au« 
fcem $)ofj unter folgen $anben wirb. 2Bir wollen bureb unfere 2tnbeii» 
tungen otelme^r Mo« baoor warnen , bof minberfä^ige Seuie glauben, fte 
müffen ibre geringen Arbeiten im gleiten Oenrc balten unb taburä 
(Stümpereien liefern, wabrenb fte wo$l im ©tanbe waren, &übfc$e einfache 
J)ofjflc(fe mit oor>errf(5enber Smiemnanter ju liefern. 



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ßin guter $oljfd)nitt fei fejl in feinem ßfyaratter, wcber ge= 
jiert nod) geflügelt, fonbern febr etnfadj, mit wenigen 3ügen oiel 
fagenb. SDie Sfi^en, welefye er barjtettt, feien djarafteroott , oljne 
manierirt ju erfdjetnen, unb frei oon bem SBejtreben, ben &upfer* 
ober (Staljljttd) nad^men ju wollen. 3Me alten SKetjter in ber 
^otjfcfyncibefunft jtellten in frafttgen Umriffen mit wenigen ©djat* 
tenünien 5llleS auf eine fo (fyarafterijttfcbe Seife bar, bafc man in ben 
pradjtoollen #ol$fd)nitten unferer £age bie äraft oon SDürer unb 
©enoffen oergebend fuefyt. — 9Jtöd)ten biefe ©orte niefyt unberücffidjrigt 
gclajfen werben oon Jüngern ber ^ofjfdmeibcfunft, wcld)en biefe« 
^üa^tein allenfalls in bie £anbe fallen follte, gewifc bann baben 
ftc genug barauä gelernt, unb fie werben balb bieienigen #ol$fd)nitte, 
weldje baö ©epragc wahrer «ftunft unb wabren $alent$ tragen, 
oon foldjen ju unterfdjeiben wiffen, welche nur einen 2)uft (uub 
wäre biefer audj nodj fo retjenb) moberoer ©c^ön^eit fyaben, weieber 
oor ben Slugen bcö ßcnnerS weidjt, wie ber Sfcebel oor benSBlicfen 
ber (sonne. 

gut n> eiche Staffen bev «cf cllfdmft unb für tvel&e 
Sdmftcn ifl &et Jpoljfönitt befottbet* 

geeignet? 

2)te grage mit ber barauf nötigen Antwort follten nity 
allein 3fylogra»f>en oon gad), fonbern aud) 23 ucbfranbler unb Siteraten 
fortwafjrenb genau im SHuge behalten unb forgfaltig erwägen, wenn 
eß fid) um bie 3lluffration eineSSBud)* lianbelt. (Ed würben bann 
weit weniger 2ttijjgrtffe gemalt unb ber £ol&fdjmtt nod) oiel bbber 
gefdjafct werben, ald ed jefct ber gall ift, wo man nidjt feiten 
2Ber!e mit $ol$fd)nttten illufhirt finbet, ju benen ßttyograpljie 
ober ©tablftid} geeigneter gewefen wäre unb umgetebrt. 

©ud)en wir junadjft bie grage $u beantworten: für weldje« 
sßublihtm ifl ber #ol&fdmttt am beften geeignet? fo brangt ftd) 
und nad) grünbliefyer Prüfung ber Saefye bie Ueberjeugung auf, 
bafj fceute oon guter 93ilbung unb bie gewofmli die ßlajfe ber®efeü- 
fct)aft (^anbwerfer bie nid)t oerbilbet ftnb, ßanbleute) am meiften 
(Sinn für einen guten #oljfd)nüt $aben, wäfyrcnb bie fogenannte 
«Kittelflajfc — bie gebilbete 2Öelt! — bie 6d)bnl>eit eine« £ilbed 
nur nad) feiner gein^ett beregnet. 

£em 58ürger{tanbe gefallt bad fraftige bed $ol$fd)mtted ; er 
finbet fid) leidster barin jured^t unb fann bie einzelnen ©egenftanbe 
leidster unterfc^eiben, namentltd) Diejenigen, welche burd) bad 2Mlb 
fcefonberd audgebrfitft werben follen. — <Die gebilbete Älajfe, b. 
fieute, welefye ©Übung $aben, aber oon ber tfunft nid)td oerjtetyen, 
werben eine orbentlidje ßityograp^ie unb namentlich ben <&tabljrid> 



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- 35 - 

» 

für ausgezeichnet Ratten, watjrenb fte bcn gewöhnlichen £oljfchnitt 
gering f*a|cn unb hcdiftcnS folcbc ^oljt^ra^ürcn gefallen würben, 
wcldje mtt®efd)t<f unb ©lücf bem <stal>lftich nachgeahmt ftnb. £ie 
obcrfte «Klaffe, b. h- bicjcnigc, weld)e bie einzelnen Äunftjweige oon 
eiuanbcr unterfcbeibcn im 6tanbe ift, wirb ganj befonbcrn ©cfallcn 
am ^oljfchnitt finben, unb ft d) mit weit mehr &ebe auf Erläuterungen 
barüber einlaffen, als fte es in S3cjug auf (BtalilfHche tbun wirb. 

2luS biefcn ©rünben wirb olme weitere Chrftarung in bie 
Singen fpringen, baf ein für ben mittlem, refpefttoe gebilbeten 
(£tanb bcftimmteS S8u<h, uiä^t mit £ol$fdmittcn iUuftrirt werben barf, 
wenn baburch baS 5lnfehen beS #ol$fchnittc$ nid)t leiben unb ber 
Ukrlcgcr in Schaben fommen folt, ba ein folcbeS 2£crf nie ben 
gewüufä^ten Slbfafc finben wirb. Sollte ein Verleger glauben, 
mangelhafte £ol$fchnitte feien baran fdntlb, fo w&re er febr im 
3rrttyum, benn biefcS ^ublifum weif ten ^oljftid) überhaupt nicht 
$u fchäfcen, wenn gleid) zugegeben werben mu#, baf? ^oljfdjnitte in 
Jtupfcr* ober Stahlfttchmanicr noch am elften ©nabe oor beffen 
Slugcn finben. 

Sei SBerfen, bie oorjüglid) oon Äün(llem unb ßunftfennern 
getauft werben, wirb ber einfache, gutgejeidjnete unb gutgejtocbenc 
#oljftich ganj am ^lafce fein, ba bie Käufer baS ju fdwfccn wi jfen, 
waö ihnen geboten wirb. SRod) geeigneter ftnb #ol$fdmitte für 
populäre SöcrrV, inbem biefelben bem betreffenden ^ublifum ent= 
fprechen, ungemein *>iel jum beffern «öcrftanbntg bcS SticbcS bei= 
tragen unb einen billigen *ßrei$ für ein 2>olföbud) ermöglichen, 
lauter Momente, welche jum ©elingen eines literarifdjen Untcrneb= 
mens wefentlich erforberlich ftnb. 

2Ufo für tedjnifdje unb SSolf Sfdmften, £ol$* 
fchnttte, für ßuruSfchrtften: 8itl)ogra v^ien, grabt* 
unb JtupferfHchel 

Sorbette be* >>o!^cbmttc* »ot bet £ttf>og?<tpfcte« 

Söir ^aben weiter oben gefagt, baf? ein guter £ol$fdmitt eben 
fo boeh ju flehen fomme, als ein guter Tupfer * ober £tablftich. 
Run ift aber bekanntlich bie ßitbographie »iel billiger, als StaH* 
fHc^ : worin befreien nun bie grofjcn ©ortbeile beö ^oljftiehS oor 
ber Sitlwgraptn'e? 

3una<hft in ber SDWglfchfett, *>on erfterem in Einern $ag auf 
ber gewöhnlichen Suchbrucf erpreffe (#anbp reffe*) taglich 2000 

» 

•) Die ©cbnellpreffen liefern natürltcb noeb eine weit andere 
Slnja^l oon Ubbrficfen; wenn übrigen^ tte $)oljfHcbe »oUffmmen gut unb 
rein abgebrueft werten feilen, fo Ictften bte Sc^nellrreffen ntc&t lat, icai 
man erwartet, ffe flnb mit (ffinem SSort ma)t jum $>crficUfn oon ^racjt= . 
ausgaben geeignet. 



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- 36 — 

5lbbrücfe mit letzter SKü^c madjen $u f6nnen, waljrenb man in 
ber gleichen 3eit auf ber (ttti o ßrap f c^c n treffe faum 800 abrieben 
fann. £abet jinb bic auf ber 93ud)bru<ferpreffe gemadjten 2000 
5lbbrütfe in 33ejug auf bic Sdjwarje oollfommen gefattigt, b. 
alle Steile jeigen fic^ ooUfommcn fdjarf unb rein in ber 3eidjnung, 
waljrenb bei ber litl>ograpbifd)en treffe nur auf jeitraubenbe , müfy* 
famc 2Bctfe ein gletdjmäjjigeä <Sd)warj erreidjt werben fann, ja bei gro- 
ßem fdjwarjen ©teilen ift bieg faft gar nid)t bura)gel)enb$ ju erzielen. 

£at man einmal einen #ol$fdmttt fertig, fo fann er burd) 
Slbgüffe (dltd)#S) leidet oeroiclfaltigt werben, fo bafj man 9lbbrü(fe 
baüon in unenbtidjer 3a!)( madjen fann. ©itt man biefe $ert>iel* 
faltigung beä £oläfdmitted nidjt, fo fann man öon bem Original 
felbft woljl 100,000 unb nod) metyr 5lbbrü(fe mannen, — gewig 
eine 3ä^I, bic bie ftärffte Auflage eine« 33ud)$ nur feiten erreicht. 
S3on einem <$tein hingegen fann man felbß bei ber forgfaltigften 
Setyanblung feiten mebr al6 2000 Slbjüge mannen, unb wirb ba« 
jwette Saufcnb jebcnfalf« weit fd>lea)ter als ba6 erfie. SDie 3eta> 
nung *>om ßitbograpl)irfreinc tagt ftd) burdj Ueberb^urf auf an* 
bere steine allerbing* aud) »eroielfaltigen, allein biefe Ueberbrütfc 
müjfcn bei einer gregern Auflage ju ^aupg gemadjt werben, unb bann 
fallen bie Slbbrüde nie fo rein unb fdjön au« wie oon bem Driginalftein. 

Serner fann ber £oljfttdj auf ber 93ud)brurferprejfe ntajt leia>t 
unb bei ber nötigen Sorgfalt gar nie Stäben leiben, watyrenb 
ber ßittjograptjirjtein, wenn ntcfyt befonbere föorftdjt angewenbet wirb, 
teid)t beim Siefen »erborben wirb. £at er biefe ©cfabr überftan« 
ben, fo frmngt er gern beim erften 9lbbru<f, unb f>at audj bic 
Mite feljr oiel Einfluß auf tyn. 3lugerbem fann ber 5>rucfer, 
wenn er nur fialbwegä unadjtfam ift, bie ßinien beim erften 2lb= 
brutfe fcerquetfdjen, waä jur golge ^at, bag bie ßinien bei allen 
folgenden Slbbrütfen unrein unb fdjmufctg werben. 

Ucbcrbieg fann bic ßttyograpijte nie mit in ben Stert gebrutft wer* 
ben, ba baju eine eigene treffe nötbtg ift, weld)e oon ber £8ua)bru<fcr* 
preffe ganj unb gar abmißt, e$ twvaM fomit bura) ba$ $Dru<fcn 
ber ßitbograpfyte ein Slufwanb, ber beim ^o(^ßicr) nabeju gan$ wegfallt 

£>cr Unterfdjteb in ben £erftellung$fojten bed «?>oläfttd)$ unb 
ber fiitfjograpfn'c ijt nidjt bcfonberS grog, unb betragt für erjteren 
etwa % weiter als für lefcterc, — eine 2>ifferen$, weldje bei ben 
erwähnten SÖortyeiten ber ^oljftodfc gar mä)t in Setradjt fommen fann. 

3n S3ejug auf bie geinljeit wirb ber ^oljftia) atterbing« »on 
bet fiitbograpbte übertroffen, allein ed foll berfelbc überbauet nid)t 
fcefonberd fein fein, fonbern nur ffijjirte giguren (SBilber) barfreöen, 
w&^renb Sit^ogra^ien »oUfommen auögefü^rt fein foUen, 2öif 
wieber^olen alfo: ber ßit^ograp^ie i^r ©ebiet unb bem ^oljfcfjmtt 
ba« feine! — 2)ic ßit^ogra^ic liefert fo rei^e^ fo »ollenbetc ®e- 



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— 37 — 



genftanbe, wie ftc im#ot$ nie unb nimmer erteilt werben fonnen; 
— ferner ^at ber 6tein für geübte 3eidmer ben Söortfyeil, bafj ftc 
ifjre 3ci^«w«9 <wf benfelben machen tonnen, oon bem fic 

bann abgebrueft werben fann, otme bajj ju beren Ausführung ein 
weiterer ßünftlcr nbtlng wäre, wie cd bei ben anbern grapsen 
fünften unb namentlich beim £oljfdmitt ber Satt tft, wenn ber 
3eid)ner nidjt &ugtctcb baö 3fylograplnrcn öerfte^t. 

Aud) ift bie gityograp^ie weit billiger ald ber#ol$fHd>, wenn 
e« fid} um Portrait* unb anbere ©egenftanbc |anbclt, unb gemattet 
fle überbtej* bie Anwenbung einer &mrmafdn'nc in einer AuGbc^- 
nung, wie Jie beim ^oljfdjmtt nie moglid) fein wirb. 

Serglrictmng jpoljfttö* mit bem fftipfer* unb 

mit bem ®ta&lfK4>e* 




>H) itbograpbten fommen in 33e$ug auf bie ju 
madjenben Abbrücfe gegen bie 4>ol$ftidje fcfyr 
in #intergrunb , inbem baoon auf einer 
&upfcr = unb (Stablfticfyprcffe taglid) nur 
einige bunbert Abjüge gemalt werben fonnen. 

(Sine tiefe ^cfywarje laßt ftd) beim (£tatyl* 
unb Äupferftia) eben fo gut Ajtclen, wie 
beim #ol$ftid), unb nur bei breiten Slawen 
$at (euerer ^ierin einen ^orjug. 

3n iöcjug auf bie »on einem <Sttdj ju 
ne^menben Abzüge ift ber £ol$ftid) Her nodj 
meljr im Söortfjcil al$ bei ber fiitbograpbie, 
tnbem&on einer gutgeftoä)cncn platte blo$ 1500 reine Abzüge gemalt 
werben fonnen, obfdjon man in ber föegcl 3000 baoon madjt; e« 
ift aber bie jweite £alfte weit geringer unb wertbtofer ald bie erftc, 
wabrenb ba$ oierte Saufenb nur noeb eintönig, grau unb fa>aety 
wirb. SBon einer gelten platte fann man bloö 500 unb t>on 
einer leiä>trabirten nur 150 Slbjäge machen. — (Sin gutgejtod)cncr 
<5tablftid> liefert Übrigend immer noch fo oiet Abjüge, als eine 
Äupferplatte. 

$te Anfertigung ber £ofj(rid>e ift eine fc^one, reinliche Arbeit 
unb bei einer halbwegs geübten £anb feinen 3uf allen be$ TOf lingcnS jc. 
audgefefct; baffelbe ift auch bei ben Tupfer * unb £tablftichen ber 
gaü, wenn btefetben graoirt werben, beim Aefcen bingegen fmb oiete 
ungünfrige Salle benfbar. 3Han fann beim Tupfer- unb Stahl* 
fti4 öerfa)iebenartige SWafdunen anwenben, bie fich beim $oljfti$ 



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nur befdjranft anwenben lajfen*). $)ie SRelteHSopirmafdnne, welebe 
beim #ol$fdmttt anwenbbar ift, erforbert in ibrer Slnwenbung eine 
fdwn geübte #anb, unb laft boä) nur eine befdjranfte 93enüfcung 
$u; wogegen beim Tupfer = unb 8tablftia) nuttelft Sttafdnnen in 
beliebiger Seinbett, ju= unb abnebmenb unb in grbfjcm ober ge« 
ringetn (Entfernungen ooneinanber gemalt werben tonnen. Unter 
gleiten Sföobtftfattonen unb faft jebem beliebigen ©rabe ber <£on* 
Bergen laffen ftd) alle conoergirenben geraben fiinien Ijerftetlen; 
ebenfo erccntrifdje unb concentrifefye Greife, bei benen faum eine 
(Spur be$ «JJcittelpunftS WM, unb bie oom fletnften 3)ura> 
mejfer biö ju einem fofeben oon jwei guj? in beliebigen ju= ober 
abncfymenben (Entfernungen oon einanber ausgeführt werben fennciL 
(Sbenfo gut lajfen fta) (Sttt^fen unb bie bret Slrtcn oon Gncloiben 
mit bereit fämmtlieben Uebergangen in einanber ausführen. — Mit 
ber Sftafdfinc lajfen ftd) bie gefdjlangelten parallelen unb eonoergt* 
renben liini.n jur £arftclhmg bewcglidjer tfüfte unb ©ewajfcr am 
fdjönftcn mad)en. — ©uittodjirungen in Greifen ftnb fc^r leidjt 
auäfübrbar; befjgleidjen ßopten unb Relief* in ganj treuer, büb* 
ltdier ^Darfteflung, wobei (eine leeren §allräume, bie baS ©anje 
oerunjtaltcn würben, entfielen, fonbern bie bem Original oöllia, 
entfprcdjen, ober gegen bajfelbe oerfe^rt erflehten, ober beliebig 
oerfletnert ober oergrbjjert ftnb. 

5luf galoanifd)em 2Öege lajfen ftdj jtupfer* unb ©tabljtidje lcia)t 
oeroiclfaltigen, bodj nid)t fo letd)t, fo fdmctl unb fo billig aU ber 
^oljftid), bafycr t;at le$terer aua) in biefer SBejiebung nod) etwa« 
oorauä. 

3n S9cö u 9 au f £erjMungdtoften fjaben wir febon oben 
gefagt, bafj ein £>ol&ftieb ungefähr fo bod) fommt, al$ ein ^tupfet* 
ober ©tablfHdj. — $Dafj testete auf einer eigenen treffe befonberS 
abgebrueft werben müffen, wie bie ßitfyograplnen , oerfte^t ftd) wo^l 
oon felbft. 

Äupfer* unb @?ta!)tftid)e ftnb befanntlid) nod) feiner, al$ £k 
tyograpfyten, unb flehen baber in biefer 9Rid)tung bem $ol$frtd) weit 
ooran, wogegen fte bemfelben antraft, bie in lefcterc gelegt werben 
fann, febr nad)jtet)en. 

Stögen btefe SOBorte jur Solge haben, bafj mit me^r Sorgfalt, 
atö feitber, erwogen werbe, weldje 3frt oon SMlbern am beftat ju 
einer (Sdjrift paffen, bann werben griffe, wie wir fte bauftg 
madjen fetjen, ganj oerfdjwinbcn , unb jeber Jlunfrjweig wirb eine 
tljm würbige ©teile einnehmen. 

*) Seim £ol#tc$ laßt fta; mit Srfolg oorgöglta) blod eine ?intr« 
mafefcine anwenden, mittelft welcher man Suft ($>tntergrunb) febr fdjön 
*arfteu*en fann, fo baf* bie fte&en bleibenden Vtnten ganj egal, fe^r fein 
ttnb beliebig weit oon einanber entfernt gemalt werben tonnen. 



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— 39 — 



!©te jtoet oerfdHC&encn Birten t»eö $oI}f$ntttd. 

S3d bcm «&ol$fd)nitt finb jwei t>erfd)icbene Birten Mannt, bic 
cinanber jiemlid) fremb jinb. 2>tc erftcre bauon iffc fetyr alt 5 fic 
warb fdjon lange *>or (Srfinbung ber .Rupf erftedjtunft unb aud) t>on 
Dürer unb feinen 3^tgcnoffen geübt: eö tji bief bie eigentliche 
#oljfd)uittmanier, inbem bei berfelben mittelft fleiner Keffer 
in ßangfyols bad Sötlb gefdmitten wirb. 3n ber S^eujett ift ed na* 
mentlid) *Pfnor, ber barin auferorbentltd) ©rojjeä gcletjtet, unb 
audj ®ubi$ bat im Anfang btefe Äunft geübt, fdjeint aber feit 
lange ganj auf ben ^oljftid) übergegangen ju fein. 

£er ^oljftid) namtid) liefert bic jweite 2lrt oon SMlbern in 
unb wirb bei bcnfclbcn bie 3ei<ftnung mittelft ©rabftid)cl aud= 
geflogen, bejjbalb tycifjt er mit 3ted)t £ 0 1 j ft t d). £urcf) benfelben 
fann weit £ä)önerc3 geleiftet werben alö burdj ben £oljfdmitt, 
wejjbalb tr aud) faft au$fd)licj$nd) geübt wirb, watyrenb leftcrer 
meljr unb mefyr in 5lbgang fommt. 

Sir wollen alle .ftunftgrifte, welche bei biefm beiden Wanie* 
ren in Slnwenbung fommen, genau betreiben, unb mit ber erften 
beginnen, ein 2Ral, weil fte bie altere ijt unb bann, weil fie gar 
baufig nod) oon ßaien, (Eonbitoren u:. geübt wirb, unb für fcie 
£oljfd)netber fletö 2Bertl> behalten wirb. 



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<3UtUitun0 3ur ^Lnfertißunfl von §oltfd)[\\Üen. 



Weber fca* gum ^oljf^nitt t<tttgttcf)e itnö übet 
Neffen 3urid)tunö |U platten« 



um £oI$fd)nitt taffen ftc$ »erfc^iebene #ot$* 
arten oerwenben, ed tft jebod) unter ben 
taugltd)cn ein groger Unterfdjieb, ba einjetne 
oorjügltd) , bic anbern weniger gut finb. 
©anj unbrauchbar tft jarted, all$u yorofed 
£olj, ba man auf bemfelben wcoer einen 
reinen, nod) einen feinen Schnitt audfübren 
fann, unb überbieg batt cd ben £rucf nict)t 
gut aud. 5lm beften tft SBur-, 8pctcrlingd=, 
Zitronen- unb 33trnbaumtjol&; man fann 
aber au<r) 2tcpfcl = , witben 2Jiro s , ßirfd)* 
unb $ogelbcerbaum oerwenben. 

S3urbaumbol$ ift unftrcütg ba« befte jum $ofjfdjnitt, na- 
mentlich roenn ed febön glatt, frei »on Sföafern, gelb oon garbc 
unb niä)t grüttlid) ift. SJiafcrn im23urbol& finb fo hart, bag barin 
bic beften SSkrtjeuge üerborben werben, unb bie grünlicbe %axht 
gibt baöon 3cugnig, bag ed fcfyon angegangen unb folglich &u 
weid) tft. 3um Unterfudben bed äBurholjcd fdmeibe man cd ein 
wenig in bieDuere, unb wenn man babei ftnbet, bag ed oott unb 
glanjenb ift, fo ift bieg ein SBcwcid feiner ©ütc; ift cd aber flfccfia, 
ober ju weig, fo taugt ed md)t »icl; cd ift bann $u troefen ober fd)on 
angegangen. $Dcn beften üöur ermatten wir aud bem Orient (über 
©mr/rna), bann aud Statten, ©panien unb bem fübtta^en granl* 
reich. Sütel) 9Imertfa liefert Sur auf ben SDkrft, bod) ift berfetbe 
unb bet fpantfehe tyetfer unb weicher, alfo weniger gut. 

©peierlingdbeerholj mug fefjr f orgfaltig audgewahlt 
werben, ba oieled baoon nicht jum ^otjfdjnitt taugt, namentlich 
badjenige, weldjed weige Slccfen hat, inbem cd ju weid) ift. ÜRur 
brauned ober rotbbrauned £olj ohne Slccfcn ift oon biefer 2lrt 
gut, baher tft ed ratbfam, fic^ t>or ber Slnwcnbung mittelft eined 
fdmeibenben 2Öerf$eugd f\d) »on feiner §arte &u überzeugen, eine 
&orfidjt, bie bei feiner £ot$art »erfaumt werben follte, um nicht 
ju ftmt $u ber Ueberjeugung ju gelangen, bag man feine SWitye 
unb Arbeit »ergebend an fdjlcdjted 4>o(j oerf^wenbet hat. 



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- 41 - 

t 

CSitronenbaumtyol j fommt in 93ejug auf ®üte bem33ur- 
Ijolj ju £ol$fd*nttten (nid>t #ol$ftid)en !) am nadjftcn, nnb bat 
man bei bemfelben oorjüglid) auf fold)e (Stamme ju fefjen, weldje 
md)t riffig fmb. 

Sötrnbaumbolj ift $u all benjenigen Arbeiten febr gut 
geeignet, welcbe ntdjt gan$ befonber« fein »erben f ollen; ba$ jenige 
»on wtlben Birnbäumen ift am meiften gefdjafct. 3m Sitigemeinen 
fmb wilbgewadjfene <&oljer, wenn fic nicfyt ju aftig unb gewunben 
fmb, ben jatymen oorjujicben, ba fte parier fmb als biefe. 

2Jiit ben weiter aufgeführten geringen ^öl^em ift nod) größere 
SSorftc^t nät^ig, unb barf man nur ganj gute Stücfe auswählen, 
weil bie !>albwegä fd)abbaften lebiglid) niebt jum £ol$ftid) taugen. 
Hebung unb Grfabrung im prüfen ber tauglichen £ol$artcn unb 
ber einzelnen Stüde gibt bierin bie bejte $id)tfd)nur ab. 

2>tc $oljtafeln, weldje jum $ot$fdmitt jugeridjtet werben, 
müffen egal in ber £icfe (alfo nic^t auf ber einen Seite biefer 
auf ber anbern bünner) fein, unb bürfen fte in ber £icfe bie 
£bbe ber Sd)riftfegel nid)t uberftetgen, namentlich wenn fie jwiföett 
bem $ert abgebrueft werben fallen. £ie fdjönfte Seite ber platte 
wirb natürlid) für ben £otjfd)nitt befitmmt, unb ift bieg ftet$ eine 
oon ben beiden Slctcben, welche feangäbolj baben, wa^renb ba« 
Stmtt>ol$ auf ber obern unb untern Seite ber platte ift (gerabe 
im ®egenfa(3 »cn bem £o($ ber £ot$fttd>e). £te mogltdjfi fd)6n 
unb glatt gehobelten platten werben nod) forgfaltig mit ber 3ieh* 
Hinge bearbeitet, unb barnad) fe*id)t mit 2dSad)tell>alm abgcfd)li(fen* 
£iefe$ 3lbfd)lcifen mug begbalb feuert geschehen, weil im Unter* 
lajfungäfalle bie fpater auf bie gefdmtttene platte fommcnbe SJeudj- 
tigfeit foldje leidjt ganj ju oerberben im Stanbe wäre. 

lieber ba$ 5luf;eicfmett bet in Jpolj ju 
fcfmefteitftcm ISilbet. 

(§he man mit bem Scheiben ber Siguren, welche man in 
«fcol^ lieben will, beginnen fann, mug man fte juoor genau auf 
4>o(j jeidjnen, um fic nad) biefer Betonung ganj genau unb fd)6n 
audfdmeiben ju fonnen. 9flan fann fid) baju entweber feb)r barter 
unb feiner S3leifHfte (bie weid)en werben ju fdmell ftuntpf, nament- 
lid) weil fte immer fet)r fpifc fein müjfen), ber geber ober be$ 
*ßtnfeU bebienen. 93iele jeidmen ba$ 2Mlb bloS in Umriffen auf, 
beffer ift et? aber, man tt)ut bieg gleich mit Sd)taffirungen , bie 
man übrigen« gleich fo jieben mug, wie fie ftch abbruefen fotlen. 
<S6 gebort eine grogc Uebung baju, wenn man Sd)rafjtrungen 
fdjön b«öw*fd)neiben will, obne bag fie aufgejetdjnet fmb. 2Hit 
c$ineftfd}em $ufd} ober mit Sepie fann man gleichfalls auf $ol| 



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jetdjneu; bamit btefe garben aber nldjt auf bem^olj fliegen, mufj 
mau e£ juoer tüd)tig mtt (Sanberafpuloer abreiben, unb baö barauf 
liegen bleibenbe wegblafen. — 33eim 9kä)fd)netben fdwn oorbanbe* 
ncr 93ilbe? in gleitet ©röfje fann man ba$ 33ilb burdjjetdjnen, 
wobei jebodj ja nid)t überfein werben barf, ob bte3?td)nung nt^t 
Dörfer oerfefyrt auf ein Rapier gemalt werben muf, um oerfetyrt 
auf baä #ol$ ju fommen, bamit fie fid) red)t abbrutft. 

SÖHtt man trgcnb ein 33ilb fopiren, welches fpater feinen 
SBerttj me^r bat, fo leimt man e$ mit feljr bünnem weifen ßeim 
mit ber bebrudten (Seite auf bad $ol$, ift eS bann gan$ troefen 
geworben, fo reibt man ba$ Rapier mit Sdjaditelbalm ober mit 
einem feuchten Singer ab, bis nur nod) bie 8d)war$e be$ S3ilbe$ 
fd)5n unb beutltd) mittelft beS ßeiind auf bem #ol$ haftet. 2Jian 
fann baä Rapier babura) febr rein entfernen, wenn man etwaö 
Del ju bem Abreiben nimmt, fowie ba$ Rapier nur nodj in einet 
ganj bünnen Sdud)t auf bem £ol$ liegt. S)er £cim mug, 
wie gefagt, ganj bünn fein; ift er bid, fo fpringt er betm©duiei= 
ben ab unb mit ifym aud) bie 3etd)nung. 3e weiter ba« $apter, 
auf welchem fta) baö 33ilb bcjtnbet, ift, um fo leiajter gc$t ba* 
SLbjteben. 

(§tne anbere SD7ctt)obc jum 5tbjieben oon SBilbern auf §olj 
befielt barin, bafj man bie £ol$jiäcbc mit Serpentin bejtreidit, bie 
bebruefte gette beä ab&tt&idjen&ctt $ilSetf barauf legt, feft auftreibt 
unb gut troefnen lafjt. £a$ Rapier wirb nun nafj gemalt, unb 
auf bie febon angegebene SDetfe abgerieben. 

3n früherer 3«t war ber £oljfd)netber immer aud) 3eid)ncr, 
fo baj; oon ein unb bcrfelbcn $erfon baS 3eid)iuit unb £dm?tocn 
beforgt würbe. Saß babei bie 3etd)nung am ridjtigften gefdmitten wirb, 
unterliegt wobl feinem 3»«fct ©tetdjwobl ftnb unferc gewebn* 
ltdjen £ol$fd)neiber unb £nlograpkn feine 3etdjner, wenig ftenö 
jetdmen fie bie ju fted)cnbcn Silber md)t fetbjt auf bie £ol$platte, 
fonbern bie rölograpbtfefycn 3'nftitufc baben eigene 3ctdmcr, welche 
nid)t$ anbercä tbun, als bie «£w($ftöcfe jeidjnen unb barin eine un* 
gemeine gertigfeit beftjjen, wie audt teilte oiel fdjneller ftccfyen ober 
febnetben, welefye 3af)r ein 3abr auä nidjtä anbereS tbun unb fomtt 
fortw&brenb in ber Uebung bleiben. 3n S3ejug auf görberung ber 
Slrbcit ift affo biefc @tnrid)tung febr pvaftifd); ob fie ed aud} in 
$öe§ug auf ©ütc ber gelieferten Qlrbeit ift, ftebt bafjin. 9Jlan ftcl)t 
nämlieb nia^t feiten bei in^olj geftodjenen 93i(bern oon oorjügltebet 
3etd>nung einzelne ^Partbten oeqeid)nct ober fonft oerborben unb 
baran i^ gewifj ber X«(ograpb (tetö 3d)uib, jum großen Dietger 
bed 3«4nerö , unb famen fotebe 0)Hggrtffe gewiß weit feltener oot, 
wenn ber «&ol$f*ed)cr jugicia^ aua) 3eia)ner wäre. 



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- 43 - 

Uebet bie jutn $ol)fcfmeftett nb t bt cn Ä> et F^uftc. 

3jl bic ^otjptattc fertig unb bie 3eid>nuug barauf Getragen, 
fo fyinbclt efl fi$ $unad)ft barum: weldje ©erzeuge fmb jur 2lu** 
fuljrung be3 $ol&fcfmittc« nötyig? $ieju fmb f leine Keffer (^en am 
unentbef>rlid)ften. Siefelben müjfen auö fe^r gutem, reinen @ta$t 
befielen unb werben am atterbejten au$ Stütfen *>on U^rfebern 
gefertigt, bie man im Seuer glityt unb bann in <§tü<fe oon belie« 
btger Sange fdjneibet SM biefem werben fte auf aerfduebenc 
SBeife fpi| jugefd)liffen, in ber Strt, wie fotgenbe trier giguren jetgen, 
woburd) fie, wenn gleid) in fc^r 
oerjüngtem 9Jiaj:ftab, ©dmeibe | 
unb Spifcc be$ ®rabfttd)cl$ in 
in fia) oereinigen. 

#aben fie auf biefe SBeife bie 
geeignete S'orm ermatten, fo wer- 
ben 10—12 (Stüde mit einem 
(Eifenbrabt jufammengebunben 
unb wieber gebartet. 3u biefem 
(5nbe werben fie beij? aber nid)t 
gan$ glübenb gematyt unb bann 
in £)el ober anbereö Sett jum 
9lMofd)en (5tbfüb(en) geworfen. 
2>er £dmitt wirb baburd) otcl feiner, als burd) ba$ 9lbl<:fd>en im 
feajferj aud) werben fie ntc^t leidjt ju bart. 3u barte ftÄblerne 
Sßjrf^euge fpringen leidet ab, wepbalb man biefem Ucbelftanb burd) 
ÜJiaaMaffen abbelfen muß. $)iefj gefdu'ebt babureb, baf man bie 
©pl$c fo lange in ein brennenbeö \Hebt l)ätt, bi$ fie ganj oorh 
eine Ijabergelbe garbc annimmt, bann ift ber 3wecf erreicht; ober, 
was nod) beffer ift, man legt einen bünnen (Stfenftab auf lobten, 
lagt Hm ganj glübenb werben unb legt bann ben 8tid)c( barauf, 
bamit er fid) gleicbfallä btä $ur babergelben Sarbe erbifce, worauf 
man ilm fdjnctt wegnimmt unb junadjft bie £pifcc, bann aber ganj 
in Del ablöst. £)te im ßid)t ersten £tid)cl werben gleidjfalla 
in Del abgelegt. 

3u weisen <£ttd)cln ober Sfleffercbcn fann man weniger gut 
belfen, ba fie burd) baö jebeömaligc garten an tyrer «Sparte unb 
(Mte für immer oerlicren. 

3u ben heften biefer SWefferc^en nimmt man mebr weiche« 
nU fyxrtcö #ol$ ba fie fid) in bemfelben fefter binben laffen al* 
in ju hartem. 6ie baben unten bie gorm ber untenfteljenten 
gtgur unb fmb unten mit einer 3lrt 
©ewinbe oerfeben, welcbeö jum S*eft- 
binoen beö 9ftejfcra)enö bient. 2) er 
Ginfdjnitt oon unten wirb fo weit 




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I 

• #nauf gemalt , baf ba* üttefferdjen barm $aum finbet , wenn es 
am tangjlen ift, olme baj e* weiter oorfieljt, als bei bem oorlcfcten 
93i(be bte erfie gtgur, wo ba$ Stteffcrajen in ba$ £eft gfbunben 
erfdjeint. 8owie eö ju weit oorfhty, arbeitet man ntd)t fo letajt 
unb aud) nidjt me^r fo ftä)er. 3ft ba* $ eft fo weit fertig, fo wirb 
ba$ Sföejferäjen etngefdjobcn unb mit fd^waäjem 9?inbfaben ganj 
biä)t bid an bie JUtngenfpifce umwunben, woburd) baS Sflefferd^en 
nid^t allein eine ftdjere SBefejrigung erhalt, fonbem ti fann aud) 
beffer gehalten werben, 2BiU man biefeä geftbinben be$ 5ftejfcräSen« 
im £eft nid)t, fo fann man e$ mit einer 3winge befejttgen, 
welker unten am £cft eine 9ttnne angebrefyt tfi, wie nebenjteljenbe 
gigur &etgt. 

<Dte &rt beS 3ufd)leifen« ber oerfd)iebe s 
nen Sföejferdjen ift au$ ben fdjon gegebenen 
unb noety folgenben beffer ju erfeben, aU e$ mit Sorten befa^ rie- 
ben werben fönnte, bejjfjalb oerwetfen wir Ijier barauf, unb geben 
unten nod) jwei gormen, bie nidjt gar $aujig oortommen. 

Qtujjerbcm bat man jum £oljfdmeiben noa) oerfa)iebene 9(rten 
»on ©temmeifen flcinfter 2lrt notbig, namentlid) fogenannU 
englifdje Stcd^bcutel ober Reifet, wie fte oon ben beiben 
folgenben giguren bargefreüt werben. 

Wlan bat fte in ocrfdjtebcner breite 
notbig unb bürfen fte nur auf einer 
(Seite gefdjarft werben, bamit man 
notbtgen gallS ganj fdjarf unb 
fenfrea)* mit benfelben abftemmen 
fann. 

® etfjfüße ftnb gleichfalls notfjig, unb jwar 
fowofjl einfaa) aU breifadj. S3ei ben lefctern lauft 
bte 3ufd)arfung oon beiben Letten nad) bet Spijäe 
in, wabrenb bie emfaä>n wie (S3rabflic^cl geftyif* 
fen ftnb. 

£ o b t e i f e.n ftnb gleichfalls in oerfd)iebener 
5lrt unb ®rö£c nbtbig. £>ie ^auptfdd>Ua^en 
gormen haben wir fu'cr in Slbbtlbungen gegeben, 
eie ftnb gleidtfaüs in »erfajiebenen Drögen 
notbig, ftnb balb mel)r ober weniger rö^ren^ 
förmig, b. h- mebr ober weniger ftaf). ©S 
gibt beutfd)e, engltfd)e unb fransöftfaV ; lefctere, 
namentlich bie oon @cnf, werben aüen anbern 
oorgejogen, wie eö bei all biefen feinen ffierf* 
jeugen ber gall ifh 

(Sine anbere %xt oon ^o^letfen ftnb bic 








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— 45 — 

fogenannten Cbrloffel, (oorn ßoffelarttg au*geljoBlt), bic tbeil* 
fla*, tbeif* bobl bcnüfct werben. 

£ie £>eftc biefcr lefctern Snftrumente, namentlich bic 
fcu ben ©tcmmeifen, müjfcn ganj gleidjförmig fein, um nad> 
ttmjtanben immer wicber ein anbcre* 3njtrument einfefcen ju fönnen, 
gumal e* ntd)t notyig 1% ju jebem einzelnen Serfjeug ein eigene* 
£cft ju baben, wie e* bei ben Sftejfcrdten ber gatt ift. 2>afj biefe 
£cftc oon oerfdu'ebener ®re$c fein müjfen, oerftefit jidj woljl oon 
felbjt, ba aud) bie 3«flnfumente in ber ®rbße aujjerorbentlia) oer* 
föieben fmb; e* gibt namlid) fo große, wie wir ftc lu'er abgebilbet 
baben , unb fo flcine , bafj fie nur au* Nabeln bcftcben , an weldje 
bie erforbertidje eptfce gefd)(iffen ift. $a fidj biefe «einen 3njttu* 
mente leidjt im $efte breben, bürfen biefelben beim (Stnfcfccn in 
biefelben nid)t abgeplattet*) werben, al* bis ba* difen eingefefct 
ift unb eine fefte Sage Ijat, inbem e* febr wefcntlidj ift, baß bie 
(Schärfen genau bieOtidjtung ber Abplattung Ijabe, fonfl fann man 
nie ftdjer unb' gut arbeiten. 

£>a* ©infefcen ber Snfrrumcnte in bie (Sifen ift übrigen* 
niebt befonber* febwterig, inbem man biefelben einfad} in einen 
^d^äufrfaä f° na ^ e fttt meglid) am ©riff**) einfpannt. £a* 
£eft wirb ein wenig au*gebobrt, bamit ein 9iaum jum 9lufncbmen 
be* ©erzeuge* entftebt} ba* 2lu*bol)rcn ,barf aber nidjt fo mit 
gefdicben, baß c* tm £eft wacfeln fann. £iefe ßöcfyer müjfen ganj 
egal unb namentlich ganj gerabc gebobrt fein, fonft bat ba* 3» 5 
ftrument nie eine gcrabe unb bequeme Stellung. Sttit biefem ü*ocfy 
wirb ba* £eft auf ben ©riff be* ©erzeug* gefegt, bann faMägt 
man fo lange baTauf, bi* fid) berfelbc in ba* #cft oerfenft (>at 
unb beibe Sbetlc fo feft ftefyen, baß fie ntdjt wadeln. 

£)tc ganj feinen (jtfelcfyen werben mit gcfdjmoljenem (siegellacf, 
unter ba* feiner ©ilberfanb gemifdjt ift, eingefefct. 



*) ©ei tiefen ttetnen Snftrumenten muß man bie £nte an ber 
©ette, wo fcte ©cbärfe ift, abplatten, imt beim öiebraueb ntcfct lange 
fueben ;u müffen, wie man ba*felbe in bie§anb ui nehmen fiat, um ar- 
betten ju fönnen. 

**) 2ln frer stelle, wo ba* ßifen in fca* $>efr fommr. 



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&<iö ©titfranneit be$ $o(jeS in SWatmten. 





0 




Äletne Stücfdjcn $o(j fmb nur febr fchwterig feftjubalten, 
unb otme biefe §cfrtgfeit fann man unmöglich fidjer arbeiten, bähet 
Ijat man baju oerfchicbenartige Gahmen, in welche man biefelbcn 
einfpannen fann. SBir haben oorftefyenb bic bret beften berfelben 
abgebilbet. £ic erfte Sigur beftebt au$ einer ftarfern «£ol$plattc, 
bei ber bie Qrcfcn abgerunbet ober ju ad)t (Fcfcn abgefdmttten ftnb; 
man mad)t barin ben (£infcfmitt bb, unb befeftfgt ba£ ^oljftücfcfyen 
ober $ol$plattd)cn c burd) bie jwei ßeile cid, welche gegenetnan* 
ber getrieben werben. Um ^Idttdjen oon oerfdnebener @rojje efn- 
fpannen ju tonnen, tyat man natürlich mehrere fötaler ^eile notbig. 
aa fmb bie erhabenen $beile bed SBvcttcd , welche ben teilen unb 
bem $lattd)en jum 9inbalt£tyuntte bleuen« 

SBei ber jweiten BNgur hat man ein ahnlidjeä 23rett (a) notlitg, 
aud beffen Üttitte ein 93icrecf b auggcmeifclt ift, welches {ebenfalls 
ein wenig grbfjer fein mu^, ald bie platte, welche man barein 
fpannen will, c ift baä eingerannte £oljplattd)en, unb wirb oon 
ben (Schrauben, oon benen eine unten, bie anbere jur Seite ange- 
bracht ift, feftgebalten. dd jeigt bie Stellen an, wo baS ©ewinbc 
für bie Schüben burd) ben erhabenen $$ci( be$ 93rcttdjen$ gefjt. 
2)iefe Otabme ift um fo beffer, wenn bie Sdjraubcn in eifernen 
platten laufen. 

£)ie britte SRafyme wirb oon oielen £oljfd}neibern ben Reiben 
öorangehenben vorgewogen, einmal weil ftd) ba$ £o($plattd)en fc^r 
letdjt unb feft einfpannen lafjt, unb bann, weil ba$ fdnnalc föa^m* 
c^en gemattet, ftcfy bad *plättdjen jum Schnetben fo natyc a(6 man 
will ivl bringen, a a fmb bie erhabenen Stheile ber Sabine , b ift 
ber ©infehnitt, c baS eingerannte ^oljplattc^ett , d bie Straube 
jum feftfehrauben, welche etwaö ftarfer fein mufc, als bie Strauben 
W ber oorangefyenben föafyme fmb. 



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47 - 



Slufjer bcn angeführten ©erzeugen ^at ber £ol$fd)neiber fet* 
ner notlu'g: ein £tretd)mobel, wie bie (Sdjreincr e$ t)aben, nur 
mit bem ttnterfd)iebe, bafj cd nad) Umftanben langer fein muj}; 

eine Si^fltnge; 

metjreje Jammer, barunterganj fteine, fogenanntcSBunj* 
mmer; 

einige fefjr feine Surften unb $infel, mit benen 
beim Arbeiten ©tedtfpane unb (staub abgefegt werben j 
ßineale; 
«SHnfelbafen; 
»erfdjiebene 3irfel k. 

<Die 3irfet un= 
tcrfcr)eiben fufy, wie 
nebenfte^enbe WbUU 
bung jeigt, öon ben 

gewöfmltd)en 3trfeln babureb, baß fte einen fer)t langen £a(3 haben, 
waä ben 33ortt)ct( gewahrt, baß bie (smfcen felbft bei einer weiten 
jDeffnung unb bei Slnwenbung auf hartem £ol& nidjt letd)t aud s 
weiden, nod) ftd) bie £djenfel attmablig nad) ber «Seite oorbiegen, 
wie e$ bei ben gewöfynlidjcn 3irfcln ber gatt ifi, wenn fie nid)t 
burd) befonbere Stellung mittelft eines Wogend ober einer befonbern 
(Schraube bagegen gefd)üfct fmb. 

» 

Slatlj für Fur^tcfettge ^oljfdmctbcr. 

SBenn ber feuchte £aud), weiter beim 3lu$atbmen auf bie 
Patte bringt, namentlid) wenn ber Arbeiter wegen fd)led)ten 5lugen 
mit bem ®ejid)t nalte auf bie platte mu^ berfetben nid)t fdjaben 
unb namentlid) feine SSeranlaffung ju ihrem Slufwerfen geben foll, 
fo tyut er wohl, biefem Uebelftanbc baburd) abzuhelfen, bajj er, 
wie bie ßitljograpljen , eine geborig grof;e ©djetbe oon ^appenbedel 
an ein #öljdjen mit einem f leinen &nopf jtedt, welker ba« 2lb* 
rutfdjen beffelben »erbinbert, unb baö £öt&d)cn in ber s 2lrt jwifdjen 
bie 3äf)itt nimmt, baj? SRunb unb Sßafe baoon bebedt werben, ohne 
bafj baS 2ltbmen oerbinbett wirb, eö fann nunmehr ber (Strom 
ni<$t auf bie £oljplatte bringen, wie cö fonft ber gall ijt. 




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48 



at man ba6 $ol$ bergerityet, bic 3et<fyttung 
auf irgenb eine ißeife auf ba$felbe aufge» 
tragen, bie nötigen $8ertyeuge betgefcbajft, 
fo fann man jum £ol$fdmeiben fclbft über= 
geben. 3nerfl bebient man fid) jum <2dmei= 
ben be$ $Nejferd)en$ , nn*ld)e$ man wie eine 
(sdnreibfeber beim £d)reiben*) jnnfdKn ben 
Singern balt. £afi man ba* 2flefferaVn fi-fter 
halten mu§, aU eine geber, »erficht fia> 
rcobl t>on felbft; benn man mujj ben 3ug 
jrcar mit leichter £anb ausführen, aüein er 
fei babei boeb fraftig unb tief genug. ®e* 
naue «Oorfd>rtftcn (äffen fid) biefür nidit geben, ba eine gute gü> 
rang bei Keffer* nu * ^ ut ^ längere Uebung erlangt werben 
lann. gür ben Anfang unb um bie gübrung bed SJkjferd fennen 
ju lernen, ift e$ ratbfam, immer nur jroei glcicfylaufcnbe ßtnien ju 
marten, unb baburch feine, jarte, ganj gleidjlaufcnbe <2trtcr)c b;er« 
aufteilen. 9tod) biefem madit man C*cgcnfdmttte unb bebt baö weg* 
junebmenbe £olj stelle für Stelle forgfältig au«. £)ic erften 
9 leid)laufenbcn Striae werben burd) folgenbc* Silb bargeflcttt: 




Man mujj bei ber SluSfübrung biefer (Sdjnirtc genau barauf atytn, 
baß edmttt unb ®cgcnfd)nitt immer ganj genau werben, baber 
muß man bie ftet* fo fachte fübren, ba£ man fic immer 

»cüig in feiner Gewalt bat; fowie bief nidtt mebr ber gaU i% 
fann man ben 3wifd?enraum jwifaVn ben Linien unb bie Siefc ber 



*) Senn man nämltc$ mit Itegenbe m 3eigefmger föreibt , rc-a* |tt 
werfen tfi! 



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©dmitte nicht mebr gehörig treffe« , unb würbe baburd) leidjt bie 
ganje 2(rbctt üerborben, jumal wenn man babei noct) in bic Guer* 
Unten f^neibet. 9Jian muß ba« SDcejferchen namentlich bann ganj 
in feiner ©ewalt ju behalten fudjen, wenn man ber Sange ber 
£oljfafem nad) fdmeibet, ba e« namentlich al«bann gar ju gern ju 
tief in ba« #ol$ einbringt 2lüe ©teilen, welche ergaben auf ber 
#oljplatte fkt)en bleiben, muffen in ber 2lrt glatt gegen ben ®runb 
gefdmitten werben, baß bie erhabenen ©teilen unten eine möglichft 
breite 93aft« t)aben, weil ihnen bieß bie nötige geftigfeit »erteilt. 
2öie bieß beißinien ju gesehen t)at, möge t>on obenfrebenbem SMlb 
bie jweite gigur geigen, bei welcher ber 3wifd)enraum fdwn ab- 
gehoben ijt. 

93 ei f rammen Sittiett wirb in ber Siegel t>on ber ßinfen 
jur 9tcet)ten gefdmitten, weil man babei ba« Üttefferchen am ct)eften 
in feiner ©ewalt t)at. 3ur gleichen 3eit , wahrenb welcher man 
ben ©chnitt aufführt, wirb bic #anb unb bie platte in entgegen* 
gefegter Stiftung gebrebt. 9tur baburdj, baß man bei frummen 
fiinien auch bie platte cnrfprcchenb brebt, tonnen fie ©cfpmntg unb 
ßeichttgfeit erlangen. #icbei fuib bie #auptfd)nittc juerft ju mdct)en, 
barauf macht man bie ©cgcnfcfynitte, wobei auf ben anbern (Schnitt 
ftet« fein ©egenfdmitt folgt, bamit man ba« JDuert)olj an ben fei- 
nen (S'nbcn ber erhabenen ©teilen au«heben fann. — 3n ben meiften 
Sailen ift e« ratt)fam, baß man bei einer frummen ßinie ftet« ba* 
mit beginnt, ben tytytn Weil au«$ufchneiben. — 8ei ßinien, welche 
nur leicht gebogen ftnb, ift ba« ^Drehen ber platte nicht gerabe 
nötfu'g, inbem in biefem Sali ba« drehen ber #anb genügt 

83eim ©dmeiben frummer ßinien, bei welchen ficr) bic beiben 
(Snben fein »erlaufen, wirb ba« 4>olj an benfelben allmablig (»er* 
jüngt) weggenommen. — ■ ©oll eine 

SitfeiKttte 

gefchnitten werben, wa« beiläufig gefagt nicht fo leicht ift, fangt 
man an trgenb einem $unft, welker geeignet erfcheint, an, unb 
führt ba« Keffer mit fefter, fichercr #anb runb herum, wobei ber« 
•fetbe fo fein muß, baß er überall gleich fchief unb gleich tief ift. 
SDer ©egenfdmitt wirb in ähnlicher Üffietfe oon ber entgegengefefcten 
(geite gemacht, £aß ba« £ol$ mit ber^anb gebrc()t wirb, oerftcht 
fich wohl i>on felbft. 

£at man concentrifcheÄreife jumadjen, fo beginnt man 
in ber «Witte unb fübrt bic ©dritte in berfelben Steife,, wie bei 
bem gewöhnlichen Greife, au«. — SBet 

3 



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«tuen, toelc&e ff* Jreujett, 

werben $uerfi bie ^orijonta* 
len unb bann bie Duerlinicn 
gefdjnitten, wobei man bie 
®egenfdmittc auf gewöhnliche 
2M tnadjt Sluf bie gleiche 
Jöeife wirb »erfahren, wenn 
ftd) bie ßinicn in fducfer 9Uä> 
tung freuten. — Sic neben* 
fteljenben *>ier gigurcn werben 
am Beften manfd)aulid)cn, 
wie biefe (Schnitte ausgeführt 
werben, unb wir weiterer 
Sßorte nidjt bebürfen. 

Söei fä)attirten fiinien ift 
eine ganj befonbere 9Borftd)t 
ncttjig, benn man muß jtc 
jtarfer freien lajfen unb bann 
bie <5d)attirung burdj all* 
mabligeä ©tetjenlajfen ^erjujtctlen fud)en. (FS fSnnen bann biefe 
Linien leid)t geseilt unb boppelte barauö gemalt werben; $umal 
$owellinicn btejenigen ffob, welche am Ijauftgften jur £d)attirung 
gebraucht werben. 

yßunttirte Linien 

werben baburd) hcrgcfMtt, baß man $unad)ft gan^c Öintcn fdmeibet 
unb biefe bann burd) 3wtfd)cnfd)ntttc in längliche ober runbe 
fünfte tlietlt. 

33ci brm Sdjnctben ber Stnien muß man immer barauf feben, 
baß man ba$ üttejfer md)t ju fcnMauf=)red)t ober gar ju fdjrag 
gegen ben ®runb ber 511 fdmeibenben üiintc balt, benn im erjten 
gatt halt eS fcf»r fetywer, ben 3wifd)cnraum (ba$ £ol$) burd) einen 
(rtegenfcfynitt herauszubringen, wabrenb im ^weiten galt bie 2kf\ö 
ber ßtnic befc^abigt wirb, woburd) fte ibre feftc Stellung oerliert 
unb beim 9lbbrucfen na&gibt. 3cber <Sd)nitt fei tief genug, aber 
ja nid)t tiefer, um ben ©runb rein herausnehmen ju tonnen« 3ft 
bieß nicht ber gall, fo hat ber #ol&fchnitt nid)t allein ein fdjlefyed 
SluSfehen, fonbern es brueft fiet) manchmal aud) oon ben ©teilen, 
wclebe freien bleiben, etwas ab, woburd) baS ganje93i(b fchrentftellt 
unb öcrunftaltet wirb. 

(Sollte ber ®runb nad) bem ©egenfdmitt nidU gan$ rein er* 
fd^einen, fo rührt bieg in ber Siegel baoon $cr, baß baS Sftefferäjen 




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» 

- 51 — 

niAt mcbr fd>rf genug i% man muß cd bcß^alb auf bem Celftein 
fd>lcifcn *). 

SWandjmal fommt cd oor, baß ein #ol$plattd)en ganj ober 
bod> ftellenweiä tetd>t audfpringt, woburd) große Uebelftanbe ent- 
ftcfyen, wenn man ftd) nidjt ju helfen nxiß. 3flan muß in biefem 
Sali bte (Sdjnitte unb ©egenfdjnitte an jeber ßtnte nad) einanber 
maaVn unb ba* £olj nidjt in ber ganjen Sange ber £oljfafer 
tx>cgnelmten, ba bieß erjl nad$er unb nur ftücfweife gefd^cn barf; 
ober man macfyt juerft alle gewöljnltcben Sdjnitte unb bann bie 
©egenfdjnittc, wobei man baö (Snbe einer jeben ßinie m5glid>ft 
fdmrf unb etwa« tiefer als bte Dberftadjc bed £ol&e3 $alt, auf 
wcWjcS fxe ju fteben fommt. Gilbet man alle ßtnien unter 2ln* 
wenbung biefer ^orftdjt, fo fann feine ausbringen, jumal wenn 
man 8a)nitt unb ©egcnfdmitt am (£nbe ber ßinien ber Sange ber 
£ol$fafern na$ madjt. 

Sa* <5cfmeften eine* SBinfel*- 

45>^t man einen ÜÖtnfel ju fdmeiben, ober überbauet einen 
$unft ju bebanbeln, wo $wei Linien oon oerfduebenen 9iid)tungen 
jufammenlaufen, fo muß man bei bem güljren be$ Sföefferdjend bc- 
fonberd aufmerffam unb oorfidjtig fein, inbem man namentlia) bic 
£pifcc fcnfrcd)t fübrt, wad baburd) bewerf ftelligt wirb, baß man 
3lrm= unb «franbgclenf attmaltg in bie £blje biegt, um bie anftoßenbe 
ßinie nia)t mit ber (Edmeibe ju öerlcfcem 

SoppeHtmen ju fdmeiben. 

$at man, wad gar tyauftg sorfommt, $)owelltnien ju fd)nei* 
ben, fo thacfyt man juerft eine einzige ßtnic, welche fo ftarf fein 
muß, al« beibe Linien jufammen in ber breite fein follen. 3n ber 
Siegel madjt man bann bic äußere i>iel ftarfer alö bic innere: wie 
tiefe nun aud) gemad)t werben mSgcn, immer unb unter allen Um* 
ftanben muß man bei biefer Trennung ba* SWefferd)en beim <3djnitt 
unb ®cgenfd)nttt febr leidet führen, benn fowic man bieß eine ßinie 
lang nidft tlmt, fdjncibct man ben guß ober ben ^opf ber ßinie 
ab. $>cr 9lu$fdmitt, jwifd)en jwet folgen ßinien ijt natürlidj weit 
nidjt fo tief als ber gewobnliaV edmitt, cd ijtbreß bei ber geringen 
m ©reite be« 3wffd)enraum6 jwifd)cn ben beiben Linien auaS gar nia)t 
' notbig, ba er fid) md)t abbrudt, fonbern rein weiß erfdjeint. 



*) 3"ui £rt>ärfen t>er Snftrumente tft nur ein fogenannter Del Hein 
brau et bar. 3P?an lauft frtcfclben in SBertjcugbanblungcn unter tiefem 
Warnen, unb gic&t beim © Warfen Del auf, wie beim gewö&nltä)en 8d>leif- 
ttein Gaffer aufgegoren irfo CW tf* rat^fam , nur fetrted Del baut ju 
»eronircn . t»a *a* gewb&nltcfce lcta)t eine Jtrufte auf ben Stein gibt. 

3* 



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5$cnn jwifäyn $wei Sangelinien — 3tttföenlintcn (Cuerltnien) 
ftctyen, fo mufj man juerft £dmitt unb ($egenfd)nitt nad) bcn £angd« 
(inten führen, unb fyernad) burd) einen Cuerfdmitt unb @cgenfd)nitt 
bic Linien herausgeben fuct)en. S3ci 

SUietlinicn olme 2Jttfd)(u#, 

b. tj. fot^e, welche an ben ©eitert ntdjt burd) Sangelinten eingf« 
faMojfen ftnb, mufj man bic Cuerlimen juerft berauät)^«/ wenaet) 
man an bereu beiben ©nben jwei ^ait^tfc^ttitte anbringt. 



5lüe runben unb oralen Linien ftnb am fdjwcrften ju fämeW 
ben, namentlich wenn bie ©ogen unb Sixfd fct)r ((ein ober furj 
gezwungen ftnb; inbem bte Jßreite be$ Sföeffcrcbend babei febr bin* 
berltö) ift, unb bie gübrung beffclbcn bie grojjte Slufmerffamfeit 
erforbert. 2Jtan mufj mit bemfelbcn namtia) fet)r oft abfegen unb 
bad $ot$ burd) €>d)mttc unb ©egenfdjnitte atlmalig tyxautytbtn. 
£a& ©djwanfen beS 9flc(fer$ unb bte ^ol^fafern maä)en btefc Arbeit 
oottenbö fcijwierig. 

(Sowie baS üfleffer jtt breit ift, mufj ber SRücfen beffclbnt 
namentlid) bei bid)tftct)enbctt unb Keinen hinten, welche furj ge^ 
fdtwungen ((rumm gebogen) ftnb, bie ßtnien »erberben, fclbft wenn 
man noch fo oft abfegt, befjljalb t)a(te man ba&u eigene, meglid)ft 
fdmtalc SJlcff cremen unb arbeite mit benfelben üorftd^rig. 

$)a$ ©cbwanfen bed 3D<cffer$ ift ein Ucbetftanb, beffra 
SÖcfeitigttng grojjtentheflS in ber Jhaft beä ^oljfdjnciber* liegt, wenn 
er eö namlta) $u fdjwad) t)alt, ober wenn bie itltnge $u weit über 
ben ©riff oorftet)t, ober wenn bie Glinge ju fchwadj ift. •©chwanfr 
alfo baS Keffer auf eine nadjthcilige SGBeifc, fo ift ju ermitteln, 
worin baffelbc feinen ©runb tyat unb biefer Uebelftanb 511 befeitigen, 
ebe man weiter arbeitet. 

©ine gcfd)i(fte pbrttng beS Keffer« fann bte £inbcrniffe b«- 
feitigen, weldje bie §ol$fafcrn entgegen fiellen, jumat wenn man an 
folgen ©teilen, wo biefi ber Sali ift, ftatt be$ gewöhnlichen folgen- 
ben ©djnittcö einen (Skgenfdmitt mad)t ober ba$ Keffer etwa* auf* 
rechter fSfyct — ©oütc bie QHefferfptfec beim ©cgenfdjmtt im 3nncrn 
ber oft öorfommcnbcn 3irrVt(tnien ju tief in baö $olj einbringen, 
fo wirb bie platte gerabe in entgegengefefcter «Richtung gcbreljt, unb 
ber ®cgcnfdmttt etwaö obcrbalb be$ gchlfdmittd angebracht, inbem 
* man aU fotogen einen gewöhnlichen (Schnitt ma*t. 



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- 53 - 

3cf>ttnmg¥eitett bei #d) frcujcnben Linien. 

33te #erftcllung fronet, reiner S3ogenlinten tjt nur burd} 
längere Uebung unb bei groger Slufmcrffamfeit mSglid). £ie ba» 
bei ju beobafycnben Regeln ftnb, bag man ba« Keffer weber 
tief nod) ju fdmell fübren barf, fonft werben bic erften ober bic 
fotgenben ©djnitte triebt unb etyc man baran benft, Dertcfct, was 
ein groger geiler ift, ba alle burdjfdjnittcncn Linien bei bem barauf 
folgenben Äreujfdmitt au*fprina,en, fomit gan$ »erborben werben; 
foütc ba« £olj eine fo gute Skfcbaffcnkit fiabcn, bag eö ntebt 
audfyrange, fo flogen im günftigften Salle bie ßtntcn nid)t gan* 
jufammen, unb bic ganje Arbeit erfdjeint uiwoüfommen un* 
mangelhaft. 

Siefen Unfällen fmb am meiften bic ftd) in ©ogenforra 
freujenben Sitnicn unterworfen, namentlich wenn fie in fdnefet 
9tid)tung taufen. Um bieg ju oerbtnbern, mhg man bie erften 
Quitte fo Diel als mogltd) quer buvd) bie $cljif afern jieben, 
wabrenb bie Äreu&fdjmtte burd) bic Sange ber Ooljf afern taufen.— 
3um 8d)iteiben fdjöner 

&reti$lttttcn 

Kirf man ftd) nur eined Sfleffcrdjcn* bebienen, beffen gpifoc meg* 
ttd) fdjmal ifl, benn fowic bieg ntebt ber Sali wäre, würbe beim 
©cgcnfdjmtt ber Ärett|ttnte bic 9Kejferfdmctbe fteber bic ßinic »er- 
le(jen, auf wctdje fic lauft; inbem biefer $bcil (bie *on bcnßrcuj» 
Ünien gebilbeten Cuabratc) in ben meiften Sailen fleiner fein wirb, 
at<5 eine balbwegS grogc Glinge breit ift 3u glciayr 3cit würbe 
ber 9cü<fen bc$ «Keffer* nod) biejenige Sinie befdjabigen, auf weta> 
et flogt. — Sic 

Winkel oon (lumpftn öterecken (i^omben), , 

»etye burd) Äreu^linien gebitbet 
»erben, mug man mit ber grogten 
©orftdjt unb (Sorgfalt auöjtynciben, 
fonft werben fte ntdjt fdjen, ba ftc 
eine Arbeit mc^r oerunftalten att 
jieren, wenn fte ntdjt fd>on ftnb. <£d 

ift namentlich groge 31 ufmerf famfett erforberltd) , wenn man foläV 
Ärcujlintcn in gregerer SlnjaM wn gleidjcr Starte f^neibn mug, 
um babura> einen glcidjmagigcn Son beroorju bringen; benn ift ein« 
biefer ßinien nur im ©ertngften fa>ad)cr o*cr jtarfer at* eine 
anbere, fo ift bieg fe^r in bie 2lugen fpringene- unb oerberbt bi* 
ganje Sd^attirung, weldfc baburd} bewerf ftcll igt werben foll. 




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- 54 — 

(Mitftekn burd) bic äreuAfdwaffirung fo grogc SlMerede, baf? pe 
% nity auf ein SDtal au<*geboberi* werten fbnncn, fo bat man biefj 
burd) eine fdjragc, heujenbe ^tnie ju bewerf ftclligen. £tejj wirb 
ocranf(baultd»t burd> bie jweitc %'\$ux unferer auf Seite 50 gege* 
benen Slbbilbung. 

©tc Iluofubttm^ »Ott Sittel* unb ^pitaUinien 

ift ungemein fd)wer, namentlidj wenn fie »on anbern abnlidjcn 
Linien burdjfreujt werben, unb mufj man in biefem gatt bie 
v Sdmitte ber fid) burdifrcujcnbcn frummen Linien einen nad) bem 
anbern auf zweimal madjen, ebenfo bie $egenfd)nitte, b. b. man 
fdmeibet je jweimat oom 2)Jittetyunfte aufl unb jebcö SDicrecf befen* 
ber* (ein* nad) bem anbern). 

Saufen bie &rcu&tinicn nur einfad) unb fd)r5g über fammt- 
(tcfye 3irfellinien weg, fo mad)e man ben Anfang ymadift auf 
einer Seite mit allen fdjragen, freujenben Vinien, unb fübre Schnitt 
unb Öcgcnfdmitt fo »orfid>tig auö, bajj bic ftd) freujenben SixUU 
Unien nidjt oertefct werben. • 

ftreu$fcf>rafftrunftcn. 

Sollte ba6 #olj be$ Q?ierecfd jwifdjcn ben Kreislinien ber 
Sdjraffi rungen nid)t gern bcrauägekn, weil einer ber Sdjnitte ntd>t 
tief genug gemaajt worben ift, fo mttf man mit aller £Jorfid)t 
wieber in ben alten Sd)nitt fdjneiben, bie Spifcc be$ ü?tcfl"crd etwad 
mefyr feittid) füllen, biö man ju ber Stelle fommt, wo e$ tiefer 
einbringen fott unb wo man bann baä Spandjen teid)t wirb betaut« 
nehmen tonnen. Sollte bieg ntdjt ber Sali fein, fo ift ber gcfylcr an 
bem Ü5egcnfd>nitt, ben man in gleicher 2öcife wicberbolen muß, um fei* 
nen 3weef fia^cr $u erreidjen. G5ebt man biebei nid)t febr fcorfidV 
tig ju Sßkrfe, fo wirb bie fctnie nur ju lcid)t befdjabigt, worauf 
wir um fo mcf»r aufmerffam madjen 51t muffen glauben, al$ btefe 
Sdjnitte beim $ol$fdmeiben tagltd) unb ftünblid) wieberl?olt werben 
müffen. 

£>teifad>e 2 Ar« jftruitßf it. 

£ie breifaaVn Sdjrafjtrungen fmb nod) weit mübfamer aU 
bie ebenfalls fdwn mubfamen «ftreujfdnrafjuungcn j fie bilben wofyl 
' ben fdjwerften unb mübfamfh*n £beil bed £ol$fdmcibene. (5d wirb 
babei auf folgenbe 20dfe t>erfabren: 

Bunadift mad)t man jwei gefreujte Sdjmttc, wie fie bei ber 
.ftreujfdjraffirung vorkommen; barauf mufj man nod) einen weitem 
4 Sdmitt madjen, wcld^er burdt bie oon ben oortgen Sdmittcn gc* 
bilbeten SBierecfe fdjrag oon Fintel ju Sinfel lauft, fo baf fty 



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— 55 — 



in iebcm fotaen Zäunte brei (Schnitte befinben. (sowie man Riebet 
mit um ÜÄcffcr $u tief fiiljrt, fann man ben guß bev Linien leübt 
Detlefen, wad butcfyaud oermieben werben muß, wenn biefe müfj* 
fame Arbeit mdjt ganj wcrtfylod gemalt werben foll. Um bic 
®egenfa)nitte audfübren unjo bie brei ertraffirungen berjicUcn ju 
fönnen, ift cd notyig, baß man in jeben ber «einen cingcfäloffencn 
Säume abermald brei ®cgenfd)nittc maebt, wobureb in jebem Vierer! 
jwölf ©djttttte gefa^cn. £tebei beftebt bie größte £^»i«iftWt 
barin, au* ben Ueinen 3wif*enraumen bad $ol& f>eraud^cbcn, 
olme baburd) bie fiinien, reftefttoe bic ed)raffirungcn au^uiyvcngen. 
3um Verbitten btefcd großen Ucbelitanbed ift cd febr wefentlid), baß 
man fämmttidp edmtttc mit ber größten öotfi^t audfübrt unb 
bei ber folgenben gigur bie brei 
erften ^cfynitte ber Gbiffre A , B 
uno C juerft ganj leid)t mad)t, 
(cd barf babei nur fcljr fdjwad) 
auf bad ÜÄejfer gebrürft werben) 
2>cr ($)cgcnfd)nttt bed SDrcietfcd D 
wirb auf eben fo leidjte SÖkifc 
audgefütyrt; bcrfclbe tbcilt bad 
SDierccf oon einem SGÖinfcl $um 
anbem in jwei Hälften unb wirb 
redete unb linfd oom S3ucfyftaben 
aud gcmad)t. SDtc anbere Hälfte 
C wirb mit ber gleiten &d)tfamfeit gefdmttten, unb ift btebei an 
bem obern £tyeil biefcö SBudjftabend anzufangen, inbem man an 
feinen beiben (Seiten Schnitte ausführen muß. £ie ®cgcnfdmttte 
ber beiben £reiccfc D E werben abwedtfelnb einer nad) bem anbern 
gemalt. 

5öir fjaben jwar fo eben gefagt, ba§ bei ber britten gerafft- 
rung ber britte £dmitt bie iUcrecfc oon einem 2$infc( &um anbern 
fdjrag burdjfdmctbcn muffe, allein cd ift bieß bod) aueb wiUfürlid), 
benn manchmal fommt cd aud) oor, baß biefer edjm'tt mebr auf 
bie eine ald auf bie anbere £eitc fommt, unb ocruvfadjt bann 
bie £tarfe, welche ben beiben erften flreu&fctyraffirungcn gclaffen 
werben muß, baß man in einigen ber Sretccfe feine ober nur ganj 
fa>adje ©egenfe^nitte mad)cn fann, wie j. bei C unb D unfe« 
rer Slbbilbung. 3)tand)tnal fommt cd aud) oor, baß einzelne biefer 
SDreiccfe ibre gorm in unregelmäßige 8cd)decfc manbern, unb 
werben namentlich bie gelber C nid)t feiten biefe gorm annebmen. 
3ft bieß ber Saü, fo muß man ben ©egenfebnitt ber erfteren gelber 
auf jwcimal im SBinfcl an ben beiben leiten tcr gelber D unb 
an ber Unten 8ette bed Söudjftabcnd C auf brei 9)cal machen. 
Sin mannen Stellen wirb ber Triangel C manchmal aua) fo Hein 




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^ 56 - 

werben, baß man nur (leine ober gar (eine ©egenfdjnitte machen 
(ann, wie e$ fcfyon bei ben Triangeln D angegeben tft. 5tn folä)en 
©teilen muß man aber ganj befonberS oorfidjtig fein, ba man 
teid)t ben §uß ber ßimen burdjfdmeiben (ann, namentlich wenn 
man ba$ Keffer etwa« ju fetyief tyalt ober ein wenig ju tief fdmei« 
bet. @t)e man eine Arbeit mit bretfadjer ©djrafftrung ausführt, 
übe man ftdj in biefem 3wtge ber «&olsfdmeibe(unjl ganj gut ein, 
fonjt (ann man aüe ßuft unb ßfebe baju oerlieren. 

S3ei £ofy"d)nttten atterer SWeiftcr finbet man ntdjt feiten fünf 
biö feä^d Ärcujfd^raffirungen übereinanber gelegt, e$ ftnb foldje aber 
nidjt metjr wie bie gewöhnlichen Jtreujfdjraffirungen , aud freier 
£>anb gemacht, fonbern fte werben oortyer genau oorgejeidmet, fonfl 
ocrliert man ftd) in 3rrgangen aller 2lrt unb leijtet in ben Sc^raf* 
ftrungen nur ganj fd)led)te Arbeiten. 



£at man $reu$fdjrafftrungen fertig gefdjnitten (ot)ne Unter* 
fd)ieb, weldser 2lrt fte angeboren), fo werben bie ©teilen, wo fte 
aneinanber flogen, leicht mit bem gingernagel eben gerieben, um 
fie wieber oollfommen fo feft ju macben, baß fte unter ftd) einen 
Körper btlben, welcher ftd) gegenfeitig unterftüfct. Uebert)aupt ifl 
biefeö (5benffreid>cn überall ba an$uwenben, wo ein ober mehrere 
3üge aneinanber flogen, ba e$ oft bei ber größten 33orfta)t nidjt 
oermieben werben (ann, baß ba$ SDfeffer etwas einfdjneibet , waö 
fid) beim $lbbruc( bcmetfltd) matten würbe, wenn biefe SÖorftdjt nic^t 
Slnwenbung fanbe. 5flan (ann baburdj ftatt eines fe^leroollen einen 
guten 2lbbruc( erzielen. — ©ei bem 

2 eh neiben gatt) feiner &d>attivum\cn , 

welche bei mannen 3Hdmungen unoermetblid) ftnb, ifr befonbere 
Sld)tfam(eit barauf ju rieten, baß bie ©rcnjtinien ja mdjt oerlefct 
werben. Um Riebet mögltcbfr ftdjer ju'2öcr( ju ge^en, maebt man 
junad){t ber ganjen Sange ber 8dj a ^ run 9 nad) einen feinen, leisten 
tetttfdjnitt, ^amit man oon biefem an bie (leinen Ouerltmen mit- 
telft eine« egalen ©egenfdmttteS oon ber entgegenjfrljenben §aupU 
linie an audbeben (ann. $er ßauf ber ^oljfafern muß babei bc« 
fonberä berürfftdjtigt werben, fonfl foringen bie feinen ßinien gat 
$u gern au«. 

tynirt tiven 

(ann einem niä^t fetjr geübten £oljfd)netber große £tnbermffe in 
ben 2Bcg legen, unb gebort mit ju ben fdjwcrften Arbeiten, weil 
nur ganj runbe unb gleichmäßige fünfte fä>5n ftnb, biefe aber gar 
in gern oon i^rer SöaftS abbringen, wenn man nur ben geringen 



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. - 57 - 

Schnitt madjt. #at man ganje Leihen oon fünften neben- 
einanber ju ffytetben, fo tft cd am beften, man mad)t juerft Linien, 
unb trennt biefe nadlet in ber 5lrt in fünfte, baß biefe abwed)** 
lungdwcifc (im Jtrcuj) unb jid) nia^t gegenüber fteben, weit ftc 
baburä) weit metjr Scftigfeit erlangen unb fia) beim £rucf gegenfeitig 
unterftüfcen. 

fünfte in fdjwarjen ®runb (bie atfo weiß erfä^etnen 
follen) fmb fetyr leiaM ju madicn. 9J?an bebient fid) baju etneä 
fpt^cn 3ftefferd)en$ , fefct e$ fenfredjt an, brüdt ganj teidjt 
barauf unb brebt ben #o!$jtocf fo lange barunter im Greife berum, 
btö ber Umfang be$ $unfteö groß genug geworben ift. (Sollte 
berfclbe nidjt tief genug werben, fo wirb er auf biefelbe SCBctfc mit 
einem Stift nod) tiefer gemad)t, olme baß baburd) ber Umfang oer* 
größert wirb. 

Sei bem Sdjneiben erhabener, b. ftd) fdmnirjbrucfenbcr 
fünfte ift e$ ratsam, baß man juerft eine foldje fcinie aufbebt, 
an weldje fia) anbere anflogen; man fann Übrigend aua) bamtt 
anfangen, baß man alle Cuerlinien auSfdmribct unb bie Späne 
flehen laßt, bid man fidj ^tiefet auf ein 2)ial mitteljt eincä £aupt» 
fdmitteS au^ebt, 

Slttlettuttß jum Schneiden ganjer ^tgiirctt* 

SDenn man ganje giguren auf bad^olj ju fdjneibcn beginnt, 
waö erjt gefdjeben foll, wenn man jid) burdj längere Uebung in 
ben einzelnen baju gebogen $beilcn eine größere Uebung erwor* 
ben tyat, fo muß man benfelben, wie fte aud) fein mögen, immer 
unb unter allen Umjtanben juerjt bie innern $bctle aufarbeiten, 
unb bie Umrijfe gar nidjt berübrm, biefe werben fctclmebr erft 
jutefct gemadit, um in bem außen jteben bleibenben $ol$ ben Umrijfen 
einen #iuterMt $u geben, welker biefelben oor Diiebcrbrücfen, 2lu$« 
fpringen unb anberen abnltdjen 3ufatten ju bewahren. 

Sollen bie äußern Umrijfe mbglidjft fdjbn unb ftdjer gefdjnitten 
werben, madjt man an allen an Sdjattenparttcn (toßenben Stetten 
nur einen Sdjnitt unb einen ®cgenfdmitt, tyebt aber ba$ £olj nte^t 
au«, weil nur ber eine ober ber anbere biefer Schnitte baju bienen 
fann, bie #erftellung ber Sdjattenftcllen leidster &u machen; foater 
werben bic jtarfern Umrijfe normale mit einem jtarfen Keffer ge« 
mad)t unb baburdj bie weitere Arbeit jur ®runbau$bebung bei 
platte vorbereitet liefen tefctern Schnitt madjt man breit unb 
tief, um mit bem nad) biefem anjuwenbenben Stcdjbeutel ober bot 
9R6t)rc bie 3«dinung ntebt ju »erleben, wa$ ein großer Stäben 
wäre, namentlich wenn biefelbe febon ganj audgefübrt ift. SDieß 
würbe aber faft immer ganj beftimmt gcfcfyeffen, wenn bie $ol&fpan« 



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nur nod) etwa« an ber gefdjnittencn fiinie b>ngcn würben, unb 
tonnte man biefem gctvig nid)t geringen Uebeljtanb um fo weniger 
vorbeugen , ba man bei Sprung biefer beiben 3nftrumentc nie 
ganj $err bet Solgen ift, namentlich wenn bie £oljfafern gleidj* 
tnafjtg laufen. 

3jt bie (£infaffung6linie einet 3?id)nung febr fdjwad}, fo tnuf 
man an bem Innern %ty\U berfelben einen (Schnitt machen, etye 
man bie baran ftofcenben Steile ber 3*idmung aufarbeitet. (Sin 
©egenfdmitt barf babei aber unter feinen Umftanben gemadjt »er» 
ben, inbem ein foldjcr bie 3eidmung oon ber Umfaffungölmic burd) 
einen weifjen $aum trennen würbe, ber oft gar nicfyt jam ^ßlafce 
wäre unb ba$ 3Mlb oerunjtalten würbe, tiefer eine Schnitt, welker 
gemacht werben foll, bat blo$ ben 3n>ecf, ber 3eid)nung ®ren$en 
$u fefcen unb bei bem SDcacfyen oon ©egenfdjnitten ba$ Aufbeben 
be$ 4>ol$e$ ju erletdtfern. Ueberbief werben baburdj 2(u$fpren* 
gungen bed #olje$ an ber (Sinfaffung oermieben, fo ba£ biefc nad)* 
ber ganj fd)ön unb olme Sttafel fycrgeftellt werben fann. — 3um 
<bd)neiben einer 

doppelten (Stttfaffimg 

mujj man biefe genau oorjetdjnen, unb juerft btejenige auf bie fo 
eben angegebene 9lrt fdjneibrn, welche bie 3«dmung berührt. 9laty 
biefem beenbigt (oollcnbet) man ben Sdmitt ber platte unb mad)t 
tic innere (Stnfajfung an allen (Stellen, wo eä bie 3eidmung gc« 
bietet, frei. 9ßad) biefem ift ber innere Sdjnitt bet ^weiten (£tn» 
fajfungälinie ju machen, worauf ber ®egenfdmitt ber erjtern folgt 
£urdj 2lu$heben beä babei gelösten #ol$e$ werben beibe ßinten 
*>on einanber getrennt, unb Utibt nun ntd)t$ mebr übrig, als aufjen 
bie Umfajfungöfinie frei gu mad>en, wa$ in bet Siegel mittclji &b« 
fcfyarfenö ber platte felbft gefdjtefyt. ♦ 

Prüfung cttie^ fertigen «$otjfd)ittttc3. 

Um einen £ol$fd)nitt gehörig prüfen $u for.nen, ift e3 Dor 
2Wem not^ig, baj; man mit (Sorgfalt einen Slbbruef bafcon macht. 
(Sollte fiety babei ergeben, baf einige Linien ju ftarf ober ju fdjarf 
fommen, fo mujj an folgen (Stellen uaebgebolfen werben, nament* 
lidj wenn folcbe fefyr lid)t fein follen, wo berartige gebler am 
tnetften in bie 5lugen fpringen unb am (törenbften wirfen, nament« 
lieh bei freiftebenben 2(n{cn. 

3ft irgenb ein &beil ju fc^wacb (ju fein) gefdjmtten, fo fann 
man fetywer belfen. S3ei einem groben geiler biefer 5lrt bleibt 
nldjt* anbere* übrig, att bie stelle aufbeben, ein frifdje* (Stücf . 
dnjufe^en unb bie ganje fehlerhafte (Stelle normal« ju &eid}ncn 
unb frifch &u fc$neibem 



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SScrfceffeninq au*$cbvod>enev Stellen. 



d« fommt fctbft bei bem geübteften £oljfd)neiber manchmal 
t>or, baß ba« Keffer ein »ewig auefyringt, — ein Seilet, ber 
ofyne (Stnfefcung eine« Stüefdjcn $olje« baburd) wteber ocrbcjfcvt 
werben fann, baß man naa) redjt« unb Itnfd bie l'intenoberpdje 
etwas abnimmt unb nad} biefem wieber auf bie breite einfd)neibet, 
weldje fte baben folt. £ieburd} werben oberjlaefylidje 2lu«fprünge 
gan$ befeitigt; fowle biefelben aber tiefer gelten, genügt biefe« 
Littel nidjt, man muß oielmefyr bie fa)abljafte Stelle au«beben, ein 
frifdje« Stüddjen £ol$ einfefcen unb wieber frifd) fdjneiben. 

Slitdfcfme&ctt &e$ @ruttfce$ einer platte 

erferbert jwar feinen «ftünftler, aber fefjr x>iel medjantfdje fteriigfeit 
unb eine fefte #anb. £abet muß man ned) außer orbentlid) »er* 
fid)tig ju 2Berfe geben, wenn ber £oljfd)nitt nfd)t befdjabigt werben 
foll. Um biefe 9lrbeit auf bie leiefytefte unb jid)erjte9lrt auefübren 
in tonnen, ifi bie 93eobad)tung folgenber Regeln notbwenbig: 

3uerft madjt man ben fetyon erwabnten ftarten Sdjnitt um bie 
Sutern Umrijfe, unb befeftigt barauf bie #oltflatte gut, worauf 
man einen ber oerfdjiebenen Steefybeutel (biefelben finb oben bei 
ben SBerf&eugen juerft abgebtlbet) jur £anb nimmt, unb benfelben 
fo ergreift, wie bie folgenbe SIbbilbung e« jeigt; 

3ur $erbeutltd)ung führen wir 
nod) an, baß man ben Baumen auf ^ 



wa^renb ber Ringfinger auf bie ab* w ^^^Cs 
gefebnittene Seite be« ^efttnopfe« 

fommt, unb bie Spifce be« f (einen ginger« hinten anfefyüeßt, um 
bem Snftrument einen fejtern 2lnbalt«v>unft in ber $anb ju geben, 
#at man ben Steajbeutel auf biefe 5lrt feft in bie £anb gcfaMojfen, 
fo ftflßt man mit bemfelben etwa« fdjrag unb nur in geringer $icfe 
in ba« #olj, unb wafyrenb man bie #anb ein wenig nadi> bem 
Körper bewegt, $ebt bie redete Spifce be« Stedtbeutel« ba« $ol$ 
ab. — SDurd^ fortgefcfcte at)ntte^c teilte Stöße wirb ba« £ol$ cb= 
geboben; e« entftebt baburd) aber eine ganj unebene Cberpdje. 
?llle biefe Unebenheiten werben burd) leichtere Stoße unb am (Snbe Mo« 
bur<§ Schieben weggenommen, unb ift fo fange bamit fort^ufabren, 
bi« man einen fronen glatten ®runb f»at. 9lm fdjwierigften ift 
ba« 9lu«$eben wn Weinen, eefigen Stetten, bafyer übe" man fta> 



bie Bringe be«£efte« unb ben au«* 
geftreeften 3eigefinger auf bie Seite 
rer Glinge legt; ber Mittelfinger 
wirb gcfd)lojfen auf ba«#eft gelegt, 




tyerin juerjt genügenb, etye man ben ©runb einer Arbeit oon 
SBettty anhebt unb ebnet. SDRan muß ftd) babei befonber* tyfiten, 
mit bem grabfdmeibigen 3nftrument feinen ^djaben anjuridjten. 

$er boppelte <Stcd)beutel finbet ba Anwenbung, wo 
man ganj ftumpfe unb winfelige Stetten ausgeben Ijat. 

2>ie platte föbbre wirb benüfct, wenn e$ ftdj um Aufar- 
beitung ber innern runben Einten tyanbelt, wabrenb bie tyoljle 
fRtyxt jur Anwenbung fommt, wenn bie äußern Steile folget 
gebogenen unb gewunbenen ßinten entfernt werben fetten. 

3c größer bie leeren (freien) gelber einer platte ftnb, um fo 
tiefer muß man btefelben aufarbeiten, fonft fann bie Söalje bei 
bem Auftragen ber S3ud)bruderfd)war$e leicht- ben ©runb erreichen 
unb garbe jurüdlaffen, weld)e ftd} bann mit bem (Erhabenen bed 
£o($fa)mtte$ abbrueft, jumal wenn ba« 2)rucfpapier weid) ift unb 
bur* ba$ bem $)rucfe oorangeljenbe Anfcudjtcn aufgebt, woburdj 
bie Abbrücfe jtemliä) wertfylod werben würben. 

(Steden SÖucbftaben, <3afylen ober fonft (leine Streite in ber 
9ttitte einer großem leeren gladje, fo barf man ben guß (bie SkftS) 
berfelben }a ntcfyt $u breit mad)en, fonft wirb fxc leitet oon ber 
SDruderfarbe befdmtufct, was faft immer auf baS Rapier mit über* 
gefyt unb ben Abbrud oerberbt. 

©ie^tman, baß ba$3nftrument ju tief in bie «S>oljf afern einbringt, 
fo muß man ef fdjleunigft jurüdjtefyen, bamit burd) 2Beiterfpringen 
fein größerer Sdjaben entfiele. Um bieß überhaupt ju oerfytnbern, 
wirb am ©nbe be$ <Spand mittelft eines SdmitteS berfelbe herauf* 
genommen unb eine ebene glad)e berjuftetten gefugt 

©ollte ftdj beim Abbrurfen tyerauäjtellen , baß einjelne ßtnfen 
ju fdjwad) gefa^nitten finb, fo werben biefelben am leidjteften ba= 
burd) oerftarft, baß man fte mitteljt einer ebenen metfe lar ti= 
gen 3ietyfltnge, tote fte tyier abgc* 
bllbet ift, oerft&rft, inbem man mit ber- 
felben möglidjft gleidjmaßtg nad> ber 
£oljfafer auf ben ßinien ober $ufd)wa* 
djen (Stellen Innfü^rt. 3u oiel barf 
^ieburd) natürlich ntdjt oon bem £ol& 
genommen werben, fonft werben biefe 
Steile in nieber. 

Sollte ftd> hingegen ergeben, baß einzelne ßinien ober anberc 
Steile iu ftarf ober ju ^art waren, fo fajneibet man fte, wenn ed 
ber 3Jcü> wert!) ift, mit bem Keffer etwa* formaler, ober man 
nimmt mit einer gebogenen, meifelartigen 3ie^flinge 
(bie jweite gigur auf oorfte$enbem S3i(b) etwa« oon ber Dber* unb 
©eitenfladje ab. — ©ol<$e ©teilen unb gigurrn, welä)e fünfter 
evfdjcinen follen, als anbere Partien, werben eben fo befcanbett, 




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I 



61 



namentlich ber $mtergrnnb, welker auf bicfc SBeife ganj per* 
ftcftiotfo) wirb. 



(gtttfefeett *on ^oljjlätf cfccn in bie platten* 

Senn größere Ratten gefchnitten werben follen, fo finbet man 
fetten ein fotcheS «&otj, welches burcbauS fehlerfrei uub in allen 
feilen jum ©teeren geeignet ift. 2ln fola)e fd)abhafte ©teilen 
nun muß man gefunbe ©tücfe $ot& etnfejten; ebenfo an fold)e, wo 
baS #ol$ währenb beS ©dmeibenS auSfprang, *baS SRejfcr ausglitt 
ober anbere ähnliche gebler oorfommen. 3u biefem 3wede meifclt 
man $una<hft mit geeigneten ©lecbbeuteln ein £od) in bie platte, 
wobei man bie ©dmeibc beS SnftrumentS ftctö nach ber feblerbaf* 
ten ©teile $u rieten ^at unb fidj in 2ld)t nehmen muß, bie fcfyon 
gefd)nittenen ©teilen auf feine SEBeife ju oerle&en. <£)ie SBanbe * 
beS ßocheS müffen ganj fenfrecht laufen, ja eS ift beffer, wenn fic 
unten etwas unterjochen (weiter als oben) ftnb. Sftach biefem 
fchneibet man ein ganj gefunbeS ©tücf £otj genau fo groß, als 
baS ßodj ift. (SS muß fo genau in baffelbe paffen, baß nach bem 
(Srinfefcen beffclbcn nirgenbS ber geringfte 3^ifc^enraum $u 
entbeefen ift. 2Jcan macht eS etwas fyöber, als baS ßod) tief ift, 
unb ift es mittelft ganj gleichmäßiger ^)ammerfä)lage einzutreiben. 
5öenn man auf ber untern ©eite etwas ßeim anbringt, fo fann 
bieß nicbtS oerfdjtagen. $)en oorftetyenben tytii bes eingefefcten 
©tüdeS nimmt man mittelft fa)waa)er ©töße mit bem ©tedjbeutel 
ab, unb glättet tyn nachher mit ber 3itytlin$t, bis 2WeS wieber 
eine ebene glacfje bilbet 

©oll eine platte an ihrem JRanbc getieft werben, fo muß 
man ein feilf6rmigeS ßod) in ber Slrt in bfefelbe fdmeiben, baß 
ber innere %f)til beffelben nach außen lauft, ber breite aber nad) 
innen. £>aS (Sinfefcen unb (Sbnen geflieht auf bie fo eben ange* 
gebene 2lrt — (SS bürfen aber biefe einjufejjenbcn #oljftücfe ja 
niebt ju groß fein, fonft fbnnen ftc früher ober fpatcr baS 3er* 
fpringen ber ganjen platte herbeiführen, — £aß bie %ty\U biefer 
einjufefcenbcn ©tüdc gleichlaufcnb mit ben 3ahren ber platte fein 
muffen, oerfteljt ftd) wohl öon felbft 



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Stellung bet S&anbe heim SluSbeben bc$ ©ntttfce* 
bet ^oljfctwttte un& beim @bnett. 

£)a« 2lu^ebcn be« 

®runbe* unb baatfb* 
nenbcffelben,fowieber 
ringefe^ten Stellen er* 
forbert eigene £anb* 
griffe, bie mit bem 
i&ratnren nabe Oer- 
wanbt fmb. £a* fefte 
Sluffe&cn be* Bau- 
men« bei biefer Arbeit 
gibt bem aanjen @tt# 
eine jcldje StaVrtycit, 
baß man fein Haarbreit 
tvetter ftitfjt, att man 
eben null, äöenn ba« 
£eft baran vunb t fr 
unb im hatten ber 
£anb anftebt, fo bat 
man im £rucf unb 
Stojj eine arof c gor^e. 
3e ftarftr man aber 
prü<f t, um fo 
fejter muj? 
man ben 
<Daumen auf* 
fefcen unb um 
fo oorfid)tiöer 
mufc man 
fein, bafc ei- 
nem bad3»' 
frrumentnic^t 
ausgleitet. 

» 

2Hefc ^aubfredungen fottten genau jtublrt unb im©ebad>tnif 
begatten werben son all Denjenigen, wcldhc fid> mit bem ©rasi* 
ren unb 4>o 1} flehen (XölograpIn'reiO T>cfajfcn wollen, ba 6tid)cl 
auf biefelbe SGBetfc gehalten werben. 





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— 63 - » 



et alten Sftctftern (amen $ol$fd)«itte btefet 
2lrt befonberS ^aufig t>or, namentlid) bien- 
tcn fte jur 2)arftettung ber ^anbjetdjnun* 
ßen berühmter 3fteifter. £oljfd>nitte biefer 
2lrt haben 2lelmltä)feit mit bem garbenbrud 
ber jtupferfitdje, juweldjcm, wie $um£olj* 
fdmitt im «£>cttbunfel, mehrere platten nö* 
tfyig jiitb. — SDad Verfahren beim <8dmet* 
bcn biefer platten ift ebcnfo wie bei beit 
gewöfmlid>en 4M jfdjnitten , fo bajj wir 
barüber md)tö weiter ju jagen faben, 
fonbern nur ba$ nodj anfügen, waö bei ber Ausführung ber bc* 
fonbern statten nodj ju berücfftdjtigen ift. 

3u £oljplatten btcfer 2lrt, wo e$ fiä) fcorjügltd) um gute 
Sinnahme ber ©udjbrucferfatbe banbeU, eignet fid) guteö ©irnbaum- 
bolj bejfer als SBurholj, weil baffclbe biefen Slnforberungen am 
bepen entfpridjt. 

S3et ben ^o(jf(^ntttcn in 4>cllbunfcl finb öerfebiebene Sarben* 
tone wahrnehmbar*), ju beren ^erftcüung eben fo triel platten 
nothig fmb, ald ft<h $cne im 33Ub &cigen. £ie platten müjfen 
egal grojj fein, unb fofl man Sm'fcen oberhalb unb unterhalb ber- 
felben anbringen, in weld^c man ba$ Rapier immer wieber jteeft, 
faß« man cS nid>t oorjicht, ba$ Rapier auf ben Semr-an ber SuäV 
brud er treffe aufreden wa$ woijl oiel fürjer unb eben fo ftdjer 
tjt, unb wa$ jeber gefcfytdte ©udjbrutfcr ju tylttt im Staube ift. 
Sollte man aber bod) foldje Stifte anbringen wollen, fo mufj bieg 
mit einer fotdjen $ünftlid)fcit gefä)eben, bag fte bei ben oerfd)iebe* 
benen platten um fein #aar breit abweisen. £)teg fann baburd) 
am cbeften bejwecft werben, baß man, wenn bie Spifcen einmal auf 
bie erfte Safel gebrad)t ftnb, ftd) biefe beim Auftragen ber3eiä> 
nung auf bie folgenben platten merft, bann weiß man bei alten 
ganj genau, wo(iin bie Stifte ju flehen (ommen. 

3uerft mufi biejentge platte gefchnttten werben, weläV bie 
Umriffe be3 SBilbeS batftettt. 3ft fte fertig, fo macht man mehrere 
9lbbrüde"bat>on, unb brtteft auf jebe platte, welche man brau dtt, 
einen fo frifd) alö mffgltd) ab. Riebet mu$ man bie Slbbrücfc 



*) CFfoe Hrt $honbrud! 




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- 64 - 

ganj egal auf bie £ol$platten legen unb namentlich barauf febeu, 
tag bad feuchte Rapier nid)t oerjogen wirb, fciegt e« gerabe auf 
ber platte, fo rrirb e* mit bem fallen ber £anb angebrüeft, mit 
einem galjbein ober bem Diagei angerieben unb bann wieber weg- 
gezogen. £)er Ueterbrucf wirb baburd) ganj oollftanbig auf ber 
$ol$ptatte eTfetjetnen. 

&inb biefe Ueberbrücfe bollfianbig abgetroef net , bann bebeeft 
man auf einem auf bie platten gemachten 2lbbrucf Meä mit £ülfe 
eine* feinen ^infelä mit einer Sa* be, bie beller aU bie aufgebruefte 
fein muß, wa6 innerhalb ber Umriffe liegt ober weniger tief fein 
foll, fo wie alle erhabenen Stellen bei ber ^weiten $afel. 

£)er hellere $on ber b ritten Safel wirb in gleicher 2Bctfe 
aufgetragen u. f. f. alle tafeln, ober mit anbern ©orten alle 
$öne, welche ba$ 93ilb befommen foll. 

3fl bad Sluftragen ber oerfdjiebenen $öne beforgt, fo wfrb 
mit einem Sßinfel ber ^weiten $afel wieber Sllled gefüllt, wa$ ben 
ion berfelben befommen foll, wobei ber fdwn eolorirtc 9lbbrucf 
natürlia) aU *Dhijter bient; bei bem brüten unb allen folgenben 
wirb auf bicfelbe Sßeifc »erfahren. 

$3et ber erften ober fogenannten Umrijjtafel fheiebt man alle 
biejenigen stellen ju, welche allenfalls nid)t bleiben fbnnen, wa$ 
namentlich bann gefchehen muß, wenn im Original biejenigen mit 
ber Sebcr gemalt ftnb, welche oon ber jweiten platte, »on ber 
jweiten Stafel bargeftcllt werben follen; in gleicher Sßeife finb na* 
rürlidj aua) biejenigen 3üge jujufrretchen, welche ben britten garben* 
ton befommen muffen, falls fte je in benUmrijfen gemacht würben, 
wa6 bei einiger Uebung gar nia^t nott)ig ift u. f. f., bi* enblid} 
nur noch ber atlerbellfte £on übrig bleibt. Stuf biefem beutet 
man fofort all' biejenigen stellen an, welche in bem 5lbbrucf weig 
bleiben follen*) unb ftity fie nad$er auf ber £ol^latte jiemlitt) 
tief t)erau«. 

ibei biefen Arbeiten hat man f et) ber graten «Pünftliehfeit ju 
befleißigen, fonft haben fte feinen äöertb, unb man fertigt bann 
lieber ganj gewöhnliche $oljfd)nttte. 



•) Sei biefem Anzeichnen unb ^erauäfteäVn foleber 2>teflen muf 
man ungemein pünttüa) fein, benri wenn bie Seiämimflen, refpeftioe bad 
»uägeftoebene ber fcerfebtebenen platten nicht gam genau aufetnanber 
paffen, fo bat ba* ®an$e feinen SBerty, wö$ man fic$ bei ber Anfertigung 
folcbee Silber wo&l ju merfen &at. 2J?an maa)e fta) alfo nicht baran, 
t$t man eine folcfce gertigfett bat, »rla)e einen guten Erfolg fia)ert. 



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- 65 - 



fiüttfUer unb Sunitfteunbe fchcnf et beut £oI|* 

fdmtttc 3kad)tiuig! 




enn biefe Anleitung jur $ol$fdmeibefunft 
ba^u beitragt, berfelben wieber mebr Sin« 
erfennung unb ©eltung oerfdjaffen, fo 
foll und btef? fefyr freuen, benn fo fetyt 
wir aud) ben # o l j ft i d) unb feine ßeiftun« 
gen anerfennen, eben fo febr müjfen wit 
bebauern, baf? baburd) ber #ol|fd)nitt 
gan$ unb gar in ben «funttrgrunb gebrangt 
wirb, wafjrenb man bod) audi febr 8d)cned 
unb&raftiged barin leifien fann, wie wit 
bei unfern alten SWeifiem (eben, »on benen 
wir nod) £ol$fd)nitte bejifcen, bie an ßraft, 
2ludbru<f unb richtiger 3eid)nung bid jefct unerreicht bafteben. 3n 
ber gieu^eit bat $fnor in £armjkbt bewiefen, bajj bie ^otj» 
fd)neibefunft eine aetytunggebietenbe Stellung einzunehmen vermag, 
inbem er ftablftidjartige #ol$fd)nirtc, Vignetten öon großer geinbeit 
unb 8a)6nbett lieferte. Slud) anberc ^oljfcbnittc »on proper TOei* 
fierfctyaft fmb und aud ber Sfteujett $u ©cfidjt gefommen, wcld)« 
grefjtcnthcild oon beuten ^errübren, bie mebr Jlunfifreunbe ald 
Äünftler finb, ober bie wenigjknd bie Jtunfl ntc^t ald «ftauptbc» 
fajaftigung übten. SCÖir erinnern und Riebet eined grojjen unb 
wunberoofien $ol$fd)nitted aud ber SReujeit, ben ein ehemalige?, 
fiebrer aud Jöien, beffen SRame und (eiber entfallen ift, lieferte. $>et» 
fc Ibc fleüt bie © t e p h a n d f i r d) e in Sien bar, unb ifl bid in btt 
flrinften £etaild mit einer ftaunendwertben ^ßünftlichfctt unb Sein« 
beit ausgeführt, bie man in bem weisen $ol&c faum für möglich 
galten follte. 

Tic §ol$fchneibefunjt fd)eint namentlich &ut 
5ludübung für $unftfreunbe geeignet $u fein, welche 
einen Äunftjwetg ald 9lebcnbcfd)aftigung üben möd)* 
ten, weil fie barin am elften etwad 8<h3ncd &u lei» 
(len öcrmSgcn! 



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- 66 - 



«ÄitWitMtfl jur ^tnfertifltina tum gol3fli4Kn o*tt 




aum wirb eS mogli* fein über bie *öor- 
%ile unb ©igenfdjaften be« $olsf«ntttea 
in anerfennungSwertberer Seife ju fpredjen 
unb fic bc&cidjnenber beroorjubebe«, als eä 
bereite oben gefd^en ift, wegfyalb mr b,ter 
nt(f>tö mebt batübet $u fasert nofbig baben 
wetben, fonbetn fogleid) jum praftifdjen 
£l)eil bet J&fung unfetet Slufgae fdjtetten 
tonnen. 



Sur id)t u i\t% bet S>olipiattcn ober >>ol$Mu tfcfjen für ben 

£aä für ben ^otjftid) geeignete £ol$ barf mdjt tyart fein, 
weil e$ fenjt ju gern aueftmngt, aud) mu( e6 an bet 
(Stirne (bie (Bette, wo man e« in ber Sftunbung oom ©tanun 
fdjneibet), jiemltd) ober ganj »orcnloS fein. S3o<fl)o(j, SoeoänujK 
(5:t>cnr)olj :c» entfprcd)en biefen 2lnforberungcn ntä)t, unb ftnb babet 
für unfere ßmde unbraudjbar. 3(m geeigneten für ben §ol$fUd) 
ift ba$ 33ur baumbolj, inbem e$ mit ber nötigen «frartc eine 
große 3afu'ü,feit oerbtnbet unb ganj porenloö ift. (£$ jeigt fidj, 
wenn id) mid) fo auäbrücfen barf, fo fpedtgt unb babet bod) fo 
fytrt, ba§ man ben (Stidjel (gewbl)nlid)e ®rabftid)el) mit aller 
©idjerbett barin führen fann, ba eö in ber föegcl burdjauö glctd) 
bart ift unb bie fogenannten 3aljre gar ntd)t frören, wie e$ bei 
faft allen anbern £ol$atten ber gall ijt Stapft biefem fann au$ 
ba« «£>olj oom (gpierlingSbaum, oom Birnbaum, nament* 
lid) oom wilben, weldjer maft unb an einem winbfHUen Orte*) 
aufgcwad)fen ift, fowic oom Apfelbaum benüfcen. hülfen* 

*) 2We f)of$arten , welc&e an wtnbtgen ©teilen aufgetragen ftnb, 
laugen ntdjtä $u t>oljfttcben, benn einmal tft eä ju mager, unb bann ftnb 
He 3a$re berbrefrt, — e$ ift wenbtfcb — unb aetgt baburefc oon feem 
£erjen au« burd* SergröflerungSgta* eine Paffe Sitten nac& au£en, 
tte ron Sag ju Sag ftärfer werben. 



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— 67 — • 

* 

hotj eignet fid) näd)fi bem S3ur noch am Bcften &um #ot$fdmitt, 
allein e$ finbet befjbalb feiten 9lnwenbung, weil e$ nid)t olel Keffer 
aU S3irnbauml)olj ift unb oiel h&hcr im greife ftet>t» 

93ei bem Öinfauf beä «£>olje$ mug man namentlich im 9luge 
behalten, weldjen ^3 r c i d unb welche 3)imenfionen e$ im 9Ber* 
hältnifj baju ^at; — ob eö bie entfpred)enbe £arte unb Reinheit 
befifce, um einen guten £ol$fttd) barauf ausführen ju tonnen; — 
welche (Smpfänglidjfeit e$ für bie (Sinwtrfung ber geuebtigfeit ^abe; 
benn wenn e$ bafür febr empfanglich ift, fo werfen fid) bie barauä 
gefertigten Störfe ober tafeln gern unb werben baburd) balb man* 
gel^aft; welche 2lrt *>on £>oläftid)en, ob fchr feine, ober mittelfcine . 
ober gewöhnliche barauf gemalt werben follen. 

3ft nach S3erudfid)tigung biefer Slnbcutungen eine angemeffene 
Söahl getroffen, unb ift baä £0(5 gehörig an ber ßuft auägetrocf* 
net, fo fügt man baoon Scheiben ab, n>clct)ö ein Kein wenig bitfer 
aU bie ßettern hoch finb. <Die Scheiben ganj ju benüfcen ift nicht 
rathfam, benn bei gehörig abgelagertem unb bürrem £ot$ finbet 
fid) 00m «£>cr$en au$ in ber Dtegcl ein ftarfer föi§, welker baoon 
herrührt, baj? ba$ £>olj bur4 ba* £ürrwerben unb oöllige* 2lue= 
troefnen eingebt, — fid) jufammcnjiebt unb fotgltd) fyrtngen mufc. 
2)iefc Dtiffe finben fid) namentlid) bei guten $urhol&ftämmen , unb 
taugen nact) unfern (Erfahrungen all' biejenigen nid)t öiel, weldje 
einen folgen *Rijj nicht haben, ba fte in biefem Satt im 3nncrn 
wll fleiner Süiffe finb. 

$ki Um \ ; ui3trodncnlaffen ber tafeln barf man biefelben ja 
nicht aufviiivaucr legen, noa) fie wäbrcnb biefer 3rit ober nachher 
au einem faidjtcn, bumpfigen Crt aufftetteu, fonft geben fie an 
(fie erftiden), fo bafj bad £ol$ mürbe wiro uub beim Stechen au$* 
brodelt 2lm beften ift Xi, man lehnt fie an bie 2Bänbe trodencr 
2>ad)fammern, wo bie £uft oon allen Seiten auf fie einwirfen fann. 

2)ad Jöirnbaumholj, weichet mit 33ortheil &ur #oliftta> 
fünft benüfct werben fann, foil nach bem 2lbfägen, Abhobeln unb 
yibjieben auf bem^irn, auf weldjeS graoirt wirb, ganj glatt, soll 
(fpeeftgt) unb oon röthlichweifer garbe fein, ohne irgenbwo ^oren 
o^er morfdjc Stellen $u feigen. SBei anbern in £cutfchlanb h«* 
nüfehen $ot$arten müffen biefelben 33ebingungcn erfüllt fein. Soll 3 
teil fich bei großem platten fd)abhafte Stellen jeigen, fo mtif man 
biefelben burd) SBohren oon ßödjcrn beraueneljmen unb burch ©in* 
fefcen gefunber 3ftpfw biefem SDkngcl abhelfen. Sinb bie fdjab- 
• haften Stellen gröfjcr, fo oerbeffere man biefelben baburd), bafj 
man ein oieredigeä ßod) einmeifelt, beffen 93afid ein wenig weiter 
ijt aU bie obere »JJcunbung. 3n biefcä ßod) wirb ein meretfiger 
3apfen gemalt, ber genau paftt unb ber unten mit gutem 3.ifchlcr- 
leim angeleimt werben fannj bod) follen fie fo genau unb gut in 



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- 68 - 

bie eingefdmittene Cejfnung paffen, baß fir aucb obne 2rim ganj 
gut balten. £aß bad $trn biefer 3a»fen aufwarte naety bei 
Cbcrfladje ber platte feben muß, wie eö bei benfelben felbft ber 
gall ift, oerfteljt ftdj wotjl oon felbft, ba man ja fonft auf btefer 
Stelle nidjt graoiren tonnte, fonbern fdjneiben müßte, wie beim 
eigentlichen ^oljfdjnitt. 

Bei bet 2luxJwab( bed ©urbaumbotjed muß man nod) 
oorficfytiger )u Sßerfe geben, weit e6 olel tyeurer unb namentlich 
in bei 9leujeit febr im greife geftiegen unb bat)er ber Schaben 
oicl großer ift, aU bei gewöhnlichem «$o($, wenn man eine unglücf» 
lia^c 2Babl trifft. 3u ftarfe Stamme finb für ben 3fylograpbcn in 
ber Siegel nid)t gut unb oortbettbaft, benn feiten finb fie ganj ge* 
funb, bat)er gibt ed juoiel Slbfatt, ber ganj nufctod ift unt> oer» 
geben« bejaht wirb. «frauftg finb befonberd ftarfe Stamme aua) 
tnorfcfj, fo baß ba$ #ol$ bei jebem Stid) ausbricht unb eben fo 
häufig fommt eö oor, baß fie oon bem ^ erj (SWittelpunft) au6 ooU 
fleiner ©inbrißdjen finb, fo baß man oon einer (Scheibe bie, 1% 
bi« 2 guß tm £>urd)meffcr bat, faum einige Meine gute unb 
gefunbe Stecfdjen erbalt. Solche*, weta^cö maferig ober auf bem 
#irn (bem Sagenfchmtt) eine grünliche garbe ober grüne glecfen 
bat *), taugt ni^t junt $oljfttch ; benn bie SWafer finb an marichen 
Stetten fo hart, baß man biefe gar nicht flehen fann, unb meift 
haben fie auch »iele $oren, bie man erfl bura) 3a»fen auffüllen 
müßte, wa« ade« jufammentjelfen müßte, um barauf felbft bei 
großer SWeifterfdjaft nur eine hcdjft mittelmaßige Arbeit §u Sianb« 
bringen ju f6nnen. (Bin gute* ©urbaumholj ^at an bem t>irn 
eine ootte citronengetbe garbe ohne glecfen ober ohne irgenb eint 
Äbwedjalung. 

£tc «6>oljplatten , welche man jum ©raofren benfifrt, muffen 
nach bem SBinfel egal oiereefig gemacht werben, fonft ift ihr <£in» 
fefceit in bie £rucfformen fehr erfdjwert. $a# $erj fott nicht in 
einer platte fein, ba ber SWittetpunft bei Stamme* immer arbeitet, 
b. b. eingebt ober fidj au«behnt, aueb gern etwa* in bie #ebt 
fteigt, unb baburd) bie fünfte fcrbett gefabrbet. 3f* bie Scheibe 
nicht groß genug, um eine platte oon ber ©räße, wie man fie 
haben wfinfeht, herausbringen, fo muß man fid) bureb 3ufammen« 
leimen ju Reifen fliegen. $ie ftufammenjuletmenben Stüde muffen 
fo gut unb glatt abgebobelt werben, baß fte wie oon einem Stücf 
|u fein fc^einen, wenn man pe jufammenb&lt. 3fl bieß niefct ber 
gatt, fo jeigen ftc^ bie jufammengeleimtcn Stetten im Slbbrud, 



•) Die grfinKd^c garbe ober bie arünlicben glecfen finb beim 55ur* 
bo^ ein JPeweid baoon, baß e$ erftteft ober^ morfcb i#. Slfle grünen 
eteOen, ebtnfo weife, f a)w am m ige ©teilen brechen betm@tea)en au#. 



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»a$ ein grojjer gebier ift. 3um leimen felbft wable man nui 
ben allerbeftcn fieim (Raufen Hafen leim), weldjer ntd>t bi<f 
fein barf, wie man oft irrtbümlid) glaubt, wenn et gut baltcn 
fott, benn eö fott leine ßeimfdu'djte jwifd)en betben ju oerbinbenben 
feilen ücgtn, bie Skrbinbung fei oielmcbr eine unmittelbare. £iefe 
platten werben auf beiben leiten glatt gehobelt, bann mit einer 
fd>arfen dicfKinge abgearbeitet unb nad) tiefem mit 29affer abgefebliffen. 
ÜÄit Del barf man nid)t abfdjleifen, weil fonft bie 3«d)nung nic^t 
mebr auf bem «£>ol& heften bleibt, unb troefen barf ebensowenig 
abgefebliffen werben, weil fonft bie fpater auf ben <5to<f f ommenbc 
gcudjtigfeit leidet nadjtycilig wirfen, b. ty. ba* £ol$ jum Hufwerfen 
bringen tonnte. 

SaS Uebetttaften bet 3et<$ttiittg auf #ofj* 

$Bir baben ftr)on weiter oben gefagt, bafj bie meiften r»lo^ 
grap^ifdjen 5lnftalten ir)tc eigenen 3cid)ner baben, weldje bie 3«<fy s 
nung auf ba$ #olj auftragen, nadjbem baffetbe juoor leidet mit 
einer SWifd)ung »on «Rremfcrweiß unb in SÖajferaufgeloStem ©ummt 
arabicum befrridjen worben ift. £a$ SCDctß muf* außer orbenttid) 
fein gerieben fein, bamit aud) nict)t bie gertngfte Grbabenbcit in 
biefer garbe oorfommt; benn wäre bieß ber Sali, unb man fame 
bei bem 3«d)nen mit bem SBlciftift, wcld)c$ fo bünn wie eine Sßabcl 
gcfvtfct fein muß, baran, fo bradje ed ab, wad eben fo wiberwar* 
tig aU ^eitraubenb wäre. 3n bem ÜBaffer, welches jum Abreiben 
unb SÖerbünncn be$ Äremferwetßeö bient, barf nidjt mebr ®ummi 
aufgelöst fein, aU notfyig ift, um bie garbe auf bem#ol$ baltbar 
&u machen. 3ft mebr barunter, fo fann man bie garbe niebt mebr 
fo bünn auftragen, unb bann fpringt fic beim @raoiren leidet ab, 
woburdj bie Arbeit fdjwicrig unb unfidjer gemad)t wirb. Stm beften 
unb bünnften fann man biefe garbe auf ben 8to<f auftragen, 
wenn fic mit bem Singer aufgerieben wirb, weil man bann jebe 
ttnretmgfctt unb jebeß , aud> bad f leinfte &örpcrd)en barin füblt 
unb entfernen fann. 

^at oiel für fid), wenn bie 3eid)nung oon einem geübten 
3eid)ncr auf ben $ol$ftccf gemad)t wirb, er mufi bann aber jeoen 
ßtneb fo rief ober fo fein, jeben *Punft fo groß macben u. f. w. 
wie fttt) ba$ Söilo oon bem fertigen #ol$ftocf abbrutfen fott. 2ftan 
fann ba* S?ilb mit 33letftift*) ober mit geber unb $uf(r) auf 
ben <£to<f auftragen. — SRur bann fann man oon bem #oljfd)neiber 
rine wirflid) gute unb in ber 3ci$nung riärige Arbeit forbern, 
wenn bte3ct*nung na<b allen Sbcilen audj bis in bie fleinften, 



•) DieS Wirt in ber SRegel benüfct, ba tß mit bem Eleifwr febnetter ge&U 



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4 



- 70 - 

Äletnigfeiten fo ausgeführt ift, wie fic ergaben in bem$ol$ werben 
foU, fte barf weber eine ßinic ned> einen $unft git biet" ober ju 
wenig enthalten, unb barf namentlid) niebt mit überflüfjtgen ©tbrafs 
flrungen befdjwert fein* 3(t fic fo auftgeffityrt, bafj fte allen biefen 
Slnforberungen entfpridrt, fo fann man bem ©raoeur aud) jumtttljen, 
bajj er in feinem 3?unft, audi niebt in einer tfletntgfeit oon ber* 
feiben abweicht, unb wenn er anberfc fein ©efefcaft orbentlid) er» 
lernt Ijat, wirb unb muß er einen guten #ot$flid) liefern. <5ine fo 
genaue, nad) alten ©eiten gelungene 3eidmung fann aber nur ein 
fold)er 3cidwer madjen, weiter baö $edmifd>e be$ #oljftid)eö ga- 
nau fennt, wotyer eS rüb*t, bajj folcfce £ol$ftid)e immer 
bie oollfommenften finb, bic oon einem unb bem [elf 
ben JfcünfUer gejeiebnet unb graoirt würben. 

£>arf bie 3eidmung, wie e$ gar ^aufig bergall ift, in gletaVr 
Sage unb ©r&jje auf ben ©teef femmen, wie fie auf bem Rapier 
ift, woburd) fic red)t auf ben ©totf fommt unb fid) oerfeljrt abbrueft, 
fo wirb bie diüd feite berfelben mit (Srapljit überwogen *) , an ben 
©eiten mit 2Pad)$ ober bergt, befefiigt unb mit einer fhunpfen 
SRabtrnabel ober einem ©tifte burd)ge$eidmet. SDaburd) bringt man 
btc Umrifle ganj genau auf ben 4>ol^jio(f , fo bajj man bie 3«i$* 
nung, wie man fte braudjt, leic&t oollenb* oollenben fann**). 

• 

^>ulf$toer¥)etige jum lt ebertragen unb ©opirm 

twn Setcfmimgeit. 

hierüber Ijeißt eö im „Manuel et Graveur etc. par 
Perrot" nad> Zi;. Styon unter Anbetern: 3n ber bieget barf ber 
äfinftler bie 3eid>nung, weldje geftedjen werben foU, nid>t jum 
unmittelbaren 2)urd)$eicbnen auf bie platte benufcen, inbem fie ba« 
burd) jcbeämal metir ober weniger wborben wirb, fonbern er muf 
oon berfelben eine (Sepie nehmen ober fte burdjjetdmen. 5Bte bieg 
mittelft oerfebiebener Birten burtbftättger Rapiere gefaxt, baoon 
wirb weiter unten bie SRebe fein ; tytx tyaben wir junadjfr bamit ju 
tljun, weltber Oflafcbinen man ftd) bebient, um irgenb eine 3?*«= 
nung auf ein weniger bura^ftdjtigeö Rapier, weld)e* bann au« 



*) JBenn man bie 3ctc$nung nttbt auf ber SRücffette mit ©rap^tt 
ober SRöifcel beftretc&cn will, fo baue man baut ein etaene* Wapter, lege 
ee mit ber betriebenen ©ette naa) unten auf ten ^ottfroef, bte 3ftd>nung 
Darauf unb fa&re bann nacb, nur etwa* fefter, bann wirb ber gleite 
3werf erretd>t. 

**) SBatf über btefen ^JunTt weiter oben, wo bei ber£>ol$fa)nette?unft 
über benfelben <£>egenf)anb gefpvor$en würbe, gefagt iß, gilt aua) &ier 
unb umgefebrt. 



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nicht bic 9iacbt&eile ber mcificn burebficbtigen ^at / unb a(fo in fo« 
fem bic Arbeit erleichtert, überzutragen. 

<£te gcwölmlidjfre Söorricbtung bieju befielt in einet ftarfen 
@la«tafcl, welche rein oon Sieden , Olafen unb Striemen fein 
muf , unb bie man in eine fhtrfc Ütabme fajfen lagt, welebc mit- 
telft eineö (I^arnierd mit einem ftarfen SBrett bergeftalt in 93ers 
binbung gebracht wirb, bafl fte in febrager Sage auf ?$foftcben 
gcfrcllt werben fann, bie an beiben Seiten berfelbcn angebracht finb. 
iHuf bie ®la$tafel wirb nun bic Driginaljeidmung gelegt unb auf 
biefe baä Gopirpapicr, wrlcbcä man entweber mit SBlcchflammern 
ober bureb 2önd)$ auf baffclbe bef eftigt. <Dann ftettt man bie 
©laätafcl bcrgcfralt oor einem genfter auf, ba§ ba« «iebt grell oon 
hinten auf bic 3«dmung fällt, Oic man nun jiemlicb leiebt copiven 
fann. — SBringt man Spiegel unterhalb an, welche it)r 8id>t auf 
bic ©laitafel wirft, fo wirb ba* ganje noa) Diel ourcfyftdjtigcr unb 
jomit ba* Gopircn wefentlich erleichtert. 

Apparat juro ©optren mit 2$ergtöj?ern obe* 

Serftetttern. 

@4 wirb inbeffen oon bem ßünfiler au§er bem Gopiren m 
gleicher ©tb&e triebt feiten auch oerlangt, eine äeiebnung oergrefcert 
ober oerfleinert barjufiellen ; wir geben bat)er eine 93orri<btung an, 
welche in jeber £inftd)t ju biefem Dreifachen 3wecfe benüfct werben 
fann. (5* ifl bieg ber unter bem tarnen Camera lucita Dr. 
Sommerling'ö befannte Apparat, St beftc^t in einem «inten- 
breiten, tunben ^lanfpicgelcbcn oon SÄetall, welchem eine febrage 
9tia)tung gegen ben ju copirenben ©egenftanb gegeben wirb. 3n- 
brm man nun mit einem Sluge Hebt auf ben obern föanb beS 
Sptegelcben$ fieht, fcr)elnt e* in Sr-lge optifebtr Saufcbung, alfl ob 
zugleich bad 5Mlb fich auf einer horizontal unter bem Spiegel be* 
fuiMichen ßlachc *eige, unb eä erfebeint fo bcutlfch, ba§ man c$ mttteffi 
eine* fpifcigen $3le;fiifte nachzeichnen oermag. £urcb bie grcfjerc 
ober geringere Entfernung beö Sptegelcbcnd oon bem (Megenftanc 
geigt ftcb teffen SBtlb entweber in gleicher GJnfjjc ooer oerfleinert 
ober oergrcjkrt. — (Sin foldjcä Spiegelchen fann ju etwa 4 fL 
in .Runfibancluugcn gefauft werben; mit mcfftngnem ©eftell ift c« 
um einige (SJulben theurer. — 3>er 

Slord)fd)nabcl ober Pantügrapl) 

fann. gleichfalls jum 93ergref?ern, jum Gopircn, oorjugTieb aber jtttm 
S3erfletnern benüfct werben. £lc oon Effing finb aw beften, weil 
fle bem U>erjieben burd) geudjtigfeit u. bergt. nt:bt auflgeefct finb; 
both werben auch JWjftitc bem 3we<f oollfommen entfpreeben, wenn 



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- 72 - 

man fte au* bürrem £olj ma«t, tiefe« bann mit Cel tranft, unb 
l$n jtet« an einem treefenen Crte aufbewahrt. <£tord)f*nabet fmb 
bei SHertanifmi unb in Äunftyanblungen ju faben, unb foften 
W&erne 2 — 4 ff w mefjingne 1 2—20 jl. bie mit fünf ©taben fmb 
bejfer al« bie mit oier, weil fte me$r gefligfeit baben. 

(£« gibt augerbem no* oerföiebene «Wafainen jum Gopiren, 
ffiergrBgern unb &erf leinern, allein fie entfpreeben entweder tyrem 
3weefe nidjt, ober fie fmb ju eomplicirt, al« tag fte in 93e$ug auf 
tyren Sßreig 'jur Änföajfung oon (£in*elnen geeignet waren, in 
grSgern 2lnfialten fommen fte cfytetyin ©or, unb tonnen ba oon ben 
Arbeitern berfelben benüfct werben. <Die litfyograpbifebe Slnftalt ton 
fcerrn t>. (Sbner in Stuttgart bcftfct eine folejje Sföafäint unb 
bürfte ba« Goptren gegen billige <£ntfe$abigung beforgen. j 

£>te C?aioutrfptr)c juni £itr$}et4>tteit. 

$>ieju beilüden manefce 3fylogra!jen ©pifcen oon ©Ifenbein, hartem 
$olj ober ©Uber, wele^e l$rem3we(fe aber weit weniger entfpredjen, 
al* eine oom runb abge(iumpfte JRabirnabcl. (Sine folefce fann 
ton fcityograpfc en, ßupferftedjem, Jhtnftyanblern, ©erfjeugtjanblungen 
bejogen werben unb foflet nur 4 bi« 6 fr. 2Bie ba« SurAjeidjnen 
betrieben wirb, tyaben wir f<fcon oben gefeljen. £>a« runbe Stumpf« 
Weifen ber ©pifce gefanebt babutcf), bag man biefelbe in einer 
Vertiefung, bie in ben Delfhin gebeert würbe, fenfred)t umbreljt, 
bi« fte bie gehörige ©tumpfteit erlangt $at. 

• 

23crf jeuge fce$ £t>loßtapI)en. 

£)cr 3fylograp$ fann im Sflotbfall mit einem 3irfel unb einigen 
©titeln arbeiten, allein er fann bieg ntd)t iu »ollfommener ©eife tyun, 
baljer oerfaume man bie SHnfäaffung ber folgeuben 3nfirumente nid)t: 

&in vbcv 3toei Rittet reieben für ben #oljfdjneiber bin; 
e« foüen biefelbe aber turd) eine fixere ©tettfebraube gegen töer* 
tüefungen gefd)üfct fein, ba^er bürfte ein gebemjtrfel am cf>e« 
ften am $lafce fein, namentlich weil bei bemfelben bie ©cbenfet 
gleieb $art ftnb unb ft* nidit öerbiegen. (Sin gebernjirfel lägt ftd> 
Queb am ftdjcrften unb leidjtefhn {teilen unb foftet l fL 30 fr. bt« 
2 fL 30 fr. Vorn müffen bie ©pifeen etwa« fegeiförmig abgerunbet 
fein, fonft oerberben fte ba« Rapier gar ju leitet. 

<&pic$cL (£« fommt gar $auftg oor, bag ber 3fylograp$ 
ba« SÖilb oerfe^rt auf ba« £olj (tedjen mug, b. %. bag ba«, wa« 
auf bem Original auf ber reebten ©eite ift, auf bem £oljfHd) auf 
bie linfe ©eite ju flehen fommt. (5« würbe fe^r fe^wierig für ben 
Arbeiter fein, fteb biefe ©tellung oor feiner ?tyantafte immer fo ju 



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- 73 - 



»ergegcnwärtigcn , aU ob er biefen ©egenflanb wirfliA auf Hefe 
SBcifc gewidmet oor fid> liegen l)abe. 211* wefentfi<fyc$ ©rleifye* 
rungömittel bient Riebet ein ganj gewolmlta)cr Spiegel, welche« 
man tinti oon fid) in einer {fragen Oüa)tung auffreüt, wobei er 
gegen ben Arbeiter fid) neigen rnufc. Um bem Spiegel biefe Stellung 
auf letzte Steife a,eben ju fönnen, laffe man ein $ult madjeu, weldjeS 
jug(eid) bie 3ei$uung aufnimmt. £iefe foll namlidj eine fdiräge Sage 
baben unb mit bem dürfen gegen ben Arbeiter fetyen, bamit fie 
fid) gut abriegele unb bem Slrbctter gut im Spiegel tu bie klugen 
falle. Spiegel unb 3eidmung muffen fo befeftigt fein, bajj fie fidj nta^t 
oerrfufen fönnen. £er Spiegel nm^ begreif üdjerweife fe§r rein unb glatt 
fein, bamit er baöSöilb obne bie geringjte 93crjerrung treu wiebergibt, 
bafyer wafylc man lieber ein gefdjlijfcncö als ein gcblafeneä ©lad. 

^aö ^cr^röf;min^t*t^rtö ober bie fiatipe* So webe 
ba$ Arbeiten burd) ein ^ergröjjcrungöglaö bem 9lugc aud) tbut, 
fo ifl eö boa) oft unoermeitlid), benn nid)t feiten ifl baä 5luge ju 
fä>adj, um »^rfontmenbc feine Partien nad) allen iljren Sctnf citen 
mit bloßem Sluge bearbeiten ju fonnen. 3n folgen Sailen fann 
ber Jtünfller fein 2luge mit einer paffenben conoeren ©rille ober 
fioupe bewaffnen. 53eim kaufen ber erflen beratbe man fi$ mit 
einem gcfdu'cftcn unb gel i (beten Optifu«. 2öir geben jebodj 
ber Soupe bejjbalb ben SBorjug, weil man bei ber Frille fortwab* 
renb genötbigt ifl, fxe abjune^men, wenn man feine Arbeit mit 
blefjem 3lugc betrauten will. 

53eim taufen einer 2oupe waftfe 
man eine foldje, bie nic^t unter 1 3ott 
£urd)meffer bat, fo bafj ber Jörennpunft 
niajt unter 2 3oÜ betragt; beffer ifl 
e«, wenn er nod) groger ifl, um unter 
bemfclben ^inlanglt^en $aum jum 
Arbeiten ju ^aben. 20irb fie beim 
Arbeiten angewenbet, fo mujj man fie 
auf ein ©cjtell bringen, in welkem 
man i^r jebe beliebige Wartung geben 
fann. 

Daffelbe beflebt, wie bie Slbbilbung 
jeigt, aud einem oieretfigen ober runben 
Stab, (a) welker in einem %u$ hf 
fefligt ifl unb an bem eine 4>ü(fe (b) 
auf unb nieber gcfdjoben werben fann, 
welcbe burd) bie Schraube (c) feflge- 
fclli wirb. 2ln biefer pfiffe befinbet 




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ft<h entgeaeng,efefct oon ber SAraube ein 9(rm mit mebreren ®e* 
lenfen (d iinb c) an bcncn er na<h belieben jufammengefdjoben 
ober oerlangert »erben fann. &m (Snbe be« &rm* befinbet fieb 
eine edjraubentfammet mit 9hijj, in »eiche bie ¥oupe (f) gefdjraubt 
wirb. Die gaffung ber fcoupe fann bei biefer 93orrta)tuna, bie 
rjanj gewöhnliche fein; ba* ©la* aber foll febr rein gefcfcltffen 
fein, unb wirb baburch geprüft , bafj man eine gerabc ^inte be* 
trautet; je weniger ftet) biefelbe am^anbe be* Ü5tafc* frümmt, um 
fo beffer ift ba« ©lad. 

Stncalc. ©ewolmltche fiineale t?at ber Jülograpb o^nebin 
$u feinen Arbeiten netbig; aüein e« ift gut, wenn er auf er ben« 
felben auet) nod? ein fogenannte* ^arallel^ineal, einen Triangel 
unb ein gebogene« Lineal jum 3ieben oerfdnebener frummer Linien hat 

Der £r langet erforbert bei feiner Slnwenbung befonbere 
Stufmerffamfeit, weil man ben redeten ©tnfvl barauf feiten fmbet, 
wejibalb man ibn oor bem®ebraud) ftet« genau prüfen muß, weil 
e« fonft leidet ber gaü fein fann, bajj bie bamit gezogenen Söierecfe 
ober bicffiinfel fdjief werben. — Da« frummlinige ßincal 




bient jum 3iehen ber in 3etchnungen fiar fiauflg oorfommenben 
frummen hinten, al« : $arabolen, (Stapfen, SJhtfchellimen u. bergl., 
bie fteh mit bem3ttfel nicht &iel)en laffen, weil fte feine 
S$eHe oon Greifen fmb. Beim Gebrauch wirb e« auf bie 3eid> 
nung, fei biefe auf bem Rapier ober auf bem $olj, gelegt, nadjbem 
man burd) angejetgte fünfte -mehrere ©teilen oon ber frummen 
Eime bezeichnet ^at. <£« wirb nun biejenige (Seite be« fiineal« 
angelegt, welche genau mehrere ber oorgejeidmeten (Stellen berührt. 
SRun bemerft man ben erjien unb auch ben legten $unft auf 
bem Sineal mittelft eine« «leiftiftftriche« , worauf man ba« ßineal 
am anbern fünfte anlegt, bi« man bie Stiftung fammtlia>er 
frummen Eimen ermittelt unb barauf gebilbet bat. Einige Uebung 
gibt hierin balb bie nötige Sicherheit. — Da« wiehtigfte ©er!- 
jeug für ben 3fylograpt)en ift 



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- 75 - 

»er ®tt«el, ©rabfHcM, 

wetyer au« einem mebrere 3oll langen, im Durdtfdjnitt oiereef igen 
ober runben, ober ooalente. Staljlftängeläjen beftebt, ba« an einet 
Äante fdmeibenb unb an ben anbern fdjief abpfiffen ift. Da« 
obere (Snbe fteeft in einem fernen ®riff, bem^eft, an »eifern 
bie Stifyl bequem ttnb ftd)et gehalten werben tonnen. SBir geben 
bier bie Slbbilbungen oon brei oerfd)iebenen Stidjeln, je oon einer 

anbem Seite. 

Da« $eft bat bie ©eftalt 
eine« Sajwamme« ($%«) ober 
eine« $otylen Änopf«, welker 
fid» an ber untern tyo^len Staate 
in einen furjen Stiel »erlangert 
an beffen unterm (£nbe eine 
metallene 3»inge angebracht 
wirb, um ba« 3etfpringen be« 
£efte« juoer^inbern, wenn ber 
Stia)el barein geftofjen wirb; 
S3on ber SRunbung be$ 4>efte« 
wirb ftarf V 3 abgefdmitten, unb mu§ bie fogenannte S3abn be« 
Stichel« mit ber abgefdjnittenen glac&e be« $efte« 
^enau einen regten SßMnf el , bilb en, wenn man fidj 
oon berfelben (ber gladje) au« eine (entrechte ßinie 
na^ ber obern tfante be« Stidjel« benft. — Die erjte 
&tgur ber »orfte^enben Slbbilbung ift ein oon ber untern abgc* 
fdmtttenen Seite betrachtete« Stiaytyeft. S3on bem (Srabfttdjel 
felbft ift nur ber obere $t)eil abgebilbet, um ffiaum ju gewinnen; 
baffelbe ift audj bei ben $wei weiter folgenben Figuren ber Satt 
Stichel unb #efte ftnb um etwa« mebr al« bie fcalfte oerfleinert. 

Die jwette gigur jetgt ba« #eft unb ben Stichel »on ber 
Seite au«; a ift ber etwa« aufwart« gebogene ©rabftidjel; b ift 
berjentge Stkil be« £efte«, welcher in bie $o$(e $anb fommt; c 
fommt ber ^oljtafel jugefetyrt ju ftetyen. 

Die britte &igur jeigt ba« $eft oon ber obern ober ftüefen* 
feite, unb ift biefj ber jenige Sbeil, welker in bie bo^le $anb ju 
liegen fommt a ift ber obere Ztyil be« ©rabftifyl«. 

Da« nebenfte^enbe Söilb jeigt in ber 
erften gigur ben Du erburctyfttjnitt 
eine« niebrigen ober gemeinen 
regelmäßig (oierfantigen ober oiererfigen) 
$rabfttd>et«. SWan unterfäeibet babei bie 
99a$n ober Sdjneibe a, worunter man 





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Diejenige tfante oerftebt, wetdje beim Steden in bei geflogenen 
tfinie tauft unb tiefe Mfbeti bilft. <Sie entfielt burd) bie «öereini* 
gung ber jwei nntetn fetten beß (£tid)etß in einem 2ButfeI. 

©ie jweitc gigur &cigt ben Cuerburd)fd)nttt etneß r)o<r> 
fanttgen ©ttt&etß, unb ift bie S3e&eid)nung ber einzelnen Steile wie 
bei ber erften gigur. 

3e naebbem nun ber untere 2Din!et ber (Sticket mc^r ober 
weniger fyifeig ober r;d)twinfeltg ift, werben bie <Sttct)et serfd)teben 
benannt. <£old)e «Stiebet, bei benen bie S3af>n einen regten ©inf ei 
fcftbct, Reißen niebrige Sticket; ift bie£a$n mebr oberweniger 
fpi&wtnfettg , fo " Reißen fie f>of)e (Etid)ct;> tyaben fte eine bofje 
ßantc, fo finb eß rautenförmige ©ticket. £ie gewöhn* 
ltd)cn ®rabftid)et futb md)t oierf antig uub aud) nuf)t febr 
rautenförmig, fonbern werben bctfbljodje (Stidjet genannt, b. t). 
ber SßMnfet ttyrer S3aim befielt auß 70 ®rab. 

S)ieienige gtadje, weldjc oorn fd)icf an bie 8tid)et gefebtiffen 
ift, bctfjt bie Söatyn, unb wirb burd) bie nebenanftetjenbe gigur 
ocranfd)aulid)t. 

£>iefe ftettt n&mlidj bie Settenanjidjt etneß 
®rabftid)ctß bar unb ift ungefähr um ein 
£rttte( ocrgrßfjert , ober bejfer gefagt, eß 
gibt 8tid)et »on biefer gorm , weiche brei b 
ättat Hemer finb, alß ber fyter abgebttoete, * 
wafyrenb man fie biß $ur starte biefer gigur braudjt. a ift bie 
Söabn, b bie 83abnfeite , c bie Seucfenfctte, d bie kappe, e bie 
(Bpifcc jum (Stechen, wetetye burd) bie Safm uhb tyre betben leiten 
gebtibet wirb. 

£)ic £appe Ijeijjt je nacb ibrer Sßidjtung jur3?abn in einem 
ftumpf ern ober fpifcigern SBtnf et eine b o e ober eine n t c b c r e, £ ie 
tybcfyftc büb;t einen 2Binfel oon 30 \ bie nieberfte einen oon 55 
®rab. £>te S&abt ber $id)tung ber ßappc ift bem (Srmcffen bc$ 
3fylogravben üfcertaffen, unb ift nur im Slltgcmcinen anjune^men, 
bafj cineftappe mit mittlerem SSinfel in ber^eget am geeigneten 
ift. $Die (Srfafjrung wirb ba(b an bie £anb geben, wela)c Wappen 
ju ben oerfdjiebcnen oorfommenben Sirbetten, bie geeignetften finb. 

2tufjer biefen ©tidjeln gibt eß aud) nod) anbere, beren SBalm 
unten mebr ober weniger abgerunbet ift, bie fd)ma(cr ober breiter 
finb unb tetdjt in jweefmaßt gen "Korten in jeber «£>anblung, wo 
<£tid)cl ju Ijaben fmb, außgewäljtt werben tonnen. 

Uebcr bie Slnwenbung ber öerfajiebenen ©tiebelarten siel ju 
fagen, balten wir für überpfftg, ein weit fte fet)r wtttfürtidj 
ift, b. b. ber eine 3fylogrcipf} bcnüfct fte fo, ber anbere anberß, unb 
bann, weit ftd) bei einiger Hebung balb oon fctbft ergibt, wet(t)e 
©ttdjelforte mit bem beften ßrfolg angewenbet werben fann. 




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£iejenf 9 en 6H*«t, n,etd,e breite *A«, feien biefe nun 

abgcrunbet ober eben/ werben fret$ jutn 5lu6bcben be8 (Smtnbcö 
benüfct, wafyrcnb bic fetnern jum Aufarbeiten ber3cidmung bienen. 

3n SBesitß auf bic Sänge btv triefte! baben wir anju* 
führen, bafj biefelbe in ber SHeßcl fcon ber SStUfür be$ ©raoeurd 
abbängt. 5Me turjejten ftnb fammt bem «£>eft woljl nidjt unter 
brei unb bte längften nidjt über 6 3ott lang. <£>at man »tele 
flehte Sogen ju führen, fo fann btejj mit fürjern (Sticheln leidster 
ßcf^e^en, wabrenb ßtnien u. bgl. bcjfcr mit langen <3ttd)cln ge= 
mad)t werben*). 

$at man neben ben geraben aud) nod) foldie <Stid)cl, beren 
S3abn etwaö aufwärts gebogen tft, fo tft blefj fe^r gut, unb er* 
leichtert bie &u$f üfirung^ mand)er Arbeit fe^r. 

ȟrftat unb tyMnfel. 

<£$ ift bei 3fy(ograpBen Siegel, bafj fie wabrenb be3 gtedjenö 
bic auögcftodjenen <z,panc immer wegblafeu; beffenungead)tet bleiben 
aber immer oiele f leine <£pünd}en in ben Vertiefungen liegen, 
welche oon 3eit ju Seit entfernt werben muffen, um feine Slrbcit 
ftetä fo im 2luge ju tyaben unb prüfen ju fönnen, wie eS erforber* 
lief} ift, wenn man fie tabelfrei unb obne &c£lftid)e liefern will. 
SDiefj gefdjieljt am beften, wenn man ben £ot?,fd)mtt x>on 3«t ju 
Bett mit einer fleinen weisen 33ürfte ober einem fteifen Sßinfel, 
welcfre ®egenftanbe man ftets neben ftd) liegen §at, auSbürfiet ober 
auöptnfett — natürlich trodem 



3ür fur$ftd)tige £t)lograpben ift e$ ratbfam, eine Sßappenbedcl* 
f^eibe wabrenfc ber 5lrbeit i>or53htnb unb Sftafe ju galten, wie e$ 
bie ßitljograbfyen t^un, unb wie e$ fdjon (Seite 47 alö guter Sftattj 
für £ol$fcfyneibe ( r angegeben ift. 

*) hieraus wirb Verborgenen, bafj ei oft 
febr wefentltib ift, einen unb benfelben 0ttcbel 
balb fürjer balb langer ju fcaben. Dte9 ift ba» 
bureb moglta), bafj man ein £eft mit 2V* 3^H 
langem (Stiel bat. welcher werft burßbo^rt wirb, 
fo bafj man einen 3 3^0 langen <gtta}e! faft 
ganj in bafTelbe efnfteden fann. SSorn ift mit 
einer gaubfäge etwas in ba$ £eft eingejagt, unb wenn ber ©tta)el mebr 
ober weniger in biefe ?>ülfc etngefeboben ift, wirb er mitteffi einer 3n>inge, 
bte an ben (stiel M £>efteö geflohen wirb, befeftigt. Die nebenftebenbe 
Sibbilbung wirb biefe SSorte nca) mebr oerbeutu'cfcen. 




- 78 - 



£a$ 3*ärfett ober 3:*Ietfett btt ®tid>el. 

9tur bann fann bcr3fylograp$ eine voUfommcnc [ebene, reine 
Arbeit liefern, wenn bie Stiegel fc$r fdjarf fmb, baber tft ti 
£auvtcrforbernif} für tyn, baf er biefelben rt<^tig ju fd>lcifen ms 
ftetye. ityon fagt hierüber: e« gefdnctyt bieg / inbem man juerft 
He beiben SBa^nf eitert 
bearbeitet; fic »erben in 
ber queren $id)tung bc* 
StidjcU auf einem etwa* 
breiten unb bureb &uf» 

balten mit ben gingern ber anbem $anb ganj eben in ber S3abn 
ju einer fajarfen Scheibe oereinigt gefebliffen, wobei mein eben 
Sorge tragen mufj, ba§ fortwa^renb ber Stiegel überall gleicbjför* 
mig aufliege, nify etwa mit bem $cft gehoben ober gebretjt unb 
babura) eine fduefe $a$n »erurfaty »erbe. SDenn bie ©abn fo 
oollfommen bergerityct ift, fe^leift man bie JUppc, inbem man 
fte auf ben Stein nadj ber Duere beffelben auf unb nieberbewegt, 
wobei man fte^ forgfaltig $u $üten'$at, fte weber linfs nod> rc<t>U 
ju fer)r ju neigen, inbem fonft eine fdjicfc Stappt entfteben würbe, 
welche ben 91aa)tbcil mit fid) fübrt (ber ebenfalls unb noety mc$r 
»on einer (Riefen S3a^n entftctyt), ba§ ber Stiegel auf einer Seite 
mebr greift aU auf ber anbem, wclcbcö SOeranlajfung gibt, bie 
$id)tung ju »erfeblen, welker man folgen »HL ©ben fo febr 
als biefe falfcfyc Oiirfuung ber .Kappe lut man eine anbere ju »er* 
meiben, welche barauä entfpringt, baf man ben (Stiegel ju bodj 
balt, wobei bann nid)t bie ganjeßapue, wie cd fein foÜ, auf bem 
Steine liegt, fonbern nur bie Spifce bcrfelbcn junadjft ber 99abn, 
fo baß unoermerft eine jweite Heinere .Kappe enthebt, welche, ba fte 
tyitycr ift, alt bie anbere, Icidjt baju 93eranlaffung gibt, bajj 
ber Stiefel tiefer in bie platte bringt, aU ber Arbeiter bcab* 

Um bie Scharfe be* gefdjliffencn Stiegel« &u unterfuc^en, 
mujj man fia> nity blo* bamit begnügen, ilm mit blogen Slugen 
$u befe^en, fonbern man muß babii bie 2oupc &u $ülfe nehmen. 
Sttit biefer wirb man befonber* einen fieb oictlcify finbenben ®rat$ 
entbecten tonnen, welken man aldbann baburd> befeitigt, bajj man 
mit ber Spifce ein paar Sföal in ganj wcidjc* faule« $olj ober 
in ganj weisen ßorf einfließt. Um aber bie Scharfe ber Spifce 
$u probiren, faßt man ben Stichel wie jum ^unftiren, unb ftity 
bamit auf ben £aumcnnagcl ber linfen ober reebten $anb, obne 
icbod) irgenb (Bewalt anjuwenten, fonbern ben Stichel blo« leia)t 



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- 79 - 

auffcfccnb. 2Bcnn er bic gehörige Sdjarfe $at, fo wirb bie Sptfce 
eingreifen, nad) bem £unjtau*brud : fie mug tiefen*) 

UeW ^ett <?mf auf im* bie ©fite *er ®«<M. 

3n benßifcn* unb SBerf&eugljanblungcn fteincrer Stabte fann 
man in ber Siegel feine ©tid^rt fyabcn, ba e« ein &u wenig »er- 
langter Slrtifcl ift, son bem man uberbirg ein fdjenc« Sortiment 
galten mug, wenn ba« ßager SSkrtljtyaben foll. 3n gregern 
trabten ftnbet man fie bagegen in reibet 2lu«wal)l, unb werben 
bic fran$bfifd)en®rabftidjct in ber 9icgcl ben nieberlanbifdjcn 
unb englifdjen weit sorgejogen. SDie ©enfer ©tid)cl werben 
für bie beften gehalten, bod) finbet man aud) unter ben engtifdjen, 
nicberlanbifd)cn unb beutfdjcn gute, (Sin Stüd foftet je naä) feiner 
mbjtammung 4— T fr. (1—2 Sgr.) 

£ie ®üte eine« neuen £tia>l« erfennt man junaä^ft baran, 
bag er ganj glctdjfermig gearbeitet ift, feine SKiffc, 9lbcrn ober 
Splitter tyat; nodj fixerer fann man Um beurteilen, wenn man 
bie Spifce abbricht**), unb er fidj innerlich ofme Sprünge unb 
Steden jetgt, audj ein ganj feine«, gleichförmige« äorn unb eine 
gleichmäßige lichte Sarbc t)at. 

5Wana^mal fonnen ©tiefet in ber SDcaffe ganj gut fein, unb 
bod) ftnb fie jum ®ra»ircn unbraud)bar, inbem fie entweber ju 
ljart ©ber ju weta) fmb. 3m erften galle muß man fte auelajfen, 
im jweiten garten, wie e« auf Seite 43 angegeben ift. 

hieltet unb Slrbcitottfcte tum Xtpfograpbett. 

$a« 2lrbcit«$immcr eine« 3fylographcn foll unter feinen Um» 
ftanben befebranft fein, weil ein freunbliaje«, geberig grogc« unb 
hebe« £efat belebenb unb erljcitcrnb auf ben SScwobncr wirft, 
wabrenb ein flcine« büftere« unb unbeimlidjc« in entgegen gefegter 
SRiäjtung wirft. 

<5in 3immcr ju ebener (Srbe taugt am wcmgftcn ju einem 
Arbeite 1 jimmer, am allerwcnigftcn , wenn e« in einer tyalhveg« 
gangbaren Strage liegt, inbem ba nidjt allein bic Slufmerffamfeit 
bed Arbeiter« ju oft abgelenft wirb, fonbern bie r-erbeigehenben 
SPcrfoncn, SBagcn, £f>iere :c. werfen t>on 3«t ju 3?it Ratten 



*) £afj Heb jum @<$leifcn ber ©ucf>ei nur De Ift eine eignen, be« 
merfen wir ^ier necb ganj befonber«, um aflenfaUfigen SWügriffen wr» 
jubeuaen. 

**> Da« äbbrecfccn fäabct in ben weniöften Säüen, ba feiten ein Ip- 
lograr^ ben Sittel fo lang laft, al« er urfprünglicfc ift, fonbern i&n 
utm Bbfurjcn abbricht, weil er fonft ju lang wäre. 



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imb rauben baö Ctc^t. Reffet ifr ein fiofat in einem obern ^terf* 
werf, wo baä iMebt freier unb obne Störung wirft. STabei roable 
man immer eine foldje fiage, bei welcber ber Eintritt betf X'trbteä 
nid)t gefyinbert ift burd) l^oBe ©ebäubc unb Säume, unb roenn 
testete burd) 5lbbaltung beä ÜJidUeä aueb ntebt binberlicb waren, fo 
werben fie e8 babureb, weil tbre Bewegungen bei Stürmen unt> 
2Dtnbcn einen fet)r gefäbrlicben ©ecbfel bed Webte* beroorbringert. 

3n 23e$ug auf baS einfallenbe 2id)t beobachte man ferner, 
bag es nidU oon mehreren Seiten jutjteict) einfalle, fo:ibern nur 
r-on einer einigen Seite fomme, weil fonfl fegenannte falfebe 
Siebter entfielen, bie bei ber Arbeit febr (tcrenb wirfen unb 
bem Sluge webe tbun. 5lu$ biefem ©runbe i(l e$ ratbfam, bteje- 
jenigen genfter ju oerbängen, welcbe oon einer anbern Seite Üid)t 
in baä 3intmer werfen unb nur ba*jenige offen $u (äffen, cor 
welchem man arbeitet. £ic Scheiben folcfyer genfter f ollen meg- 
liebft grog fein unb fo wenig $ol$werf alö mogtid) baben. 

£er 5lrbett dttfer) ftebc bicfjt cor bcm.§enfter, unb jwar 
am beften fo, bag ba$ Sicht oon öorn auf bie Arbeit fällt, eö tjt 
fdjon weniger gut, wenn man baffelbe jur linfen £anb $at. £er 
5lrbeit$tifd} mug einen foleben Umfang baben, bag bie oerfdueoe* 
nen Stiebet, welche gebraud)t werben, ber Spiegel mit ber Seid)* 
nung baoor, unb ber Delflcin jum Schleifen barauf dlanm 
ftnben, um im 5lugenbltcf 2ltte3 bei ber£anb ju baben, waä man 
bebarf. SDaö bejtänbig gebüdtc Sifcen fdjabet ber Öefimbbeit febr, 
unb greift aud) bie klugen auf eine bebenflidje 3lrt an, wegbalb 
e$ febr cmpfeblcnöwertb ijt, ben Slrbcitätifd) fo einzurichten, bag et 
leicht fo e.rbcbt werben fann, baß man ftebcnb baran &u arbeiten • 
oermag. ©er $tfch mug ferner fo befdjaffen fein, bag man beim 
Stfcen bie güge frei auefhetfen fann, um ben Unterleib fo wenig 
alö möglich jufammen ju brüefen. £)aber bürfen an ber Sßorber* 
wanb weber Sdjränfe nod) Sdjublaben angebracht werben. 

Ueber bie Qlucfcbmüdung eineä 9ltelier3 bemerfen wir nur, 
bag bie 2öanbe mit Ruderblättern ber berübmteften Reifter ge* 
fcbmücft fein follen, um baran ©eift unb 2luge |u bilden unb 
nötbigenfalld ba$ 93cfte unb Scbönfte jeben Slugenblicf jur .£>anb 
$u baben. 3ebcr ßünftfer foll baju fout)e Blatter wablen, welche 
in fein gad) cinfd)lagen. 

©regere 3nftrumente, wie Storcfyenfcbnabet, (Jopirmafditne unb 
wa$ bergleicr)en mebr fmb, fann man gleichfalls an ben SBänben 
aufhängen, eä mug bieg aber nicr)t auf eine 2lrt gefe^eben, bag 
baburch baS 3intmer bad 3lnfeben einer ^onbwcrfcrwerfftatt be* 
fommt, fonbern eö mug in einer gefälligen cinlabenben gorm 
gefd)eben. 



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- 81 - 

®erfal>rimgdtt>rife beim 4?ol$ßrainrcm 

3ft bic 3ctd)nung auf trgenb eine 2lrt auf bcn#ol$jto(f auf* 
getragen, fo wirb ein Rapier barauf bef eftigt, welä>* an bciben 
leiten mit attunblelm ober ßleifter ober ©iegcllacf jc. bcfeftigt ifh 
SXefrt 3uf leben ift beg$a(b nötyig, bag bie 3eia)nung ni*t Oer* 
wiffy wirb, wa6 bei ber läufigen 33erü>ung bed Stocf* mit ber 
£anb fiä)er gefd)rijen würbe, wenn man biefe SOorfify auger Slajt 
liefe. 3Kit btm ©raturcn wirb auf ber obern linfen (Scfe be* 
^oljtdmirte« begonnen, unb um bieg tfnm &u fönnen, muf man 
natürlich etwa« oon bem <ßa>icr ablöfen. 3ft biefe flcine ©teile 
geflogen, fo wirb ein weiterer fleiner Ztyil be* ^am'er* abgebt 
u. f. f. m ber ©tocf fertig ift 

-3e^t fann man jum ©raotren (#ol&fted>en) felbfr übergeben. 
5Wan nimmt ben ©rabflidjel berart in bie Ijoble £anb, bafj bie 
gewölbte Seite feine* ©riff* in ber#anb ru$t, unb jwar an bem 
fallen be$ 2>aumenö wie efr burdj folgenbe Sigurcn beutlid} oer* 
anfd)aultd)t wirb. 

Sie erfie gigur biefer Slbbilbung 
jeigt, wie ber <stid)e( in ber £anb 
liegen muß, unb ift a bie platte 
«Seite fceö £efte*. $)ie jweite gigur 
jteüt bar, wie ber etia^el auf bem 
£ol$fto(f geführt wirb. 3)ie Haltung 
erfolgt burd) ^ben nad) bem Sticket 
felbft au«gefrretften Baumen unb 
bie nad) ber £anb jurücf gefölagenen 
brri legten Singer, ber 3ctgepnget 
bleibt auf bem ^tiefen be$ 
Stityte au*geftre<ft. 3n biefer 
Haltung fütjrt man nun bie 
©m'fcc bergeftalt, bajj babur<$ 
feinere ober gröbere ßintenic. > 
gebilbet werben, gerabe in ber / 
Sange unb <Etarfc, wie e* 
ef*n crforberlid) ift. ßom- / 

men gebogene ßtnien oor, fo £ 

map ber 3fylograpb mit ber 
regten <>anb ben (sttdjel im 
S3ogen etwa* nad) ftd) jufutyren, bemfetben aber mit ber linfen 
£anb ben $oljftocf in foldjer ffieife entgegenfülren, baj) bic ge- 
bogene gintc fd>ön gcfdjwungen unb Ja nic^t fteif wirb. 

3e fenfretycr mau ben ettd>el $alt, um fo tiefer bringt er in Me 





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- L 82 — 

«ßof^pTatte ein, unb ijt auf folgenbem Q3i(b bic erfte gigur eine mebr 
gewöhnliche ßage als bie jwette, bei wetzet bte Stellung für ben 
gewöhnlichen (Stich ju aufredjt ijt*) 

99ei bem ^otjfc^nitte ftitb nur 
bic ©teilen tiefer $u graoiren, welche 
in einer gröfern gleich e ofme erha- 
bene fünfte ftnb} benn bei bem~ 
Auftragen ber garbc mit ber gewöhnlichen SBuehbrucferwalje »er* 
ben nur bie erhabenen fünfte berührt, ofme bag biefelbc in tiefere 
©teilen einbringt. Unb aud) beim kbbruefen auf ber SÖua^brucfer* 
preffe berübrt baS Rapier nur bie erhabenen fünfte, inbem fie 
nur auf bie obere gladje einen gleichmäßigen £rucf ausübt. SSenif 
ftd) ein £ol$fd)mtt gut abbruefen foll, fo muß bte $rudcrfcr)war&e 
ganj gleichmäßig auf ber ©a(je ausgebreitet fein, bamtt fte ft<h 
aua) bem £ajj lieber gtcidjmaßtg mitteilen fann. 

£er rautenförmige ®rabfti4cl, b. h- Derjenige, welcher 
auö einem langgezogenen Stterecf befteht, wirb am l)aufigjten ange* 
wenbet, unb muß bcßfcalb in oerfcfyiebenen 5lrten bei ber Arbeit 
$ur Verfügung (toben. £at man nod) fd)ärfere (feinere) £ptfcen 
nötbig, um j. 39. tiefere (Sinfdjnittc u. bcrgl. ju bewirten , fo 
wenbet man 6ttd)el au$ mefferförmigem <Sta^l an, bejfen oorbered 
(Snbe wie ber ©rabftidjcf sugcfdjltffen ift unb bejfen £urd)fchnttt 
au$ einem fptfcigcn SDrctcd befielt : Meß ftnb bie 2Jccjfer|tid)el. 
2lußcrbcm muß man nod) gladjftichel (Slachmetßel) mit ganj 
fdmtalen nnb breiteren Bahnen, fowte 4>o|Icifeit unb *Runb* 
0 ftia)cl bei ber §anb haben. Severe ftnb runb mit fd)ief abge* 
fchliffener ©pifce. — 3n Söcjug auf bie Sßahl unb ben Gebrauch 
ber »erfd)iebcnen 2Berf$cuge hangt es fetjr oon ber (Skwohnbett ober 
®cfd)icfliehfeit beS MnftlerS ab, mit wa$ er irgenb etwas auS~ 
führt, unb wir haben oiele 23eweife, baß gerabc bei ben gertngften 
Füllmitteln baS befte geleiftct würbe. 

Äuf nrns liegt fcer ijoljflocft toä^renti bem ©raotren? 

$iefe grage fann auf oerfchiebenc SSkife beantwortet werben, 
benn unferc Biographen ftnb über beren Beantwortung ntdrt einig. 
Einige haben bie £ol$platte, fei fte groß ober «ein, einfad) auf 
bem Eifer) liegen unb behaupten, baß fte babei am ftcherften arbeiten 
unb biefelbe am beften wenben tonnen; Rubere $c&tn ftabmen 



*) Oben QBfik 62) wo gezeigt würbe, wie man ben ©runb bei 
$>olflfd>ntiten ausgebt, $abcn wir angeführt, Wie ber ©iicbel bei anftren» 
genberen SIrbftten geilten wirb unb tft bieS bort auch burch 2lbbtlbun» 
Jen öeranfa)aulta)t 




I 



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- 83 - 

(fiebe Seite 46) , (ti welche fic ben Stocf einfpannen ober ein« 
fdjrauben, wie e$ bic cigentltdjcn £ol$fd)neiber tfyun. Sir Ratten 
biefe beiben Sitten nidjt für gut, unb jwar bcßbalb, weil baS galten 
bei ber erften &rt oiel fdjwicriger unb anjtrcngenber ift all bei 
einer ^wertmäßigen 2}orfelirung, unb mad)t man bei einer unftdjern' 
ßagc r-icl eljer gcblfdjnittc , alö bei einer fiebern. 23ei ber ^weiten 
waltet &war biefer Ucbctftanb ntä^t ob, allein bie 33cttcguna.cn bed 
^otjfdsnitt« fmb öiel §u fc^r gehemmt, wcßfyalb fiel) ein guter 
3fylogra}>b nie einer üialimc bebienen wirb. 8?iel geeigneter ift 
eine gebretyte Sd)cibe etwa V 2 §uß im £urdmicffer, welche unten 
brei ober wer ftrifce Stifte fjat, bie man in bcn 5lrbeit*ttfd> 
etnbrüdt, bamit'fte einen feften £alt befomint. S3ei ber obern 
Seite ber platte ift ber 3)itttelpunft c-on außen an bis ju bem- ' 
jclbcn etwad erbest, e$ barf aber bie Steigung 00m Staube an V4 
£inte nidjt überfteigen. 3n ber Üftittc ffrljt ein jicmlid) ftarfer, oben 
ftumpfer unb abgerunbeter Stift, $at ber dfylograpb biefe $or* 
ric^tung, fo laßt er auf bie SRücffeite beö ^cljftocfö*) ein ßod> 
bobren, weldjeö faum ftarfer als ber Stift bief unb faum tiefer 
als er bod) tft. S3cim ©raoiren wirb nun ber £ol$fiocf in ber 
9ltt auf bic Scheibe gelegt, baß baS auf ber Dtütf feite bejfelben 
angebradjte £od) in bcn Stift fommt. SDcr Stocf läßt fid) fetjr 
leiert baran bewegen, unb bat gleid>wo^l einen ftdjcrn Slnbattäpunft, 
wetd)cr baö galten fefyt erleichtert. , 

SBicle jieben cd oor, bcn #ol$ftocf waljrcnb ber Slrbctt auf ein 
mit Sanb gefülltes ^elfter &u legen t woburd) er eine fefte 2age 
erhalt, otyne an bcn netbigen ^Bewegungen ge^tnbert jir fein. 

Db unb welche 2lrt oon Unterlage man waljle, - - man oer* 
f&ume bei feiner, bcn Stocf niä)t über 9ftad)t ober wenn man nid)t 
arbeitet auf bem ©eftctle Itcgen ju laffen, fonft rennte er fta> 
leid)t werfen, b. % bie äußern %Uik tonnten etwas in bie £bbe 
fommen unb bie innern ein wenig etngefdjlagen fein, fo baß fldp 
ber ^oljftocf nid)t gut abbruden fann. 3um SBerbinbern btcfcS 
UcbcljtanbcS lege man bcn ^oljftod ftet* mit ber 3eidmung naa> 
unten auf einen ebenen £tfd), bann wirb baö ©leid)genid)t tyerge» 
ftellt unb er gut bleiben. 

SSeitete ftuntf griffe beim ®tat>iten. 

S3ci bem Aufarbeiten ber Stgurcn fann mau innen beginnen 
unb nad) außen fortgramren, wobei man &uadjft alle üdjten (hücn, 

*) Um ben $ur $u iY-aren, Tann man bic Scbefben nur V-, wn ter 
$ope ber Settern abWwiben unb biefe bann anf reebt gut an$getror?nete0 
$>ol\, weltbeS ftcb niebt letebt mtfty, aufleimen, fo baß ber ©torf au* 
bie Dlde ber Serfernbcbe erlangt. 



leeren ober weifen) ©teilen audbebt, unb bie Umriffe biß julcfct 
auffpart, weil man baburdj ben Söortbeil crjiclt, bafj ba« auflertyalb 
ftel^enbe £olj watyrenb ber Slrbeit mebr SBUberftanb Iciftct unt> *>er= 
l»ütet, baf fdjon fertige stellen fo leü&i befdjabigt werben' fonnen. SBet 
<£d)rafjirungen mit Trennlinien ift bie^erfiettung berfelbcnfebrfdjwie* 
rtg, inbem bie einzelnen deinen ätterctfe UJtyomben), treibe bur^ 
baö £>urd)fd)neibcn biefer Linien entfielen, ganj egal unb fdjarf 
ausgehoben werben müffen, otyne bafj bie ßinien felbft bafig werben. 

3)ie <&d>attivunQ wirb in ber föegel burä) Ölein- 
lauf enbe ßinien bewirft, welche ju biefem 3wccfe ent* 
fprcdjenb gebogen unb ftarfer ober fd>wad>er gemalt 
werben. SDiefj ift bie etgcntlidje #oljfdHuttmantcr 
(bießinienmanier), welche Von ben $ol$fd)neibern be* 
fonber« ftubirt unb weit tnetyr geübt werten folltf, 
aU e$ jur 3eit leiber ber gall ift. 3n ber hinten* 
manier audgef ü tyrte £oljfd)nitte finb am frafttgften 
unb baljer fürSBolf«* unb 3ugenbfd)rtften befonberd 
geeignet 6ie finb bei gehöriger Sadjf enntnt jj am 
fdjnellften unb leta)teftenau$$uf üfyren unb fomitaudj 
am billigten berjuftellen , waä für bie obenerwa^n* 
tenSHteratur j weige gleichfalls oon93clang ift, obfdjon 
cö mand)mat am unrechten Drte gefpart ^etjt, wenn man bei ber 
SluSfübrung ber «froljfdmitte gu irgenb einer @4rift auf einige 
Souilb'or weniger fiel)t. 

$unftirtc Sinien werben burd) geeignete« 3ftf4}Kfiben 
einfadjer Sinien r)ergcftcllt. 

3ur $erftcttung nafje aneinanber unb gleia^laufen- 
ber Linien, wie fte bei ber (S(fattirung &on üflafdu'nenjcidmungcn, 
bei ber SDarftellung be« Rimmels ober eine« abnltä)en $intcrgrunbe«, 
bei Simmern, (t)icr fenfrcd)t, bort wagre^t) u. f. w. wirb bic 
fiinirmaf^ine benüfct, inbem man einen ©rabßtdjel »on ent* 
frred)enbcr ©tarfe barin befeftrgt. 3e weiter ber Gimmel oon ber 
(£rbe fid) barfteüen foll, (alfo nad} oben be« £ol$fdmitte«), um fo 
weiter muffen bie fiimen oon einanber fter)cn ; aua) bei bcm<Eä)at* 
tiren oon 2Jcafd)inen u. bergt fommen fte balb enger, balb weiter 
|u fteben ; bief wirb baburdj bewirft, baf man bic 3Rafdune etwa* 
weiter ftctlt unb einen grobem Stichel einfefct. £>iefe *Diafd)tnen 
l;aben ben föortr)etl, baß bie Arbeit weit fdmefler oon ftatten gct)t, 
unb bafj bie geraben ßinien weit egaler werben, als fie felbft ber 
geübtefte totjfäncfber ju freien im Staube wart. 

S3et bem|)ol^iä) müjfen ade oorfommenben Ißcrtiefu n gen, 
welker 2lrt fie aud> fein mögen, fdjvag aufwart« geftoebc« werben, 
b. fie bürfen unter feinen Umftanben unterjochen fei n ^ inbem 
für« @rße bie untevftocbcucn Stetten beim 3>ru<f leidjt nachgeben 



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- 85 — 

, unb au«bre eben f (tonten ; für'« Anbete baben bic auf einer breitem 
S3afi« rubenben ©r^buneen fo siel geftigfeit, ba$ fie jebem oor- 
fotnmenben ^Drud* wiberftefjen unb eben befcbalb gute Slbbrücfe lie* 
fern, unb dritten* fann man unterbotene $o(jfa)nitte ntd)t ab« 
ftatfcf>en ober abfliegen, wa« in oielen gälten feljr wefentlia) ift, 
jumal biefe letzte &ermetyrung«art einen bcad)ten«wer%n Öorjug 
ber #ol&ftiä)e gewahrt, . 

SBetranBlititg t>ott Belleten Stellen. 

60 fommen beim $oljfiicl) bt«weilen (Stetten oor, an benen 
fid) bie Scfyattirung gegen bie listen Stetten attmablig ocrliert, 
ober c« fotten fid) bei gewijfen ^artbien bc« |>intergrunbe« gleid) 
feine Sinien weniger fatt abbruefen, al« im Sßorbergrunbe : um bie§ 
nun auf eine gefallige 2lrt tbun )u fonnen, nimmt man an folgen 
©teilen etwa« oon ber Oberfläche bc« £olje« ab, wa« mtttclft eine« 
glacfjjtidjcl« ober noä) bcjfcr mit einem Säjabctfen gefebc^cn fann, 
worauf man bie etwa« oertiefte ftlafy gehörig im (ol&Tdfnitt au«- 
füfyrt. $)a« 9lbfcfynciben ober Slbfcfyaben ber Oberfläche barf na- 
türlich nidjt in tiefer Sffieife gcfcfjcbcn, fonft fann fiä) bie au«ge- 
tybblte Stelle ntdjt me^r geborig abbruefen. SZBcnn nun ein Stocf, 
ber auf biefe SGBeife betjanbett würbe, abgebrueft wirb, fo bruefen 
flcf> bie etwa« tiefer Itcgcnben Einten unb fünfte jarter au«, tnbem 
fie oon bem Rapier nur bura) einen ftt)wad)en £>rucf berührt wer* 
bin. 2)urd) oiefe« ©erfahren ocrliert ber £ol$fd)nitt bie tym fonji 
dgent^ümlic^c Jpavtc, er wirb weiä) unb au«brucf«oott, wef$atb wir 
alle 3ünger ber £oljfä)neibefunfi auf btefen wefentlidjen gertf^ritt 
aufmerffam macben, ba er oon wefentlid) günfHgen golgen fein 
mu§. (£« gehört allcrbtng« Sacfyfcnntnijj ba&u, wenn ba« ©er- 
liefen in geeigneter Steife gelingen fott; allein biefe ergibt fid) bura) 
Hebung oon fclbjt, unb barf man fld> eben burd) einige fe^lge* 
fcfylagene «Berfuc^e nidjt oon weitern abfdjrctfcn laffen. 

SSerbetTermtft fehlerhafter Stellen. 

&u<f> bei bem S3«r|olj fommt e« oor, baf f^lc^te Stetten 
barin fwb , welche au«fpringcn , ober cd gleitet ber Stiebet 
wabrenb bc« ©raoiren« au«, ober e« begegnet bem Storf fonft ein 
Hnfatt , ober eine Stelle fallt nia>t nad> 2Bunfa) au« , fo fuebt 
man all biefen Uebclftanben baburety abzuhelfen, baf man an ber 
betrefenben fehlerhaften Stcttc ein ttoib etnbobrt, in biefe* einen 
tunben, g,ena* fa^liejenben 3apfen einfefct, ben Stocf 
wieber gnt ebnet unb abermal« graoirt 3ft bte fehabbafre Stelle 
f* grof , baf fie nid)t burdj einen einzigen 3arfen wieber kr geftettt 



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werben fann, fo bobrt man mebrere Sedier mtb fefct fo öicl 3apftn 
att notbig ein, ober man meifelt ein oieredigeä Xoa) berauö unb 
fefct ein geborig grofced Stüddjen ein — 3)a$ 2lu$bcffcrn erfolgt 
überhaupt fo, wie eö oben bei bem $oljfttd) angegeben i(t. 

%n üfuna eittjeltier Stetten t>e$ ^oltfttcbt^ 

2Öenn man bei einem ^oljflid) feine (Stetten, ©cfia^tcr u. bgl. 
ausführt, fo tyut man wobt, fid) oon ber gein^eit unb ©üte ber* 
felben überzeugen, ct;c man weiter arbeitet. <£>tejj gefdjic^t ba* 
burd), baß man immer SBudibrucfcrfdjwdrje unb Seibcnpapier jur 
§anb t)at 93on erfterer wirb ein wenig mit ber S}>i|jc bc£?3etge* 
ober Mittelfingers auf einem ®lafe, einer Schiefertafel, einem 
glatten Stüdcfyen S3url>olj ic. jerrieben, bamit auf ber gingerfrnfce 
eine ganj feine Sd)id)te ber garbe jurüdblcibt, mit weldjer man 
burety Sluftupfen auf bic betreffenbe Stelle bcS J^oljftidjö bcnfclbcn 
fein unb gleichmäßig einfd)warjt, unb ein etwaä angefcud}tctc<5 
Stüdd)cn oon bem Sctbcnpapicr fachte barauf legt unb bann mit 
bem Sßagel eines gingerö, einem Stidjclbeft ober einem gal^bcin 
fad)te anreibt. SDer baburd) gewonnene 5lbbrud, welcher ber einiger 
Sorgfalt ganj rein wirb, jeigt beutlid), wo unb wa$ abjuanbern 
unb 51t ocrbcjfcrit ift. 

S3ei Befolgung biefer Regeln bei ber $oljfd)neibe« unb £ol$* 
jttcbhmft wirb man ftd) fclbft otyne ßebrer bic nötige gertigfett _ 
anzueignen im Staube fein; unter ber Anleitung eineö Sftciftcrtf 
wirb biejj natürlid) oiel lcid)ter ge^en, ba fidj oicle $unftgrifc bei* 
bringen lafien, bie man tiict)t bcfcfyrcibcn, unb oon benen einzelne 
in ber gratis felbft aufgefunben, anbere aber unbead)tet getajjcn 
werben. 35>er übrigens 2)tutr) unb 9luSbauer f>at, wirb c$ in biefrn 
beiben gad)ern ju etwa«? bringen, unb wenn eö bie Umßanbc er^eifdjen, 
fo wirb man bamit aud) im Staube fein, fcfh 93rob baburdj $u Oer* 
bienen. 

Sttfantmengefefete ^ofjfcfmtite 

bilben einen eigenen 3^cig ber «fjoljfdmcibefunjt, welche fdjon lange 
in Hebung ift unb früher in bober $3lütbe fkinb. $)te 9llten be* 
nüfcten btefc #ol$fa^nttt$ufammenfc|$ung bauftg $um Sbonbrud, um 
bie Sd)onbeit ibrer Arbeiten 51t etböben ober einzelnen Stetten 
berfelbeu mc^r SluSbrutf ju geben. 3" ber 9lcu&cit bat man biefc 
2lrt oon £ol$ftitt)en wefentlid> auSgebilbet unb jum 3)tuden mety* 
tcrer garben benüfct; jU ftnb unter bem tarnen <£©ngreoebru(f 
am betannteften , unb gibt ein 5(rttfil $o&Vc>£$ barüber unb über 
bie &rt biefer £>olsfttdjc bie jidjerfte &u*funft. (St ift in golgenbci» 
enthalten : 

i 



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- 87 - 

„ ©ongrc&cfcrutf ober jttfatsmtettgefefeter Erlief 

ift ber oor mehreren Sabrcn oon bem (Englanber dongreoc erfunbenc 
£rurf, oermoge welkem man &ai%ttcl, (Stiletten, gafturen, 2ib* 
brejfen, Umfdrtage für 33üd)cr u. bergl. mit meuteren garben $u* 
öteid) bebruden fann. Gortgreoe fab bei btm berühmten *ud»brucf et 
2lpp(egatb in einem für äinber beftimmten Sbudje farbige SJttbct 
mittelft jweter bbljerner tafeln brutfen, auf welche bie Farben 
rinjcln aufgetragen würben, unb bie man bann jum SBcfwfe be« 
&bjug$ ineinander fcfctc. £>iejj gab bem erfinfrerifeben Öongrcoe 
bie erfte Sbcc jn feiner neuen $>rudart, namentlich bie 3bee ber 
burd)brod)cnen CUatten. 8tatt beä #ol$ec brachte er aber Metall 
in 9lnwenbung; unb baut lief! er oon bem SWeebanifuß Xanftn 
eine treffe matten, um jene neuen $»pcn mbgltd)ft fd)neU abbruden 
ju ftnncn. SSknn nun bie 2>rudoerfud)e , welche nun angeftcllt 
würben, auefy auf bem 23anfnotenbrud nid)t ganj bie erwünschten • 
SRefultate gab, fo erhielt bie (Srfmbung bod) befonberä oielen S3ei= 
fall bei ben übrigen ber obengenannten 63egenfianbc. Slnfangd 
brudte man nur fdjwarj unb rotb; fpatcr wählte man nicht nur 
feinere Sarben, fenbern man wählte aud) mand)erlci bem 9htge 
febr wohlgefällige 53erbinbungen. 

3)ieß war im 3abt 1824, unb bi$ &um 3abr 18H6 hatte 
(Songreoe ein latent, ba6 nur ihm allein bie Ausführung jener 
£unft erlaubte. «Langel war ber erfie, ber fle nad) $Deutfd)lanb 
herüber brachte, unb uoar auf bie 93eranlaffun$ beö £abaf$fabrt* 
fanten 3u|ruö in Hamburg, ber feine (Etifctten, um beren SßadV 
abmung ju oerbüten, mit jwei garben gebrueft Ijaben wollte. Gon» 
greöe felbjt trat an Langel, natürltd) um guten $rctd, eine feiner 
^djncttpreffen ab unb theiltc ifym aud> bad £>rudoerfabren mit. 
3)ie mit bem dhfnter eingegangenen (iontrafte, unb bauptfädjlicb 
ber bolje $reiö jener 9lrten oon ^reffen fd)üfcten biö rabin gegen 
alle 9tad)abmcr. SSeil aber bie Verfertigung ber guillod)irten 
SDfefjmgplatten , beren man jicf} in ber legten 3cit bebiente, fe^r 
foftfpteltg war, fo hatte Naumann in grantfurt ben glüdlictyen 
(Skbanfen, fie burdj 5lbflatfd)en ju oeroietfaltigen unb tyren2lbutg 
mit ben gewöhnlichen SDruderprcffen ju bewejijiclligen. 2luf bad 
gclungenfte würbe biefer (Skbanfe utr Ausführung gebraut. 

£)te fogenannten jufammengefeften platten ber &ngletnber 
befteben aud jweiSheilen ober platten. 3Me obere platte hat je 
nadj ber gigur, wcldie gebvudt werben fott, oerfdueben geformte 
Ausschnitte, in bie eben fo oiele Sttetatlfrode paffen, welcbc ticfelben 
!uftbid)t *>erfrtlic$en, fo, ba$ ba« ®an$e nur eine Dberflae^e bilbet. 
Stuf ber föfitf- ober Äebrfeitc aber bitten biefc Metall ftüde, wenn 
f e eingefefct fmb, Jöorfprünge oon einigen SWilÜmetern. Äebrt man 



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bie platte um, »erfleht man pc mit einem eutfpredjenben SRanbe 
unb giefjt man in bie 3wifd)cnräume ber fceroorragenben SDZetaöflücfc 
e^tiftmetaU, fo bleiben bie Sfletallftücfe fxxirt unb man erhalt 
bieburä) bie jweite ober uutere statte. 

SBenn beibe platten pfammengefefct un b gehörig vereinigt finb 
fo fäteift man tyte Oberfläche forgfaltig ab unb gra&irt bann mit 
ber $anb ober mit ber ÜJui(loä)irmaf^ine bie gewünfd)te 3«^nung 
barauf. SBeit bie platten in ben gewöhnlichen Drucferprejfcn 
abgebrueft werben follen, fo »erfleht eS fiä) t>on felbft, baf ber ettdj 
ergaben fein mufj. 2Benn ba^er bie beiben Patten, nadj oollenbeter 
3ei^nung, »on einanber getrennt werben, fo wirb auf jebet ein 
Xtyit ber 3c«h™ng befmbltet) fein, ©o fann nun auf jebe eine 
eigene frarbe aufgetragen werben, unb wenn man bann beibe statten 
wieber miteinanber oeremtgt, fo werben beim 2lbjtet)en berfetben 
beibe garben mit einem SWate gebrueft. Sollte man nun aber 
biefe Operation mit ber £anb bewerfftelttgen, fo würbe bief manche* 
£erumtappen *>eranlajfen unb langwierig fein. 2Äan fudjte ba^er eine 
treffe yam Borfchem ju bringen, bie alle biefe Bewegungen fe^nell 
nnb genau auSfübrt. £)aS $rinjip berfelben beftebt in folgenbem: 

3Me obere platte wirb auf eine fefte Unterlage gefdjraubt, bie 
untere hingegen ift an einer Stafcl angebracht, wcld)e fidj burd) bie 
Bewegung eines crcentrtfdjen 9iabeS t)erabfenft, fobafb ber Slbbrud! 
gefd)iet)t. ©S taufen bann jwei mit oerfd)tebenen garben oerfetyene 
2Baljen über bie platten, worauf, burd) gortfefcung bet Bewegung 
beS ercentrifeben 9iabeS, bie Üfcafel wieber emporftetgt, fo bafj bie 
Borfprünge ober Habenseiten ber untern platte in bie 2lu$fcbnitte 
ber obern eintreten. 3« bemfetben Slugenbltcfe get)t bie SDrucfwalje 
über bie beiben Bereinigten platten unb ber&bbrucf geflieht. 3»et 
Sltbeiter, welche einanber oon einer falben <£tunbe jur anbern ab* 
läfcn, fefccn bie treffe in ©ang unb tonnen in einer ©tunbe, mit 
Snbegriff ber jum ©teilen ber platten, yax Erneuerung bergarbe*. 
etforbcrlic^cn 3cit, taufenb Slbbrücfe liefern. Bebient man ftä) ber« 
felben treffe &um &bjiet)en einfarbiger 3rt<tynungen, woju fic gleich* 
fall* empfehlenswert*) ift, fo gibt fte fiünblict) 1500 fcbbrücfe. 

£te &um Slbjie^cn in biefer treffe beftimmten platten müjfen 
au« Äupfcr ober <Etat)l gemad)t fein, fic finb baher treuer unb 
aus biefem «Brunbe eignen fte fich nur für fold)e Satte, wo eine 
fe^r grofe 2lnjat)l t>on &bbriufen gewonnen werben foll. aSerben 
aber nur einige taufenb Slbbrürfe erforbert, fo verfertigt man fte 
nach ben bekannten 2lbtlatf<h* ober ©tereotyp^o&cffeptattcn; man 
nimmt namtid) oon ber graoirten SRatrifce einen &bbrucf mit ®öpS 
unb fentt tiefen ungefähr einen Millimeter tief in gefd)molj.ncS 
Schriftmetatl ein, bamit baS gefebmotjene Sföetatl in golge biefeS 
£>ru<fS bis in bie tleinften Details tiefes SRobclS einbringt. 



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\ 

V • 



- 89 - 

©old)e abgeflatfdjte statten wiberfte^en bcn fdmettcn $ewc* 
aungen ber ©efdjwinbprcffe nid)t lange; bod) fann man auf bcn 
gewöhnlichen ©ruderpreffen eine $icmlt(f) große 2ln$abl Slbbrücfe 
baoon nehmen. £te (Sdmettigfeit ift jwar in lefcterem Satte gertn- 
(jer, bafüraber wirb bicDccinbeit befto großer; unb fowotyl bcßbalb, 
alö aud> wegen ber bierburd) erretten SBoMfeilbeit fam ber Gon- 
greoebrud in ber legten Seit weit mebr in Slufnabmc. Unb oer* 
mctjrt man nad) biefem 33erfabren eine beftimmte 3ln$a(>( oon 
Driginaltypcn, fo laßt ftd) beren $erbtnbung inö Uncntltcfye 
abanbem, unb jwar fo, baß man eine große SDccngc 9lbbrüdc oon 
fcerfäjicbenen SEimenfionen unb 3ufammcnfo$ungen hervorzubringen 
im staube ift, obne net^tg ju ^aben, neue platten ju graoiren. 



Slußer bem (Jongrcoe'fdjcn £rud wirb ber 

£i)to#vaphiichc Sarbettfcrucf 

audi nod) in anbercr ©eife ausgeübt. 5flan mad)t namlicb fo oiel 
€tode, als" baö ju brudenbe SMlb Sarben ermatten fott. £ic oer= 
fdjtcbencn <£tbde müffen natürlich ganj genau aufeinanber Raffen, 
jeber aber wirb für fid) befonberö mit ber &arbe abgebrudt, für 
welche er beftimmt ift. 

©et biefem Sßerfabren müffen ntct)t allein bie gtode, refpeftioe 
bie 3rid)nungen, »elcbe barauf aufgetragen fmb, ganj genau auf« 
etnanber paffen, fonbern ba$ Rapier, auf weld)e$ gebrudt wirb, 
muß ftetä fo genau aufgeftedt werben, baß eä um fefn £aar breit 
feb)lt, fonft ift ber ganje£rud oerborben, fclbft wenn bic£oljftöde 
^ ttod) fo pünftlid) unb fa^6n gemalt fmb. SDte größte Sorgfalt ift 
auf baS &uffteden ju oerwenben , benn beim 9luf* unb Abnehmen 
bcö ^apierä werben bie 86ctyerdien, an wetzen e$ aufgeftedt war, 
(eicr)t großer, wenn man babei nid>t außerft oorftdittg ju ©erfe 
gebt, unb fowie bieß ber gatt ift, fann ber Slbbrud nicr)t mebr fo 
auefatten wie er fott, b. ty. bie Sarben werben an einjemen Stetten 
aufeinanber gebrudt werben, wogegen auf ber anbern <£eite unbe* 
feebrudte oeer weiße Streifen entfteben, weldje eine foldjc 5lrbeit, 
bie natürlidjerwcife einen töunftarttfel barftclten foll, febr entftettt. 
— (Sott ein Söflb mit mehreren Sarben gebrudt werben, fo ift ber 
dongreoebrud oorjujieben, ba biefer in atten Sutten ganj egale 
Slbbrüde liefert, unb aud) bie »Etcde fdjnett unb nicfyt fdjwcr mein* 
anber gefegt werben fönnen, wenn fte awedmaßig gemaebt fmb. — 
^ott hingegen ein (stod nur in jwei $arben gebrudt werben, fo 
bürfte eö beffer fein, tiefe auf jweimal ju bruden, weil ba6 Rapier 
beim jweiten Slufftetfcn in ber IRegcl noch ganj gut erhalten ift 



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unb e$ fomit öiet fdjneller gebt, alt wenn tnan einen %Ml bed 
Stocfä jum 5lufwal$en ber Satte nad) jeber garbe aufbeben unb 
bann wieber etnfefcen foll, um beibe garben jugleid) abbrutfen $u 
fönnen. — ©0 ijt übrigens nidjt bie Aufgabe ber £ol$fdmctbefunft, 
hierein eine «^auptfor^e legen, bejjbalb fann man e$ audj getrojt 
jebem 3fy(ograp$en übertaffen, weldjen 2Öeg er einklagen wolle, 
falte tljm berartige Arbeiten oorfommen. 

flDa* ©olortten bet J&oljfcfmittc. 

Um $o(jf(^nitte bunt barjujtellen, ijt burd) ba$ Kematen ober 
(£oloriren mit entfpredjenben garben weit letzter unb billiger ald 
burd) ben garbenbrud. (Sin jum ßoloriren befttmmter «&oljfc^nitt 
mug anberö gehalten werben, al$ einer, ber nur fdjwarj gebrueft 
wirb, ßefctercr mujj befanntlid) 2id)t unb Ratten fo barftetten, 
wie btc£ bei jeber ridjtigen 3«id)nung ber gall ift, wabrenb bei 
einem (otogen jum (Solortren bie ©djattenfeiten fe$r fraftig unb 
bunfcl, bie ßidjtftellen aber febr liefyt unb leidet gehalten werben 
müffen. 3ft bieg nic^t ber gall, fo tagt fia^ ber |>ol$fd)nitt nidjt 
.leidjt gut coloriren, benn e$ mujj bann erft burd) bi< garben ber 
(Sjfeft in baS S3t(b gelegt werben, was nur burd) geübte $anb mit 
groger 2Rül)e mbglidj i(t, unb natürltd) ben 5lufwanb bafür febr 
erhöbt ?iegt bagegen ber (Sffeft auf bie angebeutete SSeifc fdjon 
in bem #ol$frid) felbft, fo genügt ba$ Goloriren auf bie gewöhn* 
Ud)c äßeife, b. man barf bie garben bloS einfad) burd) bie 
«Patronen auftragen, obne bad <£d)attiren an einzelnen Stellen 
netbig ju fyabcn, ba biefe burd) bie bunfel gehaltenen Stellen 
beä 2lbbrucf$ fdjwarj genug fommen, um ben Statten gehörig 
hervortreten ju lajfem SÜegcn biefe 2Dorte öon (einem 3fylograp()en 
unbeadjtet bleiben, welker Silber jum ßoloriren. ju madjen befommt, 
waö für 3ugcnbfa)riftcn, bie baburä) fet)r fdjön werben, 
läufig ber gall x% 



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UertHflfaltiflutifl Her $ol3f*4imtte nrib $*i$Ü}t. 



lattcn, bic graoirtftnb, ober £o($frid)e baben 
baburd) einen fct)r wefenttidjen 23ortheil, 
baß fte fid) leidet, billig nnb fchncll »er- 
mehren (äffen. £teß ift namentlich burd) baö 
5lbgteßcn in Sdmftjcug, wcldjc (5 1 i d) c 1 beigen, 
ber galt. £aö babei jn beobachtenbe Ver- 
fahren würbe ju weit abführen, c£ fei bafycr 
genug , wenn nur- fagen , baß 3fylogravfocn 
nnb «g>o^fct)iutbcr ibre §o($fd)mttc anf (etd)te 
2lrt unb billig in jeber (Schriftgießerei ab- 
flatfc^cn (Glid)c'$ machen) (äffen fennen, 
in (Stuttgart $. 33. bei 3flcfcler unb 2lnbcrn, in Reutlingen bei 
£[Raur. 3cbc größere 8tabt bietet baju ©elegcnbcit, weßbalb ftd} 
ber Xolograph nidjt bamit ju befaffen brauet, jumal eine größere 
Einrichtung unb längere Erfahrung jum Abgießen gehört, welche 
$u erwerben fid) nid)t lohnen würbe. ES fmb un* rtylograph* 3 
'fd)e Slnftalten befannt, bie früher ihre Eltche'a jum SBerfauf 
fetbfj machten, nachher aber baoon abftanben unb nun in ©teßercien 
machen laffen, — gewi§ ber fchlagenbfte 93cwci«, baß unfere eben 
angeführten Sorte richtig finb. Slnbcr* ift cd mit ber 

©alfxtttoplafttF, 

btefer neuen Erftnbung, welche f\ dj ber £»tograph J« nufcen machen 
fann, einmal weit bie baju netbtge Einrichtung nur wenige 23afcen 
foftet, unb bann, weil baS Verfahren babei nur eine febr geringe 
SDcube mac^t, unb cnblich, weit bie baburch gewonnenen Äupf erstatten 
febr rein werben unb eine ungeheure Slnjaht üoltfommcn guter 
Stbbrücfe liefern. 3tu$ biefem tefctem ©runbc eignen ftd) folcf)c 
@>tccfe namentlich für fo(d)e Silber, bie in ÜBerfe mit großer 5tuftage 
lommcn, ober $u Etifctten für gabrifen, namentlich Xabafafabrifcn, 
bie in maßtofer 3abl abgebrueft werben, gür gewöhnlich* dachen, 
b. % für fotehe, bie nicht in größerer 5tnjahl gebrueft werben fotten, 
tft bad ©atoanifiren nid)t geeignet, ba bic platten theurer werben 
at* mtyi. 

<Dte ©atoanoplafW ifl üon böchft wobtthattgen folgen für* 
bie ^oljfchneibcfunft, inbem fte in ben ^tanb fe(jt, fehr treue Eopien 
*on ben $ol&fxichcn ju machen, 3u biefem 3wecfc, fagt 51, $en$e, 

V 




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loßt man ein (Stützen $boßpbor in ftarfem, am beften abfoluten, 
5Ufof>ol auf, inbcm man tiefen (SJrunbfloff mit bem Sllfoljol in 
ein 2tr$ncißtaß bringt, baß man mit einem jlorfe oerfdjliejjt, einige 
Minuten in tyeifjee ÜBaffer ftcllt unb oon 3eit ju 3eit umfdjüttelt, 
hierauf bringt man in eine flache (Senate ober auf einen Getier 
eine fd)wact)e Sluflöfung oon fatpeterfaurem ^ilberoröb unb taucht 
einige Sefunben lang bie Dberflad)e beiß $oljfdHÜtteß in biefelbe; 
babureb jtefyt fid) bie 8*(üfftgfeit in baß $olj unb bieg wirb fomtt 
getvanft mit fatpeterfaurem Silbcrorob. 2Jtan giefjt nun etwae auf- 
getreten $boßpbor in ein Sdmlcben ober Ubrgtaö; über biefe 
Kampfe K\it man bie getranfte Cberfiadje beß $ol$fd)nitteß, woburd) 
fic^ baß falpeterfaure (Silber in $boßpborf\(ber oerwanbelt, welcbeä 
ein ßeitcr ift, unb nun in bie ^ette gebraut, fann ber fo überfteibetc 
•frolsfcSnitt bie Stelle res negativen SDcetalliß oertreten, Qlnftatt 
beß 2Ufobclß ift aud) 9(etl)cr anwenbbar, unb bie Silberauflofung 
fann burd) eine Sluflefung oon (^lorgolb ober C^rorptatin erfefct 
werben. 

Stuf gleite SSetfe fann man in 3ufunft Stempel ju großen 
2lnfang6bud)ftaben unb 3icvfct)viften überhaupt, fowie Vignetten k. 
bloß in 53urbaum graotren, oon benen man fid) burd) bie Öaloano* 
ptajtif fupferne SQiatrt^en btlbct, bie man nun mit CetternmetaÜ 
ausgießen, ober gatoanifdj mit Tupfer füllen, ober auet) auf ber 
(£lid)irmafd)ine abgießen fann. 

5ftan fann fid) audj juoor oon bem £ol$fd)nitt einen Stbbrucf 
in 2Öad)ß, Satlratb, 4?aufenbtafengallerte, Stearin, ßotopbonium, 
(5)i)pö u. bergl. machen, biefen 5lbbrucf mittetjt eines, jarten Einfeld 
ober reiner Baumwolle mit feingefd)temmtem (Srapbit Überpreisen 
unb bann bem gatoantfdjen Strome ausfegen* Slm beften ifl 
übrigens ju biefem 3wecfe eine 

täutta t Wetdta * SD* atrtfce , 

welche bei gehöriger Slufmerffamfeit ganj fehlerlos auffaßt, unb * 
ben £ol$fd)nitt aud) in feinen feinften Sbcilen treu wiebergibt. 3u 
biefem 3n>ecfe löst man nadj bemfelben (Gewährsmann junäcbft bie 
gereinigte ©utta^erc^a in Steinöl auf unb erwärmt bie fo $crcje* 
jtetlte Stuflöfung. Sffiäljrcnb bem wirb ber #oljftid) mit etwas er* 
wärmtem gett mogtidtft leicht eingepinfett, b. t). es barf nur fo 
wenig $ett atß möglich, barauf ftfcen bleiben, bann legt man fleine 
Portionen ber Sluflcfung auf ben Stieb unb breitet fie mit bem 
3eigefinger, ben man oorber jur SScrbinberung beß Slnflebenß etwa« 
naß mad)t, auf berfelben redjt bünn auß. Ottan fann bie Portion n 
beliebig anlegen, oljne befürchten ju muffen, baß ftcfy bie SDcaffe 
etwa nidjt oerbinbe* SDtücft mau bie Singer feft auf, fo -entfielen 



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- 93 - 

feine 93oren unb bie- Watte gelingt jebedmal. Sie ©utta*3)era)a« 

Sflatrige lagt fich, fobalb ftc crfaüct tft, ot)ne aUe (gehwterigfett 
abgeben unb tft febon blanf unb rein. Um bünngeworbene ©teilen 
beö ©utta=$erd}aüberäugd etwaö ftarfer $u machen, fann man auch 
eine ber ©rege ber platte entfprecbcnbe $appc auflegen, welche 
erwajrmt fich leicht oerbinbet. 

Um biefe platte leitenb ju machen, ffreut man feine Tupfers 
unb ©olbbronce barauf unb entfernt baö Ucberflüifige. 

<Dae 33ct)anbeln bcö «£>oljfd)nitteö nart) ber erften 2lrt biefer 
Anleitung, wobei juerfl eine SWatri^e au$ Tupfer gemacht wirb, in 
welche man bann bie eigentliche platte nteberfcblagen lagt, ift nicht 
allein foftfpiclig, fonbern aud) fet)r jettraubenb, wcgljalb folgenbeö 
fl erfahren t)auftg Slnwenbung ftnbet, namentlich wenn man ©utta* 
Fercha nietyt jum gleichen 3wccfe bcnüfcen will: Sföan erhalt eine 
gute reine üJcatrifce, wenn man ben Drigtnall)ol£fttch in eine geeig* 
nete *PMalllegtuwg einbrüeft ober einen Slbflatfd) baoon macht 
ßum 3lbflatfcben iß folgenbe Sftetalllegirung am atlerbcfkn geeignet; 

8 ©ewichtsttjeile SSUmutt); 

8 Steile %Ui unb 

3 Steile Qimu 

2)iefe »erfebiebenen *D?etatltt)eile werben jufammen in einem 
büunen blechernen ©ctymaljlcffel $um ©cbmeljen gebracht, wa$ fcl)r 
fchucll gefchict)t, bann einige 3cit im $lug gehalten unb t)tcrauf in 
. ein burd)au$ troefenea ^appf ajtcben in etwa 3 — 4 Äinien biefer Sage 
auägegojfen. Sie SDicfe richtet fich, wie leicht begreiflich, nach ben 
grögern unb geringem Vertiefungen unb ©rtyabcnt)eiten be$ ©tocf$ # 
welcher abgeflatftyt werben foll, wie fich wofyl oon felbft oerfteben 
wirt, ba fein Styeil bcffelben ohne einen entfpreebenben 9#etallübcrs 
jug fein barf* Sei bem Slbgiegen mug fefyc fchnell oerfat)ren 
werben, bag man an oem Slbgug mit einem erwärmten Äartenblatt, 
baö fieb auf ber Oberfläche bilceubeDrtyb wegnehmen (wegftreteben) 
fann. £at nun ber SDictaügug eine breiartige Gonfifienj 
angenommen, fo wirb bie möglichfi erwärmte ©raoüre fdjnell barauf 
gebrüeft unb burd) irgmb eine Vorrichtung (mit ber blogen £anb 
fann bieg wegen ber £tfce nia)t gefeiten) barin gehalten bi* bie 
SWa|fc ganj eifaltct ijt. 

SDiefeö SDfctallmobell liefert in bem Sfcteoerfdjlag , welche ber 
gatoanifche (Strom barauf bilbet, einen treuen Slbbrucf bc$ <>oljftid>d ; 
unb follte baffelbe je nicht ganj fd)arf burd) tiefe« ©inbrüefen in 
bie breiartige ©ktalllegirung werben, fo fann man biefen gcMer 
baburch oerbeffern, bag man ben ^oljfttcb in irgenb einer treffe, 
j. 93« einer iüuc^binberprejfe u. bergl., etwaö in oaö weiche Metall 
einbrüeft. 



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- 94 - 
£rr Mppavat )irot ©ahmntftten. 

befielt na$ ben Angaben M ^rofeffor* gelftna, in golgenbem: 

<Die nebenftebenbe Sigur 
if* bar jur Erzeugung »on 
fRelief *£upferplatten 
bienenbe Apparat, an ift ein 
oben offene*, bi$ cc mit 
finet oollfommen gefattigten 
Äupferoitriol(6fung angef üD> 
te* ®(a«, beffen £urdjmeffer 
unb ©rofe fi<$ lebiglid} 
naef} ber <$rSfje be* ju 
copirenben ®egenftanbe« rid}» 
tet bb ift ein oben unb 
unten offener @la$etylinber, 
beffen £urd)meffeT etwa« 
Heiner ift, aU ber be* jur 
Slufnabme ber £upfert>itriol« 
lofung beftimmten (SMafrt, 
rine#6be sonungefabr 6 3ott 

bat unb an feinem untern $%tl b mit mftgltyft bünner, jut>or 
twa« angefeuchteter Sfiterblafe oerfäloffen ift. (Sin gewitynlid) er «am» 
jKne^linber wirb in ben meiften Sailen oollfommen au«retcben; jwe<f* 
mäßiger bürfte e* jeboeb fein, rinen ©la*eplinber anjuwenben, ber, um 
ba« Abgleiten ber mit SBinbfaben befeftigten Sbierblafe ju oerbinbern, 
unten mit einem etwa« nacb&ufjenju oorfyringenbenföanbefcerfetyenift.) 
cc pnb woblau$geglül;te (Kegfame), ! /j X!tntc biete Äupferbrabte, 
bie ben (Swlinber bb, in ber untern £alfte fetner Sange, an brei 
fünften umgeben; fie bienen al$ Warfen ber Sragcr unb finb an 
ityren äußeren $ufammengebrefyten (£nben etwa* nad) Unten juge* 
bogen, um ben ©laöctyltnber , wenn berfelbc auf ben üfanb be« 
©lafed aa aufgefegt wirb, dne fefte Stellung $u geben, g d i 1 f 
ift ein ftarfer, aud dnem Stüde beftetjenber ungefähr l'/s bi$ 2 
ßinien biefer, nict)t geglübterÄupferbratyt, bem mtttclft dner$5ratyt» 
jange leidjt bie au$ ber 3eid)nung $u erfefycnbe ©eftalt gegeben 
werben fann. 3ki g unb f ift biefer $)rat)t $u dnem Sftinge ge* 
bogen, bd i aber, etwa % ßeü bod}, fo eng jufammengebrücft, 
als e6 bie SDicfe ber ©laawanb be« Gtylinber« eben julafjt. $)et 
ringförmig gebogene 3%il rddjt in beu (Sri Ii über fo weit tyerab, 
bafj jwifdjen ibm unb ber S^ierblafe nur etwa nod> ein SRaum 
oon 3 hinten $5be »erbldbt, bagegen betragt bie Entfernung 
be$ ringförmig gebogenen £bdl$ f oon ber ^ierblafe 2V* bi* 3 
$arifer 3oU. SWan t^ut wol>l, ben $ra$t oon bem fünfte b bi« c 



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I 



ftar? mit ©iegella«! ju fiber^en, um einer unnötigen jtupfer* 
praeipitation an tiefem $beüc tcö Apparate* oorjubeugen. Jöitl 
man jid> nun biefe* etnfaäen Apparates jur ($r$eugung oon Relief* 
^tupferptatten bebienen, fo füllt man, wie gefaßt, ba6 aufcere ®la$ 
bis cc mit einer gefatttgten, falten, juoor bur$ ßeinwanb ftltrtrten 
Äupfer&ttriotlo'fung an, wirft überbtef, um womöglich längere 3tit 
runburd) bie fiefung auf bem fünfte ber Sättigung ju erhalten, 
einige JtrtyftaUfragmente üon Äupferoltrtol auf ben ©oben M ©lafe*, 
bangt bierauf ben Jlupferbra&t g b i I f Auf brn SRanb beö unten mit 
SfyierMafe jugebunbenen ©lafte^linber* , legt auf ben 9itng g eine 
fjetvefyn tiefte, &uüor etwa$ amalgamirte, biete 3 tnf platte Den 
einem ber ÜTOeite be$ ©laSctylinber* entfpre<benben Durdjmejfer, 
füllt bann ben ß^linber bb bid an bie punftirte ßinie kk mit gc= 
witynlid)cm Söaffer, brm man, je nad) ber 3Renge bejfelben, me$r 
ober weniger oerbfinnte, au« 6 Steilen SCÖaffer, unb 1 &beil eon* 
centrirter Saure befte^enbe S<bwefelfaure (auf 12 8ot& SBaffer 
etwa 2 Ouentcben oerbfitmte Saure) jufefrt. hierauf (egt man 
ben ju fiberfupfernben ©egenftanb auf ben ringförmig gebogenen 
£$ei( f unb bangt bann bie ganjc eben betriebene fttorrid)tung 
in ba* mit Äupferoitrioltöfung gefüllte ©lad, fo jwar, bafj ber 
G^linber mit ber Sfcierblafe ungefähr 1 ober 2 3oü tief unter 
bem «Rioeau ber tfupferoitriollöfung ju flehen fommt. 93ers 
lauf oon 24 Stunben $at man ben Gtyltnber bb mit bem ju tym 
gehörigen SDra^te jebeSmal au« ber tfupfenritriollbfung fceraufyus 
beben, bie oerbünnte Saure ju erneuern , ba* 3infftü(f gehörig ju 
reinigen, ober, fall« e* jiemlub aufgeloht, bur* ein frtfae« Stü(f 
gu erfefcen, unb bie Äupferoitriollofung mit einem «fcolj* ober ©la«* 
ftabeben umjurityren, ober fall« lefctere nity me$r gehörig gefattigt 
fein fottte, mit frifäen Är^ftallfragmenten ju wfefcen. Sdjon 
nad) 3 btft 4 2 aßen wirb ba* auf ber Äupf erplatte ftd) abgelagerte 
Äupfer eine betra<btli<be SDtife erlangt baten unb nad) ungefähr 8 
Jagen eine platte bilben, bie 1 bi* 2 $arifer Minien rief ift" 



SDad fcblofen ber [Relief fupferplatte, wel6e bur<$ Hefe« ©er- 
fahren gewonnen worben i(i, $at jwar feine Scfcwierigfeiten, bod) 
muß man babet auf paffen, renn e* wäre fcr)r ärgert id) unb aüe 
barauf Derwcnbete 9)tülje fammt ben Äoften verloren, wenn fle burdj 
eine Unoorftcbtigfeit unbrauchbar gemacht würbe. — Um alfo bieten 
3*»c(f &u erreid)en, fpannt man bie ganje äupfermaffe in einen 
S(braubftocf unb feilt bie Äupferr&nber berfelben ringsum ab, fo 
ba(j bie gfiatrtye ring« um ben Diane* fyerum fiaVbar wirb. 3ft 
bief gef(be^en, fo wirb bieSd)neibe eine* >J)iefTer* an einem fünfte, 
wo e« nity f^aben fann gwif^en bie OTatri^e unb bie «latte, 



treibe fid> barauf nieberfdjlutj , gebrücft. $Qt man baburd) eine 
föifce erjielt, fo wirb fit forgf altig erweitert, bamit man einen 
bännen #ornfpatel einwerfen fann, woburä) eine oollfommenc 
Trennung ber beioen Steile bewirft wirb, ol)ne brn einen ober ben 
anbern £f>eil ju bffdjabtijen. Q3on ben SDiatrifcen t)at man burd> 
Hefeö ©erfahren gleid) einen ©toef ober einen Stempel, weldjer 
ftrt) junt fofortigen ©ebrauebe eignet, nadicem er juoor auägegojfen 
ober auf ein $olj oon entfprea>euber S)icfe (#ol$ uno Äupf erplatte 
feilen fo bief fein, aU bie ©ucborucferlettern fyodt fino ) genagelt tft. 

£at man tnbejfen ba$ «&olj bem galoantfcfcen Strome auf? ge- 
fegt unb einen Jhtpfernieberfdjlag oon ber gewünfdjten Starfe barauf 
erjielt, fo wirb juerjt biefer abgelöst, mit einer &efcfaliauflöfung 
gereinigt, nad) biefem mit Dlioenöl allfeitig eingerieben, weldjeä 
jebod) mit £>ülfe oon feinem öüefjpapier unb *ciner ©ürjie wieber 
fergfältig entfernt werben mup. <Die auf biefe §lrt bemäntelte 
SDfatrifce wirb nun, wie jebe anbere, bem galoanifdjcn 3koje§ 
au$gefe|t, bann erhalt man barin eine platte, welche bem Originale 
oöllig gleidjt, unb bie ofme befonbere Sa)wierigfeiten oon ber Dri* 
ginalplaite abgehoben werben fann. 



■ 

Um eine ©r/psform ju gewinnen, roeldje ben galoanifeben 
©trom annimmt, wal beiläufig gefagt ein großer 93ortbeil ifi, weil 
fid> eine (Stypematrifce am befien barftellen lägt, fo mu§ man bie» 
felbe mit einer oerbftnnten ^rüenf-einlofung tranfen, ober fle fo 
ftarf bamit benenn, bajj fu nod> ein wenig feud)t erfa)eint. 3ft 
bieg gefdiefycn, fo wirb fie einem Strome oon nidjt entjunb« 
liicm $l)o$pf)orwafferfioffgafe auOgefefct .frierburd) wirb 
ba$ falpeterfaure Silber augenblicfUd) auf bic DberfläaV ber gorm 
gejogciu unb in eine bünne Sdncbt oon ^boöptyorfilbet oer* 
wanbclt, wel«ei ein ausgezeichneter ©leftrtjitatöableiter ifc 2)a* 
^^oöpborwafferfloffga«, welcbeS ftd) ^ieju am befren eignet, fann 
man oljne alle &efat)r burd> (Stiftung einer al f ot)oltfd)en 
Slefcfalilöfung, welker man ein Stücf $t)o$pbor jufefct, felbfl 
cntwicfeln. JBemerft man einen gleichförmigen Ueberjug oon 
pljorfUber über bie ©opSmatrifce, fo fann man fte mit bem beften 
Erfolge bem galoanifeben (Strome in ber ßupferoitriolauflöfung au 6» 
fefcen — 25icfe ßöfung wirb baburä) gewonnen, bajj man ct)prifcr)e$ 
Äupfcroitriol flcin &crfto§r, mit feigem SGBaffer angiejjt unb fo lange 
fielen l&ßt, bie eS ftd) aufgelöst t)at. 

93ei bem ganzen $$erfat)ten foll man webet bie 
©aure nod) bie SßitrioUefung mit einem eifernen 
Snftrumente berühren, weil babureb ber eleftrifcbe 
©trom ganj unb gar gehemmt werben fann. 3(t bief 



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- 97 - 

au* Un&orfidjttgfeit gefdje^en, fo muß man bte gänje 
©efc^i^tc wteber oon oorn beginnen. 



<Damit ber Xolograplj bod) au$ weif wa* jum 
Stereotyp treu ober 21 bf (atfehen t>on£oljf dritten 

gehört, beuten wir in golgenbem furjan, wie bie (Sadje bctyanbelt 
wirb. ©owobl bie für bie ©udjbrutferet ju Verzierungen unb 
Vignetten bejrimmtcn #oljfd)nttte , ald aud) mandje größere in ben 
£ert eine* SÖudjd abgebrühten, werben auf folgenbe 3lrt abge* 
flatfdjt ober abgegoffen. 3n einem glajirten £opfe »er* 
mifdjt man mit 2öaffer 2'/^ ZtyiU jerftoßenen burdjgefiebten unb 
über bem geuer in einem Reffet umgerührten trotfenen (Sfypd, 1 
Streit geröftete$ unb burdjgefiebte* 3iegelmet>l (oon jerftoßenen 
3iegeln) unb V 2 Sttyeil fein gejtoßene* geberweiß ober 2Ubeft. Die 
«JHifdjung muß fo fein, baß fte fid) ausgießen lagt 2Ran faßt 
ben £ol$fd)nttt oon allen leiten mit genau anfdjließenben ©tegen 
ein. <Diefc (Stege müjfen aber etwa* niebriger, al* bie Spuren 
fielen. Um bie giguren herum aber madjt man einen SRanb oon 
$bon, bamit bie aufgegorene ®w$maffe freien bleibt 9iun be* 
pinfett man bie giguren bed ^oljf^nittd mit JBaumöl, gießt bie 
©W$maffe auf bie giguren unb betüpfelt fte mit einem Keinen 
qßtnfet, bamit fte ft<§ in alle 3üge hinein begeben. SPton laßt bie 
SWajfe troden werben, nimmt ben S^onranb mit einem SRejfer hin* 
weg unb h*bt ben <Sto<f oorftdjtig h<*au*. 9Ra$ biefem muffen 
biefe gormen fo gut auSgetrodnct werben, baß aud> nic^t ein ®e= 
banfe oon geudjtigteit mehr barin jurütfbletbt ; benn fowie Meß ni^t 
ber gatt ift, fann man aud) feinen reinen Slbguß baoon mad)en, 
weil bie geu<htigfcit burd) bie 2Barme be* barauf gegojfenen Reißen 
EMail« auf bie Dberjladje gebogen wirb unb SBlafen »erurfad)t. 
Sßetl nun ba« 2lu$tro<fnen ber Gtypdformen wefentlic^e« ©rforber* 
niß i(t, bebient man ftdj baju einiger Defeläen, weld)e einem (leinen 
SBratofen gleiten, nur baß ftdj meiere 9tetyen eiferner Stangen 
barin befinben, auf weld)e man bie ©Reform, weldje $uoor an 
ber ßuft au*getro<fnet würbe, legt, unb bann oon unten erwärmt, 
b. bie glamme fdjtSgt an ben ©oben biefe* Def eigens, unb 
Udt wo$t aud) an ben beiben «Seitenteilen beffelben herauf. 

©owie bie gorm au* bem Ofen (ommt unb nod) jiemlid) 
»arm ift, wirb bad Abgießen berfelbcn oorgenommen, inbem man 
fle in ein Äaftdjen oon entfpredjenber ©r6ße fließt unb mit 
gew6hnli<ffem ©d)riftgießerjeug ausgießt. 



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- 98 - 

I 

Heber tot* fßtamen in ßXcUül mid) 

er £oljftid) !ann in *>erfdu*ebenen 9Mallen 
taufdjenb nactygcafymt werben, namentlidj 
inredjt reinen unb mögltdjft weisen 5fteffing* 
platten ober in einer SMetalllegirung sonSölei 
unb3inn, weldje mit mefyr ober weniger Sinti = 
mon »erfefcttjt. 6$ ift übrigens bie üftctljobe, 
tyoläfdmtttartige SMlber inS&etatt ju flehen, 
fefyr wenig im ©ebraud), namentlid) fett- 
bem bie ©afoanoplaftif eS möglid} ma<fyte, 
berartige in $ol$ graoirte ^töäe leicht in 
Tupfer ju bekommen, woburd) man (£tc(fc 
erfyält, bie eine jafyltofe StfJaffe öon 3tb= 
brücfen gejtatten. £)a$ SBerfaljren bei bem ©rattiren *>on 3ttetatt= 
Vlatten für bie 33ud)bru<ferprejfe ift fo jiemltd) bajfelbe, wie beim 
4>oljfttdj, nnr gc^t e$ bei ber £>arte beS $u ftedjenben ©egenftanbeö 
etwas fdjwercr, jumal man feine anbern 3nftrumente anjuwenben 
vermag, als bie ©rabftidjel. 

S8on Jlupferftidjen , weldje mit bem ©rabfHcfyel ausgeführt 
fmb, fann man burdj 5lbf(atfd)e ba&on in ©äriftgießermetall SDruef - 
formen für bie 93ud)brucferprejfe gewinnen, weld)e ganj gut gelingen, 
|umal wenn bie «Jtupf erplatte forgfältig für biefen j&wd mit bem 
©rabfttdjcl ausgeführt ift. kommen babei größere lidjte ©teilen 
t>or, fo muß man biefe in ber abgeflatfdjten platte nod) gehörig 
vertiefen, bamtt ftc$ beim Slufwaljen ber $ud)bru<ferfd)wär$e feine 
garbe barauf abfefcen unb biefe ftcfy bem Slbbrutf mitteilen fönne« — 
3n 93e$ug auf baS allenfalls anjuwenbenbe Siefen wirb baS &ol= 
flenbc bie nötige Anleitung geben, 

Stud) ber ©c^riftgießerjeug wirb tyn unb wieber jum 
©raturen benüfct,- namcntlia^ für ©egenftanbe, bie »ielfac^ ftereotö* 
pirt werben follen, weil man ba&on lcid)ter 5lbgüffe maa^en fann 
als »om äot&fity. 2)aS Verfahren beim ©rairiren felbjt ift 
baffelbe wie beim faltfäti) , in S3ejug auf bie Anfertigung ber 
platten aus ©djriftjeug aber ^aben wir ju bemerfen, 
baß bicfelben in entftredjenber ©rbße im ®uß ganj rein fein 
müffen, worauf man fte oon einem getieften Stifter egal abhobeln 
' läßt. Dtme bicfeS Abhobeln , welkem eine S3e^aitblung mit ber 
Ab^ie^linge folgen muß, würbe man fienie fo fctyön eben erhalten, 




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- 99 ~ 



bag ftc fd)8n graoirt ober 911t abg«bru(ft werben fönnte. Stuf nod) 
leichtere 2lrt erhalt man eine ganj ebene, glatte statte au$ «Schrift* 
jeug, wenn man oon einer reinen, fefyr glatten <§tal)lptattc ober 
t>on einer ebenen ©taötafel eine *Dfotrtfcc'< baburd) anfertigt, bajj 
man ben SRanb berfelbcn mit einem fctyonranb umgibt unb barauf 
©typS in ber crforberlidjen #öf)e aufgießt. SDurdp (Stereotyp iren 
biefer ©ttpsplatte erhält man eine fo glatte unb ebene platte in 
©d^riftgicjjerjcug, bafj man biefelbe bloö in entfpredjenber ©röge 
abjufägen brauet, um fofort batauf graoiren 51t rennen. 



Ijerftelhttifl tum llritf fßtytn mtttelffc 3k£en, 





in uotffranbigeS ©elingen biefer ftmtft, 
baö in oerfd)iebencn 3ettfd)riftcn unb ju 
oerfdnebenen 3citen fa>n bargefrellt worben 

ßeben anjuwenben gefudjt, allein fei* jefct 
Kit ftd) bie 6adje als febr problematifdj 
berauggcftellt, fo feft (Sinjelne aud> fdjon 
ju behaupten wagten, bajj baburd) bie 
#ol$fd)netbefunft ganj unb gar oerbrangt. 
werben werbe. SDiejj baben unfere £t;lo- 
grapsen wofyl nie ju befürdjten, mögen ftc 
bejjbalb mutbig fortfdjreiten in ityrem @cbtct; benn je mebr fte fid) 
barauf oeroollfommnen, um fo beffere ®efd)äfte werben fte madjen. 
©iö jefct haben fa(t alle für bie SBucfybrucferprejfe beftimmten 9lclief= 
Slefcungen ben Sftaditbcil, bag entweber bie babei nötige £icfe ber 
weisen (Stellen fct)lt, ober bafj beim Siefen bie feineren Partien 
ganj ju ©runbe gehen, wenn biefe Sliefe erlangt werben foll. 2Bir 
wollen freiließ hoffen, bajj biefe Uebelftanbc mit ber 3«t befeitigt 
werben,; trojjbem aberratben wir, neue (Srfmbungen in biefer filid)* 
tung, unter welkem tarnen fie aud) auöpofaunt werben mögen, mit 
33orfid)t aufzunehmen, ba wir und burd) ^oa^trabenbe Sieben fdjon 
fo oft gctäufdjt fatjen. 

liefen Uebelftanbcn, weldje wir fo eben anführten, wirb tfyctt- 
»eife jefct fdjon baburd) abgeholfen, baß man baö S3ilb nid)t &u 
tief afct unb bann einen ©typäabguß baoon mad)t, was fehr leidet 
gefa^eben fann unb an bemfelben bie M)tm ©teilen, entfpredjenb 
auatieft* 

5* 



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3&ftfen wir nun bie oerfe^ftbenen SWaterialten auf, weldje ft* 
lux £erfretlung erhabener bitter mittelft be« 9lefcend eignen, um 
baburd) Gelegenheit ju SBerfudKn ju geben unb jugleid) &ur fernem 
2lu*btlbung biefe* 3mi%& *om tSr^abenbrucf bae unfere beizutragen. 

£tefed SRetatl eignet ficf) nidjt am oejten &ur erhabenen ©ra« 
mrung, weit ed *>on bem 2le£waffcr fo leicht angegriffen wirb, baß 
Die Umrijfc beim 9(cfcen jtetd unbeutlid) werben unb feinere ^ßartiecn 
tbcilweife ganj ju ©runbe geben. 3um $lnftellen oon äkrfudjen 
wenbe man ocrbfmnte ©djwefelfaure, ©alpeterfaure unb #öbrodjlor* 
faurc an. ©benfowenig ift ju bem gleiten 3we<fe 

!$ao 3tttit 

geeignet ©ollte man trofcbem 2krfud)e barin ju ma^en wünfäen, 
fo wenbe man $»brod)lorfäure an, weil ba« 3tnn am <5djneUften 
unb gletcfyf örmigften oon berfelben angegriffen wirb. (5in !aum 
bejferer ©rfotg wirb mit bem 

erhielt, ju beffen Slefcung ©alpeterfaure ober $nbro<$(orfaure bient. 
2lm beften bürfte wobl eine 23erbinbung biefer beiben (Säuren ober 
wenn eine um bie anbere angewenbet wirb, fein, inbem $9brod)lor= 
fäure nur auf ba3 2lntimonium fdmell unb regelmäßig eingreift, 
wa^renb fte ba$ S3(ei unberührt laßt unb bei bem Slntimonium 
gerabe ba6 ©egcnttyeil ftattfinbet. — Keffer ift ber 

jum Siefen geeignet unb gibt Ijieju Dr. 9cetto eine praftiföe 
Anleitung in golgenbem: „©er (tt^ccjra^^ifc^c §od}brucf ober bie 
Äunft, 3ctcbnungen auf (Stein tyodjjuafcen, baß fte abgcflatfdjt 
werben tonnen, »erfprtc^t, obgletd) nod) großer 93crbefferungen fatyig, 
eine bebeutenbe SGÖidjtigfett ju erlangen. 9lid)t allein, baß man 
bie fo abgeflatfdjten 3eidmungen bann, wie anbere graoirte unb 
gefdmittene ©töcfe, auf ber 33ud)bru(f erpreffe mit bem Slöpenfafce 
jugleid) abbrurfen fann, aud> für bie £erftellung ber <Dru<fblo(fe 
jum Jtattunbrucfcn , ber garben unb ©djattirun geformen für ben 
garbenbrutf auf Rapier, 28ad)Sleinwanb tc bürfte fu$ 
biefe* ©erfahren fe^r gut eignen. (£d ift befannt, baß $uerft 
© i r a r b e 1 183 1 ein ju biefem 3wc<f e bfenenbe* ©crfa^rciköorf^lug ; 
er $eidmete mit gewöhnlicher lityograpfufdjcr 3>fak <wf W» <Btcin f 
wal&te na* bem erften f^wa^en «Dorafcen bie 3ei*nung mit bem 



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— 101 — 

ßawrcncc'fdien in Saoenbclöl aufgelösten Slefcgrunbe, bcn er 
jebod) 8'trnijj nannte nnb für feine drfinbung ausgab, ein wnb 
äfcte bann Ijöfyer. Sdjon 1842 tyatte ßberbarb ein ätjnlicfyeS 
SÖerfabren mit eben fo geringem Erfolge *>crfud)t. 9lcuerbtngS 
ucranlafjte nun in ßeipjtg bie Verausgabe bcS geller maga jinS 
aerfdjtebcne 93erfud)e übet ben ©egenfianb, welcbe benn aud) ju 
ber ju befdjreibcnben ftdjern SMtyobe führten (bod) würbe ju bcn 
8lbbilbungen beS «£>ettcrmaga$inS eine weniger oorjüglidjc Sftetbobc, 
als bie ^ier betriebene, angewenbet). <5S fommt bei bem 
brude barauf an, bie 3uge ber 3eidinung mit einem ber (Stnwtr- 
!ung beS SdjetbcwajferS tyinreicfyenb wtberftebenben Körper 
über^en, fo baf? fte oon ber Säure unberührt gclaffcn, nad) bem 
Slefecn ergaben erfdjetnen mujj; je tiefer bie baju angewenbetc 
5Jttfd)ung *>on bem Steine eingefogen wirb, je fvajtiger bie auf 
ber Oberfläche blcibenbe £edc ber Säure wiberftebt, befto l^cr 
wirb man äfcen tonnen 2)aS Sßerfabren ift alfo gcrabe ber ©egcn= 
fafc oon bem beim Siefen ber Äupf erstatten angetrenbeten , wo bie 
3cid>nung allein geäfct, baS Uebrige aber burd) bcn SUfcgrunb 
gefaxt wirb. Sitte ju bem oorliegcnbcn 3wcde bteber angewen= 
beten SMifdjungen unb hinten fmb wadjSartiger unb Ijarjtger Diatur, 
ba 2Bad>s unb £arje ber ßmwirfuug oerbünnter Säuren oortrefflid) 
wiberftetyen. §ür ben Utf>ograp$ifd)en #o(bbrud eignen ftc^ ätyertfdp 
blige Sluflöfungen t-on «frarjen am bejten, ba fte febr willig oom 
Steine eingefogen werben. 2lm bejten tft cd nun, bcrglcid^en 26= 
fungen fo jujubereiten, bafj fle foglcid) als 3eid)nentinte angewenbet, 
bie 3eidjnungen batjer unmittelbar geäfct werben fonnen; wcntgftenä 
tft cer Söorjug biefer SDcetljobe oor ber oon ©trarbet angewendeten 
oon fclbft flar. Srü^cr wenbete man auef) in ßcipjig bcn fogc- 
nannten ©irarbet'fcfyen gimiji, in ßaoenbclöl gelebt, fpätcr 
eine Sfötfdjung oon 2 Teilen SlSpbalt, 2 Stetten febwarjem $ed)e 
unb V 4 Tfyetl 33aumwad)S, in Terpentinöl gelöst, alt 3eid}ncntintc 
an. 511S bie befte 3eidmcntinte b währte ftdj aber folgenbe: Sftan 
ntadje eine gefättigte 9luf(öfung oon gewöhnlichem fa^warjem Stfcdje 
in franjofi fasern Terpentinöle unb reibe fte auf bem 9ccifcftcine mit 
einer hinretebenben Spenge ßienrufj ju einer tief fd) warben Maler- 
farbe ab. Ob binreichenb oiel Äienrufj ba ift, erfennt man barauS, 
bafj bie Tinte fclbft bei Jöerbünnung mit Terpentin* ober Saoenbclöl 
»ollfommen fdjwarj unb fettglänjenb bleibt, üttit biefer garbe 
wirb nun mittel ft bcS Einfeld ober einer Sd)rafflr=JJceifjfcber bie 
3eidjnung auf bem glattabgcfcblijfcncn unb juoor mit Terpentin- 
ober ÜJaocnbelcl tM)\i$ abgeriebenen Steine bergeftalt entworfen, baß 
felbft bie feinften 3ügc berfclben fett gebeeft fmb. 28ar bie Sarbe 
mit Terpentinöl bereitet, fo fann man bie 3eidmung no<b feucht 
ä^enj beim ßaocnbelöl muj man ba« Trodnen abwarten, ba ftcb 



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t 



- 102 - 

fonft Beim Slefcen bie feinem <Strid)e auflöfen würben« Sangften« 
24 Stunben nad) ooÜenbeter 3eid) nun g (mit Serpentine!) wirb 
ber Stein gca^t. £a£ Slefcwafjer beftebt auä 1 $betl boppeltem 
fauflidjem Sdjeibewaffer unb 2 fcbeilen febarfem fünft(id>em 2Bein- 
efftg, weldjc man mit glußwaffer fo weit oerbünnt, baß ein jur 
Jßrobe auf eine unfd)ablid)c Stelle beö Steina gefprtfcter tropfen 
nur mild)abn(fd) wirb unb geringe* @eraufd| (»en ber ftd) 
entbinbenben .ftoblenfaure) maebt. *Öcan umgibt nun ben (Stein 
mit einem 8 / 4 " beben 2Bad)$ranbe unb afct ibn unter beftanbigem 
Sluf* unb 5lbwarttfttetgen , bamit bie 3üge fegelformtg unb nid)t, 
wie wobl fonft gefebeben würbe', umgefebrt fegelfbrmig b. unten 
bünner, al$ oben, erfdmnen. 33?an äfct fo lange, bis Heine fd>war$e 
ftafem auf ber Dberflädic beä 2le$waffer$ erfdjeinen; eö ift bieg 
ein 3^^)en, baß bie fetnjten 3"ge nun ibre £i<fe oerloren baben, 
unb man muß fogleid} bad 9lefcwaffcr abgießen unb ben Stein mit 
glußwaffer abfpülen, wenn niebt alles verloren fein foü. 3ft ber 
fo geafcte Stein nidjt bod) genug, fo muß bie Seidjnung noefj ein* 
mat mittelft eine« ^infelä mit ber erwabnten garbe gebeeft werben, 
jebod) nidjt nur bie Dberfladje ber erhabenen Stridje, fonbern aud) 
bie Seitenfläche , unb jwar febr fett. 2$o $den oorfommen, ftnb 
fte ja ntc^t ui bünn ju beden, ba fonjt bie Saure burdjfrißt unb 
bie föanber im 3>ru(fe ungleid) unb auägcfreffen erfdjeinen. 

9cad) bem 5lefcen fommt ber Stein jum Stereotypiren in bie 
Sdjriftgießerei, unb man nimmt oon ber Stereotype einen $robe= 
brud, um $u fefjen, we(d)c ßic^tfteUen nod) mittelft be« ®rabfti<bel$ 
in ber Stereotype $u oertiefen finb; biefeä Verfallen ift weigftenä 
leidjter unb fürjer, als wenn man burdj wieberbolteä £eden unb 
5lefcen jum 3iele gefangen will. — £aö 

tupfet j 

eignet fid) jum a&en reebt gut unb liefert f<fyonc SRefultate, wenn 1 
bie nötige 93orftd)t angewenbet wirb. Qflawbe 2öerfe, bie fdjon 
oon foldjen Jlupferplatten abgebrudt würben, liefern genügenbc 
©eweife bieoon. — Ilm eine .Kupferplattc ergaben ju Sfccn, reibt 
man bie obere §(ad)e mit folilenfaurem .Ralfe ein, wifdjt fte batb 
nadjfjer wieber ab unb U\u6)t fte fdjnetl unb fenhrec^t in beftülirteä 
Gaffer, weldjeö mit % 0 falpeterigcr Saure oerfe^t ift. 93ei großem 
platten wirb biefc ßofung mittelft einee Sd)wammed aufgetragen, 
wobei man aber febr regelmäßig über bie platte ju fabren bat. 
£ie Vorbereitung bewirft, baß ber 9lefcgrunb weit beffer auf ber 
platte haftet, inbem it>r baburd) bie Politur genommen unb fie 
matt gemad)t wirb. ^«rd) forgfältigcS 5lbtvifc^en alle Seutbtig* 
feit entfernt, fo wirb fie in ber 9lrt jur 2Barmc ober über eine 
brennenbe ßampe gelegt, baß fte in allen feilen eine foldje Sßarme 



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— 103 — 

erlangt, wie fic crforbcrlid) ift, um ben girniß fcftBaftcr ju ntadjen. 
$ic 53otrid)tung ju biefcr (Erwärmung fott wo möglid) fo fein, baß bic 
§i£e beliebig gefteigert ober oerminbert werben fann. Sßacbbem 
bie statte etwa 15 üftinuten barauf gefegen, fo wirb fte wegge* 
nommen, unb man fann nun mit einem girnißftifte ganj frti 
barauf jeidmen. £cr girniß muß eine foldje 93efd)affenbcit fyaben, 
baß er ftd) tetc^t au«breiten (aßt unb babei bod) oiel geftigfeit unb 
9ltberenj befifct. (St ift allerbtng« weniger trodnenb al« anberer, 
bagegen fyeftct er aber and) fefter unb fließt (eldjt in bic gebet. 
— ÜMan fann tfm nad) folgenbem $ecept felbft bereiten: 

4 Unjen weiße« möglidjft reine« 2Bad)«; 

4 Ouentdjen gefönter üttaftir ÖKaftir in hörnern); 

2 Un^en 8urgunbtfd)c« $e$; 

4 „ 5l«pbatt oon ber reinften Dualität; 

1 Oucntcfyen eoneentrirte &autfaVifauflefung in £autfdmf=(S;ffen$. 
SWafHr unb ^kd) werben junadjft fein puloerifirt , worauf man 
fle in einem irbenen, gut glafirten Stopfe fdnniljt, bann baß 
2Bad)« in {(einen Stücfcn jufcfct unb babei mit einem etfernen 
Spaten fortwaljrenb umrührt Sowie ein 3$eU bc« 2öad)fc« bei* 
gegeben tft, muß man bie $ifce oerminbern unb bie Temperatur 
fo reguliren, baß fte berjenigen be« ftebenben Saffer« gleidjfommt. 
3u gleicher 3eit wirb ber 5l«pbalt in einem anbern ©efaß $tn* 
reidjenb erwärmt; fowie er fdjmiljt, wirb bie üflifdjung oon #arj 
unb 2öad)« beigefügt, wa« übrigen« nur in {(einen Portionen 
unb unter fortwabrenbem Umrühren gefdjeljcn barf. $at ftd) bei 
ber angegebenen SÖarme Sllle« gut miteinanber vereinigt, fo fefot 
man audj ben Jtautfdjuf ju, wobei ber girniß immer etwa« fod)en 
fott. tiefer firniß wirb tyeiß burd) btdjte ßeinwanb gefeilt unb 
in gormen, ober in lauwarme« SBajfer gegoffen. 

Tiit bem fo eben bcfdjricbcncn girniß nun bringt man bie 
3ctänung auf bic platte. Sollte ber 3eidmer nadjfyer einzelne 
Linien feiner 3«rf)nung afyuanbcrn wünfdjcn, fo muß er bic Spifcc 
be« *J3infcl« möglidjft leiebt in wefcntlidje« Terpentinöl tauten unb 
bamit ben girniß wieber abbeben. (£ljc nad) biefem wteber neue 
fiinien aufgejcidjnct warben tonnen, ift bie fo bejubelte Stelle mit 
einem iTudj forgfaltig $u trodnen. 

SRaa) biefem Auftragen ber 3cfd)nung wirb jum Siefen gc* 
fdjrittcn, ju welchem 3wc(fe man bic platte mit einem 2Öad>«ranbc 
umgibt unb ba« Slcfcwaffer in ber 5lrt barauf gießt, baß e« 3 — 4 
hinten bodj barauf ftc^t. £a« biebei anjuwenbenbc Slefcwaffet ift 
nad) folgenbem Dieccpt ju machen: 

2 linken SalpetcrfSurc oon 30°, 
6 Cuentdjcn effigfaure« Silber, 

16 Unjen falpcterigcr Steter, weiter mit SBajfcr fcerfefet ift. 



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# 



- 104 — 

9Kcm bereitet biefen lefctern Sieker in bet 9trt, baß 2 Unjen 
Safycterfaurc auf 2 Unjen rectiftetrten SSeingeift reagtren; fowie 
bie öteattion beginnt, muß fte baburd) gehemmt werben, baß man 
8 Unjcn bcfHttirteä Saffer baran gießt. 

SDicfe« atte entbluten Streite ber ßu^fcrplattc fet)r flarf an« 
greifenbe 2lefcwaffer wirb oon fünf &u fünf SDHnuten mit einem 
93infel bewegt ober erneuert, bid e$ cnblicr) notlng wirb, bic feinften 
£t)eile ber 3«dmung m & &i™iß beefen, ju melier 3eit (ie 
natürlich sollfommcn auSgcafct fein müffen. (Sowie man über- 
haupt bie feinem %tyik in Ötefafyr glaubt, muß man fclbft in 
bem Sali mit bem 9lcfcen innehalten, wenn bie listen «Stellen noch 
nicht tief genug fein foüten, jumal man biefelbe auf einfache SSeife 
leicht fo weit »ertiefen fann, al* c* bie Umftanbe ert)cifchcn. 

ift gleichfalls ein Stoff, auf ben fid) erhabene ©Uber mit Erfolg 
afcen laffen. $)ad babei anjuwenbenbe 2lcfcwaffcr ift baffclbe, 
wie beim Tupfer, nur muß man bad efftgfaure Silber oerbreffachen 
unb ba8 Slefcwajfer alle jehn Minuten erneuern. 2)a$ weitere 
Verfahren ift ganj baSfelbe wie beim Äupfer. 

2Bolltc man aber eine platte fo tief &efcen, baß auch bie 
listen Stellen gehörig tief autfgcaöt waren, fo würben bic ßinien 
it)re Schönheit unb geinbeit größtentbeit« verlieren. Sowie man 
nun merft, baß bic feinen Linien angegriffen werben, muß man . 
ba« 2lefcen einteilen. Um nun ben Richtern eine fola^e £iefc ju 
geben,. baß fie fia) nicht abbruefen, fann man auf zweierlei Slrtcn 
»erfahren, üttan tieft fic cutweber mit bem Stichel auej, ober 
bebt große Stetten mit ber (Sfa>ppe au$. 2ötU man bieß md>t, 
fo erreicht man ben gleiten 3n>ecf burd) Slnwcnbung beä folgenben 
Littel«: 2>ic juerft ergaben geafcte 3etdmung wirb mit einem 
V t 3oll bolzen 9*anbe *>on $bon ober SSaa^e umgeben, worauf 
man bad (^anjc mit ^rooenccröl einfettet unb einen GtopSabguß 
ba»on mad)t, £teju eignet fidj Sllabaftcrgiipd am beften, welken 
man mit SBajfcr anrührt unb auf bie platte mit ber 3eidmung 
gießt, wenn bie (StypSmifchung bie (Sonftftenj be$ Delcö erreicht 
hat. SDie 4>b'be ber Gtopämaffe fott % 3<>tt betragen. Sowie baä 
®np$ aufgegoffen ift, rührt man fo fdjncll alä möglich barin ober 
v eigentlich auf ber 3tidmung, woburch cd in alle, aud> in bie feinften 
$bcile ber 3ctchnung einbringt, fo baß auf ber platte auch nicht 
ber flcinfte gttpäfrcic SKaum entftebt. 

Sowie biefer 5lbguß ganj troefen geworben ift, wirb er mit 
einem Keffer fct)r forgfaltig abgehoben, wobei man ibn junacbf! 
an ben oterßefen ableät. Sluf biefer platte ift nun baö eigentliche 



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I 



— 105 — j 

» 

SBttb oertieft bargeftcllt, fic bilbct fomtt eine £D?atrtfce, weld)e man 
ftereottypiren fann; in bem Stereotöpenabguß werben nadlet bic 
lichten Stcücn ausgehoben. Dber man fann ben erhabenen 
©typäabguß, weldjen man baburß gewinnt, baß man au$ ©aumel 
unb in etwas ÜEßaffer aufgelöster Seife eine 9lrt Salbe berettet, 
unb bamit bie TOatri^e au$ mittelft eine« Einfeld beftreidrt, 
barauf einen 9fanb barum maßt unb nun anbern auf gleiße Sföcife 
angemaßten barauf gießt, unb biefen naß bem Brechten al$ er* 
babenen ©öpSabguß abgebt, waä feljr leiert gefßeljen fann; ebenfo 
fann man ic)n fefyr leicht unb fßnell aufriefen, wo bieg nötfn'g erfßeint 
unb Ijernaß ftereotömren. £te baburß gewonnene Stereotypplatte wirb 
nun af$ üflatrifce in ber (SUd)irmafßtne benüfct. 93on bem erhabenen 
unb gehörig audgetteften ©typSabguß fann man auf bie fo eben 
angegebene SCÖeife abermals einen ®t;p$abguß — eine Üflatrijje — 
maßen unb in benfelben ftereottyptren. — $Diefe$ anfaVinenb unfißtve 
unb müfifame $erfafyren loljnt ftß fetyr gut, fowie man einige Uehtng 
barin erlangt fyat, inbem fiß bann eine jtemliße 2ln$abl $raoüren 
in einem £age abgießen lajfen. — $>ie 3fylograpbic "bringt aud) 

Jyileteu unb Stempel für SSucfcbtn&crcien 

fcroor, ju weißem 3wecfe biefelben wie anbere Silber in £ol$ 
geftoßen werben, nur muß man noß mebr barauf fejjcn, baß fic 
fo gut graoirt werben, baß man eine ^reffung ober einen 5lbguß 
baoon nebmen fann, o$ne baß ÜHetalt ober ©ppö barin Rängen 
bleiben; — eS bürfen fomit feine unterbotenen Stellen barin 
oorfommen. SBon bem «&oljftiß muß man nun junaßft eine 
oertiefte 8 orm (2flatrtfce) gubefommen fud)en, weßljatb man 
entweber einen ©i^etbguß maßt unb biefen einem galoantfßcn 
Strome au$fefct; ober man brüeft ben £oljfttß in eine 9)?etaU(e* 
girung unb leitet baretn einen galoanifßen SNeberfßlag ; ober man 
gewinnt baburß eine £upf ermatrifce, baß man ben «&ol$fHß galoanifß 
r*rfupfert, unb barcin bann wieber eine «ftupfcrablagcrung leitet, 
weiße al$ gilete benüfct werben fann. 

£)a$ babei $u beobaßtenbe 2?erfafjren tjt fßon oben angegeben, 
wcßbalb wir liier auf ben Slrtffel „(SafoattapIafHf", weißer 
auf Seite 91 $u pnben ift, oerweifen, ba wir nur in ^Biebers 
bolungen oerfallen würben, wenn wir noßmalä auf biefen ®egcnr 
ftanb jurüdfamen. 



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— 106 — 

5ßalmer'9 ®lppho$tapt)ie, ober (\cilx>anoplailii<hc 
platten flatt bet £>ol Schnitte giim Slbbrocfett 

auf bet f&uchbvvuterptefie. 

SHeß ift bcr 9tamc, ben bcr (Srjtnber, Dalmer in CSrnglanb' 
feiner neuen SDcctfwbe Gegeben l?at, mtttclft bereit er platten gum 
ftbbrutf auf ber 53ud)brucferpreffe , wie fte für £ol$fd)nitte ange- 
wenbet werben, au- feine fdmcllcrc, wohlfeilere unb bequemere 3lrt 
^erfiellt, alö bUber. SDiefe platten erjeugt er burdj galoanoplafti- 
fdjen SRicberfd)tag unb ba$ erforberltd)c 2)lobell baju auf nad)be= 
fd)riebenc SQkife. 

(Sine auf gewo^nlid)c üBeife zubereitete Äupfertafet wirb gc= 
fdjwarjt unb bann mit einer moglidjft bünnen 8age einer unburd)« 
fertigen, wad)$afmliayn UHaffe bebetft, auf weldjeä bic gcwünfdjtc 
3etd)ttung mittelft irgenb etned beliebigen 93erfafjren$ gebracht wirb. 
^Darauf rabirt ber töünftler mit Sta^lnabeln *>crfd)iebener &orm, 
von benen Dalmer ber £a<fen - ober 2ötnfelform mit ftyarfer 
©dmetbe ben Söorjug gibt, bie 3«d)nung, 3)te (Stabl* ober 9la- 
birnabcl muß tn$wifd)en bic (Striae, bie fic mad)t, oon ber $>c<f* 
maffe befreien, ba« fjeißt, biefelbe oollftanbtg entfernen unb nia)t 
bloä jur Seite orangen; ber Mnftler $at forgfaltig barauf ju 
feljen, baß feine (leinen 2Bad)$yartifcld)en in ben rabirten StriaVn 
liegen bleiben. 5ftan rabirt bie auf ben ©runb bcr platte juerjt 
bie tiefen ©Ratten; bie ßidjtyartbien , weldje bei ben platten utebr 
vertieft fommen muffen, werben biefer mit Sföaffe gebeeft. bringt 
man biefe mit Sorgfalt bezauberte platte in einen galoanoplafti* 
fdjen Separat, fo fdjlägt fia^ baö Äupfct nieber, fällt junäd)ft auf 
bie rabirten Striae, wo bie Äupferplattc entblößt ift, unb über- 
wacht bann bic lieber gebeeften Siebter, bis e$ enblid) §ii einer 
bünnen platte ftd) geftaltct, weld)e man mit einer 3infylatte bin* 
terlötyet unb cnblidj *um Slbbrucfc auf bem JUofce befeftigt ober 
butd) dlianren weiter Vervielfältigt. 6* ift einlcud)tenb , baß bie 
vertieft in bic balbwei^e 3ftajfe, womit bie Äupfcrplattc bebedt 
ift, rabirten ©tridje auf bcr galoanoplaftirtcn platte erhöbt jum. 
$öorfd)ein fommen müffen, unb baß bemnadj bie 3eidmung red)t$ 
auf bic £>cdmaffe getragen werben fann, weil fte beim 5lbbrucfe 
ber galoanoplafttrtcn platte aud) redjtä erfdjetnt, tiefer Umftanb, 
wie überhaupt bic leidjte SBebanbtung ber Sftabel in ber ntdjt barten 
SDedmaffe gewährt große 93ortfycilc für ben 3«d)ner, ber unmit- 
telbar feine ©areption auf bic veroiclfälttgenbc platte $u bringen 
vermag, olme be$ weiten Umwegcd bcö #ol$[dmttte$ ju bebürfen, 
auf bem oft bie Sbce be$ 3ci^ner^ burd) Umgcftaltung ganj »er» 
form gel)t. Streitfalls muß bic glrbcit aud) rafdjer unb, faum 
ift ee $u bezweifeln, weblfetlcr vor fd) gelten. £)a3 cngltfaV 



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t 



— 107 — 

> 

3oumal — Art union — weldje* übet biefe gl^bogra^iftbe 
Sfletbobe, ben #olsfdmitt $u erfefcen, berichtet, gibt fcugleid) »ier 
3üujhattoncn nad) berfelben, welche in ber %$at nid)t$ $u wün= 
fdjen übrig (äffen, unb au« bcncn ftd> ergibt, bafj bie neue Jtunft 
ftd) nid)t minber für leid)t Eingeworfene ©%cn mit t)cr)en £td)^ 
tern, als für freie ausgeführte unb fdjattirte SBitbcr eignet. 2Bir 
wollen nid)t behaupten, bajj man bereits ben $ol$fd)nitt ganj er s 
reidrt bat, jebenfallS aber wirb bie ©Urographie , in gefdneften 
Rauben fortgebflbet, niä^t unbebeutenbe Erfolge für illujtrirtcn 
£rucf fyaUn. 



& gibt außerbem nod) t>erfd)tebene berarttge ßunftjweige, 
burd) welche man ben 4>oljfd)mtt ju erfefcen fuc^t, wie bie ($bc* 
mtttypte unb anbere, allein entweber werben fie geheim gehalten, 
ober ba$, wa$ fie $u leiften öerfyracben , ift nid)t in (£r* 
füllung gegangen, fo baß wir olme S&eitereä barüber weggeben 
bütfen glauben, unb babei bie oolle Ucberjeugung begen, baß ber 
^oljftid) auf bem <2>tanbpunft, welken er in ber Dtcujett einnimmt, 
nid)t leidit *>on einer (Soncurrenj bebrotyt werben fann. 



£He ßletoelftt d)tvti in tyvtm flanken Umfange. 



ei ber 9)f obelfteäVrei, weld)e gormen liefert, 
fommt eö iüd)t feiten oor, baß foldje aud) 
Mnftler erf orbern, wie bie Xölograpbie, 
unb baß fte nod) beffer bejaht wirb, alö 
biefelbe, wefjtjalb wir ntä^t umbin f ernten, 
bier einen 2lucfyug au$ einem SSkrfe ju 
liefern, welches über biefen ©egenftano 
grünblich belehrt unb »on bem rübmlicbft 
be!annten Dr. ßb. ©(hmibt bei 
Sßoigt in SScimar unter folgenbem Sitcl 
berauägegeben wuTbe: „SDie germfebneibef unft ober bie 
£erftellung *>on £rucfformen ober £rucfmobeln für 
bie 3eugbru(fetei, für ba$ »ebruefen »on <Bacb*tud>, 
Tapeten unb ©yielfattcn u." tiefer 2lu*&ug fett bem 




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— 108 — 

tylograpfjen bic 5trt unb ©cifc biefer äunjt getgen unb tyn $u» 
gleid) in ben £tanb fejen, SBerfudfc barin gu machen. ®efd)te$t 
btej? mit Erfolg unb will er fid) in biefem gad)e weiter ausüben, 
fo fann tym ba* eben angefüllte ®erf als iMtfaben btegu bienen. 

£ic Arbeiten ber SWobelfteaVrei bereden bie Xarftellung 
ergaben au$gefd)ntttener 3eid)nungen auf l^olgernen £töefen ober 
tafeln, um bamit 9lbbrücfe in beliebigen garben auf Rapier unb 
3eugen aller 2lrt barguftellen. SDtc oon bem gormfdmciber berge* 
ftellten $)rutf möbelte nehmen ba^er bie garbe, welefye fie auf ba$ 
^am'er ober ben 3eug übertragen follcn, auf iljren ©rbabenfyeiten 
auf, welche bie ßinien unb Umrtjfe ber 3«d)nung oorjtellen, unb 
fefcen fte auf bie glädje, welche bebrudt werben foü, ab, in ent- 
■ gegengefefcter SCÖetfc mit bem $erfafjren beim 9lbbru(fe etneä $tu* 
pfer|hd)£. $>er £rud eine« folgen SWobelö ftimmt mit bem be* 
$olgjtid)3 überein» 

3u Den #olgbl6tfen für bie £rudmobel oerwenbet man ge* 
witynltd) SBurbaum-, hülfen*, S3irnbaum=, 9ßu§baum* unb ßinben* 
bolg. 3)a ba$ SSurbaum* unb $ülfenljolg fyoefy im greife fteljt, 
fdjwicrig gu bearbeiten ift unb überbieg nur in tafeln oon ge* 
ringem Umfang oorfommt, fo gibt man in ber SRegel bem 33irn- 
baum^olge ben Sßorgug, fobatb eä fia) nid)t um feljr feine SDrucfc 
banbclt. 3u gewolmlicfyen $>ruden unb gu folgen, bie grofje SWobel 
in Slnfprudj nebmen, bebient man fid>, ba SDcebel auö 93trnbaum= 
bolg gu fdnoer auffallen würben, be$ 9htjjbaum~ ober be$ Sin* 
frenbolgetf, au8 welchen Wgern fi<ty, bei ifyrer weit geringeren fpe« 
eifife^en (Schwere, SDißbel ^erftetlen lajfcn, bie oiel bequemer gu 
banbfyabcn fmb. 

S3ei ber SluSwabl beS Holges $at man 9Rü<fjid)t gu nebmen: 

1) auf feinen ^3retö unb feine £tmenftonen; 

2) auf feine $arte, »on welker bie feine unb garte iBefdjaffen* 
beit be$ SföobcU abhängig ijt; 

3) auf feine (£mpfanglid)feit für bie ©tnwirfung ber geutyig* 
feit, tnbem ein £olg, weldjea gegen bie atmo$pbarifa>n 
^eranberungen febr empftnbttd) ift, ftd) gern wirft, unb 
folglid) bie ©tötfe ober tafeln, weld)c e* liefert, balb mangels 
tjaft werben müjfen; 

4) auf bie Slrten beö $rutfe«, gu weisen man eö beilüden 
witt, auf bie geinbeit unb auf bie £)imenfton be* Seffm«. 

£at man in biefen Regierungen eine angemeffene 2Bab( ge- 
troffen, unb ba8 #olg an ber ßuft Ijinlänglid) auStrodnen laffen, 
fo fteöt man barauä bie ©löete ^er, inbem man baS 4>o(j ent= 
weber fenfredjt ju einer 5ld)fe, fo baj? man bie gange Dberflacfie 
bc$ stamme« benu^t, wad beim SBurbaum* unb «f)ülfenbolge ge* 
w^nlidj ber gall i% ober parallel gu feiner Steife mit ber <£äa,e 



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— 109 — 

jerfchncibet , um auf bicfc SBeife Sfcafeln oon 5 — 6 Zentimeter (t 
3o(( 10,9 Sinien bid 2 3ott 3,5 Sinicn rheinifch) £icfc }u er« 
baltcn, welche man bann nad) ihrer Sange, je nach bet SHmcnjton 
beö £cffin$, jerfchnefbet, fo ba# man für ben SRobcl nur bie ganj 
gefunben Htyik behält. $>ie beiben Oberflächen jeber $afcl werben 
aläoann genau 1 abgehobelt unb mit einer *Etreid) s (3ie^ s )Älinge ab* 
geglichen, befonberö aber biejenige, weldje für ben Sormfefynitt be= 
jtimmt ijt, unb beren gafern möglidjft feuerfrei fein unb eine 
homogene Cberftacfje barbieten müjfcn. 

2>a bie geftoa^enen ÜR&bcl, wenn fie nicht fyinlänglicty Starte 
^aben, fleh in Berührung mit glüffigfcitcn ju werfen pflegen, fo 
gibt man ibm fo üiel £ufe, al« nur immer möglich ijt. 3n ben 
©egenben, wo ber ©irnbaum feiten ift, nimmt man, um an biefem 
#ol$e ju fyaren, unb ju gleicher 3cit tie Wietel in ben Stanb }u 
fefeen, ber ßinwtrfung foldjer Körper $u wtbcrjtchen, wcldw bie 
gafern be« $ol$eö in Bewegung oerfefcen, baö Stücf nur etwa 
1 3oÜ bief, unb leimt eö auf ein gleich grojjc«, etwa 2 3oll 
biefed Stücf rec^t au«gctrocfnctcn (Sichenholjed auf, wobei man 
barauf fiebt, ba« (Sichenholj fo anzubringen, bafj bie Saferu beffelben 
ju berjenigen bc« löirnbaumboljeö eine fenfrechte Sage befommen. 
2luf tiefe (Sichcnboljtafcl leimt man noch eine tannene oon gleicher 
©rojje unb gut abgeglichen, unb gwar bcrgeftalt, bajj bie Dichtung 
ber Safer biejenige bed ISic^cnBoIjeö rechtwinfelig febneibet unb mit 
berjenigen be« 33trnbaumhol$c« parallel lauft. Cbfäon aber fo 
oorgerid)tete SKöbel jwar leichter aU bie maffto au« SBtrnbaumbolg 
bcrgejtcllten jinb, fo ift boch auch bamit bie Unannehmlichkeit oer* 
bunben, baf, wenn fte fiel) werfen follten, fie nicht fo leicht wieber 
bergcjtcllt werben tonnen , wahrenb ein Üttobel au« JBtrnbaumholj, 
ber fleh geworfen hat, auf bie Seife wieber krgeftellt werben fann, 
baji man einen £hctl feiner conoeren Oberfläche abfägt unb bie 
anbere erwärmt, nachbem man fte ein wenig angefeuchtet hat 3ft 
auf biefe 2Bcifc bie Krümmung ber Oberfläche befettigt, fo werben 
auf bie abgerittene Seite Heine, eiferne Cuerfchinen ober Itfl» 
jerne Seiften aufgenagelt. 

#at man ftd) auf biefe 2Beifc bie für ben Üttobelftteh erfor* 
berlichen tafeln oerfchafft, unb ftnb bie Cbcr jlac^eit # welche ben 
Stich aufnebmen follen, gut abgehobelt unb abgeglichen, fo werben 
an jwet Seiten bcö Unterholge«, nach ber ©reite be« SWobel«, oier* 
fantige (jfinfdnuttc gemacht, bamit bie £rucfcr benfelben bequem 
mit ber £anb überfpannen unb faffen rennen. Huf ber Dtücffcite 
ber gorm wirb in ber Üftitte ein Sodj oon ungefähr 1 Zentimeter 
(4,58" rbetn.) eingebohrt, um fie bamit auf einen Jürgen, eifernen, 
fenfreeht in bem SBcrttifdie befeftigten Stift gu fcfcen, woburch ber 
Sormfchneibcr bie ©cquemlichfcit erhalt, auf btrfclben ©teile feft* 



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— 110 — 

ftetjenb , bie gorm beliebig im Greife gu breben. Sluf bie gorm 
nun wirb- baS SDrucfbeffein übertragen. 9Ran reibt ju biefem Sc- 
hüfe ein Sölatt Rapier oon bet nötigen ©rö$e mittelft eines 
fterS »on Baumwolle, mit Taumel unbßienruji ober mit gefärbtem 
[Rotbftein, ober audt mit JReifjblei ein; legt btefeS auf bie gorm» 
fladje, barüber bie 3Hufter$etdmung (mit ber 3et^nung aufwärts), 
befefttgt baS $apier mit einigen (stiften unb überfäbrt nun bie 
3üge beS UmriffeS mit einem fiumpfen stifte, woburd) fidj bie 
febwarje ober rottje garbe auf baS #ol$ abbrutft. Cföan überfahrt 
biefe 3üge aua) noa) mit einem ©Uiftifte, bamit fie bei ber 
Arbeit ntdjt avSlbföen. 6t oerftebt fia) Übrigend, baf bie SWufier* 
jeidmungen, nad) welken gearbeitet wirb, genau angefertigt unb 
gehörig eingeteilt fein muffen, bamit bet ibrer wieberbolten 2ln* 
einanoerfefcung baS richtige 3ufammentrcffen (ber Rapport) ftatt fxnbe. 

93? an bat mehrere SSerfuaV gemadjt, bie Soften, weldje biefe« 
Uebertragen beS SDeffmS auf £o($ oerurfadjt, ju oerminbern, aber 
bis jc|t tft bicfcS nur erft für einfarbige SDrutfe gelungen, bie 
man auf aljnlidje SCBcife auf 6 £ol$ übertragen fann, wie &tbo- 
grapbien auf gatyence unb SPor^ettan übertragen ju werben pflegen* 

9kdjbem nun ber Jtünftler bie oorgejetdimeten Umriffc na<fy 
ber angegebenen <Dicfe ber Linien erbaben aus gef djmttten unb baS 
ftotj, was jwifdjen unb aujjet bcmfelben ftd) befinbet, fyerauSgelJobcn 
fyat, nimmt er r»on ber gorm, bie mit einer 2)rua*farbe angefärbt 
worben, eine Sßrobe auf Rapier, unb nad) ber nfttbigen 5luSbeffc= 
rung ober 5ftad$ulfe fdjlägt er an ben (Säen oier 2>raljtfttfte ein, 
oon berfelbcn $3$e, als bie £bf>e ber auSgcfdjnittcncn gigur, weldje 
baju bienen, um bem £>ru<fer bie ßagc ju befttmmen, in melier 
bie gorm jebcSmal auf ben 3eug gefegt werben mufj, bamit baS 
gelange Slncinanberpajfcn ober ber Dtapport ftattfinbe. &te tftap« 
portftiftc muffen im Sßedjtccf unb fo geftellt werben, bafj, wenn 
beim gortrüefen ber gorm nad) ber breite bie Stifte ber linfen 
Seite in bie ßbdjer gefegt werben, welche öorber in bem 3euge oon 
ben Stiften ber regten (Seite gemalt würben, baS SDhtfier an ber 
lintcn (Seite ber gorm ftdj genau an jenes bet redeten Seite an= 
fdjttefjt, unb eben fo beim gortrüefen ber gorm nad) ber Sange, 
wo bie Stifte an ber untern Seite ber gorm in biefiöa^er treffen, 
weldje bie Stifte an ber obern Seite $urü<fgelajfen tyaben. S5ei 
manc&en SWuftern, wo einzelne Stt)eite ber Umrtffe bis an bie (£<fen 
sorfpringen, bienen bi*fe fclbft ftatt beS einen ober anbern [Rapport* 
ftiftes ober ftatt aller, 

3ft bie gorm ooüenbet, fo wirb an ben oier Seiten im S^e^tect 
baS oorfpringenbe £ol& »on bem Sifdjter bis nabe an bie Rapport* 
ftifte abgeflogen unb bann noefy oon bem ob elfterer mittelft beS 
£ol$metfjels fd)räg abwärts bis an bie giguren baS leere 4>o(j 



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I 



— 111 — 

weggenommen, fo baß btc Süßer jhn erzenen Umriffe ben !Ranb 
bef Sföobelf bilben, woburdj nic^t nur bejfen SRajfc oerringert, 
fonbern auä) bem 2)ru<fer beim 5luffe|jen bef 5Wobelf bie 2luffid)t 
auf bie genaue SRapportirung crtcicr)tcrt wirb. 

$)ie 5tnjabl ber Paßformen ober Raffer, welche ju ber ©or* 
form ge^Sren, richtet fid) nadj ber Slnjabl ber Sarben, mit weldien 
bie giguren bef Umriffef oerfetyen werben fotten. So ifz ber 
fßorbrud mit ber Söorform fdjwarj, in wetzen bann JRotb, Jöraun, 
üöiolett unb ®elb eingejagt werben fott, wo*u alfo oier $aß formen 
gehören. SDicfe Paßformen fmb in ber 9fegel oon gletdber ©roßc 
mit ber Söorform, unb tr)rc SRapportftifte ^aben biefelbe Stellung, 
wie bei biefer, fo baß fic genau in bie ßödier treffen, weldie oon 
ben Stiften ber 93orform in bem 3euge gemacht worben fmb. 

2)af Uebertragen ber 2Dfufter$eid)nung auf bie *ßaßform ge- 
fdnetyt auf folgenbe Seife: üttan überbedt bie Sßorform mit einem 
93ogen feinem Rapier, befeftigt biefef an ben «Seiten, bamit e$ 
feftliege; beftreid)t hierauf ein baju btenenbef $ol$flüd mit conoerer 
Dberfläd)e in gorm cinef fallend mit gepuloertem ©rapbit ober 
SReißblet unb fäbrt bamit auf bem Mattier umber, wobureb ftd) ber 
©rapljit an ben jenigen Stellen bef ^apierf abfegt, weld>e auf 
ben erbabenen Umrijfcn ber 93orform aufliegen, fo baß man auf 
bemfclben fowobl bie llmriffc bef Sßorbrucff alf audj bie Stellen 
ber Oiapportfiiftc erbalt. üttan legt nun biefef dufter auf bie 
bereit« oben angegebene 9$eife auf ein anberef, an ber untern 
Seite mit^rapbit ober SHötbel angeriebene« Rapier, baf mit biefer 
Seite auf bie platte glacbc ber oorberciteten «Paßform gelegt i% 
befeftigt baf Rapier mit Stiften, unb jeidjnet biejenigen Umriffe, 
weldie mit einer garbc, $3. ber rotben, in ber 9Wufter$eidmung 
aufgefüllt finb , burA, nimmt baf Rapier weg unb fdmeibet nun 
mit Sluffparung biefer güllungen baf £ol* oon allen übrigen 
Stellen au«. 9luf biefc 5lrt oerfabrt man au<b für bie übrigen garben. 

3n ber 3eugbruderei ift ef baufig bergall, baß erft, nad)bem 
ber mit 93orbrud unb einigen garben oerfebene 3*ug aufgefärbt 
worben, nod) $ulcfct eine Safelfarbe, gewobnlid} @elb, in ben fdwn 
fo weit fertigen 3nig eingebrueft werben fott, wo bann eine $aß» 
form mit Stapportftiften nid)t gebraucht werben tonnte, ba bie 
Spuren ber Stifte in rem 3euge niebt mebr oorbanben fmb. 3n 
biefem galle wirb bie Paßform jwar auf biefelbe $lrt, rütfftäMlid} 
ber güllungen, mit ber legten garbe aufgearbeitet, ber £rucfer 
muß jebod) baf 2luffefcen ber gorm nad) bem auf bem 3ntge fdwn 
oorbanbenen SWuftcr reguliren, um ben gehörigen Rapport $u er* 
galten, weßbalb bie QRufier einer foldjer gorm aud) mcglidjft ein* 
fad> unb nidtt $u flein fein müjfen. £ie SSerfjeuge, welcbe ber 
gormfdjneiber anwenbet, befteben; 



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1) 3ht* 2 ober 3 fiarfen $oblcifen, um bad $olj 
bamit aufarbeiten. 

2) 2lu3 12 ober 15 Meinen #obtcifen oon grabwetfe 
junebmenber £imenfton, b. b. oon weniger als 1 SWiUimeter 
(0,4588'" r|ebt) bis ju 7 ober SMlUmeter (3/21'" ober 3,67'" 
rbein.), um bamit bie fleinften Umriffe auszuarbeiten. SDiefe 
$ofyletfen werben entweber aus freier «£>anb geführt, ober mtttelft eines 
deinen Jammers unb abgemeflener £d)lägc in baS £olj eingetrieben. 

3) 9luä einem flatulenten, lanzettförmig jugefpifc* 
teu, etwa 1 3oll langen Keffer, gewßbnlid) au* einer 
Ubrfeber gefertigt unb mit einem bbljernen (Drtff imttclft einer 
ftarfen fupfernen 3 w Inge befefttgt. SWit biefem Keffer, welche« 
oon ber beften Wartung unb fo fd)arf als mögltd) fein mu§, »er- 
folgt ber gormfdjneiber mit fefter £anb bie Umriffe beS SföufterS, 
obne ber ^otjfafer (Gewalt anjutbun ober 3c^eipungen berfelben 
berbeijufüfyren, wenn er feinen 3we<f nid)t oerfeblen witt. 

4) 2luS itUngeifen ober ® run bmetfjeln oon allen <£t» 
menfionen, um bamit leichter baS Jpolj aus ben Vertiefungen aus« 
beben ju tonnen. £icfe Älingeifen ober $runbmeifjel fmb oorn 
redjtwintelig, wie eine $ette, abgefropfte Zeiget. 

5) &uS einem Dtotlenbofyrer, oerfeben mit einer 93obr- 
fpifce, weldje bureb einen £)rctybogen in Bewegung gefegt wirb, um 
bamit ßödjer ju bohren. 



£>iefj wäre in äür$e eine Sd)i(berung beS Verfahrens, elä^eS 
ber gormfdjneibcr ober 2ftobelfted)cr in Slnwenbung bringt jur 
$erftellung oon £rucfformen ; aber es liegt auf ber £anb, bafc 
ein foldfeS Verfahren, felbft wenn man eine grofce (Stefducfltdifeit 
oeS gormfebneiberS unb bic befte Dualität beS £ot$eS oorauSfe&t, 
bennoä) md>t fo $arte ßtnien, wie bie gaben ber Vrabanter £pifecn, 
ober fo feine fünfte, wie bie 8pi|jc einer 9label, ju liefern oer- 
mag. <5d leuchtet übrigens ein, baj? felbft bann, wenn baS Za* 
lent unb bie ©ebulb beS Arbeiters alle biefe Sdjwterigfeiten ju 
beftegen im <£tanbe waren, alle biefe Slnftrcngungen fid) als nufc» 
lo$ ergeben müjjtcn, inbem bei bem erften Slbfdjlagen ber gorm 
biefe feinen Linien unb fünfte ju ©runbe geben würben. 2öenn 
aber bie SD?obctftcd>crct fid) mit ben Vebürfniffen beS 3cugbrucfS 
oeroollfommnet tyat, fo müjfen wir nichtsbeftoweniger jugeflefyen, 
bajj unfere Vorfahren, bic nodj nidjt, wie wir, ben 2Bal$enbrutf 
benüfccn tonnten, bie gormfdjneiberei bodj moglic^ft weit oerooll* 
fommnet Ratten, hierbei mufj übrigens bemerft werben, bafj ber 
©tia) einer gorm, ber fonjt 200 grancS ( = 90 fl. rbn.) foftete, 
heutigen StagS nur mit 20 grancS ( = 9 ff. rtm.) befahlt wirb. 



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- 113 - 

3Mc crftc Sßetoollfommnung in ber gormfd)nctbefunfi befianb 
battn, bafj man ftatt ber betjernen fünfte mctaücnc (Stifte in baS 
$ol$ einfette, weit erftere um bejto mehr an geftigfeit vertieren, 
je feinet fie ausgeführt werben, 3« tiefen metallenen (Stiften 
nimmt man .Rupfet « obet flttefftngbraht »on einer ßange, welche 
bet boppclten ^tefe bcö 9ftobclftid»eS gleidjfommt unb an bem einen 
<5nbc jugefpifctfmb. SDer gormfdmeiber bebient$<h eine« f leinen eifernen 
Stempels unter ber Benennung (Sttfteinfefcer, $ifcti reifen, 
SDtahteifen, Wannt, an beffen ©tunbfladje ein Keines 8odj 
t>on ber £)tde beS SDrahteS unb fo tief, als ber (Stift über bie 
^ofyfladjf IjeröorfteBen foll, eingebohrt ijt 3n biefen (Stiftefnfe|&er 
fd)tebt et ben oortjer nach ber gehörigen Sange jugefdbnittcncn 
SDrabt unb fdjlagt ihn mittclji eines Jammer«, ber auf ben (Stiftet 
fefcer geführt wirb, in baS #olj ein, woburch fämmtliche Stifte 
gleite «£>öhe erhalten. 

2>er große 9cufcen, ben man aus ber 9lnwenbung metallener 
(Stifte gebogen f)ak, führte balb aud) barauf, üfteffingbrabt oon 
oerfduebener (Starte ju platten unb barauS SWcffingftrcifen berju» 
fkllen, benen man mtttetffc eigens geformter 3ftngcn ober burd) 
Jammer in ftahternen (Stanjen nach bem Saufe ber Umrifie 
mannigfache Biegungen gibt. 

steine 3ierrarthen, ©terndjen, SRofetten unb bergt, jic^t man 
au« biderem Qftcfftngbraht burd) befonberS geformte 3ugeifen, &er^ 
fdmeibet itm mit ber (Speere unb fefct ibn wie bie stifte ein. 
gür gröbere fünfte ober runbe gierten bis ju jwei SWillimeter 
(jiemliä) 1 ßtnic) SDurcbmeffer unb barüber, wenbet man runben 
SDicfjingbrabt oon biefer Sicfe an. Gbenfo braud)t ber 2flobclftcd)er 
boblgcbogenc Sflefftngjrreifen jur £erfietlung eines DoalS, eines 
ÄrcifcS ober halfrmonbförmiger Umrijfe ju fleinen ^Blumenblättern, 
ju SlrabeSfen :c. 

•Die bünnen stifte werben, wie gefagt, mittclft beS $raht* 
eifenS unmittelbar in baS 4>otj eingefa^lagen unb liefern bie fogen. 
(Stippe If arm ; für bietete ©Ufte tote »orgebotyrt, für SÄeffingfrreifen 
mit gtach= ober Hohlmeißeln ttorgefrodjen. 

3ft baS ßinfefccn ber (Stifte unb (Streifen in bie ©tippet* 
form beenbigt, fo fa)leift man baS ganje mit einem ebenen ©tücf 
Softem ab, fo bafj alle ©rbchungen ber Drahtarbeit in berfelben 
(Sbcnc liegen. 

2Benn bie SOorform aus #ot$fchnttt unb SDrabtarbeit zugleich 
beftebt, fo tä§t man bie meffingnen (Stifte unb (Streifen etwas 
hober flehen, atS bie in #otj gefd^nittenen Umriffe ober giguren, 
fotoohl weil beim (Gebrauch bie lefctern in ber SRäffe ftd> etwas 
beben, folglich bann bie (Stifte, wenn fte anfangs mit bem $ol$* 
fd)tutte in gleicher @benc liegen, $u tief ftehen unb f«h nid)l 



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- 114 - 

afcbrucfcn würben, ati attcb, weil ber 9lbbrurf ber Stifte beffer t>or 
ftcb gebt, wenn ftc ein wenig über bie Stäche beä $ol$fd)ntttc3 
icroorfteben 23ci gemifdrten Sonnen biefer 9lrt wirb juerft ber 
£o($fcf)nitt in ber ßc^ertrj^n £cbe bcrgcftcllt, bie Vertiefung um 
benfetben rein unb eben au^gefdmitten unb in biefer oerrieften 
gläd)e bie 3eid)nung beä 8 tip velmufter& entweber auä freier #anb 
ober auf btefe 9lrt angcbrad)t, ald biefed früber auf ber erjtcn 
glad)e ber SSorform gefcheben ifh 

®ewöbn(tcb werben bie Vorformen, wenn ftc mit einer feinen 3«d^ 
nung oerfchen werben foüen, ganj in Trabtarbeit auSgefübrt, obne 
Untcrmifcbung oon |>olj;fdmitt, ba babei bie Arbeit leichter unb 
bem dufter getreuer wirb. 3n biefem Satte werben fammtlicffe 
Umriffc nad) bem dufter, weldjeä wie gcwöbnlidt auf bie Slät*>e 
ubertragen worben tft, in ber Drabtarbcit auflgefübrt unb bann 
bic jen igen Stgürcbcn, we(d)e eine breitere Slad)e baben, 93. bie 
getieften Blatter, Vlumenfroncn k., unb welche aujjerbcm Ratten in 
#ol$fd)nttt ober burä) $infefcen oon ÜJccfftngftücfen hergeftettt werben 
muffen, mit 2öad)3 angefüllt. ®a überbauet bie Sföefftngformcn 
im (Mcbrauebc bauerbaftcr als #ol$fdjnittc ftnb, unb für jufammen* 
gefeitere TOuftcrtrtcr)tcv bergeftellt werben tonnen, fo fucfyt berSWobet* 
ftcct)er fooiel att moglid) btefe £rabtarbcit anjuwenben unb lagt 
bann ben 4)ol$fcbnttt bauptfadilid) für bie Raffer unb für btc Vor- 
formen mit einfacheren unb mefyr gefüllten duftem. 

Sür größere Arbeiten, wie für bie Tapetenfabrik 
f a t i o n, fmb übrigens fämmtlid)e gormen immer in £olj ausgeführt, 
welche in biefem Satte bie ganje Vreite bcö ju bebeefenben $apiere$ 
einnehmen. 



9J?an blieb inbeffen nidjt bei ber erften Vcrootttommnung 
fteben, inbem man bie Vemerfung gemacht hatte, baß, wenn man 
mafftoe Partien bruefte, bie Umriffe ntd)t fdjarf waren, fonbern 
jaeftgte Zauber batten, unb bajj bie Sarbe nid)t gleichförmig auf 
bem 3cug ocrtbetlt war, entweber weil baö |)otj bie garbc nicht 
gut aufnabm ober ftc nid)t glcidjmaßtg abtrat. Um biefe Uebel- 
jtanbc ju befettigen, oerfenfte man in ba$ «£>ol$ Jlupfcrplatten oon 
foldjer Vorrtd)tung, baß ftc ben "Umriß ber obigen Waffen btlbeten 
unb füllte ben leeren Dtaum mit Jtfj oon alten #üten attS, weßbalö 
foldjc S^rmen, bic wir ©rttnbf ormen ober XUatfdjformcit 
ju nennen pflegen, M ben S'tanjofen unter ber Benennung plan- 
ches chapeaudies befannt ftnb. 

91ad)bem man einige j&tit lang btefe foftfpiclige Cnnricbtung 
in 5lnwcnbung gebradrt Ijattc, fubftituirtc man berfelben eine ein* 
fächere: nadibcm namlttf) bic jorm gefdjnitten war, tranftc man 
biejent^cn %Uik berfelben, wcla)c bic Sarbenmaffc auf ben 3<"3 



» 



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I 



— 115 — , 

übertragen follte, mit trotfnenbem unb ftarf oerbteftem ßeinol, auf 
ir>cld)eö man, watjrenb c$ nod) fiebrig war, ©djcerwolle ffreute unb 
btefelbe mit einem Sappen aufbrüefte. 9tod)bem ber Delüberjug 
rroefen geworben, batte man etnegorm, welche eben fo gutc£>ienfte 
(ctjlete, als irgenb eine mit §it$ aufgefütterte ©runbform. 

Sir tbcilen fyier nebft bem SRccepte ju bem Delüberjuge jur 
5tufnabmc ber (scfyeerwolle autf) jugletd) bte 2lnwenbung3art mit. 
tiefer tteber^ug roirb auf folgenbc 9lrt berettet : $can bewirft eine 
innige SWifdjung folgenber 3ngrebienjien auf einem SRetbfteine: 

trocfcneS «etnöl 1 Mogr. (2 $funb); 

foblenfaure* 3)lci 1 „ (2 „ ); 

SBlciovi>b 0,160 „ (10% Soft) unb 

wefentl. Terpentinöl 0,062 „ (betnabe 4 ßotf)). 
3ftan fhetcfyt biefc Gompofttion auf eine Gbafftö, fe$t bie gu 
f ertigenbe ®runbform auf baffelbe, febrt fie bann um unbüberftebt 
fxe mit (sctycerwolle. £at man alsbamt bie (2d)eerwotle gelinbe auf 
ben Ucbcrjug angebrueft, wo$u man ftd) eines Tempand bebienen 
fann, fo überjietjt man bie gorm oon Beuern mit bem girntj? unb 
brüeft fte ganj Uidyt auf einen mit einer febwadjen £d)cerwotleu* 
fd)icf>t bebceften qkpterbogen. 3ft alleä geberig getroefnet, waö 
ungefabr nad) 14 Tagen ber galt fein wirb, fo befettigt man mit 
einer SBürfte bte nidyt anljangenbc ($d)ccrwolle unb reinigt mit 
einem metallenen ©rtffei alle Tljcilc bed ©tidjelö, in welken ftd> 
ßirniß ober (£d)eerwolle feftgefejjt Imben fbnnte. 

3fm 3alir 1827 haben wir 3)rttcf formen gefeben, welche auf 
eine anbere unb öortlietlbaftere 2lrt tyergeftellt worben waren, inbem 
fle bie (£inrid)tung befajjen, baß baä SDhtjter entweber ganj ober 
tbeilwctfe auf ber §orm berattSgcnommen unb in eine anbere etn= 
gefegt werben fonnte. (Statt fupferne 2ttufter in baö ^)o(j ein^u* 
laffen, löttyetc man biefelben mit Sinn auf eine fupferne platte, 
wcld)e mit (Schrauben an eine gewöbnltdje boljerne Tafel befefttgt 
war, unb fdjlijf jie auf einem horizontalen (£d)leifftein , um bie 
geftodjene Cuerflaefye ootlig ju ebnen. 2Benn nun ein fold)efl 
dufter md)t mebr benu^t würbe, fo lotete man bie einzelnen 
Ttyeilc loä unb benufctc fte gleid) ber platte auf anbere 2Öeife. (§6 
ijt uns unbefannt, ob btefe 9lrt beö 9J?obelfHd)ö, bie (Srfinbung 
eines fetyr auSge&eicfyneten Sabrtfanten , beS «&rn. fiefeüre, ber 
bamalö in ber @cgcnb oon ßfjantillö wobnte, weiter auSgebtlbet 
unb »eroollfommnet worben ifh 

©eit ber GSrrfinbung ber mit 8'ilj ober 8d)eerwolle belegten 
©runbformen ifl bie g-ormfdmeiberet ftationar geblieben; man führte 
mit ©aljenbruef bte jarteften SDhtfter auf, batte alfo feinen 93eweg* 
grunb, bte 93ortl)ei(e, weld)eö biefeS madjtige gabrifattonf mittel 
gewahrt, bem weit teureren unb langfameren ^anbbruef aufjuopfern, 

/ 



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Aber »or etwa 18 3a$tcn würbe ritte Sföafctyne erfunbett, mit 
weldjer man alle $)rucfe aufführte, weldje bis jefct bie £anb bc3 
2)tcnfd)cn allein auszuführen ocrmoajtc; fte ijt befannt unter bem 
tarnen ber 

$>ertotine- 

(Sinige gabrifanten, welche bie Jöortyeile fdjnell überblteften, 
welche mit biefer wertvollen 3ftafd)tne gu erretten waren, beeilten 
ftd>, biefelbe in Anwenbung ju bringen unb balb entjianb eine 
watyre Umwälzung im $ormfd)mtt; benti ba bie *ßerrotine ben 
3eug feiner ganzen SBreite nad) bebruefte, fo »erurfad)tc fte foldje 
Soften ^infta^tlid) be$ gormfcfynitta , baß otelc gabrtfanten au« 
biefem ©runbe %e Anwenbung aufgeben mußten, aber buret) bic 
Sftotljwenbigfeit gebrangt, bie eifrigften 93erfud)e anftcllten, um ben 
£olgftidj burefy einen SJlobelfHdj, ben fogenannten Abflatfd), 
ju erfefcen, 

«£> off mann in (Strasburg, bejfcn Aufarbeitung im 9Ranu- 
feripte in ber 3Mbliott)cf ber genannten ©tabt liegt, fyat juerft 
begriffen, wie wichtig e$ fei, oon gefcfyntttenen gormen Abflatfa)e gu 
machen; aber gleid) ben meiften Scannern oon ®enie, unb otjne 
3wcifel aud) wegen ber polittfcfyen (Sreignijfe ber bamaltgen 3cit, 
ftarb er, nadjbcm fein Vermögen burd) SBcrfucfye erfdjepft war, bie 
er in biefem betreff angcftcllt batte, ofutc bie §rud)t feiner 2ln= 
ftrengungen unb feiner SftacfytwadVn ju genießen 

(£etne Arbeiten begannen mit bem 3afyre 1783, unb im3af>t 
1792 bielt er um ein (Srfinbungepatcnt an. 

£a er bemerft batte, wie langfam jebe leidet fdjmel^are 
ßegtrung, befonberö biejentge aud 3iun unb Stömutl), erhärtet, 
fobalb fie burd) bie 2öärme pfftg gemalt Worten ift, fo fam er 
auf ben ©ebanfen, biefe ßegtrung auf einer eifernen platte ju 
fd^mcljen unb auf biefelbe in bem Augenblicf, wo bie ßegirung 
erftarrett will, eine anbere, oertteft geflogene platte ju beefen, in 
beren <Stid) mittelft ctneS angemejfenen SDrucfeS bic nod) weiche 
Scgirung ju brängett unb fo einen Abbruä beö <2tid)e$ cn relief 
$u gewinnen. Um burdj baffelbe $crfatyren einen oertieften Abbruct 
ju erhalten, jctcfynct er fein Sflufter mit burefy £fjon oerbieften 
Dcfer auf eine Äuoferplattc , mad)t aisbann bie ßegirung biö ju 
bem ®rabe fiüfjig, baß eine ©pielfarte bartn ntct)t bräunte, legte 
bann bie mit ber 3eidjnung oerfe^enc platte in bie ßegirung unb 
bewirfte enblid) burdj £>rucf, baß bie mit Dcfer auägcfübrte ,3cidy 
nung ftd) oertieft in bie fiegtrung abbruefte. (£r oerftd)evt, auf 
biefe Seife Sföobclplatten bargefteüt ju tyaben, oon benen er tiefer« 
ftidjartige Abjüge genommen babc. 

AIS er fpater bic Ucbcrjeugung gewonnen fcatte, baß eine 



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— 117 - 

Heine 3<M wtebertyolter unb oerfdn eben artig oerbunbener gormen 
auflreidjenb fei, um jablreidje SHujter, Blumen ober ajerjierungen, 
wie fie für ben 3eugbrutf in &nwenbung fommen, tyerjufteUen, 
glaubte er, bajj bie 3^ ber gormen feine$weg$ fo betradjtlid) 
fei, um fidj ntebt abnliefye Sammlungen berfelben, wie biejentgen 
ber £>rud lettern, anjufefyaffen, mit beren $ülfe man bann im Stanbe 
fei, auf gleite Steife, wie man mit ben 24 S8ud)ftaben beS 211* 
pbabeteä alle 2Borte brueft, eine grofje SERannigfaltigfeü oon 9ttu= 
ftern aufyufufnm (Sr fdjafftc fiä) alfo Hefe primttioen ober 
(Srunbformen in Stoßet unb £olj an, bereitete bann eine 
SÄajfe au$ einer Sfötfcfyung oon Sfctwn unb dtypä , bie er burd) 
ein wenig ©allerte, ©tarfc unb ©ummimtfcfyung erwetdjtc, bann 
auf eine gujjetfcrne platte ausbreitete, unb ba$ gewünfdjte SWujter 
mtttelft feiner primitiven ober feeunbioen formen brüefte. 
2luf biefe SCBeife erlangte er eine SRatrifce, in welche er, nadjbem 
pc troden geworben, feine ßegirung oon 2Bi6mutb, j$\nn unb 331« 
gojj. *) ßbenfo gelang e$ if»m nun aud) , fid) üflufterplatten für 
£al*tüayr ju oerfd^affen , bie mit einem Sluffefcen unb Slbf^lagen 
ber gorm gebrudt werben (onnten. 

SDtefc (Erfolge waren atterbing« entfä^eibenb, unb bo$ bauerte 
e$ lange 3eit, beoor man oon biefer (Srfinbung irgenb eine 9ln* 
wenbung im ®rofen machte. 2>ie englifdjen gabrifanten waren 
bie er jlen, welche barau* Sftufcen jogen. $err 8 r i e 0 &u ® u e b* 
witler braute im3af>re 1827 oon bem$aufe SDufeu ju Dublin 
gormen aud fdfmeljbarer Segirung, welche bei ber Societe indu- 
strielle ju SWüblljaufen niebergelegt ftnb; aber weil entweber ba« 
©erfahren nicfyt gut befannt war, ober au« anbern ßhünben, bat 
man erft oor wenigen 3atyren fid) foldje ÜK&bel oerfa^afft, unb bie 
^erftcUung biefer &rt oon gormen ju bem ®rabe ber 93oU!om« 
men^cit gebraut, ben fte #nfid)tltd) ber 2lu*fubrung unb ber $e* 
ftebungäfoften erretdrt tyat — 2>te ÜÄittel, weldje man für biefe 2lrt 
bed 2ttobelfHebc$ gegenwartig anwenbet, pnb boppelter 2lrt unb oon 
bem #off mannten* Süerfafyren ganj oerfdneben: man wenbet 
für biefen 3»'* ba* Slbgiefjen unb bad »Äbflatfcfyen 
a n. 



•3 Da« Serbältntf berfelben ift früher unter bemHrtrtel „®aloa- 
noplaftif" angegeben. 



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^Itifjäljtotifl weiterer Jjulfemittel für fren 

ijal^viunuir. 



a$ ba$ Seidjnungäpapter betrifft 
%, fo haben wir in 33e$ichung (beffelben an* 
p jufübren, baß e3 baö gewöhnliche i|t, nur 
zf ift bie Söenfifjung beffelben eine anbere, 
A inbem ber ©raöeur ft<h sorjüglich im 93er= 
™ f ebrtj eignen fefyr ju üben hat, umfpater mit 
Erfolg auf ben^ol^fttd) jcidjncn ju fönnen. 
/Üf Sinter* ift et mit bem Srucfpaoier. 

St'ij^i Jfl Um ^»S c(ne ^Ättteen feiner Arbeit gu 

prüfen, bebtent er ftd) bed fogenannfcn 
i^-^jü ©eibenpapier«, welaVS er auf bie 
^l^LP entweber mit bem ginger ober einem 
Sailen ober einem Keinen Swbbrucf erwägen eingefa>äratc ©teile 
feucht legt, juerft anbrüeft, bann anreibt unb cnblid) wegjie^t. ©inen 
ganjen ^oljftid) fann er in gleicher Steife auf gang gelungene 
SBcife abbrüefen. 

fBxli er aber einen guten 3lbbrucf auf ber 33ucf)bru<fer= 
prejfe machen lajfcn, fo muß er ju biefem ftwd ein gute«, glatte« 
unb ftarfereS Rapier benüfcen, welche« aber feine«weg£ bart fein 
barf, fonft wirb cö bie garbe, welche auf ben £oljftid) aufgetragen 
ift, nidjt gut aufnehmen, folgltd) ber ^Ibbrucf ungleich unb fehlest 
werben. 3u einem guten Slbbrucf gebort liienad} gute«, glatte« 
unb babei boer) weiche« Rapier, ausgezeichnet feine SBudtbrucferfarbe, 
eine ganj feuerfreie '£Bat$c, burd) welche bie garbe gleichmäßig mit 
wenigen etrtdjen aufgetragen werben fann, eine gute treffe unb 
ein 2?ud)brucfcr, welcher fein gad) oerfteht Dbne biefe Söebingungen 
fann man feinen ^radjtabbrucf oon einem «&oljjticb madjen. 

£urd)tidbttßes tyapiev 

wirb oon ben 3fylograt>hcn fo läufig gebraucht, unb öerurfacht ihnen 
nad) ttmftanbcn eine fo bebeutenbe 2lu«lage, baß fic e« un« gewiß 
SDanf wijfen werben, wenn wir fie bamit befannt machen, wie fte 
»ajfelbe gut unb in bittiger Steife felbft anfertigen Wimm. 



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— 119 — 

Stofertigttng fceS 3tau* pap tcr & jum THircfyctchncn- 

£aö fogenannte $fTan$en = ober <2trobpapiet ifl biö jc^t ju 
$of>em greife oon franjefifeben 9$apicrfabrifen belogen worben. 
SRadjftebenbcö föerfabren gibt ein febr woMfcilcfl, burebauö burd)= 
ftdjtigcä 3cidmung£papicr au$ bem ungcleimten Sctbenpapicr, ba$ 
wir oon inlänbifd)en *l>apicrfabrifen belieben 5Van nimmt 31t 10 
©ud) ober 400 Cuabratfujj cnblofcm ungereimtem £cibcnpapicr: 
3 1 /2 (württemb.) 3dioppen Terpentinöl, 1 Stoppen Seinelftrnif?, 
8 2otlJ (lolopbonium , 8 £otb oenetianifdien Terpentin, 8 / 4 Tbei( 
i>on einer etwas bieten Sad)$fdmbe. 

Wxt biefer Gtefammtmityung wirb ba$ Rapier getranft unb 
bann getrorfnet, worauf cd in beliebigen 8tüefcn abgefebnitten wer- 
ben fann. 

- ^Bereitung bet (Salquivpapicve. 

^iefe Rapiere ftnb aud) unter bem tarnen ßoptrpapier, 
2>urd)jeid)ncnpapicr, ©laäpapier, ^auäpapicr befannt, 
(5$ gibt baoon oerfdjiebenc &rten. £aö gcwcbnlicbfte baoon ift ba$ 

©efpapter. 

3ur ©erferttgung bejfelben wirb irgenb ein bünneS $aptcr mit 
einem fetten Del getranft, wie mit Düren« ober Sflolmol, worauf 
man bie übcrjlüfftge gettigfeit burd) ftliegpapicr, Abreiben mit 
Älcte, übertreiben mit einer burebfutyigen 3wicbcl k. entfernt. 
äBenn ba$ Papier nidjt ftarf geleimt ift, erlangt eö einen jicmlicften 
®rab oon <Durd>ftd)tigfcit, bod) fann e* nie fo t>on bem ftett befreit 
»erben, ba§ cä nicfyt baoon fahren lafct, wenn man barauf brütft, 
wa« bod) ftetd gefdje^en muß, wenn man beim SRatyeidjnen mit 
bem SlcijHft ober ber Seher barüber faljrt, fo oajj fid» tyieburd) 
ber Driginaljeidjnung gettfpuren mitteilen, woburd) biefelbe oer« 
borben wirb. 

Um biefem Uebet|tanbe »orjubeugen, tyat man ftatt ber fetten 
Dele jur ^Bereitung biefeö ^apicrö baö fogenannte ©tcinbl, unb 
jrcar banptfadjlid) bie feinere unb weife «Sorte beffelben, bie fogenannte 
Sßapbta, oorgefd)(agen. Gin bamit bereitetet Rapier t heilt nid)t 
allein alle 9lad)tl)etlc mit bem oorigen, fonbern cd wirb aud) wegen 
be$ febncllen SBerbunftenS ber Sftapfyta balb unburd)ftd)tig unb läßt 
beim ©ebrau$ gettfieefen jurücf, bie nie ganj öcrfd)wi»cen. 

@tn Goptrpaptcr 

lagt fldj übrigens letdjt $erftetlen, wclaVS allen billigen 9nforbc* 
rangen cntfpridjt, wenn man bei gehöriger 21 ufmerf famfett geeignete 



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SJMerialien öerwenbet. 3«nS*|t $at man feine* , an fuf> föon 
burcfcfufctiged Rapier notyig, am beften ungeletmtee , ba tiefe« ben 
gtrmfj am beften annimmt. 3ftan wafcle baju ba« engltfd)« 
©clinsSeibeny ayier über ba* $f lanjenyayicr , ober ein 
feine« ©tief y o jt = 23eliny ay ter. SDann $at man einen gut 
trotfnenben Seino* If iriüg nottytg, barauf a$te$ Seryen* 
tinol ober Steryentinfy irüuä. 2Han nimmt 1 £$eü Xtx* 
yentinol unb 2 Steile ßemolftrniß, mifd)t biefe beiben Streite. Um 
baö $ayier bamit ju tränten, legt man fo tuet Sogen, aU man 
machen will, auf einen großen, feinen $ayyenbe(fe(, unb ftvetdjt mit 
einem uvittelftarfen 93orftcnpinfrl ben oberfien Sogen in gleiajformU 

$en 3ügen an unb breitet ben girntjj fo lange au$, bid er ba$ 
toyier burdjbrungen $at. Sollte bief , was r)aufig ber Sali ift, 
nid)t gauj ooüftänbig ßefcfjefyen, fo $at biej? nidjtt ju fagen, benn 
in bie unburdtfätig gebliebenen ©teilen bringt nadjber «ba$ Del fefyon 
na<&. Run wirb btefrt Sogen fo umgefe^rt, baß bie angejtridjene 
Seite auf ben anbern Sogen ju liegen fommt, worauf man e$ 
aud) auf ter anbern Seite ftmijjt. 3(t ber Sogen auf biefe SBeife 
ootlfommen burdjfttfttig geworben , fo legt man t§n auf ftaubreinen 
ungeleimten $ayyenbecfel unb überftretdjt fte normale mit bem 
Sßinfel, jebod) otyne girni§. hierauf bangt man bie Sogen an ben 
(Scfen auf, jeboä) fo, ba(j ba$ Sßayier fo wenig als möglid> einen 
Sruaj befommt. 2luf biefe Seife wirb fortgefahren, bU alle Sogen 
gefirnißt ftnb. 

SMefe* gtrnijjyayier wirb beim ©ebrauefc nie getigerten jurü<!= 
lajfen, namentlid) wenn man bie glanjenbftc Seite beffelben anf 
bie DriginaUeidmung legt unb auf bie mattere jeidmet. ©ewobn* 
li<$e £ufaV unb garbe haften jebo* niefct auf bemfelben, wenn man 
ni*t Ddrfengalle jufcfrt ^ieju ift getroefnete Dcbfengalle am 
geeigneten , wela>e man bann mit ber garbe juglei<& oerreibt, 
Uebrigenc barf man baoon ni$t ju oiel nehmen unb fotl bie garbe 
übertyauyt jicmlid) bief fein» 



» 

<Die äMneftft&e Sudibrutferei ift fo abhängig oon ber $o(j» 

fdmeibefun|t, ba§ folgenber Sluffafc oon allen 3tylogray$en 0e»i(j 
nity o$nc 3ntereffe gelefen werben wirb. 



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S»ecfc<mtfd)e$ »erfahren. 



ie tyneftfdje 8rt, ©üdjer ju brucfen, ift 
öiclleldjt ba$ auffallcnbfte SBetfyiel *>on bem 
faft allgemein anwenbbaren <safce, baf? 
btefe Nation auf ganj anberem 2Dege, als 
aüe anbeten, faft alle 9iefultate berfelben 
erreiajt $abe. Jtein SPfenntgmaga jin ift 
Wotylfetler, ald gewötynlidje ä)ineftfa)e Jöüdjer, 
unb feine englifd)e $radjtau$gabe fdjbner, 
ald bie $robufte ber fatferlid)en ^Pataft» 
brutferei. @$ fehlen und nod) unenblfdj 
t>ic(c 3)ata, ebe wir und einen beuttfdjen 
begriff oon ben wahren 93erbaltmffen be$ 
djineftfdjen 29ud)banbetd werben madjen fSnnen, obgteia) er im 
©anjen jiemlid} auf berfelben 33alm ju berufen fcfyeint, wie ber 
europatfdje, aber bie ©ebürfniffe ber europaifdfen SDttffumen fyaben 
itn« wentgftenS eine jiemlidj sollftanbige 9lnftd)t be$ medjantfäjen 
SbetlS unb ber Soften du'nefifd)er 2>rutfc gegeben, unb biefe mSgen 
wobl einen $lafc in biefen ©tattern oerbtenen. 

£ie erfte drweifmung, weldje bie dn'neftfdjen 5tnnalen t>on ber 
SÖudjbrutferet tbun, ftnbet ftdj im 3af>re 923 (Sbr., wo erwähnt 
wirb, bajj ber Jtaifer Stentfdnng bie elafftfdjen S3ücf>er babe juerft 
auf ^oljerne platten fdpteiben, brutfen unb oerfaufen (äffen, tiefer 
teuere Umftanb wirb ironifer) bemerft, ba ber @efd)iä)tdfd>reiber e$ 
aU unter ber Sürbe be« ßaifer* fanb, baf er bie Söüdjer 
t aufen lief , bodj erfennt er an , bajj e$ ben ®elefyrten $u großem 
fßortbeil gebient ^abe, inbem fte t>on biefer 3eit an bie 93üd>er 
woblfeiler erbalten litten. <£« ift jebod) wabrfa>tn(td> , bajj biefc 
<£rftnbung fdion einige 3abre früher gemalt werben war, el>e fte 
bi* jum äaifer burdjbrang unb »on tfmt angewenbet würbe. $5iefe 
altere ÜRetbobe be* £rutf« ötm fernen platten Ift nod) jefct bie 
allgemein angewenbete, unb beifjt SWupan ; fie ift fo überaus jwerf* 
maftg für bie eigentyümlirte <&ä)rift ber (Schiefen, unb 9We$, wa* 
ftdj auf ba$ Material ber SPüdjer bejiety, bat ftd> nad) neun 3<^r* 
fcunfeerten fo febr barnad) gerietet unb mobifieirt, baß fte otjnc 
allen Bweifel immer bie gebväuäMidjfte £>rutfavt bleiben wirb. SX« 
jweite ÜÄetbobe, welche bie <£binefen bisweilen anwenben, beif?t 




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ßapa (©abplatten) unb befielt bartn, baß eine Styty *on SODadi« 
auf einer fernen Safet ausgebreitet wirb, in welche bte <£ba= 
raetcre mit einem Keffer gefönitten werben. Dicfe SWetbobe ifl 
nur außerft fetten gebraust, fte beruht auf bemfelben ^rineip, wie 
bic frübere, unb unterfa^eibet ftd> »on tyr nur burd) t>te 2Beid#eit 
bed Material*, weldye aber natürlid) bei'm 2lb$te^en wieber ein fo 
große* #inbermß wirb. Die Druder, wcldic bte englifd)c SDttffton 
in «JMacco in tbren Dienften l>atte, »erftdjerten , baß bei großer 
(Sile eine «Dcengc oon Arbeitern jufammen gebraut werbe; ieber 
erbält ein f leine* langlidur* «rettdjen, ba* eine ober jwei Ömirtt 
enthalten fann; btefe werben nun in aücr CHte gefa^nitten, mit 
^ötjemen Stiftdjcn jufammcngeHtet unb fo ganje Seiten gcbtlbct, 
bic , abgezogen werben fönnen. Sic nennen biefe SDtetbobc ebenfalls 
ßapan, unb fte bat wabrfajeinlidj bie 2Dlett)obc ber $Bad)*tafeln 
ganjltcfy oerbrangt unb ifyren Slamen wegen ber gleiten SdmeÜtg* 
fett biefer Drudart ermatten. 5Dtc britte SD?ctt)obc fycißt Riopan 
(lebenbe statten) unb befielt im ©ebrauefy einzelner unb beweglicher 
£t)pcn, wie in ber europaifd)en Drudereu itatfer «Rangbi ließ 
eine große Ouantitat fola)cr £ypen in Tupfer oerferttgen, aber 
man weiß ntdjt, ob fte gegoffen, ober einzeln gefdmitten würben. 
Die Gfunefen oerfteben SWetallguß, obgtetd) fic feinen au*gebebnten 
®cbraud) baoon madien. Die faiferlidjen Stempel, we(a)e auf bte 
Äalenber gebrudt werben, ftnb gegoffen, ebenfo tragen ^upfergefaße 
in 3>mpe(n unb ©loden oft 3nfa)rtften, bie mit ibnen gegoffen 
werben. SebenfaU* aber finb bte gewöhnlichen beweglichen £&pen 
auf «&olj unb baber einzeln gefdjnittcn. Die (Santoner 3ettttng 
g)uen=man-pao iß auf btefe 9lrt gebrudt, fte erfdjeint tagltd) unb 
enthalt etwa 500 SBorte, aber ber Drud ifl fehlest unb faum 
leferltdj. Dte*ßefingcr Staat*jeitttng wirb ebenfalls auf biefe 2lrt 
gebrudt, fte fefct eine große &affe oon £typen oorau*, ba eine 
Kummer oft au* 50 bt* 60 Seiten befielt; fte ift fet)r teferttä). 
Da* fart>olifd)c 9)ctffion*cotlcgtum St. 3ofepb in 9flaccao beftfct 
eine bebeutenbe Sammlung fötaler in £ol$ gef^ntttenen Sippen, 
mit benen für bie Skbürfntffc ber fatt)olifd}cn Sfttffton gebrudt wirb. 
SDcan t)at 93. eine Sammlung oon ßcben ber ^eiligen in 26 
SBättben bamtt gebrudt, aber bie ^robufte biefer^ Druderei ftnb 
faum leferltdj, wabrenb bie auf bic gcwötmlidje du'neftfdje 2trt ge= 
orudten fat^olifa^cn 23üd)er mit oieler (Sftfton btefe unooüfommene 
2trt aboptirte, tag in ber größeren «ettytgfctt , bie fte barbot, ba* 
SDcatcrtal ber Druderei ju flitzten, wenn fte bei Verfolgungen 
$au*untcrfudjungcn au*gcfefct war. Der Drud oon Üupfertöpen 
ifl feböner, al* oer oon gewöt)nlia)cn ^oljtopen, bennod* erreicht 
er nie bic (Stcganj forgfalttg gefdmittener |>ol$tafctn. Der ©rttnb 
bat>on mag oartn liegen, oaß bte (Jbinefen 511m Drud mit beweg* 



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- 123 — 

Itc^cn £ö»cn biefelbe Sföetbobe anwenben, wie jum Sibjietyen t>on 
gefetyntttenen platten , b. ^ ftc legen ba$ $apter auf bie Schrift 
unb b rüden e$ mit einer dürfte barauf; bennod> muß man ju* 
geben, baß aud) bie treffe ber oftinbifdjen ßompagme in ßanton, 
ober bie SföifftonSoreffen in 5Macca unb (kleutta, trofc ifyrcr beffern 
3ftifrrumcnte , nie eine Seite djinefifdjen $)ru(f$ mit beweglidjen 
Xtypen geliefert baben, bie fid) einem beffern £)rucf gewölmlia)er 
cfyineftfdjer 9trt $ur Seite (teilen tonnte. 

SBet bem£)ru<fe mit työljernen platten wirb auf folgenbe 2lrt 
»erfahren. SDre statten werben oon einem garten, glän^enben unb 
feinförnigen $ol$c oerfertigt; Jebe platte ftcllt jwei Seiten bar 
unb umfaßt bie ganjc Seite be$9Ranbe$, ben man oben unb unten 
an bem 29ud)e laffen will. <Der #auptranb ift nidjt wie bei und 
unten an ber Seite, fonbern oben, unb ift nidjt wie bei und ein 
nufclofeä weiß 1>leibenbe8 Rapier, ba« bie Soften unb ben Umfang 
beö 93ud)e$ unnüfc vergrößert, fonbern beftimmt, gebrutfte [Ranb- 
gloffen ju enthalten S3ei ben frönen faifertidjen Ausgaben fmb 
biefe Zauber mit SRoten unb ©urfiofdjriften bebeef t , weld)e mit 
oerfdjfebenen garben gebrueft fhtb, namltd) bie oon ber #anb ber 
.Raifer in ©elb, bie ber verdorbenen Sctyrtftftcller in SBtau, bie 
ber lebenben in dlofy. 2)od) um auf bie Bereitung be$ 23lotfe$ 
luxM jufommen : er ift gewöfmlidj einen balben3ott bitf unb wirb 
auf beiben Seiten gehobelt unb geglättet, ba er gewbimltd) auf 
beiben Seiten gefdjnitten wirb» Sobalb Keß gefaVuen ift, wirb 
einer ber 33lbcfc ju bem Slbfdjmber bed SerfeS gefdtitft, welaVr 
nun bie ®röße ber Sdjrift beftimmt, bie er anwenben wid r unb 
nad) biefer bie ßinien auf bem 23lo(fe jiebt, fowie Cuerltnien, weldje 
bie ganje Seite in föierecfe tbetlcn, beren jebcä (£inen Gbaracter 
enthalten fott; ber 33lo(f wirb bann bem #ol&fd)neicer jurütfge* 
fdjitft, weiter tfyn nad) ben ßimen auäfdmeibct, fo baß biefe allein 
flehen WiUn unb bann fo »tele Blätter mit rotier £>intc abiitty, 
aU bem 5lbfa)reibcr ju bem ganzen 2ßerfe nbtfyig ftnb. £>et 
(Satttgrapb fäjretbt bann auf biefe fo linirten Blatter mit fdjwarjcr 
SDintc unb ftellt bie Sdjrift mit Sßunftanon unb Slttem fo bar, 
wie ftc im £)ru<fe erfahrnen fott; bie Sdjöntycit ber 2lu$gabe unb 
tbre dorrect^eit bangen natürlich oon feiner ©cfd)tcflia^fcit ab unb 
bie &atttgra}>t)cn bilben baber eine eigene klaffe, weldje fid) einjig 
bem Slbfä^reiben jum £rucf wibmet. $a$ 93(att wirb bann bem 
^)oljfd)«eiber gefdjicft, welker ben glatten Sßlocf , auf ben er fdmeiben 
will, mit einem .ftleifter oon $etd bebest, ba$ befdjricbene SBlatt 
umgefelirt barauf flebt unb c$ mit ber £anb unb einer dürfte 
reibt, bid e$ überall feft auflebt, hierauf fefct er ben SBlod ber 
Sonne ober bem Seucr au«, unb wenn er ganj troefen ift, reibt 
er ba« Rapier mit ben gingern »on bem $ohe ab unb bie Sdjrift 

6* 



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- 124 - 

% 

v 

blcict febr bcutlid) auf btcftm abgcbrudt. £ann fönribet et ba* 
£ol$ forgfalttg au«, fo baj nicbt« ftcben bleibt, al« bic fdjwarjcn 
Striae bet Gbaractcrc unb bic «Rerpenbicularftricbc, wclebc bie Linien 
ber Sdjrift abfonbern; baju bebtent er ftcfy einer «Wenge ,öon 3n* 
frrumenten t>erfa)icbcncr gorm, welche auf bie in ber Sdjrtft gc* 
brauaMidjcn gönnen bcrccbnct fmb. £cr S?to<f febrt bann &u bem 
2)rudcr jurüd, ber ibn auf einen $ifd) legt unb einen £aarpinfel, 
ber in Sufcbe getauft wirb, leicht über ibn bin&icbt; bie »lattcr 
liegen bereit unb werben nadjeinanber auf ben 93led gelegt unb 
mit einer dürfte gelinbe auf ben $lod gebrüdt. (Sin Arbeiter 
fann auf biefe fcrt taglia) 2000 SBlattcr, je oon jwei leiten, ab» 
jteben. 2)a« SBlatt wirb nur auf einer Seite gebrueft, ba ba« 
Rapier ju bünn i|t, tbcil« ungeleimt gebraust werben muß, bamit 
bie äÖafferfarbc barauf b a f* c u "b burcbfcblagc ; boeb gibt e« feltene 
galle, in benen ftarfere« geleimte« Rapier au« Äorca gebraucht unb 
auf beiben (Seiten bebrueft wirb. 5lber gcwcbnltdt wirb nur auf 
einer Seite gebrueft unb ba« Sölatt in ber Witte fo gefaltet, bafc 
bie weißen Seiten einwärts ju liegen fommen, ber Sittel, bie Set- 
tcnjabl, bic Stngabc be« 9$anbc« u. f. w., fur$ wa« bei unfern 
SBüc^ern an bem obem SRanbc ftebt, ift bei ebinefifeben jwifc^cn 
beiben Seiten ber ^ange nad) beruntcr gebrudt unb wirb bei'm 
galten in ber üftittc gebrochen, fo ba§ man auf jeber Seite bie 
$>älfte ber Scbrift fiebt, wa« binlanglicb ijt, um fid) bei'm 9taaV 
febtagen barnaaS }ti richten ; gewöbnlid) wirb aud) noeb &wci $oü oon Unten 
unb unmittelbar unterhalb ber Seitcnjabl ein breite« fdnvarjc« 
93tcvcrf auf biefen $anb gebrudt, bamit man bci'm flattern feinen 
Baumen barauf fcfcc, obne bap ba« $Bud) befdmtufet wirb. $te 
SBUttter, welche einen S3anb bilben, werben jwifdjcn jwei platten 
gelegt, bie bureb einen Stein bcfdnvcrt fmb, herauf mit einem 
llmfcblag ttcrfcbcn, berSRücten befdjnitten unb mit einer Slble bura)« 
Bobrt, unb ber 99anb wirb mit feibenen gaben brofdn'rt hierauf 
wirb ber Dtanb oben unb unten befdmtttcn unb ba« ©ud) ift fertig. 
Dbglcid) eigentlich ba« $(bfa)reiben, ba« «&oljfcbnciben, ba« -Druden 
unb ba« SBinben befonbere ©ewerbe bilben, fo tonnen ftc bod) leiebt 
oon ein unb berfclbcn 5krfon oerfeben werben, unb ber erfte dune* 
fifdjc Bruder, weld)en bic Sföiffton in ÜKalacea anftettte, crbielt 
»on ben Sftifftonaren nur ba« (Soncept ber ;u brudenben Sänften 
unb lieferte ilmcn bic Auflagen oon feiner «fcanb gefdjriebcn, gc- 
fdmitten, gebrudt unb gebunben. 

9tod) ift $u bemerfen, ba§ bic Cbincfen eine jweite 5lrt ton 
* Sludfdjncipen ber (Sbaractere anwenben: bic gewobnltdje ift bic, bei 
ber ber ^uebftabe auf bem 33locf erbaben bleibt unb auf bem 
Rapier febwarj erfd^cint, wie bei unferm 2)rudc ; bic ^weitc 2lrt i(l 
bie, wo ber ^3ucbfrabe etngefdjnittcn wirb unb ber Dicft be« SMedc« 



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- 125 - 

erbaben bleibt, fo baß bte ©c^rift beim $)ruefcn weiß bleibt, wab« 
renb ber fie umgebenbe $aum fajwarj ift. <£iefc ^weitc 2lrt wirb 
außerfi feiten ju ganjen Sßerfcn angewenbet, aber gewölmlid) ju 
Snfcbriftcn unb in ber 2)iittc eine* gcwöbnlid) gebrueften ©udjetf, 
ju $itcln,'&u tarnen ber Kommentatoren, welche citirt werben; 
namenllid) in 2lu$gaben, wo bic Kommentare t»erfd)iebencr Korn» 
mentatoren gefammelt fmb, wirb gcwobnlid) ber Dtamc eincö jeben 
auf biefe 5lrt bei'm Anfange be$ r>on tfcm entlehnten Slrtifclfl 
gebrueft u. f. w., um ba$ SJcaefyfcfylagcn ju erteiltem. 9)<an fann 
in allen biefen deinen 93erria)tungen bie Skbürfniffc unb SBorforge 
dne« gelehrten 93olfe$ nid)t oerfennen, baÄ bic 9lotbwcnbigfcit 
gefüblt b)at , burd) medjanifdje Littel 3eit ju erfparen unb baä 
9caebfud)cn in einer Spenge oon #Derfcn ju erleichtern, ©ei balb 
gelehrten 93Slfern, bei ben Sllten im Sföittelalter , bei ben OJhtba* 
mebanern unb £tnbu$ backte man an bcrglcidjcn ©orfebrunaen 
nidjt ; . man würbe getebrt burd) bad £efen weniger SÖüdScr unb bic 
unbequeme unb nactyläffige Sorm ber £anbfd)riften bezeugte, baß 
tbren ©clelirten md)t bic 3«t, fonbern bie S3üa)crmaffc febltc. 
SMefelbc SBemcrfung lagt fid) auf bic föegiftcr, KapitcloiTjcidjniffe, 
SBorrebcn u. f. w. anwenben, in weldjen bic Sfnncfcn eine große 
©enauigfeit jeigten, weldje einen bem 3uftanbc ber Literatur in 
(Suropa ganj ähnlichen eine« litcrarifä^en <Publtfum« jeigt. 

Sofien bei 3>nitfs unb europätfefte SBcrbeffcrunft*: 

»erfuebc. 

3llö üttorifon im 3aljre 1809 anfangen wollte, ein dn'ne« 
fifebefl ncue$ Jcframent ju bruefen, fo fürd)tete er fieb, ber d)inefifd)en 
^Regierung Urfad)c gu klagen ju geben, wenn er djtucfifdjc Arbeiter 
ba^u brauste, unb begann, c$ felbft ju tbun. Kr begann bie 
3lyo{telgefdH'djte auf SMccfc ju fdjneiben, fanb aber balb, baß biefe 
allein eine ungeübte £anb wie bic feinige me^r alö jwei 3^l)rc 
bcfdmfligcn würben, wabrenb ein gewölnilieber ^oljfdjneiber cd in 
200 Jagen ju (stanbe bringen fenntc. Kr »erfd)ajfte fid) baber 
d)incfifd)e Bruder unb erhielt oon Urnen in furjer 3cit eine 9lujlagc 
ron 1000 Krcmplarcn ber 9lpoftelgcfd)id)tc &u folgenben greifen: 

£ad (sdmeiben mm 30,000 (S^aractcrcn 140 Dollar*. 

£ic #ol$blötfe 20 „ 

Rapier, Sufdje, 2)rucf unb Kinbinbcn 361 „ 

3m K^anjcn: 521 Dollar«, 
fo baß jebcG Kremplar auf mcljr aU einen balben Dollar (am. 
üttan tonnte baraud fließen, baß djincftfdjcr £ruef weit tbcurer 
fei, ald europäifcfycr, allein ba bic c^iitcfifd>crt £ru<fcr wobt wußten, 
baß fic fidj einer Kkfa^r auafcfctcn, inbem f»c für SWorifon 



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— 126 — 

arbeiteten, fo »erlangten fte eine SBejabtung, welche fie nie »on 
d)inefifchen J8ud)hanblern erhalten Ratten. SDicg wugte SWorrtfon 
wohl unb wenbete ftch an öerfdn'ebenc $)rucfer, um ihre greife ju 
erfahren. (§rr erhielt auf biefe Anfragen »ergebene ^Berechnungen 
oon oerfdnebenen Deitert, ©ine $)rud erei »erlangte für ba$ ©dmetben 
»on 1 0,000 (^aracteren erfter ©orte 30 Dollars , Reiter ©orte 
20 ^Dollars, britter ©orte 12 £ollar$. (Sine anbere forberte für 
biefelben ©orten je 21, 15, 7 V* Stellar*; enblid) eine britte erbot 
ftch, bie 10,000 ©^aractere ber bejten ©orte für 11 Dollar« ju 
liefern. $iefe , ledere ©umme betrug nur 22 ^rocent oon bem, 
wa« SWorrifon witfltd) bejaht tyatte, unb btt Sföiffxonen fanben, bag 
ber £>rucfcr ba$ ©ebnetben fo wohlfeil angefefct ^atte, weil er p4 
baburd) baS Stbjiehen ft^ern wollte, für baS er einen hoben *ßrei« 
»erlangte, ©pater ^aben bie SJciffionare in 2Macca «Wittel ge* 
funben, im Slllgemeinen 10,000 d^aractere um 20 £>oüar3 fdmeiben 
ju lajfen; aber bieg ift mehr, ale in dnneftfcfyen £)rucfereien bejaht 
wirb, ba ber Arbeitslohn in C^ina nieberer fretjt, at$ in ben £Wot» 
lufen unb im Allgemeinen nur bie Hälfte betragt 3n ber #ait* 
fdjangfe * £)rucferet in ber Sßahe oon (Santon, einem bebeutenben 
©tablijfemcnt, werben bie £ol$fdmeiber $ag für £ag natb bem 
SBebürfnijfe gemietet unb ihnen 1 Dollar für 800 (Sfyaractere ber 
gewöhnlichen Art bejaljlt. SDabei werben alö (Shctraftere alle 3ci^en 
geredjnet, welche bie ©teile ber 3nterpunctionen oerfe^en, eb/nfo 
bie ©triche, welche (Eigennamen oom übrigen (Brunbtert unterfd^eiben, 
93ierecfe, welche geograpbifche Flamen einfdjliegen u. f. w., furj alle 
bijHnctioe 3«<h cn » $Daher fommt, bag in gewöhnlichen 33üdjern 
biefe 3«c^cn »iel %u fetten angewenbet werben, was oft groge 
©djwierigfeiten »erurfacht. £)aS c^tncfifc^c neue Steftament in 
Ccta», foftet 80 Dollar für bie Abdrift unb 800 für ba* ©chnetben 
ber 227,300 Sporte unb Reichen, bie ed enthalt unb jebe$ ©rcmplar, 
ba$ abgejogen wirb, fo(tet bie üfliffton etwa V« Dollar. 5ttan 
fleht baraud, baß bie ©rftnbung ber SDrucferei ben $ßrei$ ber Sucher 
in (S^ina etwa auf ein £unberttheil rebucirt haben muß / ein 3^c- 
fultat, ba* mit bem in ©uropa erhaltenen ziemlich übereinftimmen mag. 

2116 bie ofttnbifdje (Sompagnie baS d)ineftfd)e ßericon oon 
SJcorrifon in SDcaccao ju bruefen befd)tog , fo fanb man groge 
©chwierigfett in ber Kombination ber <^inefifct)^n hol&ernen $r;pen 
mit ben europaifchen. Am ©nbe lieg man fo »iel »ieredige SBlei« 
flofce giegen, al$ man duneftfehe (^t)aractere brauet; auf jeben 
berfelben würbe oon du'neftfchen (Kalligraphen ein ßbaraeter »erfebrt 
gezeichnet unb biefer bann auSgefdmittcn* £iefe SWcthobe ifr jeboch 
natürlich nur in einem ßericon anwenbbar, wo man jeben ©tmracter 
nur einmal brauet. 3ftan h** 10,000 biefer &9pen nach 3Wa- 
lacca an bie SÄiffion gefdndt, aber »ollfommen unbrauchbar ge* 



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' - 127 - 

funbcn. §obalb bic <§;nglanber einmal mit <fn'neftfd)eut 3)ruete ju 
t^un fyattcn, fo tonnten fie natürlich nidjt untcrlaffen , ber cinbei* 
rmfd)en £rucfart bic curopaifdje unterfcbicben ju wollen. SDtc 
SWifftonen in ©erampur fingen an, dnneftfdje £m;en flehen unb 
gießen ju laffen, unb nadjbem fte foldje »on ocrfdjiebener ©rößc 
»erferti^t Ratten , bruetten fie eine dn'nefifcbc SBibcl gr. 8. $ie 
&9pen finb Hein unb reintidj gefd)nitten unb gcbrwft, aber weit 
unter ber (Elcganj ein^eimifc^cr d)inefifd)cr Srucfe; e$ cr^ob fid) 
jwifdjen ibnen unb ben Sföiffonen in SMacca, welche fid) bet 
duncfifcbcn TOct^obc bebtenten, eine 2lrt tton $o(emi{ über bie Soften 
beiber 2Hetl)oben; lein %$til gab fcollfommen nadj unb bie SWif» 
fion*gefeüfd)aft bebiente fid> nod> fpater beiber ORctfjoben; aber im 
(Sanken würbe boefy anerfannt, baß bie du'ncfifcbc Sttctbobe wotyl* 
feiler fei unb überall, wo man dunefifdK Arbeiter unb (kütgrapben 
finbe, angewenbet werben muffe. 2)ie große <£cbwterigfeit bei ber 
9lnwcnbung d)tncfifd)er ©cbrtft in europäifdjen ©üdjern liegt in ber 
SRotbwcnbigfcit, fte mit europaifdjen auf berfelben ©ette ju Derbtnb'cn 
unb man bat bafür eine Spenge öon üflet^oben gefugt, offne bis 
jefct eine ganj genügenbe gefunben $u tyaben. £)aö natürliche 
Littel, baö fld) fogletd) aufbringt, tft, eine djuneftfdje ©djrift ju 
flehen, aber bie große Sflaffe oon ^atrijen, bie baju notbwcnbtg 
ift, btlbct eine fa jV unüberwinblidje <§d)Wterigfett, ntd)t nur wegen 
ber großen Soften, bie ber £tidj »on 5—10,000 berfelben fcerur* 
faebt, fonbern wegen ber Unmöglidjfeit, fie in überfe^bare <S<f}rift* 
taften ju orbnen. <Dic tonigltcfye SDrucferei in $arl3 befifct brei 
jiemlid) oollftanbige <Safce, aber bie Soften ber ©ompofüion »er« 
urfadjen, baß fie nur feiten angewenbet werben unb überall, wo 
eö fein fann, ßitbograpbie gebraucht wirb, bie jebodj, wo eine ©utc 
nur tt)etlwetfc auö du'nejifdjen 2Öorten beftefyt, fdnoer anjuwenben 
ift unb immer einen fetyr mittelmäßigen Slbjug liefert SUcan fyit 
barauf gefonnen, bie 3al)l ber <£b<tractere ju oerminbern, fie nad) 
ber 3bce, bie j. 53. SBrcitfopf gehabt batte, in mehrere Steile 51t 
jerlegen unb fo einer atpliabetifcbcn (£djrift näf)cr ju bringen. 3n 
neuefter 3eit ^at man bieß in $arU mit jtcmltdjem (Srfolg getfyan 
unb manche ber jerlegten unb jufammengefefcten ©baractere nahmen 
ftd) redjt gut au$; aber bennod) läßt ftd) biefe 2lnalt)fc nid)t fe$r 
weit treiben unb fobalb man bie ©rdnje etwa$ überfdjreitet unb 
e$ auf (Sbaractere anwenben will, beren ocrfcfyiebene Xtyik f\ä) nidjt 
ganj gerablinig auöeinanbcrlcgen laffen, nehmen fo gebilbete X^en 
eine unftc^cre unb ungefällige gotm an. 

©id je|t ift bie ßit^ogva^ic noc^ immer baö befte ©ubftitut, 
ba« bic ©uropaer für bie cfyincftfdje «fwljförtft gefunben ^aben, 
obgleich cd tbeilS bicfelbc Unbcquemlic^feit in ber föerbinbung 
cbinefif^er ^^araetcre mit curopaifc^em SDrucf mit bringt, t^eiU 



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weit ttjeurer iß. 3>tc afiattfdje®efcllfchaft in $arU bejaht j. 93. für eine 
Seite nuttclmajjtgcr ßit^ograp^ie, bie 150 dn^cftfd)c©ortc enthalt, $wei 
gran(en, wätjrcnb ber £ol$fdmttt berfelben in (Santo n nid^t über bie #alfte 
(often würbe, unb biefer Unterfdu'eb tft nod} weit greger bei ben Jtoften 
be« Absens, bie bei ßitfwgra^ien wenigsten* ba* 3<^nfa(^e betragen. 

&ergletcg>ung mit t>em ctiropätfcbcn &rucf . 

5tüc bisherigen SRcfuttatc haben bewtefen, bafj bie ©uropaer 
mit aller Xlebcrlegenbeit ibrer mechanifeben tfenntniffe nicht im 
Staube gewefen finb, bie d)incfifd>e SDrucf metbobe , infofern fic auf 
ebtnefifebe S3ü<her angewenbet wirb, ju oerbeffern; aber baS wabre 
SDWtel, tbren SSertb unb ihren 9lang in ber Gulturgefcbichte ju 
ftbafcen, tft $u unterfudjen , ob fie in ibrer Anwenbung auf d)ine* 
ftfebe Schrift ber europatfeben Sttethobe in ber Anwenbung biefer 
auf europäifche JBücber gleicbfommt, b. b. ob fie (Sbina btefelben 
SDicnfte leiftet, welche bie europäifche SDrucferei Europa leiftet. 

3)a$ (Srfte, was bei ber 93erglet<hung auffallt, ift bie ganj- 
licbe dhitbehrltchfett eines tobten CSapitalS bei bem dSinefifc^en 
$)rucfcr, er brauet weber eine Schriftgießerei, noch eine SWaffc »on 
Schriften, weber ^reffen noch SDampfmafchinen, fein Apparat beftebt 
in einer ©ürfte unb einer $afel £ufche, ferne garbc ift fogleicb be- 
reitet, feine 2Öer(ftätte ift ein £if(h, feine Sföafcbmerte beftebt in 
feinen 10 Singern unb wenn er an einem Drte feine Arbeit finbet, 
fo fd^iebt er feine SDrwferei in feinen SRocfärmel unb gebt in bie 
nachfte Stabt. ®ro£e SDrucf ereien , welche bebeutenbc SonbS oon 
93üa)ern beftfcen, brauchen allerbtngS SWagajine, um bie 93locfc 
auf jubewabren , allein aud) biefe flehen in (einem Söerbaltniffe ju 
bem Sßaume, ben man in (Europa jur Aufbewahrung einer Auf« 
läge brauet. £>ie 93(6cfe eines DetaobanbcS oon 400 Seiten 
nehmen einen SHaum oon 4— 5 <lubt(fufj ein, ber nicht lOOGrem* 
plarc einer europaifeben Ausgabe eines folgen 99anbeS enthalten 
würbe. 9Ran ftellt fie auf Fretter mit Abtbetlungen in ben 9)?a* 
gajfnen auf, wie SBüdjer in einer ©ibliot^ef. £odj bieg gebort 
nicht eigentlich jum ©efebaft eines ©ucbbrucferS , fonbern |tt bem 
bcS 99uchh<tnblerS, obgleich, wie bei und, beibe febr oft in berfelben 
$crfon oercinigt ftnb. (Sbenfo einfad) als bie eigentliche Operation 
beS SrucfcrS ift bie Verbreitung, man ftebt bei einem chinefifchen 
£>ru<fer weber Sefcer noch Gorrcetoren, ber Abfchreiber, ober wenn 
man eine alte Ausgabe wieber brueft, ein gebrucfteS (Sremplar unb 
ber £ol&fcbnciber ift Alle« , was nötljig ift unb was ein febr be* 
beutenber ö(onomifd)er Sßortbeil ift, man (ann baju weit unwijfenbcre 
Arbeiter Uan^tn als bei und. 9ftur ber Abfchreiber brauet lefen 
ju (önnen, ber £ol$fcbneiber brauet (eine Art öon (ttrrarifcfyer 
(Erjtctjung unb bicfeS ®efcf)aft wirb läufig oon Seibern oerfeben. 



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2Ba« bei europatfchem <Drue!e (Schwierigfeiten macht, große 
Apparate unb eine Spenge von ©ehwierigfeiten vorauSfefct, unb 
nur bem geübteften, beftbcjahlten Arbeitern anvertraut werben fann, 
wie tabeflarifcher SDrucf, bad ©inf^ieben von #oljfchnitten unb 
SCignettcn, bcftänbtge 2lbwecht3lung von Stypen vertriebener ®röße 
unb gorm, (Sinbrutf von harten unb Vignetten, aftronomifebe unb 
mathematifebe 3ctcbcn u. f. w. erforbem in Cbina weber gefaltete 
Arbeiter nod) größere Sofien. $ie ^oten in flcinerer Schrift werben 
fceftanbig jwifchen ben $ert eingefeboben, Betonungen, harten, Sa» 
fein aller 2lrt in ber Sflitte beö SDrurfö angebracht, ot)ne baß bie 
Soften, außer benen ber Originaljeidjnung, baburdj vermehrt würben ; 
batjer in du'nefifchen S8üa)ern A bie e$ erforbem, ein fo groger Ucbcrfluß 
von Silbern, harten u. f. w. aller 2lrt. ift in allen 3*veigcn 
oon 3nbuftrie bie djaracterifHfdje (Sigenfdjaft ber Ghmefcn, baß fte 
mit ben einfacbflen ©erzeugen SRefuttatc liefern, ju benen wfr eine 
üflenge fünftli<hcr 3nftrumente urtb große medjanifdjc «ftunft brausen. 

(§3 ifl faum nötlu'g gu bemerfen, baß bie du'neftfdje ERethobe 
vor ber gewobnltd)en europätfeben alle SOortbctlc voraus l»at, welche 
(Stereotypen eigen ftnb, namentlich bie SWoglia^feit , nur nad) S3c» 
bürfniß ab$u$iet)en unb baburd) bad (Kapital von Rapier unb Arbeit 
ju erfparen, ferner bie vollfommcne (Sorrcctheit, welche burd) auf* 
einanberfolgenbc Gorreciuren erreicht werben fann. 3n biefer legten 
(Sigenfdjaft ftet)t ber c^inepfc^c £)rucf ben (stereotypen noch weit 
voran, inbem e£ weit letzter ift, (Sorrccturen ju machen; c$ wirb 
babei ba$ falfd)e2Bort audgefdjnttten unb ein neues Srücf #olj mit 
großer ßctcbttgfeit eingepaßt, auf weld)c8 ba$ neue ©ort gcfdjmttcn • 
wirb, £oljblöcfe, welche forgfaltig bcbanbelt werben, liefern 30 — 40,000 
Slbbrücfe, fte werben baju, wenn fte etwa 20005lbbrücfe geliefert baben, 
gewafdjen unb getrodner, bamit bie ftarbe ba3 $olj nid)t erweiche. 

^Dagegen aber bie d)ineftfd)e Qftctbobc einige Scadjtfyeilc 
gegen bie curopaifa^e, welche nicht überfeinen werben bürfen. <Dcr 
erfte ift, baß man babei von bem GaHtgrapfyen abbangt, waä bei 
SScrfcn von großer Sluöbebnung notbwenbtg oft €cbwiertgfciten 
machen muß, inbem man bei einer Unterbrechung vielleicht SDcühc 
bat, einen anbern ju finben, ber biefelbe «fknb fehreibt. SDcnnod) 
fa>eint btefeS fcinberniß nicht fc^r gefühlt ju fein. <Denn wir 
finben SBerfe, bie au$ £unberten von 53anbcn begeben unb gewiß 
nidjt von bcrfelbcn «franb gefchrieben ftnb, in benen man bennoet) 
nie bie minbeftc 93erfd)icbenhcit ber <gc^rtft entbceft. SDtcß fontmt 
pxm Sbeil von ber 5lrt ber chinefifchen Gbaraftcrc ber, bei benen 
ber $infel leicht ein gegebene« Stöuftcr nachabmt unb wabrfcbeinltd) 
von ber großen Uebung ber Kalligraphen, ©in ^weiter SRachtbcil 
ift bie größere Sangfamfert bc$ £oljfchnitt« , vergleichen mit bem 
©efcen. (Sin $ot$fd)nciber fann nicht leicht über eine Oftavfeitc 



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— 130 — 

in gutem ©töt taglid) fd)neibcn , aber blefe ©<fen>icug!cit wirb in 
großen Stabten, wo man t>ic(e 4>ol$fd>neibcr baben fann, letebt bf* 
feitigt, inbem man bic Arbeit ocrtbcilt; fie braueben fein gemein* 
fd>ftlid)eß ßoeal, wie unfere Sefcer, bie natürlich nur in ber 
£)rucferei arbeiten fönnen, unb es ift baljer im -Satt ber «ttotb in 

$efing opet einer anbern 8 ro & cn etabt waW<^»lty 
ffyteücr, alß in ber größten europäischen £rucferei, ein großeß ©erf 

fdjnctben ju laffen, wie j. 93. bie große Iiterarifcbe tfommiffion 
beweifet, welche unter Jlaifer tftenlong bie ebineftfeben Glafftfer 
unb mehrere 3al)re lang taglicb 120 Detaobanbc beraußgab, welche 
jwar im £>urdrfd)mtte ntd)t über 200 Seiten jeber $*anb baben 
motten, aber boety eine SDcafTc oon Drurf bitten, ben feine euro- 
paifät $auptjtabt liefern fonnte. Sllletn im Stllgcmetnen , bei ge- 
wöhnlichen Satten unb in gewöhnlichen Stabten, wirb obne 3weif e( 
baß Scheiben eineß dnneftfehen 2Berfeß met)r 3eit erforbern, atß 
baß Sefcen eineß curopaifchen. (Sbenfo ift cß mit btm 2lbbrucf. 
<£in cbincftfdjer Arbeiter liefert täglich etwa 2000 Blatter, je »on 
jwei Seiten, b. b- 250 £ogen unfere« SDrudeß. $>abei ifl eß 
natürlich oottig unmöglich, in furjer 3^it bie ungeheuren Cuantt* 
taten oon 2)rucf ju liefern, weldje eine me^anifebe treffe liefert, 
unb eine Unternehmung, wie baß englifa^e $enn&=3Waga$in, baß in 
einer SEBodje 160,000 Slbbrücfc bejfelben SBogenß brauebt, wäre 
atterbingß in ^ina unmöglich, wie fte in Europa oor ber (£in= 
füfnrung ber SDampfprejfen unmöglich gewefen wäre. S3ei Herfen 
von groger 5ludbet)nung hingegen, wo nid)t bie Spenge, ber abju* 
- jie^enben (Ercmplare, fonbern bic SDJenge ber 93ogen baß $inbernifj 
bilbet, ift cß in dbina leichter alß bei unß, baß 2Öerf ju bef^teu* 
nigen, inbem baß geringe Material, baß $um Slbjieben nötbig ift, 
eß leicht madjt, eine faft unbefa^ränfte Sföenge öon £)rucfern anju* 
nehmen, wäbrenb man in (Suropa natürlich bie 3<*h* ber ^reffen 
nicht augenbltdlid) oermebren fann. 

£)aß 9ftefultat biefer 93cmcrfungen i(t, baß bie (£t)inefen ben 
ihrer Schrift angemefienften SDrucf gefunben haben, baß fte unb 
bie Europäer beibe 2Rett)oben, ber ftebenben unb beweglichen Schrift 
bejahen, baß aber bei ben (Styincfen, na<h bem (5t)arafter ibrer Schrift 
unb Literatur, bie erfteSlrt bie -gewöhnliche geblieben tji, unb ohne 
3weifet bleiben wirb, wäbrenb bie ©ebürfniffe ber enropaifeben 
Literatur unb $otitt( bk gweitc immer oorjieben bürften, 
baß bie (Stjinefen ben 93ortl>ei( einer grögern (£infaa)bctt berSWitteT, 
eineß fleineren SKaterialß unb ber barauß folgenden großem ©obl* 
feil^eit beji^en, wat)renb bie (Europäer ben $or$ug einer größeren 
©a)nettigfeit für pcb baben. 2)er dn'ncfifdjc ^Druef befi^t alle öigen« 
fdjaften, weldje pa^ für eine lanberreidje , fid) wenig oeranbernbe 
unb an ßlafftfcrn reiche Literatur fanden, wat)renb bie eurovaifdje 



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- 131 — 

• 

ftcbj für eine ßiteratur öon jttegenben flattern, welche ber Sag 
bringt unb *>crfd)ttngt unb für eine uncrfattlidjc 3cttungdctt>ilifation 
eignet, bereit täglicher unb ftünbltayr junger täglich unb pnbltd) 
burdj unbegreifliche Waffen gebrudten *ßat>ier3 gcftiüt werben muß. 
<£d öerbient nodj jum <Bct)lug angeführt §u »erben, baß bie ebine« 
jtfcfye £)ructmethobe »on einigen umliegcnben Stationen angenommen 
worben ift, weldje ein (£d)riftfi}ftem ^aben, bad ben l'aut, unb 
nid)t wie bei ben Gbincfcn bie 3bec auGbrücft, wie j. 93. bie 3a^a« 
ner unb Tibetaner. Sur Schrift biefer 5lrt ifi bie chincfifd)c SDfcthobc 
nicr)t bie bequemfte, aber eä ift immer fo, baß wo eine überlegene <£t* 
öilifation ibre ÜKetbobe bei minber erfinbungöreteben unb originellen 
Golfern einführt, fic oft auch nid)t »öttig entflicht 



Um *>on btefer Srucfmcthobe, bie für alle grapbifdjcn tfünftter 
t>on 3ntereffe fein muß, nicht wie bet &ucbd *>on ber £aubc 31t 
„ forechen, g f be id) bicr meinen gefern brei dnncfifcbc Gbaraftere in 
C>ol3fct)nitt. 

1 I j S3 

3* arbeitete btefelben bauptfacblia^ aud, um MnfiAtKcb be« 
greife« unb ber £d)nelligfctt ber ebinefifdjen £oljfdmeiber einen 
fidicrn Vergleich aufteilen ju tonnen. Surrtpaufen, 3eid)nung auf 
ba* £otj unb Schnitt nabmen mir eine 3ctt *on 3 / 4 Stunbcn in 
Slnfprud). ,£urd) (Salculation nad) bem oorgebenbeti 9luffafcc er= 
gibt fid) nun, baß bie dn'ncfifchcn $ol$fd)ncibcr eine große teebnifc^e 
©cwanbtbeit beft^en muffen. Denn bie 2lu$fübrung einer Cftaö^ 
feite guten Style* würbe unfern bcutfaVn #ot$fd)ncibcrn wef)l 
fdwer fallen. SWerbtng* würbe bie «nwenbung oon 2lr>fcl^ ober 
SBimbaumhol^V^tten ftatt 93urbaum, wobl bie 5ludfübrung um V 3 
erleichtern unb überbfeß bie nähere Vertrautheit mit ber duncfifd)cn 
Schrift ein fc^nctlcred «fcülfSmittct fein* 



SDorftebcnbcr Stuffafc, welcben 5t. #en^e in bem hoff lieben 
3eurnat für ßufcfer* unb a r) I fi cd) er »crejfcntltdjtc, wirb 
gewiß öon jebem SBucbbructer , Äünfrlct unb £*lograt-bcn mit 
Jntereffc gelcfcn werben, unb bürften namentlicb ledere großen 
ftufccn barau« ju gieben im Stanbc fein, wenn ftc irn mit ber no- 
tbigen Hufmcrffamteit unb mit Büdficht auf ihr ©efebaft lefen. 



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21 Ii b II <V 




^ hotten Opalen ait(|cfuf»rt, baj; ba* 3cidmcn 
^ fej von ber bödmen Jöifyigfctt für ben 3Mo» 
W&^^^W grapben fei, wejrtalb wir bier eine Anleitung 

W ^^^^^^6 > u ^ tx W° nen Äun l t f 0 *9 cn ta ff fn > rocl * c 

audi biejenigen jur Slnäübung ber 3fylo= 

grapfne in ben 3tanb fefcen fott, welche 
tarin feine befonberd große Hebung baben. 
3yred>en wir $unad)ft oon ben oerfdiiebenen 
Birten, weldjc beim jj/dtyUM oorfommen, 
unb ben babei ju beobadjtenben Regeln. 

©<t$ Setcfmen von $etaben unb ttnmmen Stmen 

iji eine fo einfadje Sadje, bajj audj ber im 3cid)nen minoer ©eübte 
bamit oertraut fein wirb. — 2>urd) Söerbtnbung geraber unb 
frummer ßinien erbatt man einfadje gcmifdjte g-iguren, j.©. Jenfter, 
Spüren, ©efafje, £au$gerattye u. f. w. Sdjenft man biefen Öegen- 
jtanben bie nötige Slufmerffamfeit unb Uebung, fo gewöbnt man 
ftd) an nötige unb fä)6ne §ormen, unb fann mit (Erfolg $u fd)wereren 
Stütfen übergeben. 

4>at man juerft eine fjtgur abgebetener, fo fuebe man fic au<fy 
auß bem ©ebad)tnifj unb otync $ülfe beS SDcufrerd ju jcidjnen, 
wclcf) teueres man hierauf mit feiner 3«d)nung oergleid)t, um fidt 
oon ber $ün!t(ia^feit feiner Arbeit ju überzeugen. 3m xHllgemetnen 
wirb man woljt baran tljun, juerft eine teilte fenfredjte fiinie ju 
jieben, wetdjc bie 3«d)nung gleidjmafjig ttyeilt; fie bient jur !Rid)= 
tigftellung ber Umrijfe auf beiben Seiten unb wirb nad$er wieber 
ausgelöst. Stuf ber3«d)nung ntujj man $unad)ft biejenigen Stellen 
bejeicfjnen, weldje bie aujjerjten ©renjen berfelben oben unb unten, 



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linf« unb redjtS finnebmen werben, hierauf bejeidme man bie 
#auytetntbeilungcn ber gtgur, fobann btc wenigen wichtigen <Strtd)e 
u. f. f. Sollte man bieg Untertanen unb 3& ton oben nad) 
unten fortjeidmen , inbem man alle 3üge nad) unb nad) ausführt, 
fo würben bic flehten 8*e|ler beö OitjfcS immer größer werben, je 
weiter man abwärts geben würbe, ba man jur Söeftimmung ber 
folgcnbe* Entfernungen febterbafte SDimenftonen jum Sföafiftab batte. 
ÜRan muß juerft bte «frauptmaffen geben unb bann erjt auf bie 
SDctaitS übergeben. 

«£>at man cnbtid) bie Serttgfeit erlangt, atte einfachem Figuren 
in »erfd)iebenen Verfyaltnifien juerft nad) SWuftcrn unb bann auö 
bem ®ebad)tnijfe &u jeidmen, fo ift baS 9lugenmajj fu'nlanglid) geübt, 
um $u bem <Stubium ber ard)iteetouifd)en unb topograpbifdjen 
3eidmungen, fowte ber 3etd)nungen oon 3icratfyen unb menfdjlicfyen 
unb $btergeftalten über ju geben. 

3eber biefer 3weige ber 3etd)cnfunji wirb min tyternad) abgc* 
fonbert bebanbett. 

3u ben gcom etrtfdjcn unb ard)ttectonifd)en 3eid)* 
n u n g e n bat man oorjüglid) gerabe Linien netfyig , weldjc aber, 
glcid) ben gefdjwungencn, in ber SRcget nicfyt mit ber freien «&anb, 
f entern mit SBinfel, fitneat unb 3irtel gemadrt werben, ba fic 
eine fo große *pünftlid)feit erforbern, wie baS 5luge fie fetten gewabrt. 

93ci ben ard)itectonif djen 3ei<fjnungen fommen fyauftg 
Verzierungen *>or, weldje ber 3tytograpb fennen fott ; benn fte müffen 
immer in gewiffer Söejtebung ju ber 8tette fteben, welche fie ein* 
nebmen. SDtefe 9feget betätigen aud) bie alten Monumente. Gin 
Dpfertempel j. 33. würbe mit ©cfäjjen, Vafen, £tnerfo>fen unb 
©erzeugen oerjiert, ein £empet ber (SereS mit (betreibe, grüßten ?c, 
ein ben ÄriegSgottyeiten gewebter Tempel mit Stoffen aller 2lrt, 
Lorbeeren *c. 

(Sbenfo muß man aud) ben Urfprung biefer Verzierungen ju 
ftubiren fud>en; bie tfenntniß beffelben leitet ben ßünfller bei ber 
«nwenbung ber 3*eratl)en unb fiebert tor Sffiiberftnnigfeiten. 

$)er 3eia>ntunftfer fott fleißig compontren, immer bie yaifenbften 
«Kittel auffua^en, um t>erfd)iebcnartige ©egenftänbc mtttelft fdjnör* 
feiartigen Verzierungen unb ßaubwerf jufammen ju fügen; e* jft 
bteß ein Jpauprtyetl ber VerzterungSfunft. 

9(rabeSfen nennt man bie jenigen Verzierungen, weldje man 
arabtföcn UrfprungS bätt. <£ic fmb aber nod) alter unb waren 
fd)on bei ben Römern gebraudUtd). 3>en ®efd)ma<f für bie 8ra= 
besten fyit ftapfjact wieber belebt, ©ie befteben in Verfd)lmgung 
oon ßaubwerf, ton 9lrfytcctur=<5tücfen, menfdjliaVn gtgureit, Spüren, 
«Pbantapefiüden ic. oljne 3ufammenl)ang, aber ooüfommen fömmetrifd) 
mittcljt ^djnorfeln unb gefdjmad ootten 3ierat^en miteinander oerbunben. 



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I 



- 134 - 

« 

©a$ 3ricfmen menf$lid>et Motpet. 

tiefer 3weig ber 3«d)cnfunft befebranft fid) ntdjt allein auf 
rid)tige S)arftcUung bee mcnfdjlicben ®efi$tce, fonbern bebnt ftd) 
audj auf bic Proportion utib Stellung bee ganzen Äerpcre au$, 
wcßbalb man bie plmfifcfye Bcfdjaffenfyeit beffelben, b. b. bae @e* 
rtppc, welcbce ihm jur £tfifcc bient, bie glcifcbmaffen ic. genau 
fennen muß . hierüber fotten bie folgenben «Jtotijen 2lu*funft geben. 

£urd) Bereinigung bet änoeben erbalt man bae £fclett ober 
bae bauerbaftc ®erippc, weläVe ben »eichen unb biegfamen Stbeilen 
bee Körper« jur 8tü> bient 2)ae tfnodjenfeftcm beftimmt bic 
allgemeine ©eftalt bee .fterpere unb bie Bcrbältnific bet einzelnen 
Beftanbtbcile beffelben. SDtcfc Berbaltntffe füll ber 3etdjenrunfticr 
namcntlid) fennen; ebenfo bie Bewegungen bee mcnftfylidjcnßerpcre. 

Srütyer bat man ben &crpcr in 8 .ftopfboben eingeteilt, unb 
jwar: 1 «ftopf libbe bie jum Anfang bee JRütfgrate; 3 .ftopfbotttn, 
N weld)e ber SRücfgrat fyält, 2 &opfliöben tyabcn bie fSdjenfetfnodjcn 
obne bie &nod)cnfügungen, 2 .Ropfbofycn baben bae Sdjonbcin mit 
ber ^nicfd)eibe. Bei einer anbern Gintbeilung in 8 ßopfb&bcn 
gebt bie l.ßopfbobe oon ber #irnfd)ale bie jum^inn, bie, 2. r>om 
JUnn bie ju ben Prüften, bic 3. *>on ben Prüften bie jum Sftabcl, 
bie 4. oom Sftabel bie ju ben ®cfd)le<btetbeilen , bie 5. twn ben 
©efdjleditetbeilcn bie jur 3Ritte bee Sdjenfcle, bie 6. r»on ber 
Sföitte bee <sd)en feie bie unter baeßnie, bie 7. r-on bort bie unter 
bie 2Babe unb bie 8. cnb(id) oon bort bie jur §crfe. 

SDicfclbe gange *>on 8 JRopfböbcn ergibt ftd) audj, wenn man 
bie Sluebelmung &on ber £pi$e ber einen bie jur Spifcc ber anbem 
£anb über bie (Sdjultern mißt. 

3n neuer ßtit fat man fid> jebod) überzeugt, baß bie #6$c 
bee mcnfdJÜcfycn Äorpcrd eber 7 ale 8 ^opfbeben bält; nod) beffer 
aber ift ce, ben Körper in 10 ®eftd)telängcn auf fplgenbc Sffieife - 
einjutbeilcn: Born SHMrbcl bie jur ©tirne betragt bie Entfernung 
ben vierten $beil bcetfopfee; bae ©eftd)t beginnt, wo bie unterften 
£aare ber (sfirnc warfen, unb ge^t bie an ben unterften &i?cil 
bee Ätnn'e. Er jetfftttt in bret Sbeile, oon benen ber erfte bie 
Sttrne, ber^weite bic Sßafe, ber britte ben «Öhmb unb bae £tnn 
umfaßt; bic Slugcn ftnb in ber 9lrt oon einanber entfernt, baß 
ein Slugc bajwifcfjcn gefegt werben fann. $>te 9iafe balt unten 
unb üon einem 9la r cnpgcl jum anbern bie Breite einee Sluge«, 
fo baß fenfred)tc 2inien, »on ben innern «fünften ber 51ugen aue 
gebogen, auf bic äußern IMmrh ber Stafcnpgel ftoßen. — 3?om 
Äinn bie jum ©rübAcn jwifd)en ben ecblüffelbeinen betragt bie 
Entfernung eine Otafcrlange. Bon biefem ©rubren bie unter bic 
BrüfU betragt bie 9tuöbel)nung eine ©ef^telange. Bon ben untern 



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- 135 - 

Stetten ber Trufte bis $um 9iabct eine tfovfWbe. #om ftabel 
bte jum Untcrleibc eine ©efid)ts(ängc ober bret Sbeile einer ßopf* 
b/ölje. 98om Unterleibe bis mitten auf bie Ämefdjetbc eine ßovf s 
bb$e unb eine ©eftaVSlangc ober 7 Sbeile. bitten oon ber ßntefebäbe 
bis jur gußbiege unter ber gußfotylc 1 Zijnl 9?on" einer ©rite 
ber Prüfte bis jur anbern betragt bie Entfernung ymä ©eftäMS- 
langen. S)ic ©rc^ße beS 5td)fc(bctnc6 oon ber 91<tyfc( bis an ben 
Ellbogen betragt jwei ®efid)tslängen. 93on bem Enbe beS Ellbogens 
bis jum 9lnfang beS fleinen gingerS betragt bie ®rbße beS OT* 
bogenfnocbenS mit bem inbegriffenen Sbeilc ber £anb 2 @efid>ts- 
langen. 93on ber «Rnoctjeneinfügung bed <2d)ulterblatteS bis $um 
©rubren jtoifa^en ben £d)lüjfelbcinen betragt bie Entfernung (Sine 
©efidjtSlange. $on bem ©rübdjen jwifd)en ben £d}lüj[elbeincn bis 
$u ben außerften fünften ber <£ä)ulter jinb e$ oicr Sbeile unb 
ebenfoöiel auf ber anbern Seite, jufammen a(fo 8 Steile ober $wet 
.Ropffybfjen. £aS ©rübdjen jwifdjen ben beiben <S djlüjf elbeinen 
bttbet mit ben beiben 3i|3cn ber S3rü(re ein regelmäßiges £reiecf. 

Um nun ein genaues Ofefultat mit btefen SÖcaßen ju erreid)en, 
muß man ftd) merfen, baß bie Entfernung oon bem außcrjtcn Enbc 
ber #anb bis jur anbern ber ÄSrperlange gleich ift, baß aber bie 
Änodjenfügungen beS Ellbogens unb 9ld)felbeinS, fowie beS 2ld)fel* 
beinS unb ©dwlterblatteS eine balbe ®eftd)tslänge einnehmen, wenn 
bie 5lrme auSgeftredt ftnb. 

£ic Sange ber untern gußfladje betragt ben fecbSten Ztyit ber 
£6rperb6l>e, wäbrenb bie $anb eine (BefidjtSlänge lang ift. £ie 
Sänge beS Baumens betragt eine S^afenlange ; am gauftgelenf betragt 
bie ®röße beS SlrmeS 1 Sbeil. 

5We 23erbaltniffc ber Sängen bleiben gew5bnlid) biefelben, mit 
5luSnat)me beS #alfeS, beffen Sänge im Söertyältntß, als bie gigur 
großer wirb, abnimmt; ebenfo audj ber Unterleib, wenn er ftd) 
fenft, wo aisbann bie 9lbnatymc ber <Sd)cnfcl in SBejiefyung auf 
Sange tljren (SJrunb tyat. 

£cn gegebenen Söeftimmungen über bie breite unb £>6bc beS 
menfcblicfyen Körpers fSnnen nod) folgenbe beigefügt werben: üttan 
beftimme bie £obe, welcbe man ber gigur geben will, nadj Maßgabe 
beS ^apierS, auf welches fte aufgetragen werben foll, mittelft jweier 
horizontalen unb gleid)laufenben Sinien, öon weldtcn bic obere bie 
©renje für ben SMrbel bilbet, wäbrenb auf bie untere bie gerfe 
' i\\ fteben fommt. hierauf erriete man eine fenfred)te Sinie, welcbc 
mitten burd) ben «BereinigungSpunft ber beiben (SaMüffefbeine gebt 
unb bie fenfred)tc Stiftung ber gigur beftimmen foll. SRuf>t biefe 
nun auf einem »eine, fo muß bie Sinie mitten bureb bentfnefyl 
ge^en, bamtt ber Äörper eine fenfred^te SRiä^tung erhalte. 

9lac^ biefem »erfahren ^ie^e man horizontale 3wifä>enlinien„ 



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— 136 — 

auf weld)e bie &crfd)tcbcnen Ztyik bc« Körper* $u jtcben fommcn 
müffcn. SDcr Körper jcrfattt namlid) in 8 Xtjcile, b. feine 
Sänge ad)tmal bic £obc bedtfopfe*, weniger V 4 : man gic^t »orerft 
ben oierten £f)cil einer Äopf lange oon bet ganjen Sange ab, unb 
tljctlt (entere fobann in jwei gleiche Sbcile, oon welken ber erfte 
Dom SOÖirbcC btd ju ben <Ücfct)(e<t)tdtt»cUen , ber jweite oon biefen 
bi* jur gerfe geht ünb welche jufammen bie ganje £öbc ber gigur 
au*mad)en. — 2>ie Sange be* 2lrmc* beträgt brei ßopfböfyen öom 
Anfang be* Sirmtnodjcn* bi* jum äufeerften (Snbc ber Singer, 3) er 
(gdjcnfel ift fo lang al* ber 9iumpf, oon ber Bereinigung ber 
<Sd)lüfKlbeinc bi* jum Unterlcibc geregnet ; biefelbe Sange rechnet 
man oon ber ßnicfdjcibe bt* jur gerfe. 

Tie akrfd)iebcnl)eit in ben Bcrbältmffen be* .fibrper* eine« 
SWannc« unb bc*jenigcn einer grau befreit barin, bajj ber Stopf 
bc* SBeibc* Keiner unb ibr £al* langer ift, unb bajj bic ©egenben 
ber SBrüftc unb be* Unterleibc« rief er liegen. £)aber fommt e* 
auefy, baf ber 9iaum t>on ben 3ifcen unten bie jum Kabel um 
% Kabellänge fürjer ift, »mb baß bic Sange be* <$djcnfel* be* 
weiblichen «ftbrpcr* ungefähr um V 3 Kafcnlänge weniger betragt. 
SBei bem Sktbe ftnb aud) bie 5l(t)fctn unb' bic »ruft formaler al* 
bei bem Spanne, hingegen ftnb bei berfelben bie Ruften breiter 
unb bie £d)enfel biefer. £er Cbcrarm unb bic 2öaben ftnb eben* 
faüö biefer unb bie gitpe fleiner unb formaler. SBeil enblid) ba* 
Scib fletfdjrcicbcrc 2Dht*fcln tyat al* ber Sföann, fo ftnb fic auä) 
mcl weniger augcnfdjcinlid) ; baber futb aud) bic Umrijfe bc* weib* 
liefen Äörper* mcl anmutbiger unb mebr jugerunbet. 

(Sin neugeborne* JUnb ift bbd)ften* 4 ßopfbe^en lang. 3c 
alter e* wirb, befto mebr 2lu«bcl)nung cvbält ber untere £betl 
feine« Körper«. (Bin 4— 5jäbrige* «ftinb ift fünf töopfbeljcn lang 
unb biefe Sänge nimmt bi* jum mannbaren 5lltcr beftänbig ju. 

liebet bie ^uttftKc&f ext beim Seicfcnen. 

2öenn man mit bem &näjmn freginnt, mu£ man ftefy oor 
Slttcm jwei Aufgaben ftellcn: juerft muß man fem $luge an SRidi* 
ttgfcit gewonnen, bann mufj man Seidrttgfeit in ber £anb ftd} an^ 
jucignen fudjen. Skibc* fann natüvltcb bloß ba* (Srgcbmfc einet 
anbaltcnb fortgefefcten Hebung fein. 9Bir haben oben fd)on ang/* 
fübrt, baf? jm Ürlctd)tcrung ber genauen 2tu*füftrung einer 3ctdjnunej 
unb yu (^rwobnung be* Slugc« bic ©röge eine* (Megcnftanbe* immer 
nacb ber (^rößc eine* anbem ju bettrtljeilen ift, inbem man ba* 
SÖerbaltnif bcrü(ffid)Hgt, weld)e* jwffd)en ber Sange unb SB reite eine* 
unb bcnfclbcn 2lu*bcbnungcn eine* anbern ©egenftanbc* ftattfinbet, 
fo baf man §icrnad} urtbeilcn fann, ob unb um wie oiel biefer 



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— 137 — 

©egenftanb großer ober Meiner ift als ber anbere, ober ob er btefem 
gleid) ift. #icbei muß baö 2luge allein ben SDtcnft beö 3ixM& 
öerfeben, beffen man fitr) Q3cfttmmung ber Q3erl)altniffe einzelner 
^tücfe fo wenig als mßglieb $u bebienen fud)cn (oll. 9cur wenn 
bie 3cid)nttng aufgetragen ift, fofl man ftd) be$ 3ttfel$ bebienen, 
um ftd) ju überzeugen, ob man bie Sßerfyaltnijfe beS DriginalS genau 
getroffen fyabe ober um wie oiet bfe3eidntung oon jenem abwette. 

SBicfotig i(i bie ßeiebtigfeit in ber Ausführung , welche man 
ftd) nur burd) lange Hebung erwerben fann. ginbet man audj 
anfangs SDibcrflanb in ber |>anb, fo barf man ftd) ^ieburd) nid)t 
abfdjrecfen (äffen; mit etwas 2luSbauer unb gleiß laßt ftd) au^ 
biefe (Sd)Wtcrigfeit überwinben. <Durd) Ijaujtge Hebung erwirbt^man 
ftd) ßctd)tigfett in ber3etd)nung unb geniest fobann baS Vergnügen, 
ju fetycn, wie wittig bie £anb ber (£inbilbungSfraft gefyord)t, um 
bie (Srjcugntjjc iljrer Sltyatigfeit barjuftellen. 

, 3m Slnfang gewönne man ftd) an bie Fertigung großer 3eidj* 
nungen, weil bie gelter bei folgen weit bejfcr in bie klugen fallen, 
als bei 3cid)nungen in fletnerem üftaßftabe. S3ei erflern gewöhnt 
man ftd) überhaupt an mef>r greifet unb Jtüfynfjeit 

JCaS SFtjjtrcn ober @nttt>erfett, 

darunter oerfie^t man ben 3ufammenl)ang ober bie 3bee beffen, 
wa« man barjuftetten beabftdjtigt, mittelft leidster unb weniger 
3üge pd)tig aufzutragen, um auf ben gall, baß man bei ber 
Slnlage ober 5tnorbnung einzelner Steile begangene geiler letzter 
fcemerft unb wieber oerbeffern fann. (Slje man ftd) $ur Ausführung 
einer 3«d)nung entfaMießt, muß man ftd) überzeugen, ob ein % ^eil mit 
ben übrigen feilen übereinstimme. Um bieg gehörig ocrgletdjen 
ju fonnen, müffen atle^cile ber3«4nung bem Sluge gegenwartig 
fein, ba^cr muß man jebem Stjeile juerfl feine Stelle anweifen, 
um auf biefe 9trt bie £auytmaffen fennen ju fernen. £en Cut* 
wurf muß man mbgltdift rid)tig mit wenigen Umriffcn jei^nen, 
unb jwar mit einem weisen Söletftift, fo baß atte biefe Striae, 
wenn fic ausgeführt werben fotten, ofjne große ÜJcufye burd) baS 
SDarübcrfatyrcn mit einer Sörobfrufte fo weit oertilgt werben fSnnen, 
baß nod) ganj leidjte Spuren baoon auf bem Rapier jurüdbleibcn. 

©ei bem 8fijjiren muß man baS ®cftd)t etwas mcljr oon ber 
3eid)nung entfernt Ratten als gewolmltd), um mit einem 33litfe, 
obne benßopf ju ergeben ober ju bü(fen, ben (Entwurf ganz über* 
fejjen ober oergleidjen ju tonnen, bamit bie Schönheiten unb geriet 
gleid) erfennbar beroortreten. 

3ur Aneignung einer guten Lanier muß man ftd) ftetS an 
3ridmungen gewanbter Äünftlcr balten. — $at man ftd) im 3eidjnen 



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nad) großem üttaßftabe bie gehörige gerttgfeit angeeignet, fo wirb 
man fidj olme ÜRüfye ©ewanbttjeit im 3ridw«t nad) fleinercm 9)iafH 
ftabe erwerben, waljrenb ber jenige, ber fid) nur im 3eid)nen nad> 
fleinerem SWaßjtabe geübt Ijat, bei größeren ©tüefen eine fefyledjtc 
Arbeit liefern wirb. 

- 

Hebet ben Schatten. 

Kotten bie altern Umriffe ber giguren einer 3n<f>nung, oon 
benen wir bt$ jefct allein gefproefyen Ijaben, weiter ausgeführt werben, 
fo ijt baju 2id)t ttnb Ratten nötbig. $lefe3 irirb burd) ba« 
©djatttren beroorgerufen , 511 bem man üerf^tebene Sanieren ^at. 
SDtan fann pd) ba$u, wie bie ßupferftedjer, ber ©djrafftrungen 
bebienen, wa$ burefy ba$ Stuftragen gletdjlaufenber mebr ober weniger 
gebrangter unb breiter ßinien, welche gegen ba« 2id)t ju immer 
bünner julaufen, wafjrenb fle an ben bem ßiajte entgegengetreten 
©teilen einen fraftigen tycn erbalteri unb breiter au$gebrüeft werben, 
barftellt. SDtefelben muffen leidjt, anmurbtg unb regelmäßig georbnet 
fein. 9ftan fann fte audj in oerfaMebenen ^idjtungen burdjeinanber 
freujen, biä man ben ®rab oon ©tarfe erreicht hat, weld)e oon 
bem (Statten in ber 3«d)nung erforbert wirb. S3ei bem Ueber* 
einanberfreujen biefer ©a)raffivungen muß man ftd) jebod) lauten, bie 
©triebe nidjt ju fetyr reefytwinfelig übereinanber }li legen, fo baß baburd» 
eine 5lrt oon ®itterwerf entfielt, wetdjcS ba$ Sluge febr beleibigt. *) 

Qftan muß ftd) gewönnen, ganj letdjt naefy allen SRid^tungen bin 
mit bem SMeiftift ju ©cfyraf ftren, obne nötljig ju Itaben, ba8 Rapier 
jebeämal wieber $u beeren. Riebet gewöbne man fidj audj, immer 
mit einem groben Söleiftifte ju arbeiten, felbft bei feinen ©efyraf* 
prungen, welebe auf bie fdjwad>abnelnnenben , jwifdjen Siebt unb 
8a)atten fteb)cnbcn Stinten folgen. 

£>er ©Ratten fann aueb burd) ^unftiren ober dornen berge* 
ff eilt werben, ju welkem ßmdt man bad SMeiftift leicht auf bem 
Rapiere abreibt, fo baß e$ alle förnigen ($"rbabenl)etten auf bem 
9papier berührt, woburdj eine gleid)artige unb regelmäßige Stinte v 
ober garbe fid) bilbet. SDurd) öftere« SBtebcrbolen auf berfelben 
(Stelle fann man ben £bon oerftarfen, wobei man aber immer febr 
leidet arbeiten muß. 

3n gewiffen Sailen fann man auf biefer förnigen gladje aud> 
©djrafjirungen anbringen, um bem (Statten mebr Üraft ju geben. 
Stuf biefe SBeife bilben fid) weiche unb wobloerfc^moljene hinten 
ober garben. Stuf bie ©efcrafjtrungen laßt fid) aud) nodj punftirte 
Arbeit anwenben. Selker Spanier man fia) aber Uthä bebienen 
mag, fo laffe man bodj nie ben 3w<* biefer SSleifrtftarbeit außer 

*) Diefe ©c&rafiuungen ftnb für ben lologra^en oon Sistig?«*. 



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— 139 - 

SHcbt, welker babin gebt, bie <2d»attenma(fen ju geben unb ben 
3ufammenbang jwtfdjen 8id)t «nb <sd)atten ju bewerfjtelligen. 

£a$ 9S>t f cfycn ift eine weitere unb unter allen »orbcrgcbcnbcn 
5(rten $u fct)attircn bie fdmellfte Lanier, hierbei bebient man ftd) 
cincä fetyr wcidjjen SÖleiftifted , beftreietyt mit bemfelben biejenigen 
(Stellen, welche fdjattirt werben follcn, breit unb fraftig unb bebnt 
biefc 93lciftift$üge mit einem fpifctg jugerolltcn Rapier, bem ÜBifdjcr, 
aus, wie man ungefähr bie Sarben mit bem Sßinfel auöbelmt. 
Üflan wifdjt aud) mit gerolltem ©emäleber, ju welchem 3wccfc man 
baä S3leiftift ju $ufocr reibt, ben 2Bifefyer mit einem @nbe barein 
tauest unb bie 3ctd)nung bamit wifdn\ ^Diejenigen Stellen, weld)c 
fraftig auägcbrücfte 3«9^ erforbern, werben alöbann mit bem 9Ölei* 
ftift felbft unmittelbar barauf retoudn'rt ober übermalt. SDtfan wifebt 
auf gleite Sßcifc aud) mit Köthel unb mit fcfywarjer treibe auf 
weigern Rapiere; bod) fällt ber gewiftye fRcfyü nit^t fo angenebm 
in'ä Sluge alö fdjwarjc treibe. 

3etd)net man auf farbiges Rapier, fo müjfcn bic ßta^tyartien 
mit weißer treibe aufgetragen werben. S3ei 3«d)nungcn auf far* 
bigem Rapier muß ber Sarbenton bcffclbcn glcid) bem $bone ber= 
felben hinten ber 3cid)nung fein, inbem bief bic 2tu$fül)rung 
berfelben fetyr erleta^tert. (2>iej ift aud) bei ber SluSfütyrung oon 
$oljfd)nitten ju beobachten, welche auf gefarbteö Rapier abgebrueft 
werben fotten.) 



|Die vtvfdfx&eMn £atymn$* - ^Wattieren. 

SCUgcmctttc Söcmcrf uiicjen. 




ei ben 3ctd)nungen unterfdjeibet man ocr= 
fdnebene Slrten. 3u ben hauptfad)ltd)ftcn 
getreu bic SBlcifHft* unb gcwtfdjten 
nungen , bic Aufzeichnungen unb bic 
Seberjcidjnungen. 3uweilcn werben bic 
£ufd>$eidjnuugcn mittclft einiger hinten 
mit S9leiftift ober geber auägeblicft; oft 
werben aud) in Sölcifrift= ober geberjeiäV 
nungen bic 3ügc burd) hinten in 
jeidmungä * Lanier oerfebmoljen ober ge» 
milbert. £od> e$c wir auf jebe biefer 



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- 140 - 

3eio)nung*artcn im <£tnjclncn übergeben, glauben wir einige« über 
bte »erfduebenen (Gattungen oon 3cid)itung6papicr anfügten ju muffen. 

, Hebet bic }um 3eid)ttett notbi&en tyapiete. 

Üflan jeiebnet in bet SRegel auf wcijjc«, oft aber aud) auf 
farbige* ober fogenannte« «t>albtintcn^apier. fiebere (Gattung oon 
3cidmung$papter würbe $u bem 3wdc erbaut, um bie 3eid;cnfttft- 
Arbeit an benjenigen stellen ju erfparen, welche biefclbe Star£e 
baben muffen, ald bie garbe be« Rapier« Bat, auf welchem man 
ftd) weiter treibe ober weisen 93aftctt« jum &ufblicfcn, b. b. jum 
£croorbcbcn ber erleuchteten Stetten bebient. Sluf biefe 5lrt bient 
bie garbe be« $apierÖ fclbft jur #atbtintc, fo bajj nur nod) ba0 
Schattircn berjenigen Stetten mit farbiger treibe, wo bie ftärf jhn 
Statten aufgetragen werben muffen unb, wie febon bemerft, bao&ufblt« 
cf en ber Siebter mit weiter treibe übrig bleibt. — £iefe 3«cbnung«* 
Lanier ift mel fdmetter, al« bie Lanier auf weitem Rapier; bod) 
follcn ftcb bie Anfänger bcrfclben niebt bebtenen, fonbern fid) oorerft 
im 3eidmen auf weijjcm Rapier üben, unb nur attmalig ju bunflcrcm 
Rapier übergeben. 3e bunfler bie garbe be« Rapier« ift, um fo 
mebr ©efa)idtta)fcit erforbert bic 23eru)eilung bc« 2Bei$en für bte 
Jßtdjtcr. 

(Sin gute« 3etd)nung$papier mufj ftarf fein unb ein feine«, 
glciebmäjjigc« «ftorn baben; wer mit ber geber jeidjnet, bebarf eine« 
glatten Rapier«, eine (Sigcnfd)aft, welche man bem Rapier burä) 
ba« Silagen gibt. Sludj barf ba« Rapier burd)au$ nia^t fliegen. 

Hebet ba$ 3etd^nett mit Stiften. 

SEBitt man mit föotfyftein ober SRotBel jeidmen, fo wähle man 
ben buntclften ober weichen baju. $>er Stein wirb mit einer 
flauen, feinen geile ober mit einer feinen, f leinen Säge in fleine, 
länglidje SHcrcdc jcrtbeilt, unb biefe Stüde werben mit einem 
gefrermeffer oorn jugcfpijt. 

SDic fa^warjeJt reibe fei weid), »on fanftem jtorn, ofme 
£cd)cr unb ilic«; man bringe fie an einen etwa« feuchten Drt, 
bannt fie anhiebe, unb jertbeile fte fofort auf biefelbe 2Öcife, wie 
e« beim Üiötbel angegeben ift. (£« mag biefe treibe wohl am 
beften geeignet fein ju 3eichnungen, bie in grof ein SDcafjftabe au«ge« 
führt werben, üflan ^at auch fünftlid) gefertigte fdjwarje treibe, 
welcbe mit Hummern nach bem ®rabe ihrer «£>arte oerfeben ift. 
&on guter Qualität gewahrt fie große 93ortl?ei(c ; namentlich fann 
man mit berfclben weit mebr getnbett unb ^raft in ben 3eid)nungcn 
entwideln, al« mit ber natürlidjcn febwarjen treibe, welche fcen 
gebier l^at, tag fte etwaö grau ift. 



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— 141 ■ — 

(Sbenfo wie bic fdjwarje treibe, »erfertigt man audj totye 
unb weifje ßretbe. 

3u oerfdjiebcncn Birten oon 3ctdmungen taugt ba$ natürliche, 
feine unb weid) abjitfc^ndbcnbe S9leier$ red)t gut; ^at e$ eine 
anbete Söefcbaff enbeit , fo ift ed weniger geeignet. üDcan »erferttgt 
jeboeb audj fünftttc^c SReifjbleie, unb jwar in folget $ollfommenbctt, 
bafj fte bic natürüdjen oft übertreffen. 3lm gcfdjäfcteften pnb bic 
SRcgenöburgcr unb bic gaberftifte. 

m 

I 

lieber ^cfcerjeidntuttQctt. 

£>ic gcbcr&cidmungcn oerbienen alle SÖcadrtung für ben £ol^ 
fdmeiber, ba fte bei geberiger 2lu$füfjrung ganj fo ftnb, wie ber 
£ol$fd)nitt fte barftcllcn foll. 5D?ac^t man bcf$afb eine 3?t4)nung 
für ben ^oljfttd) mit bem BleifHft, fo muß fte ganj in ber Lanier, 
wie bie geberjeidinung, ausgeführt werben. 

£ad 3cid)nen mit ber geber ift meljr für foldjc 3cidmer g«* 
eignet, bie fdjon einige gertigfett erworben baben, ati für fotd>c, 
bie erf* anfangen, weil ta$ ganjc Ukrfatjrcn fdiwteriger ift unb 
alle 3üge bleiben, ofync wieber auSgdöfdjt werben &u tonnen. — 
3nbeffen entwidelt ba$ gebcrjcidjnen bei bem Anfang ber 3«^= 
nungöftubien immer audj einige Sßortyeile, weit man ftd> hierbei 
in bie SRotywenbigfcit oerfefct ftc^t, feine 3üge fogleid) fehlerlos ju 
$eid)nen unb nidjt einen Entwurf ju wagen, welken man nidjt 
mel)r burdj 5lu$lbfd)en oerbeffern tonnte; cd ift Jebo^ wobl $u 
bemerfen, bafj bic (Sewobn^eit bc$ gcbcrjcidjncnS gewolmlid) immer 
ju einer garten unb troefenen Spanier füfyrt. 

Um bie SBefyanblungSart ber geber genau fennen ju lernen, 
fann man nidjtG beffereö tlmn, alö gute Tupfer *, unb $ol$ftid)e 
ju copiren, beren ©rabftidjcl oorjüglid) ift unb bei weldjen in ben 
(Sdjrafjmtngcn feine Unorbnung l)errfd)t; je beffer unb fdjarferman 
bie Umriffe nadjabmt, um fo gelungener fallt bie 3ridwung au*. 

SRaben- unb (SJanfefebcrn btenen in ber Siegel &ur Sluöfüljrung 
»on geberjetdmungen , ba fte beffer ftnb alö alle übrigen unb bie 
Sluäfübrung ber reinften <Etrid)c geftatten. — 2Jiit ber geber fann 
man namentlid) ard)itectomfd)e unb ßanbfdjaftö * 3cidmungcn gut 
ausführen. 

baben für fofdjc 3cidmcr, weldje ftc$ für bic ^oljftidifunft oorbc* 
retten, nur geringen ©crtl), inbem fte oon ber 4>ol$fti<fy üRanicr 
ju febr abweiden; bod> tonnen wir fte ber SÖollftanbigfcit wegen 
nify ganj unfcead)tct laffen. Unter Sufcfocidjnungcn oerftebt man 
bie mit colorirtem SDaffnr, weld>e* mit bem ^infel aufgetragen wirb, 



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I 



- 142 - 

leity gefärbte 3fidmungcn. Sie werben meift mit $ufd>, <5ejta 
ober wobl aud) mit Stifter auSgefübtt. — £ie 2lquarell = 9Ka= 
lereien oerfertigt man mit garben oon öerfdjieoenen Manzen 
ober §ä)attirungen , wobei auf bem Rapier bie weisen Stellen, 
weldje referoirt werben muffen, aufgebltrft werben. $ie SBaffer* 
maierei wirb mit 2Bafferfarbrn ocmalt , unb bie weißen (stellen 
werben biebet mit bem Stufet gefärbt. 



©inb bie Unvriffe einer 3"d)nung mit bem 2?lciftifte ober ber 
geber ausgeführt, fo fann man mit einer in mebr ober weniger 
2Öaffcr aufgelösten garbe ben Ratten mit einem *ßinfcl auftragen, 
hierbei muß man immer ganj reines ©affer neben ftä) l>aben, in 
welkes man ben ^infel entleert diejenigen stellen, weldK mebr 
ihaft erhalten follen, werben &u wteberbolten ÜKalen befabren. 

£tefe Lanier beS SaSattirenS getyt fefyr fdmell, wenn man 
nur Sfijjen fertigt, langwierig unb fdjwer hingegen, wenn man 
eine 3eid)nung bis auf einen Iwben ©rab ooüenben will. 3n 
biefem galle barf man namlid) bie £inte nidjt auf ein 2ftal fo 
bunfel auftragen, als fte ausfallen foll, weil ber SHanb eines SdjattenS, 
weldjer auf ein 2J?al getufdjt wirb, immer febr t»art unb fdjroff 
abgesoffen ausfallt. SÜftan muß baber bie Statten mittelft mehrerer 
aufeinanber fommenber weiter Sagen geben, um baburd), baß ifyre 
(Fnbungen nid)t aufeinanber fallen, burä) bie Ijeroorftefyenbcn bie 
übrigen oerfdjmoljen ju madjen. 

GS ift übrigens biefe Spanier febr bequem, um bie 3been 
eines ©emSlbeS ju geben unb baburd) einen Entwurf beS beab= 
{tätigten ©egenftanbeS barjuftellen, woburd) bie Sffiirfung beS fiidjteS 
am beften gegeigt werben fann, inbem biefe Spanier bumpfe Debatten 
entwicfelt, wo fid> feine fleinen weifen Stellen bejinben, wie bieß 
bei ben ©tiftjeidjnungen ber Satt ift, unb weil fic ftd) bierin feljr 
bem garbeneffecte nähert. — Uebcrbieß ift biefe Sftetbobe ju ßanb* 
fdjaftjeidmungen fetjr angemeffen, weil fict) in ibr baS Saubwerf 
o^ne Umrtffe ber Staffen geben laßt. 2lud) entwicfelt fte ben 93or- 
tljeil, baß fie bie £anb jut gfiljrung beS *JMnfelS auSbilbet, befon* 
berS für biejenigen, welche ftd) ber Miniaturmalerei wibmen wollen. 

£ie $uf%tdmuna,cn maetyt man gewbbnlidj auf weißes Rapier, 
weites febr buf unb feft fein muß, bannt bie garben ni^t ein= 
fließen , fonbem leicht auf ber Dberjladje Anlaufen. 5luS biefer 
Urfad)e wirb baS ju $uf%i($nungen beftimmte Rapier, ebc man 
ftä> bejfelben bebient, gewcbnltd) juoor gefä^lagen unb burd) 2llaun* 
waffer gebogen. — 2Dcnn bie ganjc 3eidmung mit SBletftift ober 
£pinoelbaumtoble auf bae Rapier aufgetragen unb bie Umtifff 



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- 143 - 

I 

fertig finb, fo werben biefe mit einer in mtttelmSjj ig bunfle ftufd)* 
färbe getauften geber überfahren. SÖeffer tft e$ aber Immer, wenn 
e« gegeben fann, bie Umriffe nid>t mit ber gebet nadjjujeidjnen, 
fonbern bie 3ci^nw«9 nad> ben einfachen 33leiftift • Umrijfcn %u 
Stuften; auf tiefe »rt fallt bie3«dmung oiel fraftiger äud. ©inb 
bie Umriffe fertig gemalt, fo tragt man bie fdjwädjften hinten ber 
Sufäjeidmung mit bem Sßinfet auf, inbem man alle biejenigen 
Stbeile , wela> btefeS erforbern , mit einem anbern reinen unb mit 
Söaffer angefeudjtcten $mfel öcrfdjmiljt, milbert ober fdjwatbt. 
(Sobalb bie erfte Sage troefen ift, tragt man eine jweite ftarfere 
auf, bierauf eine nod) bunftere u. f. f., fo weit ed nötbig ift. 

$ufa)t man auf £albttnten Rapier, fo fann man biejenigen 
Steile, weldje bettcr fein muffen, ald bie garbe be$ Rapiers ift, 
mit einem Sßtnfet weijj aufblicfen. ©ewobnlid) trägt man aber 
bie weffje garbe fo auf, baß man btefelbe mit ber Spifce eine* 
feinen unb bünnen ^tnfelä fdjrafftrt. 

» 

■ . — 

« 

Hebet £ant>fcf>rtf U '^etefinungen. 

2>ie ßanbfd)aftd$cid)nungen fmb jufammengefefjt auä ben oer* 
fd)iebenen anbern 3e idmungäartcn , ba biefe aUe barin 9lnwenbung 
finben. ©anj oon ber 9)iad)t bed £alent$ abhängig, fdjetnt bie 
ßanbfdjaftäjeidjnung feine anbere SKegel ju fennen, at$ bie ber (Sin» 
bilbungSfraft, unb feiner anbern SRictytung ju folgen oft ber 9tatut. 
3ft aber biefe Statur nidjt felbft aud) unoeränberlidjen Regeln un* 
terworfen? — $>ie ßaufbabn beö 8anbfd)aft$jeidmer$ ift oon ber 
graten Sluäbelmung, unb baS betreten berfelben ift mit grojjen 
dampfen oerfnupft, inbem man ungeheure Schwierigkeiten ju be= 
fämpfen ^at; fowie aber biefe unb ein $beil ber oietfeitigen Stubicn 
überwunben fmb, ift ihm aud) bie reid)fte Cucüe t>on ®enujj unb 
Vergnügen eröffnet. — 9Ud)t in einem engen SRaume, fonbern in 
®otte« groger reifer Sdjopfung ift feine Slrbeitaftätte ; oon ben 
bcd)ften (Gipfeln ber 23ergc fteige er t;crab in bie faftigen blumen* 
reidjen Sb'dUx, aud bidjten 2Bälbern trete er beraub auf wogenbe 
JKornfelbcr unb Siefen, &on ben ^aläften fteige er berab $u ben 
Kütten, um üorSWem ein richtige* ®efammtbilb oon ber ganjen 
9tatur in fid) aufzunehmen. 3m glänjenbjten Sonncnfthetn unb 
im bid)teften Statten, beim bellen Sage unb in ben bunfelfteti 
9tacbten fudje er bie Sanbf^aften ju ftubiren, weldje er im SBilbe , 
geben will, bann wirb feine Slrbeit ©eift unb 2eben befommen unb 
er ein Äünftier im ftrengen «Sinne be$ SBorted werben. (So oft 
er feine Stellung oeränbert, entbeeft er neue Sdjönbetten; überall 



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umgeben i*n ©egenftcinbe, weldjc eine ja^llofc 3Jtengc *>on ÜEufrern, 
mit ©eftaltcn unb garben begabt, btlbet, beten 3aljl unb bannig« 
falttgfctt alle Einbtlbung*fraft übertrifft. 

2öenn ber ßanbfdjaftajetdmer ben i(m umgebenben 9iaum mit 
ben 2lugen muftert, ben SJocalton eine« jeben ©cgenftanbcS , bie ftc 
untcreinanber Derbinbcnben £albtene, ü)re fdjwaa>n nnb ftarfen 
garben nad) ifyrcr Sßäbe ober Entfernung aufmerffam betrautet, 
bie ©ruppirung ber Dielen Martinen, weldje eine SluSftdjt bilocn, 
bie abgemejfenc Bewegungen ber ba$wifa>n fallenben giguren, ben 
llcbergang, mittel bcjfen Sic fid) ofyne Slnftojj trennen, bie reijenben 
Söirtungcn, weldje fid) aus i^rem Siberftriel ergeben, enblicfc bie 
3lbjtufungen, weldje fta) in ifyrcn ©eftalten unb Sdjattirungen jetgen, 
je meijr fic bem #ori$onte jufliefyen, genau unterfudjt, lernt ber 
ßanbfebaftöjeidmer ftrielenb, wa0 timt ber gewanbtefte ÜÄetfler unb 
bic wettläuftgftcn 2lbf)anblungen nie fo beutlid) lehren werben. 

3Bi(l man Bortbeil aud biefen allgemeinen Betrachtungen 
jie^en, fo riefte man feine Stufmcrffamteit juerft auf einzelne 
Dbjecte, madje biefe gum ©egenftanbc rief einbringenber ©tubten 
unb befdjaftige flcr) nid)t el>er mit anbern ©egenftanben, aU bi$ bie 
erftern ooUfommen aufgearbeitet fmb. 9cad) biefer ©runblage be* 
ginne ber Stnfangcr, we(d)er fia) $uoor in ber ßinear-S^nung, 
bie wir aud} al$ bie Elemente biefcS 3weige$ ber 3eid)nung$funft 
betradjten, geborig geübt tyaben wirb, mit bem £etaUftubium. Er 
fange bamit an, bafj er ba$ nädjfte Blatt nad) ber JRatur &on 
t>erfd)iebcnartigen Stellungen unb oon »erfd)iebenen Stanbpunftcn 
copire unb fo mehrere Blätter nadjetnanber jeidme. 2>iefe Uebuna, 
bleut nidjt nur jur 9luabtlbung bc$ 2luge$ unb ber #anb, fonbern 
man lernt and) burd) fie bie ©eftalt ber Blatter fennen unb prägt 
fid) bicfelbe in'* ©cbädjtnif. 9tud) erlcid)tert fie bie 2ludful>rung 
aller einzelnen £betlc. 

Suerft mattet man Berfudjc im grofjejten 3Jtafjftabe, bann 
jerdmet man fleiner unb fleiner, unb wbtnbe immer mebr giguren 
unb Steile miteinanber. £>a* gute3eidjnen i>on Blumen, Baumen 
fangen u. f. w. ift Riebet oon wefentlidjem Sßufccn. 

3n natürlidjer ©röfje lagt fid) eine Heinere «ßpanje, ein Baum* 
$rocig k. febr leia)t copiren, inbem man ein Blatt nad) bem anbem 
in angemeffener Stellung unb ©eftalt anbringt. Bei ber £a^ 
ftellung ganjer Baume ober 2Balbpart$en öerfdjwirtben alle detail« ; 
ijier ift »on einem eigcntlidjen Eopiren nid)t me^r bie !Hebc; l)icr 
muf? man »ielmetyr eine allgemeine 2Birfung ju geben fueben. Um 
biefen 3»cdf ju erreichen, benü^t jeber ^ünftler eine anbere ÜRanin 
unb bilbet fta) ein befonbercS Berfa^ren; baber ift ef aud) weit 
beffer, wenn man bie Statur felbft ftubirt, ald wenn man ftd> nad> 
anbern SÖerfen, unb waren biefe au(^ nod) fo gut, ridjtet. 



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— 1*5 —7 

Syenit man fortgefefct bie Statur beobachtet unb copixt, wirb 
man ftä) leid)t eine eigene Spanier bilben, um in berfelben alle 
sorfommenben ©egenftanbe füt)n unb fielet barjuftellen. Knebel 
mufj- man alle (£teifl)ett unb S^rorfen^eit ganjlid) oermeiben, bie flet) 
auf ©emälben unb £anbfct)aft«$cia)nungen fo tfaujig bemerflid) mact)t. 
3uetft coptre man natürltct) leichtere ©egenftanbe, j. 33. eine Seifen* 
maffe, einen Söaumftamm, eine «&ütte, eine 9Jcut)le, einen 33runnen, 
tiberbaupt folctje einfache ©egenftanbe, bie fet)r in bie Slugen fingen 
«nb leictjt ju erfennen fmb. 

3e fletner bie ©egenftänbe, welche man coptren null, fmb, um 
fo nafyer muß man fiel) ju bcnfelben ftellen, unb um fo weitet oon 
ibnen entfernen, je großer fie fmb, bamit ba« 2luge ibren 3ufam» 
mentjang fajfen tonne. 3um Gopiren eine« jungen Jöaum« ftelle 
man fid) 5—6 Stritte oon bemfelben auf; um aber eine #ütte, 
eine Sftüljle x. ju geidmen, betrage bie Entfernung fdjon 40—50 
dritte, ©tnige Uebung lernt ben ©tanbpunft leicht fennen, oon 
welchem au« ein ©egenftanb mit bem größten fßortyctt aufgenommen 
wirb. — 2>a« ßopiren tfolirter ©egenftanbe muß man fo langte 
fortfefcen, biß man bie größte ©tcfyerljeit barin t)at uub olme große 
Scfywierigfeiten $u jufammengef entern ©egenftanben übergeben famu 

2>a« 3eicfmen entblätterter SBäume gewahrt große $Bortt)eile, 
weil man baburä) bie ©eftalt unb Stellung ber 3»eige genau 
fennen lernt unb ba« Gopiren ber gleiten SSaume, auet) wenn fte 
beblättert fmb, fet»r erleichtert. 3eber S3aum t)at, abgefetjen oon 
feinem ßaubwerf, etwa« Eigentümliche«, welche« baju bient, itnn 
feinen ßbaracter in einer etgentbümlta)en SBefä^affen^eit ber 3weige, 
be« 28iia)fe«, ber 93ertl)ei(ung ber ßaubmaffen tc. $u geben, wonact) 
rr leicht fcfjon au« ber Seme erfannt werben fann. <Da« ©tubium 
biefer 3ufammenfefcung i(t eine £auptfaä>. 2)ie 93aummaffen feien 
fowobjl in ber 9cat)e al« in ber gerne weber fdjroff noch fä^werfallig 
au«gefchnitten, unb fei ber Sftanb berfelben ftet« leict)t unb burchfichtig. 

£>er Gimmel ift ein ©egenftanb, ber bie größte 2lufmerffam= 
feit oerbient, ba er bei jeber fcanbfcbaft einen £auptrang einnimmt, 
inbem er bie (Seele unb ba« ßeben berfelben btlbet; er bilbet in 
ber Sanbfdjaft ba«, wa« ber Jiopf beim menfä}(tdjen Körper ift; 
mit feinen Sarben belebt er alle %htiU be« ©anjen, unb bejttmmt 
ba« 2lnfet)en ber ßanbfd)aft in ber Slrt, baß, wenn man fie in ber 
&rü!je betrachtet bat, man fie be« 9lbenb« wegen ber SÖirfung ber 
be^iebunglweifen Slenberung in ber $rojectlon be« ßtchte« unb ber 
Statten nur mit 9Mbe wteber erfennt. SDarau«, baß eine ßanb« 
fd>aft weber wabr noct» barmonifet) au«fallt, wenn nicht ber £on 
be« Gimmel« ben Regulator be« auf ber ßanbfdjaft oerbreiteten 
Kolorit« bilbet, folgt, baß, um eine $lnftä)t getreu wieber ju geben, 
ber Gimmel ben erften ©egenftanb bilbet, welchen ber 3*icr;ner ftreng 



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» 



- 146 — 

nad^uabmen fyat, batnit er einen !jerrltd)en Slnblicf gew&bre. 51uf 
biefem unermeßlichen (SJewölbc jeigt bie Statur ibre ^racfyt mit ber 
graten Söerfcbwenbung ; nirgenbd anberä entwitfeln ftd) retgenbert 
SBirfungen unb großartigere Sdwnbetten. Stuf biefer unermeßlichen 
Sd)aubülme flefyt man alle garben wieberfyolt oereinigt unb in 
taufenb oerftfyicbenen 9ßüan9cn eerfdjmoljen, balb aber ftd» oonetn= 
anber trennen, in'3 Unenblidje fidj eeroielfältigen, oon weldjen jebt 
in ibrem eigentbümltcfyen ©lanje flimmert, unb bureb ben (Sontraft 
ifyrer entgegengefefcten hinten ibren gegenfeitigen 2Bertb erbeben, 
obne baß fte je aufboren, burdt faft niebt ju erfaffenbe Uebergange 
bic ooltfommenjte Harmonie unter ftd} beizubehalten. £aber ifk 
e$ unumgänglich notbfg, baß man bie Littel aufjufueben fftebe, 
mittelft welker man |)lmme( unb 95>olfen leicht unb taufebenb bat« 
jufretten oermag. SWan fudje namentlich Siebter unb Debatten genau 
ju ftubiren unb biefe mittelft mebr ober weniger feiner unb ge= 
brangter Schrafftrungen barjuftellen. £urd) Uebung allein wirb 
man im Staube fein, ben SCBolfen 8eid)tigfeit unb <Durd)ficbttgfeit — 
biefe #aupterforberniffe, &u geben. $abet muß man ftufenwrife 
oom Einfachen jum SDerwicfelten, oom 3ufainmenhange Oberlängen 
ju ben ©Reinheiten in faft unmerflicben 9lbftufungen ubergeben. 

£ann man ein 2M einzelne %tyiU einer ßanbf^aft leicht 
unb richtig jeidmen, fo fange man an, gau&e 2lnftd)ten, ganje 
©tücfe oon großer &u$bebnung aufzunehmen unb $ier beftct)t nun 
ba«5 erfte ©tubtum in ber Sluäwabl ber ©egenben ober Sagen. 

Riebet fommt e$ oorjüglich barauf an, ben richtigen *ßunft 
ju treffen, oon welkem eine ßanbfchaft aufgenommen weroen muß ; 
auf SÖergfpifcen ift er feiten ju ftnben, weil bier ©egenpartte unb 
fDorbergrunb fehlen. £at man eine jum 5lufncfjmen angemeffene 
l*anbfä^aft auSgemtttelt, fo fuä> man ben C>rt, wo biefe Slnficbt 
bie beftc SBirfung fyeroortringt. 3flan fteige auf unb ab, bewege 
fid) recht« unb linf« unb ftubire bie Variationen, welche ftdj au« 
btefen ^Bewegungen ergeben, oermeibc aber in ber 3cidmung ftarf 
toftrte, fehr furje ober abgebrochene Linien; man unterfu^e au<h 
bie SBirfung be« Sichte« unb oermeibe unangenebme Schatten, welche 
bem allgemeinen Gff ecte fa^aben fönnen. 

3uerft wähle man eine rubige unb frieblid)e SRatur unb ein* 
fache, genau begranjte 5lnfiä^ten, bereu frafttg auögebrücfte Waffen 
bureb beutlidje unb wenig oerwicfelte Linien auf freie unb beftimmte 
2lrt ftd) äußern. SDabei beachte man, baß ba* $u genaue £>etailliren 
ber entfernten ©egenftanbe ganj gegen bie Statur tft; auch büte 
man ftch , feine 3ei<hnung unnüfcerweife $u überlaben , weil biefer 
gebler bem Effect außerorbentltch febabet, nur ba« muß man auf* 
uebmen unb barftellen, wa6 man fiebt, unb burd> längere Uebung 
wiro man gut fe^en lernen. 



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— 147 — 

59enn man bie barjufteüenbc GJcgenb ausgewählt hat, fo mufl 
man bie Ausbebnung berfelben beftimmen unb auf bem Rapier eine 
CHnfaffung jeid^nen, bic im Söerhaftntjj mit ben ©ranjen fteht, 
innerhalb wcld)cr man ftd) bie ju jetchnenbe ßanbfdjaft emgefdjtojfen 
benft. hierauf jicfyt man eine horizontale £inie unb eine fenfreebte 
tinic, welche ben $auptpunft be$ ©anjen bejeidmen foti. 3)a$ 
(stubium ber ^erfpeettoe wirb bem 3etdjner bei ber 33efHmmung 
fcer Entfernungen unb bei bem 3eidmen ber{enigen ßinten leiten, 
welche jum ©tütypunftc bienen unb fo ju fagen baö ©cbälfe bet 
gtofjen SKajfe bilben follen. 

2$ie bei ber 3eid)nung oon 3ieratben unb bem menfdjltdjcn 
Server, fo mufj aud) bei ber fianbfcbaft$&eichmmg ber Anfang bamit 
gemalt werben, bafjman ben 3ufammenfjang be$ ®anjen in breiten 
3ügen entwirft, wobei man ftch nur mit ben großen Staffen ju 
befdjafttgen bat, beren gegenfeittge« $crhaltnijj unb AuSbehmmgen 
man gehörig ju befttmmen fuchen mujj. AlSbann geht man auf 
bie Einjclnbeiten über, fud)e übrigen« fytx eine Uebertabung ber 
3etdmung mit überflüfftgen ßreibeftriehen ju »ermeiben. — dbenfo 
permeibc man forgfältig unangenehme Dppofitionen unb bizarre 
2(bf^nitte ; welche bem allgemeinen Effecte fet)r fc^aben würben. 
2llle 3üge muffen jur £>croorbringung beö Effects beitragen, wobei 
man auch Aufopferung oon Einjclnbeiten nicht freuen barf. 3e 
mehr fich bie ©egenftanbc oon ber Erb* ober ©runbltnie entfernen, 
bcflo unbeftimmter erfdjeinen bie gormen berfelben, unb befto fc^wäcber 
auSgcbrücft jeigen ftch bie3üge, welche bie Umriffe berfelben bilden. 

3fl ber «^intergrunb burd) einen feinen unb reinen 3wg *>ol* 
lenbet, fo wirb auf gleiche SGBeife auch ber Sßorbergrunb aufgeführt, 
auf welkem bie ©egenftanbe aber melir bctaiUirt werben unb mehr 
gcjtigfcit unb Alraft erhalten. 

$)er (Entwurf ber ßanbfdjaft wirb baburd) oollenbet, walirenb 
bie oollftanbige Ausführung berfelben nun beim Gimmel beginnt, 
liefen mufj man r)au^tfäd)lict) gegen ben #ori$ont bin licht jet^nen, 
wobei man immer im Äuge behalten mufj, mittclft ber SBtrfung 
ber ©chatten bie oerfdn'ebenen ölächen, welche bie Söolfcn einnehmen, 
fowie bic SDurchpchtigfeit , welche ftc aufeinanber h&&en, ju geben. 
£>er #tntergrunb enthält in ber Siegel eine fräftiger auSgebrücfte 
Sarbe, als ber Gimmel am ^orijont 

2>ie £arftcttung bcS 2öaffcrS erforbert überbie§ noch ein be= 
fonbercS ©tubium. Um ben Effect einer 2Öafferfl5che heroorjubringen, 
bebient man ftd) in ber Siegel gebrangter unb oollenbeter ßtnien. 
SDa aber biefer Effect mit bem 3n|tanbe bcS £>tmmel$ unb ber Ztmpt- 
i atur wechfelt, fo fann man über biefen S$eM ber ßanbfchaft unmöglich 
fefte Regeln aufhellen. 3Äan mujj fid) hier lebiglich auf baS beobachten 
befchränfen unb fcieleS betrauten unb nahmen, was man beobachtet 



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148 



53ct ber 3eid)nung t>on ©ebäuben unb anbcrn ©aulidjfetten, 
weldje in bcr tfanbfdjaft oorfommen fönnen, muß man audj rto<$ 
bic $u unfcebe utenben Einjetnbeüen oermctben, ftd} nur an bte im* 
Vofantercn Staffen halten, bie föön cntwidcltcn SHnien au$wablen, 
weld)c bte Sirfung ber 3«<hnung erhohen unb fid) ffrengc jener 
gezwungenen faMecbt angepaßten Linien enthalten, in welken weber 
Styl nod) gcblerloftgfeit liegt , unb bie wegen tbrer bijarren 
fd)nitte einen wibrigen Slbforung gegen bie ©leganj unb <B<r)bnhcit 
ber &mbfd)aft bilben. 

Söeftehc bic üianbfdjaft, welche bargeftellt werben foll, au* 
aneinander gerüeften ©egenftanben, wie fte in ber ÜBirttidjfeit oor* 
fommen, ober enthalten fie bae" S3ilb ber Erinnerung, — immer 
muß man bkfelbcn mit fötaler ©efdjtcflidjteit unb fo natürltd» 
jufamtnenfügen, baß bie 9lrbeü beS &ünftler$ gar nid)t wahrzunehmen 
ift unb bcr 3ufd)auer eine Sftaturfccne oor ficfy ju ^aben glaubt. 

Unter länblid)em Stöl oerftebt man bie Lanier, na$ 
wrldjer man 91aturanfi(^ten mit ber größten ©cnauigfeit barftellt, 
ober baä getreue SBilb be$ 8anbe$ in allen feinen (Sinjelnheiten 
wiebergibt, or)ne irgenb einen 3ug fehlen ju lajfcn ober einen bei« 
zufügen. 3ur Studfübrung aller S3eobad)tungen ift große ©efd)t<f* 
lidtfeit nötlng, fowie ein fixeres Augenmaß unb eine fixere 4>anb. 
$icß Slllea ift fo feiten im Vereine beieinanber, baß gute ßanb* 
fdjaftfyeidmer &u ben Seltenheiten gehören. — ©in 3*oefg baoon ift 

ber btfortfebe 3etcfmmtg$ftyl , 

na<h welkem man in ben fd)6nften ©egenben foldje gtguren einfubrt, 
bic ben 3ufd)auer lebhaft intcrefftren , feine S^cilnaljme erweden 
unb feine <5tnbi(bung«lraft rege madjen. Riebet ift let^t einjufe^en, 
baß ber ^iftorifa^e <Stt;t weit fdwieriger ift, als ber gewöhnliche 
&inbfd>aft$ftttl unb an bie ©eftd)tenmalerci grenzt; er muß (ich 
aufyctdmen burd) (Srftnbungflgetfr, erhabene ©cbanfen, ©efd)ma<f 
bei ber Ausführung unb Erhabenheit ber hanbelnben giguren. 

i 

Hebet feett (Seine, in tu riebe m bie einzelnen Sfteile 
in bet SianbfäafHmaievei $ti haften ftnb. 

2)er Olafen bietet läufig oerfchtebene Slrten oon ©rtin, weil 
er au$ oerfdjiebenen ©attungen oon^flanjen befielt unb biefemebr 
ober weniger frtfd) unb im 2Öad)äthum oorgerüdt, ober naher ober 
entfernter oon bem 3«tpunfte be$ Söerwelfend erfa^einen tonnen. 
2>cr 3«(^ner lann alfo mehrere garbcnaiten auf einem unb bem- 
felben gelbe oereinigen, ancinanber reiben, »ertheilen unb oermengen; 
cieß ^ben au<h bie berühmteren ßanbfdjaftSmaler nicht oerfaumt 



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- 149 - 

£)te gelfen fmb in ihrer ©eftalt, ihrer $arte, t^ter Sage 
unb ihrer garbe fehr oerfdjiebenartig, unb bieten fomtt bem beobadj* 
tenben .ftünftler taufenb flSerfdhfebenheiten bar, bie man ftd) wobl 
merfen muß unb bie man alle fammt ihren Qrigcnthümtichfeiten 
hiebet geben muß. 

^Dic Serraine, JBobenf lachen unb (Sr bftridje trafen 
mehr ald alle übrigen ©cgenftänbe jur Abftufung .unb jur 93ilbung 
be$ 4>tntergrunbe$ einer ßanbfa^aft öerm&ge ihrer ©eftaltcn, ibreö 
£>ellbunfcl$, ihrer eigentümlichen garbe, bei. 

£>ie ©ebäube, welche eine ßanbfa>ft fchmücfen, fönnen von 
regelmäßiger, altertbümlidjer ober neuerer ©auart, entweber neu ober 
^erfrort fein. — ©r abmale, Raulen mit 3nfd)riftcn u, bgt., 
welche ju ben öornebmen ©ebäuben unb Ruinen geboren, finb fo 
anzubringen, baß fte bie Aufmerffamfeit be$ ©cfchauerS fog(cid) auf 
fid) jteben. — Unter l&n bitten ©eba üben oerfteht man 
Kütten, <strohbütten, SBohnungen ber ßanbleute, Scheunen u. f. w. 
unb futb im Allgemeinen nieber, bloS ein ^todwerf ho<h, aud {>ot§ 
ober gewöhnlichen 33adftcinen unb ohne Beobachtung ber Regeln 
ber Skufunfr, fowie obne S^ratben gebaut, ober wohl aud) nur 
mit (Srbe überworfen unb mit Stroh ober fRafen bebedt. $>iefe 
lanblia^en Sofmungen fmb immer fehr fparlid) erleuchtet, fehr bunfel, 
wahrenb bie dauern auf ber Außenfelte eine ^elle, gelbe, weiße 
ober graue garbe traben. £Dcan fann biefen ©ebäuben natürlich 
Weitem, ftütet, Marren, pflüge unb anbere ©erathfd)aften, welche 
gewöhnlich außen fielen bleiben, beigeben. SDtcfc Kütten tyaben im 
Allgemeinen ein befro malerifcheä Qludfehen, je alter i^r (Sbaracter 
ijt, jeboch barf man Herbei bie Abftufungen nicht übertreiben. 

2Bie in ber Dcatur eine wafferreichc ©egenb einen angenehmem 
Änblfd gewabrt al$ eine trodenc 2anbfd)aft, ebenfo oerbalt c$ fid> 
and) bei ber Gompofition ber ßanbfdjaftcn. £te ©ewaffer gewähren 
benfelben eine gang befonbere 5lnmutb. hierbei müffen aber bie 
ÜJcalcr fötaler ßanbfchaftcn mit ben Regeln bed SBicbcrfc^ctnö genau 
befannt fein, welker bei rubigem, betlem unb bewegtem, trübem 
©ewaffer febr oerfchieben ift. 

&er 3*id)cnfünfUer fann bie ©egenftanbe, welche ftd) auf ber 
erfreu ßinie bed Stücfd bepnben, nid)t genug ftubiren. Sief« jichen 
bie ©liefe be$ iöefdjauerd auf fid), fragen ben erften ßbaracter ber 
©abr^eit ein unb tragen ötel baju bei, ben übrigen Etüden 2$ahr= 
Bett ju geben. £ie ©ewadjfe, mit welchen man ben «Dorbergrunb 
ber 3ufammenftellung auäfdnnüdt, müffen gut au*gewablt werben 
unb burch SReichhaltigfeit ber gormen ftd) audjeidmen. <£$ gewahrt 
großen ©ortheil, wenn man biefelben naaj ber «Jiatur fhibirt. 



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Heber b<t$ ©optrett- 

|>iegu !ann man ftd), um bcn Sttafjjtab beizubehalten , ber 
3irf eld bebienen , inbem man juerft bic grojjen ßintcn jtcbt unb 
al«bann attc SDctatl* mtttelft £urd)fd)nittspunftcn unb Uebertraguna 
alter einzelnen ©rffjen barftcllt. — 3um Gopiren mit #ülfe 
oon Söicrccfen'geidmet man bic ju copirenbe 3«d)nung oben, 
unten unb neben in fo oiet gleiche 3$cUc, als man für nottug 
erachtet. $)tefe £r)eilc müjfen nad) 2fta$gabe bcr größeren ober 
flcinercn Duantitat ber SDetailä ber ju copirenben 3ctd)nung befttmmt 
werben; fobann gier)e man horizontale unb fenf rechte Ötnien nad) 
biefen (S intljet lu ngen , unb fo err)alt man eine geroiffc 5tnjabl 
93ierecfe$ hierauf nummerirt man ben Plan oben unb auf einer 
ber betben leiten mit gleichen 3atjtcn, überträgt biefclben 3^ten 
auf ba$ 3cidmung$papier unb bilbet bafelbft gleite SOierccf e. hieraus 
ergibt ftd), bajj jebeö 23ierccf zwei oerfdjicbcnc Hummern ^at, nad) 
weldjen cä erfannt wirb, nämlid) bie obere unb bie <Seiten$at)(. — 
©itt man nun eine genaue ßopie fertigen, fo befreit bie Operation 
barin, baj? man in bie Sßierecfc be$ PapterbogenS bie SDctaitd über* 
tragt, welche man in jebem ,einje(nen Jöierecf ber ju copirenben 
3«d)nung wahrnimmt, eine Operation, bie burd)au$ nid)t$ ©d)wic- 
rigeö an ftd) bat. 3e f leiner bie Sßicrecfe ftnb, beflo genauer fättt 
natürlich bic Arbeit aus. — 3ft baö Original ju foftbar, afö baj? 
man fold)c Linien barüber gießen tonnte, rann man (tatt biefer 
Linien feibene gaben nehmen, weld)e forgfatttg auSgebelmt unb 
mittcljt fleiner (Stifte auf einem 3Ral)mcn befeftigt werben. 2lud) 
fann man bieSöierecfe aufpflanzen* ober Pauspapier machen unb 
lefctcrcS auf bcn gu copirenben Plan legen. 

Wlit «bütfc biefer SKcrecfc laffen ftd) nicht nur 3«<hnungen 
unter Beibehaltung beffelben TOa^ftabcd genau coptren, fonbem man 
fann ebenfo aud) nad) Belieben ©opten in oerflcinertem ober »er* 
gröperrem flftagftabe fertigen, in wcldjem galle ^inficbttic^ beö 3ttafc 
jtabcS im Berbältnijj &»ifdjeii bcn Bierecfcn bcr 3?uf)nung unb bcn= 
jenigen ber (Sopte fcftgcfefct werben mujj. 

lieber baS £)urd)paufen einer 3«chnung bttreh Pauspapier 
unb baS Uebertragen berfelben auf gewöhnliche« 3etdmungSpapier 
ober auf eine Holzplatte ^aben wir uns fd)on oben auSgelaffcn, 
baf;cr tonnen wir hier baoon förocigen. 

fftntfjc ptattifäe A5ulf ömtttcl be$ 3et*ttet*- 

Um gwei ober mehrere papierbogen ju oereinigen , müjfen 
fle guerft genau oiercefig befa^nitten werben, hierauf nimmt* man 
benjenigen oon beiben Bogen, weldjer überfcblagSweife auf ben 
«nbern geleimt werben foü. 9(uf ben Bogen, welcher obenbin ju 

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— 151 — 

flehen fommt, legt man fobann ba« ßtneat 3 ß inten bom Stanbc, 
weläer auf ben anbern Sogen geleimt wirb , entfernt unb fdjneibet 
# bie SDufe be« Sßapier« mit einem gebermejfer fyalb bureb, fo' bag 
bet burdjgefdmttteMe SfjcU am Dianbe eine &rt garnier bilbet, 
b. bag jlä berfelbe leid)t biegen lagt. 9hm ^a(t man ben Sogen 
mit ber linfen £anb an ber fenfre<bten (Seite linf«, ergreift mit 
bem ^Daumen unb bem 3ci0eftngcr ber regten £anb ben (leinen 
SRanb, oon welebem foeben, al« oon einer 2lrt garnier bie Diebe 
war, unb reigt in Der (Richtung einer SDiagonallinie oon oben na<b 
unten, oon ber ßinfen ^ur 5Red>ten be« $apterbogen« , oon einem 
(5nbe jum anbem bie burdjgefdjnittcnc $albe SDicfe be« ^apterbogen* 
ab. £at man ju olel eingefönttten , b. %. ift ba« gebermeffer ui 
tief in ba« Rapier eingedrungen, fo wirb ber Dtanb be« Sogen« 
biefer al« notywenbig. 3n biefem Salle wirb ber Otanb mit föabir- 
gummi abgerieben, liefen oerbünnten $$etl leimt man mit SHunb* 
leim auf ben SRanb be« Sogen«, beamtet aber Riebet ben Umftanb, 
ba§ ber obere Sogen unter tyn ju |tc$en fomme, bamit er feinen 
©Ratten werfe. 



2Biu* man ba« Rapier auf bem 3ei*nung«tif4 ober 3ei4nung«* 
brett befeftigen, fo muß man bajfelbe auf ber föücffeitc mit einem 
Sdjroamm beuchen, unb wenn ba« Rapier glei<&magig oon bet 
Seuebttgf eit bur^brungen ift, fetyrt man ben Sogen um, legt Ü)n 
mit ber benefcten ©eite (lad) auf ben Zifä, naebbem man juoor 
einen fleinern Sogen frifebe« Rapier barunter gefe$oben $at. 9lun 
werben bie RSnbct be« Rapier« mit SWunbleim befinden, unb auf 
allen Seiten fefigeleimt, worauf man ba« ©anje forgfaltig troefneu 
lagt. SRacb ooUenbetem ©ebrau* lagt fic$ biefe« Rapier feljr leicht 
wteber ablöfen, inbem man 2 — 3 ßimen oon bem Oianbe entfernt 
ben Umfang be« Rapier« burdtfdjneibet. 
« 

Hebet ba$ 3etcfmett mit bem Stift« 

$at man einmal ben «Wagftab, in welebem eine 3eie$nung 
gemadjt werben fbfl, beftimmt, ebenfo ba« »erfahren, welebe« man 
bei ber Arbeit befolgen will, fo beginne man bie 3eiebnung mit bem 
Stifte, bie man mit ber grcgtmögliebfien ©enaulgfeit unb mogltebit 
fein au«jufübren $at. ©enn ber SWagftab fleln ift, fo lagt fieb 
nur eine oon ben beiben (Seiten ber 2öege unb flehten ©ewaffer 
angeben; $iebei ift aueb überflüfftg, bie ©e$3lje, (Sinfriebigungen 
ober ©efcege , ifolirt fte^enbe Saume k. mit allen ^Detail« u)rer 
Umriffe mit bem 6tifte ju jeiebnen; e« genfigt, fotye ©egenfianbe 
burd) Linien ober einfache fünfte ausbeuten. 



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Der ju biefer 93orar6ett bienenbe ©Hft barf nidjt ju weid) 
fein, inbem man in biefem Stalle fcbwerlieb eine feine 3trbeit tiefem 
würbe; überbieß ift ein welcher ©tlft nid>t ff Iren baufrbaft genug ; er 
würbe orrwiffbt werben unb bie'3f"bnwng oer unreinigen. (Sbenfowemg 
barf man aber aud) einen ju garten ©tift nebmen, weil biefer ba6 
Rapier burebfdmeiben würbe unb im erforberlte&en gall niebt me^r 
au$gflbfd)t werben fönnte. 

3un&d)ft bürfen bie SSerge blo$ burdj SWaffot ober tyorijontalc 
3üge, welche bie 6teüe unb bie b*™<*fte$enbften gormen berfelben 
beftlmmen, angebeutet werben, gleieboiel, ob fte bureb ©djrafftrungen 
mit bem ©tlfte, ber geber ober bem SPinfel autfgebrücft werben 
follen, ober ob ber 3eid>nung*fanftler bie Hbftty bat, biefelbe allein 
bur* ba« fcufeben $u geben. 

lieber bie fHtt§füf>rttttg einet 3eicf>mmg. 

ÜÄan tarnt eine 3ei*nung entweber mit bem ©leifiift, ober 
mit ber geber, ober mit Sufcb, ober mit oerfebtebenen garben au$« 
führen; bei bem Sufeben, ba* Übrigend nur geringen 2Bert$ für 
ben £»lograp$en $at, weßbalb wir aud) niebt fpeciell barauf ein« 
ge^en, muß man außerft fein unb letebt jeiebnen, weil bie ©triebe 
notytoenbig burd) ba$ $ufd)en oerfebwinben muffen, inbem fonft bie 
3eid»nung immer einigermaßen troffen unb unannebmlid) erfreuten 
würbe. 

£at man alle Umriffe einer ju Stufdien beflimmten 3eid)nung 
üollenbet unb baS gewifdjt, wa6 nid)t auf berfelben erfdjemen foll, 
fo trage man auf bie ganje Dberflcube be$ Rapiere eine Sage oon 
mit 5llaun gefattijtem SSaffer auf, weldje man mit einem großen 
?Mnfel auöbebnt. 3Mefe3 Sttaunwajfer öei^tnbert für'ö erfte baä 
gließen beä Rapier«, wenn tiefe« in golge eine« gebier« oon #auö 
au« ober eine« Unfalls ber gall ift. gerner btent ee baju, bie 
Umriffe in ber 9lrt gu confolibiren, baß, wenn waljrenb be« Su« 
fd)en« irgenb eine garbe ju ftarf auffallen ober irgenb ein $beil 
ber 3eicbnung ben gewünfebten ©ffect niebt erreicht §aben fällte, 
man biefe £lnte ofyne ©efaljr au«lbfeben ober mit einem feuchten 
©cbwarnm milbern fann; e« bleiben al«bann bie ©triebe ber 
^eifbnung unoerfetyrt, fo baß bie urfprüngltcbe 3bee berfelben nie 
oerloren geljt. (Bin britter Q3ort§eil biefe« 93erfa$ren« befrebt barin, 
baß man ba« Rapier reinigen unb tym feine urfprünglidje 6e* 
f(t)afffn^ftt wieber geben fann. 3um ©eforgen biefer ooüftanbigen 
unb allgemeinen Reinigung muß man bei bem Ueberftretdjen mit 
9l(aunwafjer ba« Reißbrett ooer oen ^appbecfel, auf welken bie 
3ei<$nung aufgewogen ifl, fenfreebt aufhellen, ca« ^Baffer ablaufen 
unb bie 3eicbnung in biefer Sage troefnen Kiffen. 



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— 153 — - 

99ei bcn Sufdjarbeiten, welche Effect haben fallen, muffen bie 
erften Stinten breit, fühn, unb ot)ne baß ber ^tnfcl btefelbe ©teile 
6fterd berührt, aufgetragen werben. 9iur auf birfe 5lrt werben fte 
ihren ©tanj unb ihre $urcbficbtigfeit beibehalten. 2luf ben ©runb 
unb auf bie tiefere ©teilen muffen immer bunflere Stinten aufge- 
tragen werben , watjrenb bie Sutten ber ergaben ftebenben fünfte 
glanjenb unb erleuchtet erfebeinen muffen. $>ieß ift ba« befte Littel, 
einer 3«d»nung Ml nötige Erhabenheit ju geben. 

93erfcbmol$ene hinten err)5lt man, inbem man bie Sarbe mit 
einem $tnfel auftr5gt, welker lebigiieb SBaffer enthalt, am Enbe 
ber garbe leicht bin-- unb herfährt; inbeffen nehme man nicht &u 
oiel Sßaffer unb greife nicht ju weit in bie garbe ein, weit btefe 
fonft ftlecfen erhalten unb Wecbt oerfebmeljen würbe. 

<Dem 93oben muß man juerfr bie ir)m angemeffene Erhabenheit 
babureb &u geben fueben, baß man bie $?erge, bie jufalltgen ®e= 
" ftalten be* ©oben« unb bie Seifen mit Sufcb febattirt. ©ütb ©erge 
in ©ct)rafftrungen mit bem ©tift ober mit ber gfeber gejeic&nct, fo 
bleibt nur noch übrig, baß man fte mittelft einer außerft leisten 
$mte heraushebt, welche bureb Söerbunflung ihrer nicht erleucbteten 
Spelle unb ©runbjlacben eine angemeffene erhabene £arftellung 
liefert — Stürben ^ingeßen bie ©erge nicht febrafftrt unb will 
man fte allein burch $ufa)en geben, fo muß man ftcb h if i u »er* 
fchmoljener Stinten bebienen, welche allmaltg aufeinanber aufgetragen 
werben, wobei bie febon oben angebeutete Slbficbt ju ©runbe liegt. 
Riebet fann man bie Schatten mehr ober weniger oerfiarfen, unter 
Beobachtung ber #6he ber ©ergfpifce, bem h%™ ober geringem 
®rabe oon »Äbfcbüfftgfeit ber Abhänge unb aller Krümmungen be« 
©oben«, welche mittelft Keiner führt unb lebhaft aufgeführter, über- 
malter ©teilen bargeftellt werben müffen. 

fBei gelfenmaffen, bie mit leichter £ufcbe gemalt ftnb, muß 
man bie ftcilen unb fdjrcff en 9tiffe, welche babei oorfommen, genau 
herau«h*ben; ebenfo ©cblucbten, Böhlen unb alle auf bie Erhabenheit 
bc6 ©oben« Einfluß auäübenben fünfte. Sluf alle niebrigen (Stellen 
wirb eine allgemeine Sage 5£ufdj aufgetragen, ©ergfpifcen unb alle 
fünfte, auf welche ßlchtjtrahlen fallen, müffen licht unb ßlanjenb fein. 

lieber bie Seberjetcfcmmöeit. 

geberjeichnungen ftnb für ben Biographen wichtiger al« $ufcb- 
jeiebnungen, ba fte c* ftnb, welche man auf ben $ol$ftteb anwenben 
fann. E* gehört Übrigend große Uebung unb eine fttyne OHanler 
baju, um im ©tanbe $u fein, reine unb ootlfommene geberjeiebr 
nungen ju liefern, namentlich wenn fte in größerem ÜÄaßftabe au«» 
geführt unb jum ^lanjetcbnen benfifct werben follen. 3Han muß 



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— 154 - 

babei Sltle« fo treu al« moglidi barjuftetlen fudien. 3n ber fRegct 
benäht man gewöljnlitbe gebern; jlnb biefelben oon guter Dualität, 
fo tonnen ftc fo fein, al« man e« nur wünfd)t, gefdmitten werben. 

93er {je werben mit ber geber fa^rafjtrt unbßitt)t unb Statten 
barem gelegt. 

gelfen. Sitte oon ben einzelnen gelfenrijfen unb Spifcen 
auf bie übrigen Steile fallenben Säatten brüeft man burdj mcfjv 
ober weniger gebrSngte unb ftarfc Sdjraffirungen au«, um bamit 
eine ©erfd)ieben$eit in bem £one $eroorgubringen. (Sbenfo müjfen 
aud) bie metjr ober weniger tiefen $ö$(ungen unb bie oerföieben« 
artigen Cppofitionen be« ßidjt«, welaV« allein biefen Steinmajfen 
bie angemejfene (Srbaben^eit öerleityt, fühlbar bargeftellt werben. 

©ebaute gelber. Die gurren ber bebauten gelber werben 
burd) gerabe au« länglichen fünften befret)enben- Simen gegeben; 
Riebet fuebe man jwar ju oermeiben , ba£ fie nid)t in gu grojjer 
fRegelmafigfeit, nod) in gu einförmiger getn^eit angebracht werben; 
ein Umftanb, weldjer eine feljr unangenehme &rotfent)ett oerurfaa^en 
würbe. Die bem ßi*te entgea.engefefcten £etten werben boppelt 
ftarf aufgetragen (bunfet gemalt), um bic Habenseiten lebe« 
einzelnen etürf« boppelt jtarf barjufleUen. 

©rad)f elber. (Sine gang feine $unftir- Arbeit, bejte^enb 
au« langten, fenfreebten fünften, fteltt bie Ärauter unb ©rafer 
oor, unb wirb in ungleichartigen, großem unb fleinern, met)r ober 
weniger gebrangten Waffen aufgetragen, gwtfdjen welken Saume 
unb ©eftrauebe \\\ fielen fommen. Die bie Kräuter unb ©rafer 
ootfiellenben fünfte müjfen etwa« ergaben gegeben werben unb 
erhalten eine etwa« langlid>e ©eftalt, um jie baburd) oon ben gut 
Darftetlung ber ©anbflacben beßimmten runben fünften ju unter faViben. • 

Reiben werben juerjt regelmäßig punftirt unb fobann an 
mehreren f (einen übeilcn ftarf er mit fünften überlaben, um biefe 
baburd) au« bem ©runbe ^eruorjubeben. — ©benfo be^anbelt man 
aud) bie liefen, weldjc jebod) etwa« ebener unb regelmäßiger 
punftirt werben müjfen 

Q3ei Steppen werben bie mit Kräutern unb ©rafern bc* 
wadjfenen e teilen nad) $lrt ber Söiefen gejeldwet, inbem man bie 
untern Steile oerjtarft, um tbnen bie angemejfenen Habenseiten 
ju geben. Die B anb flä d)en werben mit gang feinen unb na= 
mentlid) lang« ber Kräuter, weld)e tyren ^djatten auf ben Sanb 
werfen, fet)r gebrangten runben fünften punftirt. 

#at man 2B alber unb ©e$ölge nad) ben fdjon oben an« 
gegebenen ©runbfafcen in Waffen gejeidmet, fo wirb jebe SWajfe 
wieber einjeln bearbeitet, inbem man bie 99üfd)e in ber 2lrt betaillirt, 
baft baburd) bie befebatteten Xbetle fühlbar bargeftellt unb biejenigen 
%ty'\U, auf weldje la« üiidjt fällt, Serau«get)oben werben. Sin 



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- 155 - 

meftr ober weniger gebrongte* ßaubwerf mufj bab*r bie <5rt)aben$eit 
barftetlen. <Der ©nyib wirb mit einer ^ßunftirarbett , ar)u(i4 ber= 
jenigen, welker für bie SBiefen beftimmt tft, überwogen, unb bie 
barauf faflenben Statten werben burefc feine, gebrannte unb in 
berfelben 2lrt, wie bei bem getilgten ©ebol&e bie HJinfelftric^e an» 
georbneten <£4fcrafjmingen gegeben. 9Wit ber geber lajfen ficb eben 
fo leitet, wie* mit bem $mfel, bie me$r ober weniger bufdjigen 
®et)ö($e, Jungen £aue, ©eftrauebe unb ganj jungen ^flanjungen bar- 
ftetlen. — (Sinjeln ftet)enbe ©aume werben wie bie Söalber befjanbett, 
um fie ju febattiren, au« bem ©runbe tyeraufyuljeben unb ihnen 
eine angemeffene erhabene 2)arfteüung ju geben. SDie (Schatten, 
welche biefe einzeln (tc^enbe $aume werfen, unb bie i$re ©eftalt 
nachahmen müffen, werben im Keinen, ganj feinen unb gebrangten 
SaiHen febrafftrt. 

Um eine3fi^««ng ganj ooUenben, mug Tie mit einer (Sin« 
foffung oerfeben werben, welche gewöhnlich rfngS um bie 3ei4nung 
angebracht wirb, unb welche mit bem TOagflab berfelben im 93er- 
baltnifj fteben mujj. 2öirb fie fcbwerfaUig gezeichnet, fo febabet f!c 
bem allgemeinen Effecte ber 3eicbnung eben fo fcr>r , wie wenn fie 
$u mager auffallt; ber ©efehmaef beö 3eiaVier« mujj entfebeiben. 



£>ie£ finb bie bauytfacblicbften Slnbeutungen für 3cict»ner; mögen 
jic oon 'iXcgrapbrn nicht unbeachtet gelaffen werben unb baju 
beitragen, baj? fie ftef> in biefer febönen unb fajweren Äunft, bie für 
fie unentbehrlich ift, immer mehr oeroollfommnen mochten. 



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I 



3 n M It. 



fforrebg III 

©efcfricfrteber ftoUfcfrnei » 



keltere (ftefrfrtcftte 



1 



fleiteße ©efcfrt&ie ber £oIv 



2 



9t euere ©efebtefrre ber ftofr« 
frbnetbefunft . ~. . . . 7 



3fyfograpfrfe unb £ppograpfrte 
CSBucfrbrutferfunft) 



11 



Cerftymte alte Sfteifrer in ber 
£ol3f{frneibefunft unb ifrre 

SBerfe 13 

gfpfrabettfcfreä unb efrronolo» 
gtfefreg U?ersetcfrnt§ älterer 
göyBgfjber nebft Angabe 
tfrreir Signaturen I 21 

Die ftotyfcfrnetbefunft . 31 



^taenfebaften etneg fluten jjÖ§ « 
[rbni 



32 



, utteä 

ftür lvetcfreJUafTen ber ©efett -- 
fc^aft u fünvelcfreStfrrtften 
ift ber ftoWcfrntrt befonberä 
geeignet V . ' . . . . . 34 

SBort&etle beg£oI$fcfrnttteg bor 
ber SHtfrograpfrte ... 35 

SSergleitfrung betf £ofyfitcfr$ mit 
bem Äupfer* u b. ©tafrlfticfre 37 

Die \Wti berfebiebenen Urteil 

39 



beä £oUfrf)ntttä 



Anleitung jur %nfertt » 
u n g P o n g o I \ f a) n tt t e n 40 



eber böj uim ftol^fdmitt " 
tauglüfre ftolfl unb" Ober 
bellen ^ltncbtung ^u platten 40 
Ueber baä 2Iufoeicfrnen ber in~ 

ftof^ jü fcfrneibenben fftlber 41 
lieber tote sunt £oUftfrneiben 

nötigen gßerfaeuge . . 43 
Dag (Einfpannen beg f?oI$eg 

m Sftabmen ..... 46 
Weitere ftanbroerfgaeuge beg 
ftolffiftneiberg. — SRatft für 
fnrafafritge frolsfcfrnetber . 47 



Anleitung, |ttw 
f efrneib en 



43 



hinten, irelrfre ftcfr freuen. — 
jjünfgtte Einten . ... 50 



Dag@cfrneiben etne^ jEBinfefg. 

— Doppeltsten su fdweitoen 
Duerltnten ofrne 2lnfcfrtug . 
©efrnuerigfeiten bei ttcfr heu= 



51 
52 



Hfl 

unbcnl'tnten.— ffrenUtmen 53 
Die iülf3$rünfl bon 3trfel* 
unb (Spirallinien. — äreuj* 
fefrraffirungen. — Dreifache 
(geftraf fürungen . ♦ . 54 
@cfrnetben gans fetner @cbat= 

tirungen. — Dag yunfttren 56 
Anleitung \\mi <5a;netben gan* 

j^er fliguren . . . . 57 

Doppelte gfhfafjung, — ^rtt » 
fung etneg fertigen £oty » 
[jgjjgjg . V . . 59 
%erbefferung auggebroefrener ' 
©teilen. — Dag 'flugfrfmet * 
benbeg (Srunbeg einer platte 59 
Dag (Sinfefcen bon £>ohfrücf= 

eben in tote platten . .61 
Stellung toer £anbe beim 2lug= 
freben beg ©runbeg ber $ol\* 
ftfrnitie unb beim (Ebnen . 62 
£ o 1 3 f (fr n itttinpell b u n f et 63 
"IST 



flunftleru. flunftfreunbe feben ^ 
fet bem ftolsfcfrmtte ffeatfr « 
tung . . . . * . . 65 
Anleitung y 21 n f e r 1 1 g u n g ~ 
y o n j o I \ (t j efr e n i o t ' e r H 
lograpbten QQoUnxa* 
ttflren) . . ♦ • > . ~ 66 
3uritfrtung b. ^o^pratten ober 

fioUblocfcfren f. b ^öTyFfT^ 66 
Dag Uebertragen b. 3etcfrnung 

auf göfi . . . -JT* 69 
^ülfgmerf^euge jitm Ueber= ~ 
tragen uiib (ioptren bön 



3eta;nui:gen 



70 



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— 157 — 



Apparat jum (Sopiren mit 
SSergrofjern ober $e rfletnern 7 1 

Die galquirfpifee sunt Durcfr- 
leidmen. — SBerfyeugc beg 
•jfylograpfren . . . . • 72 
Das ©dürfen ober ©gleiten 

ber ©ticfcel 78 

Ueber ben ginfauf unb bte 
©fite ber ©riebet. — Sltelter 
unb 3trbeitätifcfre Eon 3£p» 
lograpfren . . . . . . 79 



Ml 

SBerfafrrnngäroeife beim £>oI&= 

grabtren _. . ♦ . . . 81 
Weitere flunflgriffe beim ®ra* 

btren ..«..«. 83 
8e&onbtunab. freflern ©teflen. 
%erbetTerung fehlerhafter 

Stellen . . Y .Y~~T 85 
Prüfung f tnylnnr ©teilen be* 
. fcolsteftg. — 3ufammenge* 

fefrte poljfifcmtte . . . 86 
(Songreoebritcf ober jufammen- 

gefefcter Drucf .... 87 
Spiograpfrtfcfrer garbenbrudf . 89 
Daä CSoloriren ber£oI$fcbnitte 90 
gerbielfoltigungb olj« * 
f c^> n 1 1 1 e unb ftoIafHcfre 91 
(galoanoplaftif . . . . . 91 
guftapercba--mtri\e . . . 92 
Der Apparat ftum Oalpanffl« 

ren, ©tereoipptren qber%b * 

flatfdjen Eon ftolsftfrnttten 97 
lieber bog ffirottiren in 
Zittau notfr frotufHcfr- 

Lanier 98 

fterftellunfl »on SRelief* 
fttften mit te lf> 21f ftf tt~. 99 



Btnf ~I)ag3mn. - ©tftrtffr 
gief erzeug. — Ettfrograpfrtr* 
ftein 100 



Tupfer 



102 



im 



ftilcten unb ©iempel frtr $>u& 
binbereien ©alttanopla * 

BT 1Q5 

jjojgyrj (Etypfregrapfric, ober 
aroaneplaftiftfre ^Hatten 
gf ber frotalcbmtte . . 106 



f 



Die %>?obelftc ajerei in 
tjrem ganzen Umfange 107 
Verrönne ...... TTO 



Slufja&Iung netterer 
f>fi Ifömittcl für ben 

ftoUgrafreur .... 118 
■Drucf* u. 3ei(frnuna£papier. 

— Durfrftcfrrigfg Rapier . 1 18 
Anfertigung beS >pauipapter$ 

jum Durd)$ete$nen. — SBe- 
reitung ber galquirpaptere. 

— Delpapier. ~- (Ein Qo* 
ftterpapter 119 

dfrfneftfcfrf 8ue$btu(fetrri21 

^etbonifebe* gfctfatren . . 121 
fießen beä Drütte unb euro « 
paifefre SBerbefTerunggoer » 
futfre . ... . .~. 125 



131 



31 tt | a tt q. 

SSoIIftanbta e Anleitung 
jjum 3 eignen . . . V 132 



Da^3«dJ"^n öon geraben unb 
fmmmen hinten . . . .132 

Dad fyiQnen menfo>tta>er 
Körper . . . . . . 134 

Ueber bte pnWic^rett fm 

3eicftnen . . " . . . 136 
Da3 ©ft'wren ober (gnttterfen 1 37 



Ueber ben ©Ratten 



T3S 



Die berfefrjebenen 3eitfr- 
nung g»2flanieren . . 139 

Allgemeine gemerfungen . 139 
lieber bie jjjjj 3eicfrnen nö-~ 
t^igen Rapiere. — Ueber 
frag 3eicbnen mit ©ttften 140 



Ueber ^eber\et(bnungen. — 

Die Sufcfrieidmungen . . 141 
Ueber t'anbfcbaftfoeicbnunaen 143 
Der friftorifefte jeicjmunggftpl. 
— Ueber ben Qknre, in 
welkem bte einzelnen X^eile 
in ber ¥anbfä>aftgmalerei 
^u galten ftnb . . . . 148 

Ueber bflj (Sopiren. — Ginige 
praftifebe ^ülf<?mtttcl beg 
3eicbncrg . . . . . .150 

Ueber ba3 3etctncn mit bem 

®tift 151 

Ueber bte flugfufrrunfl einer 

3ftct)nung . . ". . .152 
Ueber bie geber^eic^nungen . 153 



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3n alten fludjljonlilungen mtrir iBrfieUung auf folgende 

UDerke angenommen: 

21bbilfc>una,cn unb 93efc|>ret bunten aller beutfcrjrn unb 

ber oornebmften fremben SRittcrorben. Gearbeitet naa; autbentifa)en 
Duellen 2Hit fielen illumintrten Ebbtlbungen. 2 SRt^Ir. 15 gr. 

ober 3 (I. 45 fr. 

3fnffrf)t fceä 3Künjirrtf>uriti* in Witt, Urfe et ift unb 

wie er bätte gebaut »erben f ollen. 5 gr. ober 15 fr. 

2>oUftmtbt<)e 2liitoetfun<i von fcltener £rf)i>ubeti unb 

©röpe SMumen, al$: Slmarollig, Slfter, Surifeln, Stjaleen, 33alfaminen, 
t 'actus. Calla, (Tamellien, ©eorgien, ©eranien, ©olblatf, £ortenfien, 
$oactnu)en, Seofooen, Gilten, helfen, ^äonien, $en)nelfen, ^rtmcln, 
äfefeben, SRitterfporn, Hhododendra, 9tofen unb Sülsen jc. tje<W auf 
bie leid)teffe 8rt in freiem ganbe, toie in doofen ju irjie^en, ffe langt 
au ersten unb tyetW barau* ooraüglia) guten ©amen au fammeln. 
7 £efte, jebe* tieft 16 gr. ober 4t? !r. 

Huberten, f?., bie ^titoetters, ©olb* unb ®ilberarbeiter» 
fünft in allen tyren 5?errta)tungen ; nebft oielen nü&lid)en unb n>iä)ttgen 
©ebeimniffen jc. (Sin f>anb = unb £ülf$buü) für ©olb-, (Silber - unb 
Metallarbeiter, gabrifanten, 3mveliere. 3mei Steile mit Äuof. 8. geb. 

1 «Rt&Ir. 24 gr. ober 2 ff. 42 fr. 

ataur'ö, <2 V twllft. etianßel. (Vcbctbud) für Sie fcäuelidie 
5lnbad>t. 2 ^ette. Neunte oerbefferfe Auflage, mit bem, oon 
gleifcbmann fefcr fö)on in ©tabl gefrorenen, Portrait be* nun t>er- 
engten Serfaffer* unb anberm ©toblfria). gr. 8. 1 SRt^Ir. ob. 1 ff. 30 fr. 

SBajot, SR., ba* golbene ©ef#id)t8bü*lein für Keine 
hinter. 27? it illumfn. Äubfern, gebunben. 28 gr. ober 1 ff- 24 fr. 

SeUioC, Dr 3. 9lat(>geber für M raufe ofcer 
ftanbtge Rettung aller a)ronifö)en Äranfbeüen, aW: ©crofeln, %lc$ttn, 
ärafce, 9ceroenfranf r>eiten , 2lu$ae$rung, 3ßafferfutt)t, ©ia)t, 9tyeuma- 
ti$mu$, £ämorrboiben jc. 9caa) ber 1 1 . 2lufl oerbeff 25 gr. ob. 1 ff. 15 fr. 

SQeüiol, Dr. 3« X- , ber $tr|t für Unterft'ibefranfc 
ober Anleitung anr (tönern Teilung aller Unterleiböfranfbeiten 9cebf* 
einem Slnfcang über bie Sntftepung unb Sebanblung ber $rüa)e unb 
©ebrautfc ber S5riyj)bänber. Sflit 2lbbtlb. 24 gr. ob. 1 ff. 12 fr. 

$>er &eratber unb £*>(metfd>er für alle Sluäumnberer 
naa) Slmerifa ober Sluftralien, ober englifaje ©praa)lebre unb ©amm» 
lung beutfaVenglif#er ©cfpraa)e. (Sin $>ülf$bua) für 2We bic au«» 
rcanbern ober mÖglid)fr balb englifo) lernen trollen geb. 19 gr. ob. 56 fr. 

Blumenfrau 5 , geuninben für bie $reunbfc|)aft unb 
tiebe, ober Stuffd^e aum ^nbenfen in <5tammbüa)er. SWit 14 frönen 
Vignetten au ©tammbua)aeid)nungen. 8. gc^. 8. gr. ob. 24 fr. 

Bregeaut, 9i, 8., »oli)tänbi#ee ^anbbud) für fiitbu- 
grapben, nebfl praftifa)er Slntocifung bei oerfa)iebenen Sanieren in ber 
©teinbruderei k. für ©teinbereiter , ©temjeia^ner , ©teinbrmfer unb 
Vieb^aber biefer ÄunfL %v& bem granaöftfeben. Mit 19 Slbbilbungen. 

24 gr. ober 1 ff 12 fr. 

450 <?fcaraben, 3t ntbfel, Sogogrl^en unb bergleidfien. 

Eon SKajor C. 3. 0. 8. 8. gefr. 10 gr. ober 30 fr. 



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Gefnart, ba* neuefte &ompUmmtivbud) ober 2fn» 

»retfung jur feinen 2eben$art, um in @efeUfä)aftrn unb bei allen 
Iegenbeiten unb Verbältniffen be* bebend fic$ £ofli<$ au$$ubrütfen unb 
anffänbig ju benehmen. 3«>eitc 2luff. geb. 8. 12 gr ob. 36 fr. 

dwrte fcer U m flehen Ulmö, in einem ©ejirf von 

fünf bt$ fea)$ ©tunbe'n, fe^r fauber gearbeitet gr. golio. 12 gr. ob. 36 fr. 

Qobvtt, Dr. 6t. Stf., fcer l)pmuuyatMrf)e ,S>nue^ unb 

9tetfear$t ober unenrbebrlidje* f>ülfebuü) für aHe bieiemgen, toela)e ffcb 
bura> ©elbftjjiilfe ber £>om öopatbie in fcbnellen Äranfbeitäf allen be- 
raten wollen. 3 weite Sfufl. 8. geb. 19 gr. ob. 56 fr. 

Gramer, ft. 3«, neuefter unb ouUftänbiafter ©rief* 

ftefler ober $anb-, Mlfe- unb 5P?nfJcrbucf> in einer gro&en Sluäwabl 
. oon Griffen unb ©efaäftäauffaften $ur Erlangung eine« guten ©tpW 
im allgemeinen fomobl, al* für aUe benfbaren fa)riftliö)en 2faffä&t, 
toie fte im 9Jriüat=, amtliajen unb ©eftbäftäoerfebre irgenb eme* ©tanbe* 
nur immer oorfommen fönnen, nebft einer furzen beutfa)en ©pracblebre 
unb einem grembworterbuefc. gr. 8 gormat. 456 ©eiten ftor?, ge« 
beftet nur 24 gr. ober 1 ff. 12 fr. 

£vffablc£, OT., ber wütomment £ved)*lev, ober 
£anbbucb für alle ^Diejenigen, weltbe in ber £)rebfunft arbeiten. (Snt- 
baltcnb einen ocUftänbigen unb boa) einfachen Unterriebt in Erbauung 
ber, na<b ben neueften tfntbecfungen als an>ecfbienlia;ft bewährten Dreb- 
banfe, Verfertigung ber 3nftrumente unb ©efebreibung aOer Materialien, 
weltbc in biefer Äunft oerarbeitet »erben, gerner toie bie Arbeiten au$ 
^ols, £om, $ein, ©ajilbfrot, Elfenbein, Metall, Marmor, tllabafler 
unb ®U$ oerfertigt unb mit febönen Verzierungen oerfeben werben 
tonnen, wie man fte preft, guiüotbtrt, färbt, poltrt, laftrt. 9tebft 
Angabe ber beften girntffe unb anberer für $)reber nüfclia?er ©egen- 
flänbe. 2lu$ bem granjöftfa)en mit 195 Slbbilbungen. 2iRt&lr.8gr. 

ober 3 ff. 24 fr. 

&tetertcf>, Dr. (S., ber (Zominerflärrner über 33e* 

fa)reibung ber 3iwbffanjen, weltfce in unfern ©arten unter freiem 
Gimmel gebeten, ftebff Anleitung $u ifcrer @r$iebung unb SBartung 
obne ©ewäa)$bäufer. 28 gr. ober 1 ff. 24 fr. 

£eutfd>*eiifi(tfd)er U^Imctfctier für geben ber inöftlidtf 
balb englifa) ju lernen wünfebt, ober fleine engltfcbe ©pratflebre mit 
einer ©ammlung ber gebrautblitbffen englifeben SBörter k. Daä nü&« 
Itcbfte £ülf$bua) für SReifenbe in Snglanb unb Bmerifa unb für jeben 
2lu$wanberer unb aua) für 3eben ber ofcnetfe&rer (Jngltfa) lernen »in, 
inbem bie 2lu$fpra<be ber englifa)en SBörter genau angegeben iff. ftebft 
beacbtungSwertben 9?ott$en für Sluäwanberer. herausgegeben oon 3« 
Sßicfeman. Vierte oerbeff. Sluff. 16 gr. ober 4S fr. 

£>aö (^nbe ber $Öe(t. S^te fieben legten ybofauntn 
ober Söeben, ibr Anfang unb ibr ^nbe. 9faa) ben ©Triften M alten 
unb neuen ieffamentö flar beriefen. Stebft einem ?lnbange mistiger 
©ibpflintf(ben2BeilTagungenoom3abr 1850— 1860. gefr. 12 gr. ob 36 fr. 

Xie &nt^üUuno menfri&Uc&en fieb^nö, ober neue« 
oonffantige« ©eburWftunbenbucb , nacb toel^em bie ©cbuffale eine« 
ieben Menden, beffen ©eburtäftunbe man genau fennt, im Sorau* 
benimmt werben föuneu. 3»it Slbbilb. ^ 36 fr. 



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$rr funtoetUge unb feltfattte @r§äfeler ratrftotirfctßtr 

Zfyattn, tounber* unb fonberbartr Begebenheiten ; gtücfltc^rr unb un- 
glücflicber SKenfeben. Sin Unterbaltungäbucb für HU unb 3ung gut 
Sluf&ctterung mitgeteilt. 1 Slt^Ir ober 1 fl. 30 fr. 

JDie $abrtfott<m ber 9faitd)tAba(föpffifeit nue 
SWafern, SWeerfcbaum, £bon unb Sürfenerbe, unb gabrifaiion ber che- 
mifcben geuericuge. SKebft Unterricht beim Beilagen, (Sinfauf, Hn- 
raupen , ©ebanfceln je. ber ^feifenfobfe. ©otoie auch X>tatfHf unb 
Vorftchtöregeln für SRaucber, ©cbnubfer unb Sierrnnfer. 
8. 23 gr. ober 1 fl 21 fr. 

ftonreneUe, OT. 3. unb ^oiffoit, üollftärtbtflcr 
Unterricht über alle Schreib», 3tf<hnwnga* unb £)rucf-3Rateria(ien, ober 
irünblicbe 2lmoeifungen jur Äenntnijj aller Wartungen oon Rapier, 
pergament, Bleiftiften , hinten, ©cbrcärjen für bie &u<$brucferet , fte 
ütbograpbie unb bie ©teinfebrtft, »on £ufcben, Gebern, ©iegellacf, 
Dblatten ic. foroie Belehrung über ba$ tfniren mit SRafcbinrn. Hu« 
bem granjbftfcben. gr. 12. 28 gr. ober 1 fl 24 fr. 

rülirfj, Dr. C*., ber 91 arftgeber für baö titattnltcfie @e« 
fehlest ober ollgemein fafjftcbe Slmvetfung, tote man ficb bor ben fcbrecf« 
Itcben folgen ber Suftfeucbc unb Dname betoat)ren unb roa* $u einet 
febnellen, fiebern unb grünbltcben Teilung nicht nur in biefen Ärantyeüen, 
fonbem auch ber 3mpotenj u. ^otluttonen beitragen fann. 15gr. ob. 45 fr. 
&cv frdbltcjie ©efelffdiafter ober (Sammlung ber heften 
unb ftnnreiehften Hnefboten, luftiger ©eherne, Bonmot* unb fonberbarer 
©efcbttften. 2Wen ©efeüfcbaften unb allen 9TObergnügten unb allen 
©rttlenfangern jur Slufbeiterung unb $ur Crrfct)Ütterung be$ 3«wcbfeHa 
mitgetbeilt. 3 fytiU. 8. jeber 3:t>cU 20 gr. ober 1 fL 

i$olbtvtnev für 33tr ttenbalrer unb Sbienenfveunbe, vbet 
aflerbanb Bort&etle unb £anbgriffe, um au$ ber Bienenzucht ben gro^t* 
mögltcbflen 9cufcen ju Rieben. <5ntt)altenb ausführliche Belehrungen 
fcon neuen £ager* unb ©cbrcarmförben , um nicht nur auf fehr leichte 
2lrt $u jetbeln; fonbem aua) ba$ Schwärmen in benfelben w beförbern; 
9cachfchttärme $u berbüten unb Ableger ju machen; SBeiffelloftgfeit $u 
erfennen, rcfe auch Königinnen ju ergehen unb aufzubewahren ; bon 
ber Sinterung; bon einer beffern Hrt fslugbretter; bon einer fehr bt» 
quemen gütterungSart ; bon ben bor^ügucbften £onig« unb 2Sacb$b ftonjen; 
bie beften unb gefunbeften ©ättungen ?>onig; bon einer leuchten, unb 
fiebern Slrt Bienen auftreiben, fte $u bereinigen unb neuen Bau $u 
bereifen; oon einer ganj einfachen SRaucbbfeife unb »erb. Stauchma- 
febme; gegen Bienenfttcbe; leichte Slrt ?>onig unb SBach« au^utaffen; 
Uttett; unb Sfftgbereitung jc. Vierte »erb. unb berm. Sluffage mit 
oielen Slbbilbungen. 28 gr. ober 1 ft 24 fr. 

dteuefte (Srabfcftriften unb &tritfptüd>e, nebft Fintel« 
tung .utr @ntn?erfunq unb Verfertigung bon Lebensläufen ber Ver- 
dorbenen, in einer Sammlung bon Beifpielen. SÄit fehr bielen 3(b- 
bilbungen bon ©rabfJeinen unb Monumenten. 3um ©ebrauch für 
^rebiger, ©chullehrer, ©teinhauer, SWalet, Slrchiteften , Silbhauet jc. 

1 jL 24 fr. 

Wrinibtifj bet &tabt Ulm mit bex 2Jpr flabt 9Uu*Ulm 

unb ben geflung^TOerfen k. 36 ft 



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™ RBFBRBNCB DEPARTMENT 

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